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The Adventures of Jamel â Episode 1: âConnecticutâ
Clams Casino - "Instrumentals 3"
Ja, das hier verkommt derzeit zu einem mittleren Fanboy-Blog, aber wie oft muss eigentlich noch erwĂ€hnen, dass Clammy Clams der beste Mensch der Welt ist?! Ist er. Nicht nur, weil er fĂŒr Lieblingsrapper wie Lil B, A$AP Rocky oder Big K.R.I.T produziert und damit den Sound der Zeit definiert wie nur wenige und auch nicht nur weil er FL Studio benutzt und bei seinen Produktionen trotzdem gerne mal aus ungewohnten Sample-Crates diggt um seinen Hiphop 2.0 zu arrangieren, sondern weil er kurz vor dern Feiertagen mit "Instrumentals 3" die dritte Folge seiner Best-Of-Beats-Mixtapes fĂŒr umsonst rausgehauen hat. <3, wie man so sagt. Die ersten Folgen dĂŒrften mittlerweile wohl so etwas haben, das herkömmliche Regionalzeitungen mit "Kultstatus" brandmarken wĂŒrden (Teil 1 gibt es HIER, Teil 2 HIER) und wer die VerlĂ€sslichkeit des wohl beliebtesten Producers der Stunde kennt, wird sich ĂŒber die Auswahl von "Instrumentals 3" nicht nur einen Weihnachtsbaum-ast abfreuen. "Crystals" vom GTA-5-Soundtrack bricht immer noch Genicke, das Backpacker-Alibi von JJ DOOM wird gebĂŒhrend zelebiert, die Hipster (wer ist das eigentlich?) freuen sich ĂŒber die endlich-vorhandene Instrumental-Version von Mac Millers "Bird Call" und dazwischen gibt es mehrere unveröffentliche Perlen fĂŒr die Nerds, deren Library noch nicht randvoll genug ist mit dem Luftschlosskönig Clasm - alle zufrieden? Voll. SpĂ€hrische Wolkenbkratzer-Synths, kleinst-zerstĂŒckelte Vocal-Schnispel und knochentrockene Unterbauch-Breaks mit Bass, Bass und -richtig!- Bass. 808s werden einfach nicht langweilig - auch wenn auf Dubstep-Partys mittlerweile auch nur noch Trap lĂ€uft. Manche nennen es Based oder Cloud Rap, andere schimpfen es Ambient - einigen wir uns auf Ambient-Cloud-Trap? Das halbe Tape Abzug sei gerechtfertigt durch die gröĂtenteils bekannten Beats. Weihnachten wird cloudy.Â
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Maxine Ashley â "MOOD SWINGs"
Eklektizismus ist dank Shuffle-Funktionen und Spotify mittlerweile auch eher als ein rudimentĂ€res Modeaccessoir zu sehen, denn als eine ernsthaft nennenswerte KĂŒnstler-Eigenschaft. Dennoch lĂ€sst es sich Maxine Ashley nicht nehmen, gleich mal Beyonce und The Smiths als EinflĂŒsse in ihrer Biografie zu namedroppen. Nun, denn. Die New Yorker SĂ€ngerin/Internetpersönlichkeit machte vor einiger Zeit bereits ein paar Aufmerksamkeitsdefizite wett, als sie sich mit Pharell und Weezy F. Baby einlies - neben einigen anderen "GroĂtaten" mit dem italienischen Musik-Schwerverbrecher Alex Gaudino, die dem geneigten GroĂraumdisko-Besucher ein Begriff sein könnten. Wiedemauchsei, die 20-JĂ€hrige debĂŒtierte letzte Woche mit ihrem ersten Solo-Wurf "MOOD SWINGs" und dank I Am Other, muss man auch nicht zwei Mal fragen,wie Marketing funktioniert. Neun Tracks im Free-Download, produziert von u.a. The Outsyders oder Pharrell Williams, ein Cosmopolitan-PortrĂ€t und ein Interview im (einzig-wahrem!) Hipster-Blatt "Interview" (#ihrviceleser) sind Vertriebswege, die man sich eben doch nicht mal eben fĂŒr 100 $ einkaufen kann. Das Wichtigste - und das sei hier ganz dringend erwĂ€hnt - bleibt allerdings Maxines Stimme und Talent, das auch ganz ohne Marketing funktionieren sollte und sich auf der umfassenden Trackansammlung in denkbar jede Richtung entwicklen kann. Entspannter (Pop)-Soul ĂĄ la "Between You & I" oder gechoppten Trap-Folk wie auf dem viel zu kurzen "Mary" stehen ihr genauso gut zu Gesicht, wie das schon vielfach gewĂŒrdigte Portishead-Cover "Glory Box". Notorische Realkeeper könnte natĂŒrlich nörgeln , dass es sich bei dieser EP um eine Art Pilot-Folge handeln könnte, die zunĂ€chst einmal antesten soll, in welche Richtung der Marsch zur MassenkompatibilitĂ€t anvisiert werden sollte. Angesichts des anvisierten Frauen- und Modewelt-Appeals nicht abwegig. Man kann sich aber auch einfach an den neun, stilistisch sehr unterschiedlichen Songs erfreuen und seinen Ipod mit Maxine schmĂŒcken, solange sie noch nicht bei 1LIVE lĂ€uft. Eklektizismus ist manchmal doch noch mehr als ein Modeaccessoir.
