Einen Postkutscher nannte man den Fahrer bzw. Lenker eines von Pferden gezogenen Boten- oder Postwagens.
âHistorischer Postwagenâ
Von anfĂ€nglich einfachen Kastenwagen fĂŒr Postsendungen wechselte man zu Transportkutschen mit mehr oder weniger groĂer Fahrgastkabine, um die zusĂ€tzliche Mitnahme von Personen zu ermöglichen.
âAn English Stagecouchâ [Randolph Caldecott]
   Im Jahr 1657 nahm in England eine der ersten Postkutschen ihren regelmĂ€Ăigen Betrieb auf; sie fuhr von Chester nach London und wieder zurĂŒck.
  Etwa zur selben Zeit kann man auch den Beginn des regulĂ€ren deutschen Postverkehrs sehen. So konnte man ab 1660 bspw. von Leipzig nach Hamburg einen GeburtstagsgruĂ versenden, statt sich selbst auf eine beschwerliche Reise machen zu mĂŒssen.
Neben Briefen und Paketen transportierte der Postkutscher nun auch Passagiere, was damals lustigerweise P e r s o n e n p o s t genannt wurde. Das erhobene Beförderungsentgelt kann nicht unerschwinglich hoch bemessen gewesen sein, denn Bilder bezeugen, dass sich wohl auch einfache Leute â zumindest ab und an â eine Reise mit einer Postkutsche leisten konnten.
  1837
1839
1851
 Berufsbezeichnungen
Postkutscher,  Postillion,  Postillon.  (veraltet) Postknecht
Englisch: Französisch: Italienisch: NiederlĂ€ndisch: stage coachman postillon postiglione postiljon Polnisch: Russisch: Slowakisch: Spanisch: poczta woĆșnica ŃĐŒŃĐžĐș postiliĂłn postiliĂłn
verwandte Berufe:  BrieftrÀger,  Paketbote,  Postreiter,  Kutscher
 1846
um 1850
âHistorische SaarlĂ€ndische Postillioneâ
âHistorische Preussische Postillioneâ
âHistorischer SĂ€chsischer Postillionâ
1833, Frankreich
1870
1888
um 1900
Frankreich
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Poststationen & Posthaltereien
 1616, Augsburg â âAuĂerhalb der Stadtmauern gelegene Poststation mit Posthausâ
1629
âSzene an einer Poststation um 1855â
 Als Poststation (sog. Relais) bezeichnete man seit der GrĂŒndung der Post im Jahre 1490 eine an einem P o s t k u r s (auch: PoststraĂe, Postlinie, Postroute), an der zuerst Postreiter und spĂ€terhin auch Postkutscher die Pferde wechselten. GröĂere Poststationen (VorlĂ€ufer spĂ€terer PostĂ€mter) unterstanden Postmeistern, reine Pferdewechselstationen (Posthaltereien) hingegen den sog. Posthaltern.
Zugleich waren Poststationen die â im Wortsinn â damaligen âBahnhöfeâ fĂŒr Reisende, an denen sie zu- oder aussteigen konnten.
um 1840, Ăsterreich
um 1840, Ăsterreich
Die Entfernung zwischen den einzelnen Stationen war auf 2 Meilen bemessen. Diese Meilen darf man jedoch nicht streng geographisch nehmen, sondern als eben die Entfernung, die von der Post in 2 Stunden zurĂŒckgelegt werden konnte; was freilich maĂgeblich von der Beschaffenheit des GelĂ€ndes abhĂ€ngig war.
um 1850, Italien
um 1882, Paris
Durch bestimmte Signale mit dem Posthorn kĂŒndigten Postreiter wie Postkutscher bereits vor dem Eintreffen auf der Poststation ihre bevorstehende Ankunft an, damit der Pferdewechsel schon vorbereitet und schneller erfolgen konnte.
