Die Expertenrunde zu Ăbergewicht und Fettleibigkeit mit Prof. Dr. Urs Gruber, Prof. Dr. Brigitte König, Prof. Dr. Elmar Wienecke & Dr. med. Matthias D. Meier
Inhalt
- Einleitung - InhaltsĂŒbersicht - Interview - Praktische Handlungsempfehlungen â Kurz und Umsetzbar - FAQ â HĂ€ufige Fragen - WeiterfĂŒhrende Angebote von QS24 - Kontakt, Newsletter & Einladung - Schlusswort
Einleitung
Im Rahmen einer Expertenrunde von QS24 â Schweizer Gesundheitsfernsehen trafen sich renommierte Wissenschaftler und Ărzte, um ĂŒber Ăbergewicht und Fettleibigkeit zu diskutieren. In diesem Beitrag fasst der Moderator Fabian Glogg die Kernaussagen zusammen, erklĂ€rt HintergrĂŒnde und gibt Ihnen praxisnahe Empfehlungen mit auf den Weg. Die Inhalte verbinden Schulmedizin mit Ganzheitsmedizin, Ursachen und Wirkungen und sind so aufbereitet, dass Sie unmittelbar davon profitieren können. ErwĂ€hnt werden dabei auch die Angebote von QS24, wikiSana, QS24.tv und die QS24 Sprechstunden.
InhaltsĂŒbersicht
- Was ist Ăbergewicht? (BMI vs. IndividualitĂ€t) - Messmethoden und viszerales Fett - Gesellschaftliche Ursachen: Bewegung, Koordination, Lebensstil - Praktische Bewegungs- und Einstiegstipps fĂŒr stark Ăbergewichtige - Mitochondrien, ErnĂ€hrung, MikronĂ€hrstoffe und Fatburner-Mythen - Fasten, Entgiftungseffekte und Risiken - Psyche, Stress, Oxytocin und Motivation - FAQ und praktische Handlungsschritte
Interview
Herr Gruber â Was ist Ăbergewicht? Ab wann spricht man davon?
Prof. Dr. Urs Gruber erklĂ€rt, dass der BodyâMassâIndex (BMI) eine grobe RichtgröĂe ist: Er zeigt Mittelwerte einer groĂen Population, aber nicht immer die individuelle RealitĂ€t. Sie sollten wissen, dass der BMI Personen mit hohem Muskelanteil falsch klassifizieren kann. Wichtig ist deshalb die personalisierte Betrachtung: Wer sportlich sehr aktiv ist, kann trotz hohem BMI gesund sein. Gleichzeitig betont Gruber, dass körperliche Zunahme immer mehrere Ursachen haben kann â ErnĂ€hrung, Bewegungsmangel, aber auch psycho-emotionale Faktoren.
Welche genaueren Messmethoden gibt es neben dem BMI?
Die Reaktanzimpedanzmessung (Bioimpedanz) liefert deutlich individuellere Daten: Körperfettanteil, Muskelmasse, Hydratationsstatus und besonders der viszerale Fettanteil lassen sich damit besser einschĂ€tzen. Prof. Gruber weist darauf hin, dass ein groĂer Bauchumfang nicht automatisch hohen viszeralen Fettanteil bedeutet â diese Unterscheidung ist fĂŒr das kardiovaskulĂ€re Risiko zentral.
Herr Wienecke â Warum nimmt Ăbergewicht in der Gesellschaft zu?
Prof. Dr. Elmar Wienecke beobachtet eine dramatische Abnahme grundlegender BewegungsfĂ€higkeiten bei Kindern und Jugendlichen: Koordinationselemente gehen verloren, die motorische Grundausbildung sinkt. Die «iPadâGeneration» ist zwar kognitiv oft kompetent, doch motorische Automatismen fehlen. Das hat Folgen fĂŒr die körperliche AktivitĂ€t und damit langfristig fĂŒr die Gewichtsentwicklung. Wienecke fordert eine nationale Bewegungsoffensive: bewegen Sie Ihre Kinder, fördern Sie einfache Bewegungsrituale im Alltag.
Herr Meier â Was raten Sie Menschen, die schon stark ĂŒbergewichtig sind und Gelenkschmerzen fĂŒrchten?