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Mr. MFN eXquire â "Kismet: Blue Edition"
Mein Wohlgefallen fĂŒr Mr. MFN eXquire ist seit seinem jungen Classic "Lost In Translation" ungebrochen. AuĂergewöhnliche Rap-Skills (ja, Ike!) und astreiner Galgenhumor resultieren bei dem Brooklyner HĂŒhnen auf innovatives Beat-Picking und atmosphĂ€rische Album-Arrangements quasi aus dem Chatprotokoll heraus. Mit anderen Worten: Mr MFN eXquire ist der fleischgewordene NYC-ZurĂŒck-und-Nach-Vorne-Bringer. Egal ob klassische Boombap-Beats wie Chains oder trappige Dirty South-Experimente wie "I Was Drunk When I Wrote This" (bester Titel allerzeiten ĂŒbrigens, Nuttööö!) - Seigneur MaĂźtr kann scheinbar alles. Dass sein im Juni 2013 erschienenes Mixtape "Kismet" nicht den Weg auf LMTR fand, lag an der ausreichenden Berichterstattung einschlĂ€giger Medien und nicht an Faulheit oder gar Missachtung. Das Tape rotiert bei mir seit Release. Rund 4 Monate spĂ€ter gibt es nun einen Neu-Aufguss inklusive unveröffentlicher Songs mit u.a. Alchemist und Chance The Rapper (!). Dass daneben auch immer noch die Flatbush Zombies und Danny Brown mitspielen, verfĂ€llt angesichts der Hit-Dichte fast zur Nebensache, denn MFN ĂŒberragt seine Playlist zu jeder Zeit. Auch wenn sich das Republic Records-Signing weiterhin mit Frauen, Drogen und anderen Neben- HauptsĂ€chlichkeiten beschĂ€ftigt und entsprechend oberflĂ€chlich nicht viel zum Spiel beizutragen hat, sei doch bitte ganz dringend auf die GenialitĂ€t dieses ODB'esquen Characters hingewiesen. Stimme, Delivery und Slacklyness sind mehr als ausreichend vorhanden (welcher Underground-Rapper behauptet schon, sich in einer Linie mit Isaac Hayes und Curtis Mayfield zu sehen !?). Pluspunkt ist zudem, dass Herr Drogenerfahrung mit Vorliebe höchst-interessante Instrumentals von durchweg unbekannten Beatmakern featured, was auch dem durchschnittlichen Producers I Know-Leser schmecken dĂŒrfte. Unterm Strich: Ganz heiĂer AnwĂ€rter fĂŒr das Mixtape des Jahres!