 1850
um 1860
 Postkutscher im Dienst
 1907
um 1910
vor 1914
um 1915
1928
um 1950
 Der Postillon in der Eifel
Es gab aber auch gehobenere Wandergewerbeberufe in der Eifel. An erster Stelle steht hier der Postillon. Vor fĂŒnfzig Jahren war er nicht nur ein wesentlicher Bestandteil der damaligen Eifeler Reiseromantik, sondern ein noch wichtigeres Glied in der Eifeler Verkehrswirtschaft. Das Eisenbahnnetz war damals noch recht dĂŒrftig ausgebaut, die Querverbindungen zwischen den Hauptbahnstrecken Köln â Trier und Trier â Koblenz und den wenigen davon abzweigenden Binnenstrecken, wurden nur durch Postkutschenlinien hergestellt. Im Auftrage der Postbehörde unterstand der Postkutschenverkehr den Posthaltereien, die, an besonders wichtigen Kreuzungspunkten gelegen, meist gröĂere Bauern- und Fuhrhaltebetriebe mit genĂŒgend leistungsfĂ€higem Pferdematerial waren. [âŠ]
1923 â âPostkutsche im Regenâ [Ludwig Koch]
. .
Postillon â keine leichter Beruf
Im glĂŒhenden Sommer ohne jeden Schutz eingepreĂt, in seine enge Uniform und seinem bewehrten Helm, im Winter auf seinem Bock den Sturm, Frost und Schneetreiben preisgegeben, war er voll verantwortlich fĂŒr seine Passagiere und den wertvollen Inhalt des Postsackes. Im Winter war er dazu oft gröĂeren WiderwĂ€rtigkeiten und Gefahren ausgesetzt. .
1798 â âPostkutsche im Winterâ [Wilhelm von Kobell]
. Mein Vater, der um die Jahrhundertwende Post-verwalter in Daun war, hat mir hĂ€ufig davon erzĂ€hlt, wie oft der [âŠ] Postwagen nachts auf der eiskalten Höhe von Dockweiler im Schnee stecken blieb. Da muĂte der brave Postillon den Postsack schultern und durch den Schnee zum nĂ€chsten Dorf waten, dort das Postamt in Daun anrufen, das wieder die Posthalterei alarmierte und dann mit einem leichten Schlitten der bedrĂ€ngten Postkutsche entgegenfuhr. Wenn es Not tat, [âŠ] muĂten sogar die Bauern aus dem Schlaf geweckt werden, um die eingeschneite Postkutsche wieder freizuschaufeln. . Im Sommer konnte es dafĂŒr aber auch um so schöner fĂŒr den Postillon sein. Da konnte man das Posthorn erklingen lassen, da gabs auch oft ein krĂ€ftiges Trinkgeld von den Beamten und Reisenden, da fĂŒhlte man sich, wenn man durch die Dörfer fuhr, so recht erhaben auf dem hochthronenden Bock, wenn die MĂ€dchen an den Strecken keck emporschauten und macher frohe WinkegruĂ hin- und herging. â Das alles ist heute dahin. Vor wenigen Jahren hat man oben in der Vulkaneifel den letzten hochbetagten Eifelpostillon begraben. [âŠ]
. [Dr. Viktor Baur: âAusgestorbene Eifelberufeâ â Eifel-Kalender 1955]
 Postkuschenromantik
 um 1860
um 1880, England
1864
um 1900, Ăsterreich
um 1900
1928
um 1920
um 1930
 Wenn einer eine Reise tut âŠ
 um 1880
⊠dann kann er was erzÀhlen
 Das Reisen mit der Postkutsche muss jenseits aller Romantik eine ziemlich anstrengende Angelegenheit gewesen sein und setzte â wie berichtet ward â vor allem »gute Leibeskonstitution und christliche Geduld« voraus.
