Oesterholz - Ostara
Wir sind durch modernste wissenschaftliche Forschungen darüber unterrichtet, daß sich auf dem Boden des Gutshofes Oesterholz eine germanische Akademie für Sternkunde befunden hat, die offenbar mit den 1,5 Stunden weit entfernten Externsteinen in Zusammenhang gestanden hat. Man erkennt noch heute deutlich eine alte Rennbahn für die festlichen Kampfspiele in dem Wald, der Langelau heißt.
Außerdem liegen hier mehrere heilige Haine: Königslau, Lindelau und Eckelau, die als staatlicher Besitz heute noch von dem Privatbesitz abgegrenzt sind. Ganz besonders bemerkenswert ist das Dreihügelheiligtum, nicht nur weil es in Altupsala in Schweden ebenfalls ein Dreihügelheiligtum gibt, sondern auch, weil durch die Schönheit der stillen Sennelandschaft der Besucher, besonders wenn er zum Teutoburger Wald hinüberblickt, in seinem Innern sich eigenartig berührt fühlt.
Der Name Oesterholz weist auf die germanische Göttin „Ostara“ hin, eine Göttin des Frühlings und der Fruchtbarkeit. Wenn sich auch die sprachliche Verwandtschaft mit dem Namen einer Göttin im Orient „Istar“, „Ustur“ oder „Astarte“ nicht nachweisen läßt, so entsprechen doch diese Gottheiten der germanischen Ostara. Das ist durch die Gemeinsamkeit der Tatsachen erwiesen. Denn die Umfassungslinien des Sternhofes Oesterholz verlaufen in der Richtung der Aufgangs- oder Untergangspunkte gerade jener Gestirne, die, wie bekannt ist, zur Verehrung jener genannten Gottheiten als heilig galten. Um einen Zufall kann es sich nicht handeln. Denn wenn man den „Sternhof“ in der Form eines so unregelmäßigen Sechsecks baute, hatte man sicher einen Grund dazu. Außerdem gibt es eine literarische Quelle aus dem 17. Jahrhundert, die uns überliefert, daß dieser Ort einst der Ostara geweiht war.
Die Sterne, um die es sich handelt, sind: Sirius, Kapella, Delta Orion und Kastor. Eine fünfte Mauer bezeichnet eine Mondlinie. Und zwar ist es die Aufgangslinie für das südliche Mond-extrem und Untergangslinie für das nördliche Mond-extrem. Die astronomische Berechnung weißt für alle Sternlinien auf die Zeit um 1850 vor 0 hin.
Von den Oesterholzer Heiligtümern geht ein sogenannter „Aschenweg“ ab, der ungefähr in der Richtung auf das nördliche Ende der Fürstenallee hinweist, wo sie in den Wald mündet. Dieser Wald ist ein Wodanshain. Der Name „Gudenslau“ ist uns sicher überliefert. Seine Bedeutung als Begräbnisstätte ist aus der Menge der gefundenen Germanengräber ersichtlich. In gerader Richtung durch den Teutoburger Wald führt eine Straße, die in etwa fünf Viertelstunden Fußweges zu den Externsteinen führt.
Nachdem wir die Lage der Externsteine in der Landschaft kennengelernt und gehört haben, daß sie eine Zentralstätte germanischer Religion gewesen sind, müssen wir noch im einzelnen ihre Besonderheit etwas näher erörtern.
Das merkwürdige Wort „Externsteine‘“ geht zurück auf einen altüberlieferten Namen „Eggesternstein“, d.h. Sternstein an der Egge. Die Berge, an deren Fuße die Externsteine liegen, heißen „Große Egge“ und „Kleine Egge“. Beachtenswert ist, daß der Name für einen Stein gilt. Gemeint ist zweifellos jener erwähnte Turmfelsen mit dem runden Loch, durch das die Lichtstrahlen eintreten. Da oben befindet sich ein etwa 7 m langer und ungefähr halb so breiter Raum, der planmäßig in den Felsen hineingearbeitet ist. Es ist das sogenannte Sazellum. Die Anlage ist nicht mehr vollkommen erhalten. Sie weist starke Spuren der Zerstörung aus früher Zeit auf. Außerdem ist manches verändert durch die spätere Herrichtung des Raumes zu einem Aussichtspunkt.
