Mit Zwiebeln, scharf, und alles
Zwiebeln. Is ja soân Ding. Man mag sie, oder eben nicht. Ich gehöre zur ersten Fraktion. Zwiebeln? Ja, bitte! Roh, gebraten, gedĂŒnstet, gebacken, frittiert, karamellisiert, und: natĂŒrlich fermentiert!
Kein Wunder also, dass dieses Ferment bei mir einen dauerhaften Platz im KĂŒhlschrank hat. Sobald ich ein Glas aufmache, setze ich ein neues an. Braucht ja immer Zeit mit dem NachschubâŠund oh meine GĂŒte⊠die Zwiebeln könnten knapp werden. Panik.
Ich esse sie quasi zu allem. Morgens zum RĂŒhrei, in den Salat gemischt, im Risotto kurz untergerĂŒhrt, ĂŒber Fleisch und auf Burger geklatscht, auf QuarkknĂ€ckebrot, zu Nudeln, in der GemĂŒsepfanneâŠ. âHot pink onionsâ gehen immer! Und: selbst âZwiebelverweigerâ schauen mich mit kuller runden Augen nach dem ersten Löffel an, und sagen: âMehr!â Momente des GlĂŒcks.
Grundrezept fĂŒr 500 g rote Zwiebeln:
500 g rote Zwiebeln
1 Esslöffel Meersalz (Oder Sole Salz, Himalaya Salz etc. Hauptsache unraffiniert und ohne Jod)
1 Teelöffel Chiliflocken
1 Teelöffel schwarze Pfefferkörner
1 Lorbeerblatt
optional, aber sehr empfehlenswert und fĂŒr mich ein Muss:
1 Teelöffel Wacholderbeeren
1 Teelöffel Piment
Zwiebeln klein schneiden und in eine SchĂŒssel geben. -Ja, dieses Ferment ist sehr emotional, vor allem wenn man gröĂere Mengen macht-.
Die geschnittenen Zwiebeln mit dem Salz bestreuen und die GewĂŒrze dazugeben.
UmrĂŒhren. Ordentlich umrĂŒhren.
Entweder einfach nur so fĂŒr 20 bis 30 Â Minuten ziehen lassen, oder mit einem kleinen Teller, der in die SchĂŒssel passt, die Zwiebeln runterpressen. Konservendose draufstellen.
Durch das Salz tritt aus den Zwiebeln im Laufe der Zeit FlĂŒssigkeit aus, die Mischung wird also saftig. Im besten Fall wird das tatsĂ€chlich ordentlich suppig/ saftig, meiner Erfahrung nach hĂ€ngt das aber mit der Frische der Zwiebeln zusammen.
Wenn die Mischung schlonzig ist, in ein 500 - 750 ml BĂŒgelglas einfĂŒllen und mit den HĂ€nden einpressen. Ihr kennt das ja mittlerweile, mit Kraft, aber auch natĂŒrlich mit JefĂŒhl und Hingabe.
Wenn ihr keine Tongewichte habt, dann entweder mit Deckeln von kleineren WeckglĂ€ser (kosten etwa 50 ct, kann man sich mal ein paar gönnen) oder mit einer groĂen Scheibe Zwiebel, oder auch rote Beete runterdrĂŒcken. Auch hier hilft der Trick, darauf dann eventuell ein kleines Schnapsglas, das dann zwischen dem Deckel eingeklemmt wird. Ihr wisst ja, die Chose muss unter der Lake bleiben. Only under the brine is fine.
In den nĂ€chsten 24 Stunden sollten die Zwiebeln noch mal ordentlich Saft lassen und wirklich komplett unter der Lake sein. Wenn dem nicht so ist, noch mal aufmachen und eine Mischung aus einem 1/2 Teelöffel Salz auf eine 1/2 Tasse Wasser drauf gieĂen.
Danach wie gehabt: bei 20- 22 Grad etwa 3- 4 Tage anfermentieren lassen, bitte etwas unterstellen, das Ding ist mitunter sehr aktiv, und wenn da Action im Glas ist, das Ganze fĂŒr 4-6 Wochen in den KĂŒchenschrank , oder wohin auch immer, bei 18 bis 20 Grad.
Bitte Vorsicht beim Ăffnen!
Auf Baguette, mit selbst gemachtem Humus und ErdnĂŒssen.. ARRRRR
Randbemerkung: Diese Zwiebeln geben, wenn man sie im Glas etwas umrĂŒhrt oder darin herumstochert, ein ganz leises, knisterndes GerĂ€usch von sich. Wie Muscheln die man ans Ohr hĂ€lt, nur anders. Es lebtâŠ.so putzigâŠ
Haltbarkeit im KĂŒhlschrank; mehrere Monate. Aber so lang halten die bei mir eh nichtâŠ