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Wyclef Jean â "April Showers"
Bei Wyclef Jean haben sich vermutlich schon immer die Geister geschieden, seit er sich zum weltgewandten Allzweck-Popper und von dort aus schlieĂlich in die subkulturelle Belanglosigkeit und spĂ€tere Lachnummer manövriert hat. 2013 dann mit einem Mixtape zu kommen, ist dann allerdings, das allerletzte, was man von dem zwischenzeitlichen PrĂ€sidentschaftskandidaten erwartet hĂ€tte - und das muss man ihm lassen. 33 Tracks mit prominenten Features wie Trae The Truth (!), T.I. (!!) und Wacka Flocka Flame (!!!) umfĂ€sst das gestern erschienene "April Showers" und es ist: durchwachsen. Klar, HipHop's ungeschriebene Regel "stay def and fresh" hat der haittianische HĂŒhne so verinnerlicht, dass es eigentlich nicht verwundern dĂŒrfte, wenn er auf einem astreinen Trap-Crunk-Irgendwas-GerĂ€t ("Bugatti Freestyle") seine (immer noch) ansehnlichen Skills am Mikro zeitweise gar doubletime-rappend zur Schau stellt."It's hard to beat this/ I got "Carnival"-Hits/ I drop HipHop-Albums in four languages" - fast befremdlich wahnsinnig, wie hungrig sich ein 41-JĂ€hriger Rap-Rentner anhören kann. NatĂŒrlich gibt es da noch die kreolischen Gesangseinlagen und die folkloristischer Akustik-Gitarrenbegleitungen (meist durch Breaks in die Songs eingebunden) sowie ein paar inhaltliche MerkwĂŒrdigkeiten, wie wenn Wyclef auf der name-droppenden Hymne "Hip Hop", Missy Elliot und Timbaland als Erfinder von "Original-Dub-Step" betitelt (!?). Doch in den guten Momenten, wie etwa auf dem minimalistischen NYCaribean-Nodder "Dispensery" (mit Mobb Deep) oder dem road-movigen Trap-N-Roll "Stay On My Jimi Hendrix", beweist Clef jene kĂŒnstlerische Finesse, Stile und Genre homogen und nachvollziehbar in seinen HipHop-Kosmos ĂŒberzeugend einzugliedern, wie man es  von ihm gewohnt ist (eine Eigenschaft, die ihm auch Ike Da Strike in seiner Review zu "The Carnival" bereits zuschrieb). In dieser Machart prĂ€sentiert er auch eine Gitarren-Version von Drakes "Started From The Bottom" inklusive selbstironischem Kommentar auf seine Vorliebe fĂŒr jenes Saiten-Instrument. Problematisch sind eher die moderneren Songs im hinteren Drittel, welche zumindest Ă€lteren Fugees-Fans nicht unbedingt zufriedenstellen werden, da Nel es sich hier meistens vorbehĂ€lt die Hooklines und durchweg modernen (sprich: crunkig bis trappigen) Beats zu ĂŒbernehmen, um Leuten wie Murda Mook, das restliche Feld zu ĂŒberlassen. Wyclef kommentierte in einem Interview: "The idea of music today is always based on who is on the track than opposed to whatâs the body of music about, I want people to be attracted to the idea that when you play this mixtape, itâs like you have to listen to it from beginning to end to understand the full story." File under: Ăberraschung des Jahres.
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The Underachievers - "Indigoism"
Dass die Beast Coast schwer am Ăbernehmen ist, dĂŒrfte, seit Joey Bada$$' Riesenhype durchs WWW geistert, die hypnotisierenden 3rd-Eye-Tales der Flatbush Zombies auch jenseits von Brooklyn ihrer Hörer in den Bann ziehen und allerspĂ€testens seitdem The Underachievers zum renommierten Umfeld der Brainfeeder zĂ€hlen, eigentlich kein besonders groĂes Geheimnis mehr im globalen HipHop-Dorf sein. Ja, nicht nur im HipHop-Dorf, denn dank Fantum-Bekundungen von u.a. Lana Del Rey und der teilweise an OFWKTA-erinnerde "Kein Fick"-Gebung, reprĂ€sentiert dieses New Yorker KĂŒnstlerkonglomerat auch auf Hipster-Plattformen wie Vice und der Geschmacks-Institution Pitchfork. Die kiffenden Chef-Sitzenbleiber dieses Movements, Ak und Issa Dash, haben innerhalb der letzten neun Monate ebenfalls mit sĂŒffisanter Leichtigkeit zahlreiche Hits rausgeballert ("So Devilish", "Herb Shuttles" oder auch "Leopard Shepherd") und bei so einer Geschwindigkeit nicht bloĂ alternde NoughtSchooler wie mich hinterherhecheln lassen. Das neue Jahr beginnen die zwei Anfang-Zwanziger nun mit einem finalen (?) aber vorallem lĂ€ngst ĂŒberfĂ€lligem Einstand auf Mixtape-LĂ€nge. "Indigoism" umfĂ€sst, neben den bereits genannten Songs, insgesamt 17 Tracks mit musikalischen Untermalungen von u.a. The Entreproducers, Juice & Lou Chapo und Dreamrite, die sich allesamt deutlich am HipHop-Sound-Entwurf der 90er orientieren. Doch anders als viele Projekte mit solchen Konzepten, versuchen die zwei rappenden Herren dir eben nicht, nerdig-verstaubte Von-Gestern-Tales als absolute Wahrheit in den Rucksack zu schmuggeln, sondern stehen fest im hier und jetzt. Denn: Sie haben wirklich etwas zu sagen. So ist es aber schon sehr erstaunlich, dass Rap-Newcomer im Jahr 2013 mit Lines wie  "Livin' in the world filled up with glitter and gold/ A nigga could get caught up if he ain't knowing his soul" derartige Aufmerksamkeit bekommen und direkt den Nerv der Zeit treffen. Aber wenn sich solche leicht verkopften Bekundungen mit der geschmeidigen Delivery-Range aus Doubletime und Throwback-Flows paaren, hĂŒpft der Reim halt auch von der Snare direkt ins HipHop-Herz. Die Jungs spielen dieses Jahr auf dem SPLASH!. SpĂ€testens jetzt, solltet ihr euch dafĂŒr schon mal Tickets kaufen.