Die meisten StraĂen waren schlecht oder gar nicht gepflastert, so dass die eng beieinander sitzenden Passagiere in den ungefederten Kutschen bei jedem Schlagloch durcheinander gerĂŒttelt wurden. AuĂerdem waren sie den oft als raubeinig beschriebenen Postillionen auf Gedeih und Verderb ausgeliefert.
    um 1850, DÀnemark
1874, Schweiz
1901, Texas
 Dies & das
  Humor
1810, Frankreich
um 1818, Frankreich
um 1880
um 1825
um 1900
 Lieder
. Fahrâ auf der Post, fragâ nicht was âs kostât Spannâ die Gedanken ein, ich will der Postknecht sein; Denn es ist Zeit und ist mir leid: Denn, die mich herzlich liebt, die ist sehr weit. Postknecht, fehâ wacker drauf, du wirst schon wissen auch, Was Postknechtâs ist Gebrauch. Trararara nur brav geblasen! Es soll ein Trankgeld sein vor dich allein, Wenn ich bei meiâm VergnĂŒgen werdâ sein.
Schladâ auf die Pferdâ, weil ichâs begehrt, Setz an die Sporn und reit, wir mĂŒssen heutâ noch weit: Denn, die mich liebt, ist sehr betrĂŒbt. Ich muĂ heutâ bei ihr sein, so habâ ich Freudâ. LaĂ schieĂen deinen Zaun, ob gleichfalls steht der Schaum Nebst deinem Sattelbaum. Trararara nur brav geblasen! DaĂ es brav schallt, wir sehân gar bald Das grĂŒne StĂ€dtchen im grĂŒnen Wald.
âDie Ankunft der Postkutscheâ [Georg Hemmrich]
Ei was ist das? Da sehâ ich was; Da kömmt die Liebste mein, zu lindern meine Pein. Spring auf, mein Herz, vergiĂ den Schmerz, Nach der BetrĂŒbniĂ folget Scherz. Du muĂt schon wissen auch, was Postknechtâs ist Gebrauch: Trararara nur brav geblasen! Da kömmt mein Kind, Postknecht geschwind, GlĂŒckselig bin ich, dâweil ich sie findâ.
   Kanon: Hört ihr, wie schön heutâ der Postillion blĂ€set âŠ
um 1850
   Postkutschen auf Briefmarken
 1933, Ăsterreich
1943, DR
1944, DR
1950, Belgien
1950, Saarland
1953, RumÀnien
England
1955, Australien
1958, Polen
1958, BRD
1959, Ungarn
1963, Frankreich â âRömischer Pferdewagenâ
1964, Ăsterreich
1971, Schweden
1973, Frankreich â âPoststation zwischen Paris-Calais um 1825â
1973, Frankreich â âPoststation im 19. Jhâ
1976, DDR
1977, Ungarn
1981, Tschechoslowakei
1985, BRD
1985, DDR
1985, BRD
1985, BRD
1985, BRD
1988, Portugal
1988, Frankreich
1989, Irland
1989, Frankreich
1989, Kambodscha
1990, Kambodscha
1989, BRD
1989, BRD
1989, BRD
1990, BRD
1990 (DDR)
1996, Ăsterreich
2008, Ăsterreich
2008, Ăsterreich
2008, Ăsterreich
2008, Ăsterreich
2010, BRD
2010, BRD
2011, Russland
2013, Russland
2013, Frankreich
2013, Estland
2013, Slowenien
2013, Mosambik
2013, Ăsterreich
2015, Ăsterreich
2018, Ăsterreich
Ăbrigens kamen die ersten deutschen Briefmarken ab etwa 1850 in Bayern und PreuĂen in Umlauf.
  um 1900
 Der Postkutscher
Einen Postkutscher nannte man den Fahrer bzw. Lenker eines von Pferden gezogenen Boten- oder Postwagens. Von anfĂ€nglich einfachen Kastenwagen fĂŒr Postsendungen wechselte man zu Transportkutschen mit mehr oder weniger groĂer Fahrgastkabine, um die zusĂ€tzliche Mitnahme von Personen zu ermöglichen.
Der Postkutscher Einen Postkutscher nannte man den Fahrer bzw. Lenker eines von Pferden gezogenen Boten- oder Postwagens. Von anfĂ€nglich einfachen Kastenwagen fĂŒr Postsendungen wechselte man zu Transportkutschen mit mehr oder weniger groĂer Fahrgastkabine, um die zusĂ€tzliche Mitnahme von Personen zu ermöglichen.












