Branchenkonvergenzen erfordern neue Teststrategien
Foto: National Instruments
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Technologien und Prozesse sind zunehmend branchenĂŒbergreifend und bringen beim Testen sowohl Probleme als auch Potenzial mit sich.
Teststrategien, die auf geschlossenen und proprietÀren Verfahren basieren, gefÀhrden den Erfolg von Unternehmen.
Durch Partnerschaften mit branchenĂŒbergreifend tĂ€tigen Unternehmen lassen sich die nötigen Einblicke gewinnen, um Testabteilungen rechtzeitig auf neue Anforderungen vorzubereiten.
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Branchenkonvergenzen sind kein neues, sondern im Grunde genommen ein recht altes Konzept. Wenn MĂ€rkte interagieren, tauschen sie naturgemÀà Ideen, Prozesse und Technologien aus, wodurch sie noch stĂ€rker ineinandergreifen. Durch das Aufeinandertreffen von Landwirtschaft und Handel ist beispielsweise das Bankwesen entstanden. Ein aktuelleres Beispiel ist das ZusammenfĂŒhren des Gesundheits und Fitnessbereichs mit Verbraucherelektronik in Form von Wearables. Die globale Vernetzung der Gesellschaft sorgt dabei fĂŒr immer schnellere und umfassendere Konvergenzmöglichkeiten.
Ăber Branchenkonvergenzen wird viel geschrieben und gesprochen. Zahlreiche Blogs, Artikel und Analystenberichte beschĂ€ftigen sich damit, wie die technologische Geschwindigkeit der digitalen Revolution etablierte Branchen auf den Kopf stellt. Selten geht es dabei jedoch um die daraus resultierenden Konsequenzen fĂŒr Testabteilungen. Unternehmen spĂŒren die Auswirkungen jeden Tag in einer Art Zwiespalt zwischen Bedrohung und Potenzial. FĂŒhrende Unternehmen gehen die Konvergenzherausforderungen direkt an, indem sie auf branchenĂŒbergreifende Testplattformen sowie auf Partnerschaften und Wissensaustausch mit anderen branchenĂŒbergreifend tĂ€tigen Unternehmen setzen.
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Testinnovationen schaffen
Der 2014 veröffentlichte und seitdem viel zitierte Gartner-Bericht Industry Convergence: The Digital Industrial Revolution stellt die Behauptung auf, dass »Branchenkonvergenz die wichtigste Wachstumschance fĂŒr Unternehmen darstellt«. FĂŒr Testabteilungen ergibt sich diese Chance durch das Lernen und Profitieren von anderen Branchen sowie die BĂŒndelung von Ressourcen zur Beschleunigung von Innovationen.
Im Kern geht es bei Konvergenz um das Teilen von Ideen und Erfahrungen. Das Konzept des Lernens und Profitierens von anderen Branchen, um nicht aufwendig das Rad neu erfinden zu mĂŒssen, ist hĂ€ufig im Kontext der Produktentwicklung zu finden, lĂ€sst sich jedoch genauso gut auf Teststrategien anwenden. Ein sehr gutes Beispiel ist die funktionale Sicherheit. Die Schwerindustrie hat aufgrund der Sicherheitsanforderungen ihrer Produkte ĂŒber Jahrzehnte ein Verfahren entwickelt, um die funktionale Sicherheit ihrer elektronischen Systeme zu gewĂ€hrleisten: die Norm IEC 61508. Andere Branchen wie der Schienenverkehr und die Autoindustrie haben nachgezogen und die ursprĂŒngliche Norm fĂŒr ihre eigenen sicherheitskritischen Embedded-Systeme erweitert und angepasst, was zur Entwicklung von EN 50126 und ISO 26262 fĂŒhrte. Durch das Lernen von Experten in diesem Bereich lĂ€sst sich Zeit sparen, wenn zu irgendeinem Zeitpunkt Tests fĂŒr funktionale Sicherheit erforderlich sind.
Die branchenĂŒbergreifende BĂŒndelung von Ressourcen ist ein weiterer, weniger offensichtlicher Vorteil von Konvergenz. Wenn Branchen nĂ€her zusammenrĂŒcken, gleichen sich auch ihre funktionalen Anforderungen immer mehr an. Anbieter, die diese Branchen bedienen, können hier Investitionen erhöhen, da sich der Markt fĂŒr die jeweilige Anforderung vergröĂert hat. Im Testbereich können plattformbasierte Anbieter gemeinsam verstĂ€rkt an branchenunabhĂ€ngigen Technologien wie Prozessoren oder Analog-Digital-Wandlern arbeiten, um hochwertigere Produkte kostengĂŒnstiger und fĂŒr alle Branchen bereitzustellen. Bei Testhardware, -software oder -dienstleistungen bieten branchenĂŒbergreifende Plattformen die Möglichkeit, eine gröĂere Technologievielfalt als bei Lösungen fĂŒr nur eine Branche auszuschöpfen.
