In letzter Zeit standen Arbeit und andere Interessen im Fokus und so war ich trotz 30 Grad im Schatten so richtig heiß mal wieder fischen zu gehen. Unter diesem klassischen Fall von Übermotivation musste auch mein Kollege leiden, da ich das Boot mit zahlreichen Ruten und Tackleboxen voll müllte damit wir möglichst viel Zielfisch abdecken können. Er dagegen hatte sich in den Kopf gesetzt einen Rapfen auf Fliege zu fangen und präsentierte mir seine bis spät in die Nacht gebundene Rapfenfliege. “Also ab gehts, aber warte mal was riecht denn da so komisch?“
Beim abnehmen der Persenning mussten wir zum Erschrecken feststellen, dass der Benzinkanister im Boot aufgrund der Hitze geplatzt war und der halbe Tank ausgelaufen war. Das Benzin hatte einen Teil des Teppichklebers aufgelöst und den Teppich dick aufquellen lassen. Bevor wir also gemeinsam an allen Fronten angreifen konnten, mussten wir den Teppich, der die Form einer welligen Hügellandschaft angenommen hatte, erst mal wieder zurück zur niedersächsichen Tiefebene bügeln. Der Rest wird später gefixt. (zusammen mit einer langen Liste die immer länger wird).^^
Barsch: Zurück zum Thema: Erste Station sollten die Barsche sein. Mein Kollege der alles immer mit Fliege fangen will angelte mit der Fliege. Ich für meinen Teil beginne langsam mit meiner neuen Barschkombi aus Eiger und Alde BFS Ltd richtig warm zu werden und freute mich über den ersten Fisch der Tour, der sich einen schnell gejiggten FSI schmecken ließ.
Rapfen: Nach kurzem Barschgezuppel ging es direkt zu den Rapfenspots wo uns ein richtig starker Wind empfing. Mein Kumpel gab sein bestes mit der Fliege, aber das Werfen war wirklich nicht einfach. Ich hatte erst einen sauberen Fehlbiss und konnte kurz darauf einen soliden Elbrapfen in der Strömung ausdrillen. Leider tat sich Rapfentechnisch gar nix mehr, also weiter zur Frühstückspause am Zanderspot.
Zander: Den Zandern schien das heiße Wetter erwartungsgemäß nicht recht zu bekommen, also beließen wir es bei ein paar halbherzigen Versuchen um uns dem eigentlichen Zielfisch zuzuwenden.
Wels: Seit ich erste Gerüchte um Hamburger Welsfänge gehört hatte, wollte ich unbedingt auch mal einen Wels in der Hansestadt fangen. Vorletztes Jahr hatte ich es zwei Mal ohne Erfolg probiert und letztes Jahr bin ich auch zwei Mal gescheitert und hatte dann schnell die Lust verloren. :). Dieses Jahr sollte es aber besser werden. Das Wetter passte und die Motivation stimmte auch und so wurden zahlreiche Ködergrößen und vor allem Ködertypen an der Bigbaitrute auf Tiefgang geschickt. Da ich natürlich keinerlei Erfahrung im Welse fangen habe, musste ich mich an Ködertyp, Köderfarbe, Lauftiefe, Einholgeschwindigkeit sowie Köderführung erst mal ran tasten. Ein, zwei heiße Tipps hatte ich aber zum Glück im Vorfeld bekommen und so war ich motiviert, dass es schon irgendwie klappen wird. Leider half alles nix (auch nicht die heißen Tipps) und kein Wels wollte bei uns beißen. Ich hatte schon nen Haufen Baits durchgeangelt und ein wenig ernüchtert nahm ich wieder meine 40 Gramm Rocke um zumindest noch ein bischen Zander zu angeln. Vorher hing ich aber noch was Neues in den Snap, was ich noch gar nicht probiert hatte und nach dem nicht mal zehnten Wurf begann urplötzlich der Tanz. Blöderweise jedoch an der leichten Rocke samt dünnem FC. Ich kam also noch mehr ins schwitzen als ich eh schon schwitzte und versuchte den Schleimer vom Schwimmen ins Ankerseil und anderen Dummheiten abzuhalten. Einen Landehandschuh hatten wir natürlich auch nicht dabei und so versuchten wir mit dem Kescher unser Glück. Ich wusste aber gar nicht wie das Ding es schaffte sich jedes Mal mühelos aus unserem kleinen Kescher raus zu schleimen. Irgendwann hatten wir die Katze im Sack und ich war wirklich überglücklich. Der Fisch wäre für süddeutsche Verhältnisse sicherlich nicht groß erwähnenswert aber ich fühlte mich heute fast wie beim ersten Hecht. :)
Zum Ausklang legten wir mit dem Boot an der neuen Hafenbar an und gönnten uns Eiskaffee, Limonade und nen lütten Snack um dann im Anschluß in der Eistonne zu versinken.