Dr. med. Matthias D. Meier nimmt die Angst vor GelenkschĂ€den ernst, relativiert sie aber: Gelenke sind lebendig und regenerieren â Belastung ist nicht per se schĂ€dlich. Als Einstieg empfiehlt er gelenkschonende AktivitĂ€ten wie Schwimmen oder sehr moderates Gehen. Wenn Bewegung schmerzhaft ist, sind alternative Strategien möglich: kontrolliertes Fasten, physiotherapeutische AnsĂ€tze oder gezielte osteopathische/physiotherapeutische MaĂnahmen zur autonomen Entlastung. Wichtig ist: Finden Sie eine Form der Bewegung, die Ihnen Freude macht â nur so bleibt sie langfristig.
Wie hÀngen Mitochondrien, ErnÀhrung und Fettverbrennung zusammen?
Prof. Dr. Brigitte König erlĂ€utert, dass Fettgewebe proâinflammatorisch wirken kann und ĂŒber entzĂŒndungsfördernde Zytokine Mitochondrien schĂ€digen kann. Entscheidend ist, ob die Mitochondrien ausreichend funktionieren, um freigesetzte FettsĂ€uren zu oxidieren. Bewegung fordert die Mitochondrien, bestimmte Enzyme (z. B. AMPâKinasen) werden aktiviert. Ohne Training oder ohne die nötigen MikronĂ€hrstoffe kann freigesetztes Fett wieder woanders abgelagert werden. Die Schlussfolgerung: MaĂnahmen, die nur lokal Fett âauflösenâ (z. B. KĂ€ltebehandlungen), sind ohne Verbesserung des Stoffwechsels und der Mitochondrienfunktion bestenfalls kurzfristig wirksam.
Sind FettâSupplemente wie LâCarnitin der SchlĂŒssel zum Abnehmen?
Die Experten sind sich einig: Es gibt keine einzelne Wundersubstanz. LâCarnitin ist ein Baustein des FettsĂ€uretransports in die Mitochondrien, aber die alleinige Einnahme fĂŒhrt nicht automatisch zu Gewichtsverlust. Sie sollten verstehen: NahrungsergĂ€nzungen können unterstĂŒtzen, ersetzen aber nicht Bewegung, ErnĂ€hrungsumstellung und die Wiederherstellung mitochondrialer LeistungsfĂ€higkeit.
Es wurde ein praktischer Tipp zur Zuckerreduktion erwĂ€hnt â was genau empfahl die Runde?
Als einfacher Test wurde eine Empfehlung nach Kurt Mosetter genannt: eine kleine, praktikable MaĂnahme zur Verringerung von Zuckerverlangen, die einige Probanden innerhalb von zwei Wochen deutlich entlastete. Die Experten betonen aber: Radikaler Verzicht allein ist kein Allheilmittel â praktische Regelungen (z. B. FrĂŒchte eher mittags, möglichst kein Obst nach 15 Uhr) können helfen, Insulinspitzen zu vermeiden und Schlaf sowie Erholung zu verbessern.
Wie funktioniert Fasten in diesem Kontext â Chancen und Risiken?
Fasten kann sehr förderlich sein: es reduziert Gewicht, stellt metabolische Schalter um und trainiert die Mitochondrien. Allerdings berichten Experten von zwei Problemen: Erstens können beim Fettabbau gespeicherte Toxine freigesetzt werden, was kurzfristig Unwohlsein verursachen kann. Zweitens besteht bei nicht angepasster Proteinzufuhr die Gefahr, Strukturproteine (z. B. Kollagen) anzugreifen. Fazit: Wenn Sie fasten, tun Sie das geplant und begleitet â achten Sie auf ausreichende AminosĂ€urenâZufuhr und Ă€rztliche Begleitung, vor allem wenn Sie sportlich aktiv sind.
Welchen Einfluss hat die Psyche auf Gewicht und Abnahme?
Prof. Dr. Urs Gruber hebt die biopsychosoziale Einheit hervor: Psyche, Körper und soziale Faktoren interagieren. Emotionale Faktoren â sei es Selbstschutz, Traumata oder Mobbing â können Essverhalten und Körpergewicht prĂ€gen. Positive, motivierende Erfahrungen (Beziehungen, Oxytocinâwunderbare Momente) verbessern das Wohlbefinden und helfen oft auch beim Gewichtsmanagement. Er rĂ€t: Lösen Sie psychologische Themen mit Fachpersonen, wenn sie hinderlich sind â nur so werden körperliche MaĂnahmen nachhaltig.