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»Branchenkonvergenz stellt die wichtigste Wachstumschance fĂŒr Unternehmen dar.«
Industry Convergence: The Digital Industrial Revolution, Gartner, 2014
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Herausforderungen der Konvergenz bewÀltigen
Die 2016 von IBM unter GeschĂ€ftsfĂŒhrern durchgefĂŒhrte Untersuchung Redefining Boundaries hat aufgezeigt, dass »Branchenkonvergenz alle anderen in den nĂ€chsten drei bis fĂŒnf Jahren erwarteten Trends klar in den Schatten stellt«. Trotz der potenziellen Vorteile löst das Thema Konvergenz jedoch hĂ€ufig eher Bedenken als Begeisterung aus. FĂŒr Testmanager bedeutet Konvergenz mehr KomplexitĂ€t und erfordert damit flexibel anpassbare Testplattformen sowie noch flexiblere Testabteilungen.
Mit der Integration und Nutzung von Technologien aus anderen Branchen mĂŒssen Unternehmen die neuen Technologiebereiche nun auch testen und sich das entsprechende Fachwissen aneignen. So erfordern beispielsweise hybride Fahrzeugantriebe mittlerweile Systeme, die in der Lage sind, die Steuerfunktionen, die Mechanik, die Thermodynamik, die Elektronik sowie die Software und sogar die Batterietechnologien zu testen. Testsysteme, die auf unflexiblen, geschlossenen und proprietĂ€ren Plattformen basieren, können mit dieser Entwicklung nicht mithalten, selbst wenn sie erst vor wenigen Jahren erstellt wurden. Hier sind Testsysteme mit offener, modularer Hard- und Software notwendig, die unterschiedliche I/O-Typen, Programmiersprachen und Anbieter unterstĂŒtzen und klar definierte APIs und InteroperabilitĂ€tsstandards umfassen.
Die Herausforderung wird noch gröĂer, wenn Unternehmen gar nicht genau wissen, was als NĂ€chstes auf sie zukommt. Denn im Zeitalter der Konvergenz ist die Zukunft alles andere als vorhersehbar. Deshalb mĂŒssen Unternehmen, Teststrategien und Testplattformen so aufgestellt sein, dass sie schnell auf jegliche, zukĂŒnftige Anforderungen reagieren können. Unternehmen aus der Luft- und Raumfahrt beispielsweise, die sich in der Vergangenheit eher durch eine konservative Weiterentwicklung und lange Produktlebenszyklen ausgezeichnet haben, mĂŒssen jetzt agiler werden, da ihre Lieferkette sich immer mehr an die Lieferkette fĂŒr Verbraucherelektronik angleicht. Testabteilungen in dieser Branche benötigen daher Testsysteme, die mit deutlich schnelleren Technologieaktualisierungen als bisher Schritt halten können und die dafĂŒr erforderlichen, flexibel anpassbaren Architekturen aufweisen. BranchenĂŒbergreifende Networkingveranstaltungen und Fachpublikationen aus anderen Branchen helfen Testteams dabei, sich ĂŒber aktuelle Trends zu informieren und ĂŒber Entwicklungen auf dem Laufenden zu bleiben.
Noch nĂŒtzlicher ist die Zusammenarbeit mit Akteuren, die ĂŒber Erfahrungen aus mehreren Branchen verfĂŒgen, da Unternehmen so besser und effektiver auf unvorhergesehene Situationen reagieren und von Best Practices aus diesen Branchen profitieren können. Sie können die gröĂten Probleme und Herausforderungen an Dritte outsourcen, die bereits Lösungen entwickelt haben, oder fĂŒr aktuelle Trends wie 5G und IoT nach strategischen Partnerschaften in anderen Branchen suchen. Die Partnerschaft von Nvidia und Audi zur schnelleren Technologieentwicklung oder die Zusammenarbeit von Boeing und Embraer zur Ăbernahme von Marktanteilen von Wettbewerbern sind nur zwei von zahlreichen Beispielen, die zeigen, wie sich Unternehmen durch diese Art der Kooperation von anderen Marktteilnehmern abheben können. Eine weitere sinnvolle MaĂnahme ist die ĂberprĂŒfung, an welcher Stelle der Lieferkette welche Tests durchgefĂŒhrt werden und die entsprechende Auswahl der Zulieferer. Vorausschauende und proaktive Unternehmen sind besser auf zukĂŒnftige Entwicklungen vorbereitet und können diese vielleicht sogar mitgestalten.
