Die Badges könnten, aber sie dürfen nicht
Ich nehme in New York an der Konferenz MongoDB World 2016 teil und bekomme am Empfang einen Badge ausgehändigt, der frappierend an den Poken erinnert. Ein Mitarbeiter der Firma loopd, die diese Badges herstellt, weist mich in den Gebrauch ein. Der Badge ist ein Bluetooth-Beacon, dessen Batterie etwa eine Woche halten soll. Außerdem hat er wohl einen Bewegungssensor und vielleicht auch NFC eingebaut, denn er bekommt es mit, wenn man sich mit ihm bewegt, und auch, wenn ein anderer Badge in seine unmittelbare Nähe gebracht wird.
Der Badge dient einerseits als elektronische Visitenkarte, über die man schnell Kontaktdaten mit anderen Teilnehmern austauschen können soll, und außerdem als Zählgerät, über das festgestellt wird, wieviele Teilnehmer die jeweiligen Sessions besuchen. Bedient wird alles über eine Smartphone-App, die mit dem Badge gekoppelt ist, und in der unter anderem die Liste aller Teilnehmer und der Zeitplan der Konferenz zu finden sind.
Ich merke, dass die App merkt, in welchen Sessions ich war, denn nur für diese Sessions bekomme ich nachher die Aufforderung, eine Bewertung abzugeben.
Tatsächlich hat sich der einweisende Mitarbeiter aber gleich am Anfang entschuldigt, dass sie wegen Privatsphäre-Bedenken nicht alles machen dürfen, was man mit den Badges eigentlich machen könnte. Zum Beispiel könnte man jederzeit die Namen und Firmen aller Personen in der unmittelbaren Umgebung anzeigen. Diese Funktion ist aber gesperrt, und man muss erst per ausdrücklicher Badge-Berührung mit jemandem Kontakt aufnehmen, bevor man die Erlaubnis bekommt, die Person zu orten.
Zu solchen Badge-Bussis kommt es allerdings nicht. Ich sehe während der ganzen Konferenz kein einziges Badge-Paar, das in Kopulationsstellung gebracht wird. Auch aus dem Orten wird also leider nichts.