Praktische Handlungsempfehlungen â Kurz und Umsetzbar
- Nutzen Sie individuellere Messungen (Bioimpedanz), nicht allein den BMI. - Beginnen Sie Bewegung mit gelenkschonenden, freudvollen AktivitĂ€ten (Schwimmen, SpaziergĂ€nge). - Achten Sie auf MikronĂ€hrstoffe und QualitĂ€t der Nahrung â Pestizite und Mangel können HungerâSignale verstĂ€rken. - Fasten unter Ă€rztlicher Begleitung: auf AminosĂ€uren achten, langsam einfĂŒhren. - Reduzieren Sie Fruchtzucker ab dem Nachmittag; bevorzugen Sie FrĂŒchte mittags. - Sehen Sie Ăbergewicht als multifaktorielles Problem: körperlich und psychisch behandeln.
FAQ â HĂ€ufige Fragen
Ist der BMI noch zeitgemÀ�
Der BMI ist ein nĂŒtzlicher erster Indikator, aber nicht fĂŒr jeden aussagekrĂ€ftig. Bei Sportlern oder Muskelaufbau sind ergĂ€nzende Messungen (Bioimpedanz, Taillenumfang, viszerales Fett) sinnvoll.
Hilft LâCarnitin beim Abnehmen?
LâCarnitin ist ein notwendiger Baustein fĂŒr Fettstoffwechsel, aber alleine selten wirksam. Ohne Training und ausreichende MikronĂ€hrstoffe bleibt der Effekt begrenzt.
Wie beginne ich, wenn Bewegung Schmerzen verursacht?
Starten Sie mit gelenkschonenden Ăbungen (Schwimmen, Radfahren, Pilates) und kleinen, regelmĂ€Ăig steigenden Intervallen. 10 Minuten Spazieren ist besser als 5 Minuten â und 5 Minuten besser als gar nichts.
Was tun bei HeiĂhunger auf Zucker?
Praktische Strategien: strukturierte Mahlzeiten, Verzicht auf Obst spĂ€t am Tag, kleine unterstĂŒtzende MaĂnahmen zur Reduktion von Zucker craving und ggf. fachliche Begleitung.
Wie finde ich Begleitung und Expertenwissen?
QS24 bietet zahlreiche Formate, die schulmedizinische und ganzheitsmedizinische Perspektiven verbinden. Nutzen Sie Ressourcen wie QS24, wikiSana, QS24.tv und die QS24 Sprechstunden, um Experten zu finden.
WeiterfĂŒhrende Angebote von QS24
Wenn Sie vertiefen möchten: Die QS24 Mediengruppe bietet ein umfangreiches Angebot an Informationen und Live-Events. Melden Sie sich fĂŒr die QS24 Sprechstunden an (https://qs24.run/sprechstunden) oder nutzen Sie die QS24 Academy fĂŒr zertifizierte Kurse (https://my.qs24.academy). Entdecken Sie zudem die digitale OnlineâAusgabe des Gesundheitskompasses unter https://qs24.run/online und installieren Sie die QS24 APP: https://www.qs24.tv/qs24-app/.
Wichtig: Die erste Ausgabe des QS24 Gesundheitskompasses erreichte bereits eine Verteilauflage von 140'000 Exemplaren. Die zweite Ausgabe erscheint im November 2025 mit einer geplanten Auflage von ĂŒber 600'000 Exemplaren, davon rund 580'000 Exemplare verteilt im DâAâCHâRaum â ein Meilenstein fĂŒr ganzheitliche Gesundheitskommunikation.
Kontakt, Newsletter & Einladung
Melden Sie sich fĂŒr den QS24 Newsletter an, um keine Sprechstunde und keine Ausgabe des Gesundheitskompasses zu verpassen: https://www.qs24.tv/newsletter/.
Nutzen Sie wikiSana als Suchplattform fĂŒr ganzheitliche Medizin und unsere Mediathek. So finden Sie rasch verlĂ€ssliche Experten und Sendungen.
Schlusswort
Ăbergewicht und Fettleibigkeit sind komplexe Herausforderungen, die Körper, Psyche und Gesellschaft betreffen. Die Expertenrunde bei QS24 zeigte: Lösungen mĂŒssen individuell, interdisziplinĂ€r und nachhaltig sein. Kleine, konsequente Schritte â Bewegung, bessere ErnĂ€hrung, psychosoziale Begleitung â fĂŒhren langfristig zu groĂen VerĂ€nderungen. Werden Sie aktiv, aber liebevoll mit sich selbst.
Herzlichen Dank fĂŒr Ihre Aufmerksamkeit und Ihr Interesse. Bleiben Sie neugierig und gesund.
In Dankbarkeit,
Fabian Glogg












