Der Vorname â Aus dem: Hans-Otto-Theater Potsdam
Mir fehlt ja das Theater und in das StĂźck âDer Vornameâ wollte ich ja eigentlich ins Stadttheater in GieĂen gehen. Nun surfte ich so durchs Internet, auf der Suche nach Veranstaltungen und stieĂ dabei auf die Vorstellung von eben diesem TheaterstĂźck aus dem Hans-Otto-Theater in Potsdam, nur wie momentan so Ăźblich als Stream. Komme ich nun mal schnell zur Geschichte: Pierre und seine Frau Elisabeth sind beide beruflich mit Literatur beschäftigt. Die beiden Kinder haben dementsprechend auch wirklich besondere Vornamen. Die beiden haben Elisabeths Bruder Vincent und deren Lebensgefährtin Anna und den langjährigen Freund Claude zum Essen eingeladen. Vincent ist so ein besonderer Witzbold. Er erzählt, dass seine Lebensgefährtin schwanger ist und einen Jungen erwartet. Dieser Junge soll ausgerechnet Adolphe heiĂen. Schnell entbrennt ein Streit um den Vornamen, denn man kann doch nicht sein Kind Adolf nennen! Auch wenn er mit phe geschrieben wird, kommt doch nur Adolf raus, und diesen Namen darf man doch niemanden mehr geben. Dieser Name ist doch zu belastet. Es wird eine lebhafte Diskussion, die immer wieder die Schattenseiten des anderen zutage fĂśrdert. Da kommt der Mord an einem Hund an die Oberfläche, die eventuelle sexuelle Neigung des einen, der Egoismus des anderen und noch einiges mehr. Es ist wie man es einfach so kennt, der Alkohol lĂśst die Zungen und es kommt immer mehr an die Oberfläche, was man lieber nicht nach oben kommen lassen mĂśchte. Nun durfte ich mir dies als Stream ansehen. Die Aufnahme ist von der zweiten Hauptprobe und wird Ăźber Reservix zur VerfĂźgung gestellt. Der Start ist auch ein wenig holprig. Nicht vom schauspielerischen, sondern vom Ton her. Vincent fĂźhrt in das StĂźck ein und stellt die Figuren vor. Er ist akustisch nicht so gut zu verstehen, auch wenn man, wie es der Regisseur sagt, den KopfhĂśrer aufsetzt. Der Ton ist etwas Ăźbersteuert und man versteht es nicht so gut. Die Unterhaltung zwischen Elisabeth und Pierre hingegen ist wirklich sehr gut zu verstehen. Ich hatte schon Angst, dass dies die ganze Zeit so bleibt, aber nachdem Vincent nicht mehr am Mikrofon war, war alles auch wirklich sehr gut zu verstehen. Hans Otto Theater Potsdam Spielzeit 2020/2021 GroĂes Haus DER VORNAME von Matthieu Delaporte und Alexandre de La Patellière aus dem FranzĂśsischen von Georg Holzer REGIE Moritz Peters BĂHNE UND KOSTĂME Nehle Balkhausen MUSIK UND SOUNDS Marc Eisenschink DRAMATURGIE Carola Gerbert MIT ELISABETH Franziska Melzer PIERRE Philipp Mauritz VINCENT Hannes Schumacher CLAUDE Henning StrĂźbbe ANNA Ulrike Beerbaum Mit zunehmender Dauer saugte es mich immer mehr in das TheaterstĂźck rein und bis auf den Sitzplatz wurde es immer mehr wie im Theater. Was so fĂźnf gute Schauspieler in einem hervorrufen kĂśnnen ohne viel Technik, oder Requisite, nur auf das Wichtige reduziert! In diesem Fall waren dies ein paar Vorhänge, ein groĂer Tisch, StĂźhle und ein paar groĂe Vasen mit Blumen drin. Und so ist es so, wie im Theater Ăźblich: die Schauspieler sind die, die mit ihrer Mimik, Aussprache und der Gestik wirken. Es ist egal, wen dieser fĂźnf Schauspieler man betrachtet, jede/r hat seine Stärken aber auch mal seine Schwächen, was vielleicht aber auch an der KamerafĂźhrung liegt oder an dem Ton, siehe Anfang. Wobei ich glaube, dass dies dem Regisseur schon klar war und er dies schon bei der BegrĂźĂung angesprochen hat. Aber fĂźr 5,50⏠bekommt man viel geboten, vor allem, wenn man bedenkt das man Ăźber 24 Stunden Zugriff auf den Stream hat und was mir wichtig ist, man unterstĂźtzt den Kulturbetrieb. Ich finde, viel mehr Theater sollten ihre TheaterstĂźcke auch als Stream zur VerfĂźgung stellen. Denn auch wenn man nicht ein hundertprozentiges Theaterfeeling bekommt, ist es doch irgendwie intensiver, als wenn ich mir einen Film ansehe. Danke liebes Hans-Otto-Theater, dass ihr mir die Wartezeit auf mein Stadttheater so verkĂźrzet, aber meine Sehnsucht nach einer TheaterauffĂźhrung ist nicht gestillt. Es ist jedoch ein wenig Balsam fĂźr mein blutendes Herz. Wie wäre es, wenn Sie mal nach Theaterstreams schauen, und so die Theaterwelt ein wenig unterstĂźtzen? Ich bin neugierig geworden auf dieses Theater in Potsdam. Vielleicht ist es eine MĂśglichkeit, einfach mal Ăźber den Tellerrand hinaus zu schauen. Read the full article
