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9th Wonder â "Black American Gangster"
2007 hĂ€tte mich "Black American Gangster" vermutlich aus den Socken gehauen. Ein ĂŒberragender Jay-Z wird mit seinem strĂ€flich unterschĂ€tzen Meisterwerk "American Gangster" von dem damals omniprĂ€senten Trueschool-Heilsbringer 9th Wonder neu in Szene gesetzt. 9th - damals auf dem Zenit seines bisherigen Schaffens- hatte vormals nicht nur durch Ă€hnliche Remix-Projekte, diverse Underground-Klassiker und dem Umstand, Fruity Loops cool aussehen zu lassen, bereits bleibenden Eindruck gemacht und auch Jigga hatte dank "Kingdome Come" und der Nachwehen des ĂŒberragenden "Black Album" (welches ebenfalls geremixt wurde) immer noch ein mittel-heiĂes Eisen im Feuer. Man, das wĂ€re doch was gewesen! Nun sind es aber fast genau 10 Jahre nach "Threat" und 9th Wonder lockt 2013 nicht mehr allzu viele RucksacktrĂ€ger hinter der MPC hervor. Seine typischen Watschel-Drums, seine runter-gechoppten Soul-Klassiker?! Heutzutage ist das alles mehrfach durchgehört -gekaut. Warum man sich diese kostenlose Remix-LP trotzdem in den Ordner schieben sollte, ist aber der gleiche Grund wie vor 10 Jahren: Solider NowSchool-Soulbap vom Erfinder trifft auf den prĂ€gnanten Universal-Flow vom ... Ă€h, Erfinder. Ăber Shawn Carters Rap-FĂ€higkeiten zu sinnieren macht hier keinen Sinn, denn Jay-Z ist (neben Eminem) vermutlich der beste Rapper der Welt. Also liegt der Fokus eindeutig auf der Instrumentierung, die sich vor allem bei klassischen Samplequellen wie "I'm Gonna Love You Just A Little More Baby" oder "We The People Who Are Draker Than Blue" bedient. Klar gab es 2007 schon ein Ă€hnliches (und international ziemlich erfolgreiches!) Projekt von Shuko & The Gunna, die Acapellas unseres Lieblings-Angebers aus den Marcy Projects in einem Blaxplotation'esquem Gewand zu inszenieren, doch ist es erstaunlich wie zeitlos diese Formel funktioniert. Auch wenn mir persönlich 9th Wonder in den letzten Jahren zu berechenbar wurde und sein letztes Album mit Buckshot "The Solution" mehr einem gelangweilten Nachguss vom nie mehr ĂŒbertroffenen "Chemistry" glich, macht der universitĂ€re Bedroom-Producer eine ziemlich gute Figur am Arrangement. Kackfrech wird hier z.B. einfach mal ein feat. Barry White & The Love Unlimited Orchestra angefĂŒgt, wo vorher keines zusehen war. Ansonsten isses halt 9th, ne?! Es strotz nur so vor Ironie, das Jahr mit einer astreinen Retrospektive zu beginnen. Doch möge 2013 so soulful sein, wie jedes dieser 15 StĂŒcke. Frohes Noise!Â
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