Die geschichtliche Bedeutung der Externsteine glaubt man bisher richtig gewürdigt zu haben, wenn man erklärte, die ganze Anlage sei eine mittelalterliche Befestigung gewesen und das Sazellum oben auf dem Turmfelsen sei eine christliche Kapelle gewesen, und die Grotte unten im Felsen sei ebenfalls, wie die Inschrift in der Wand verrate, zu einer Kapelle „geweiht“ worden. Das christliche Standbild am Eingang, das eine Kreuzesabnahme darstellt, weise auch darauf hin.
Es ist nicht ausgeschlossen, daß die Externsteine einst einen militärischen und im Rahmen des Christentums auch einen christlichen Zweck erfüllt haben. „Was wir nicht ausmerzen können, müssen wir heiligen!“, war ein Standpunkt der Christen. Die Externsteine haben jedoch eine andere Bedeutung gehabt, und die liegt zeitlich viel weiter zurück. Der Steintisch unter dem Lichtloch im Sazellum kann nicht als Altar gebaut worden sein. Er ist zu schmal und läßt seiner Lage nach dem Priester gar keinen Platz für seine kultischen Handlungen. In der unteren Grotte sind alte Runenzeichen gefunden worden, die von Fachgelehrten als Sinnbild der Wintersonnenwende erklärt wurden. Das Loch im Fußboden der Grotte wäre als Taufstein zumindest eine sehr ungewöhnliche Einrichtung gewesen. Das Bild am Eingang besteht aus zwei Teilen. Der obere, christliche ist neu, der untere ist alt und enthält die Darstellung eines Drachens, der den Leib eines Vogels und einen Kopf wie die Midgardschlange hat. Die Verwitterung läßt den Altersunterschied der beiden Teile des Bildes deutlich sichtbar werden.
Die absichtliche und planvolle Zerstörung besonders am Kopf des Felsens 2, dort wo sich das Sazellum befindet, ist auf den ersten Blick erkennbar. Hier sind große Stücke abgesprengt und herausgebrochen worden. Ein mächtiger Trümmerblock liegt unten an der Stelle, an die eine von oben aus der Richtung der Sprenglücke herunter kommende Steinmasse ungefähr fallen mußte. Die Geschichtsurkunden deuten darauf hin, daß dies die Spuren der Zerstörung sind, die Karl der sogenannte „Große“ ausgeführt hat, als er im Jahre 772 die Irminsul, ein germanisches heiliges Zeichen, vernichtete, zum höheren Ruhm des christlich - jüdischen Gottes, wie er glaubte.
,,Groß“ war aber nur die Zerstörung an den Externsteinen sowie an anderen heiligen Stätten des Sachsenlandes.
,,... dass die Station auf den Externsteinen ergänzt wurde durch eine zweite Station, die in der Nähe lag, da wo heute der Gutshof Oesterholz liegt. Der Hof ist URalt. Da er an zwei Quellen in der wasserarmen Sennelandschaft liegt, ist ohne weiteres anzunehmen, dass hier eine altgermanische Siedlung gewesen war. Auch finden sich manche Reste aus der Bronzezeit in seiner Umgebung. Wenn wir nun wieder die ältesten Chroniken nachschlagen, so treffen wir in den Annalen des Klosters Corvey auf eine Stelle, die uns erzählt, dass der Hof zwischen 826 und 853 n.d.übl.Ztrg von einem gewissen Bevo, dem Sohne des Sachsenkönigs Echert, dem Stifte vermacht wurde. Der Ort heisst in den Annalen noch Astarnholtei, ein Name, der uns einen Weg zu weisen in der Lage ist, denn Astarnholtei heisst ,,Sternhalter", also ein Ort, an dem man Sterne ...“ - Franz Carl Endres Das Erbe unserer Ahnen
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