Wo tatsächlich keine Revolution ansteht, ist es wirklich schrecklich dumm, das Betragen des Revolutionärs nachzuahmen. Dort ist der Revolution näher, wer sich an ihrem Ziel und nicht an ihr als Methode orientiert. Wo Revolution Lebensweise wird, entfernt sie sich von der ernsthaften Handhabung des Gesellschaftlichen, die dem revolutionären Handeln gleichfalls eigen ist. Das Freundliche dagegen kann revolutionär werden, indem während der Flaute, wo weder Umwälzung noch Fortschritt absehbar ist, am Einzelleben vollzogen wird, was eigentlich die Menschheit vollziehen sollte. Doch diese Freundlichkeit kann nie universell werden. Unsere Lage ist auf andere Weise erbärmlich und eine der Not. Im Gegensatz zu Castro, Brecht und dem Zeitalter der Revolution haben wir nun wirklich gar keine Entschuldigung für Unfreundlichkeit. Freundlichkeit ist, was bleibt, wenn nichts bleibt. Wo einer für ein Ideal nicht kämpfen kann, kann er es wenigstens leben. Er sollte bloß nie glauben, das sei schon der Kampf.
Felix Bartels