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Nutzung konvergierender Technologien fĂŒr die Optimierung von Tests. Quelle: National Instruments
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Luke Schreier
NI Vice President of Product Management for Automated Test
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Textquelle: http://landing.ni.com/trend-watch-2019-convergence-de
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Der NI Trend Watch 2019 beleuchtet aktuelle Trends wie das Internet der Dinge, 5G und autonomes Fahren
Der diesjĂ€hrige Bericht gibt Einblicke in die Megatrends von heute sowie die damit verbundenen Herausforderungen fĂŒr die Mess- und PrĂŒfbranche.
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National Instruments trĂ€gt mit seiner softwaredefinierten Plattform zu einer schnelleren Entwicklung leistungsstarker automatisierter Mess- und automatisierter PrĂŒfsysteme bei. Das Unternehmen stellte Ende Oktober 2018 die aktuelle Ausgabe seines jĂ€hrlich erscheinenden Technologieberichts vor, den NI Trend Watch 2019. Darin werden die wichtigsten Trends und damit verbundenen Herausforderungen des dynamischen Technologieumfelds von heute untersucht wie das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT), die Weiterentwicklung von 5G-Technologie von Prototypen hin zum kommerziellen Einsatz und der Weg zur Massentauglichkeit von autonomen Fahrzeugen.
»Diese Technologietrends stellen Branchen und Produkttests vor komplexe, noch nie dagewesene Herausforderungen«, so Shelley Gretlein, NI Vice President of Global Marketing. »Gleichzeitig sind sie aber auch Treiber fĂŒr auĂergewöhnliche Innovationen. DafĂŒr bedarf es jedoch einer grundlegenden Neuausrichtung bei automatisierten Mess- und automatisierten Testverfahren, die auf softwaredefinierten Systemen basiert.«
Der NI Trend Watch 2019 befasst sich mit den folgenden Themen und unterstĂŒtzt Unternehmen im Bereich automatisierte Mess- und automatisierte PrĂŒftechnik bei der Vorbereitung auf die Technologien der Zukunft.
5G lĂ€utet eine neue Ăra der Mobilfunktests ein: 5G-MobilfunkgerĂ€teâŻwerden eine höhere KomplexitĂ€t aufweisen. Daher mĂŒssen die fĂŒr vorherige Mobilfunkgenerationen optimierten Testverfahren ĂŒberdacht werden, um 5G-Produkte und -Lösungen marktfĂ€hig zu machen.
Notwendige AbwĂ€gungen fĂŒr sicheres autonomes Fahren: Autonomes Fahren hatâŻdas Potenzial, die Gesellschaft zu verĂ€ndern. Bis dahin sind jedoch noch unmittelbare Kosten-, Technologie- und StrategieabwĂ€gungen erforderlich, die sich durch den Wechsel von Einzelsensor- zu Multisensor-ADAS-Systemen (Advanced Driver Assistance Systems) ergeben.
Mit der Standardisierung von Entwicklungsprozessen Schritt halten: Testingenieure machen sich einen alten Trend zunutze, um mit einem sich schnell modernisierenden Testumfeld Schritt zu halten. Neben der Hard- und Software werden jetzt auch die Prozesse fĂŒr die Erstellung und Wartung von Testarchitekturen einer Standardisierung unterzogen.
Optimierung von TestablÀufen mit dem IoT: Das Internet der Dinge erhöht zwar die GerÀtekomplexitÀt und damit die TestkomplexitÀt, es trÀgt jedoch auch zur Optimierung automatisierter TestablÀufe bei.
Branchenkonvergenzen erfordern neue Teststrategien: Konvergenzen bieten das Potenzial, Innovationen zu beschleunigen und bisher nicht vorstellbare Produkte hervorzubringen, allerdings erschweren sie auch das Testen. Durch Partnerschaften und Wissensaustausch zwischen Branchen eröffnen sich wertvolle Perspektiven fĂŒr komplexe Testherausforderungen.
Der vollstÀndige Bericht ist auf ni.com/trend-watch zu finden.
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