Behörde bietet Privatunternehmen Daten zum Klagen gegen Dritte
"Eine Behörde hilft einem privaten Unternehmen privatrechtlich gegen Dritte vorzugehen"
Transparenz und Informationsfreiheit sind Grundvoraussetzungen um illegales Treiben aufdecken zu können. "Frag den Staat", die Plattform, ĂŒber die man an Behörden und Unternehmen Auskunftsersuchen stellen kann, ist wieder einmal fĂŒndig geworden.
So haben RWE und die Landesregierung Nordrhein-Westfalen bei der RĂ€umung des Hambacher Forst im Herbst 2018 hinter den Kulissen deutlich enger zusammengearbeitet als es nach auĂen den Anschein haben sollte. Das Innenministerium musste auf eine Anfrage per Informationsfreiheitsgesetz (IFG) durch "FragDenStaat" Dokumente herausgeben nach denen das Ministerium dem Energiekonzern ein rechtlich umstrittenes Angebot machte. Damit RWE zivilrechtliche RĂ€umungsantrĂ€ge gegen die Bewohner der BaumhĂ€user stellen könnte, hat das Ministerium dem Konzern Bilder und GPS-Standorte der BaumhĂ€user angeboten.
Zusammen mit einem mittlerweile ebenfalls publizierten Rechtsgutachten zeigt dies, dass Innenminister Reul den Forst auf jeden Fall und unabhÀngig von rechtlichen Möglichkeiten gerÀumt haben wollte. Aber die Rechtsabteilung von RWE lieà sich auf dieses rechtlich unsaubere Spiel nicht ein, so dass das Innenministerium durch die Polizei selbst rÀumen liess. Dazu beriief man sich dann auf den Brandschutz und angeblich akut drohende Gefahren.
Diese wichtigen EnthĂŒllungen durch "FragDenStaat" machen deutlich, wie der Staat und ein Konzern "ohne Rechtsgrundlage" im Geheimen kooperiert haben und wie wichtig es immer wieder ist, solche Anfragen zu stellen und notfalls ihre Beantwortung einzuklagen,
PS. Wir haben selbst erlebt, wie mĂŒhsam das GeschĂ€ft mit Anfragen nach dem Informationsfreiheitsgesetz (IFG) sind. Wir haben vor ca. 9 Monaten ĂŒber "Frag den Staat" beim Berliner Innensenator um Auskunft gebeten, auf welcher rechtlichen Grundlage am 18. Mai die Stele zu Art. 20GG von der Polizei entfernt wurde und bis heute keine Anwort darauf erhalten (Stelenreihe am Bundestag erweitert und Grundgesetz abgerĂ€umt! ).
Inzwischen ist das Weiterbestehen des Hambacher Forstes durch den "Kohlekompromiss" gesichert. Dass er ĂŒberhaupt noch vorhanden ist, haben wir jedoch den Tausenden Demonstranten und Besetzern zu danken - sicher nicht der Regierung in NRW oder im Bund. Gedenken wir der vielen Verletzten durch die unnötigen PolizeieinsĂ€tze und einem bislang immer noch nicht endgĂŒltig aufgeklĂ€rten Todesfall.
Mehr dazu bei https://www.heise.de/newsticker/meldung/Hambacher-Forst-Innenministerium-bot-RWE-Polizeidaten-zur-Raeumung-an-4596541.html und https://fragdenstaat.de/blog/2019/11/26/hambacher-forst-polizeidaten/
und https://www.aktion-freiheitstattangst.org/de/articles/7152-20200126-behoerde-bietet-privatunternehmen-daten-zum-klagen-gegen-dritte.htm













