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OG Quad - rollupbeforeweleave (prod. by. vvshotboii x BeatNerd)
Heisse Musik an heiĂen Tagen ... Kurt Henkels
Ich fand es immer schade, dass Kurt Henkels und das Tanzorchester des Senders Leipzig zumindest im Westen so wenig Beachtung finden. Dabei haben wir es hier mit DEM Spitzenorchester der ehemaligen DDR zu tun, das Ă€hnlichen Bands in der Bundesrepublik Deutschland, wie zum Beispiel Kurt Edelhagen nicht nur ebenbĂŒrtig sondern phasenweise sogar ĂŒberlegen war.
Kurt Henkels war kein bloĂer Kapellmeister, sondern ein Perfektionist mit Vision. Er formte ab 1947 fĂŒr den Leipziger Rundfunk ein Orchester, das klanglich problemlos mit den groĂen US-Big-Bands mithalten konnte. WĂ€hrend mancherorts noch Marschmusik nachhallte, brachten Henkels und seine Musiker den internationalen Glanz des Swings zurĂŒck in Wohnzimmer und TanzsĂ€le, der Ostzone - Ein Sound von Weltformat! In einer Zeit des Wiederaufbaus und der strengen kulturellen Reglementierung in der frĂŒhen DDR bot das RTO Leipzig eine akustische Fluchtmöglichkeit. Und genau deshalb hatte Kurt Henkels vom damaligen sowjetischen Leipziger Stadtkommandanten Trufanow weitgehnde musikalischen Freiheiten.
Die BlĂ€sersĂ€tze waren messerscharf, der Rhythmus federleicht â ein Beweis dafĂŒr, dass deutsche Musiker den âDriveâ im Blut hatten. Henkels ignorierte Genregrenzen und verband gekonnt populĂ€re Schlager mit anspruchsvollem Jazz, und wer bei Henkels spielte, gehörte zur absoluten Elite.
Obwohl Kurt Henkels 1959 aufgrund des zunehmenden politischen Drucks in den Westen ging, blieb die Legende des RTO Leipzig unantastbar. Kurt Henkels hat gezeigt, dass Musik eine Sprache ist, die keine Mauern kennt. Er brachte den Swing in den Osten und gab den Menschen ein StĂŒck Leichtigkeit zurĂŒck, als sie es am meisten brauchten.
Ich tanzâ mit FrĂ€ulein Dolly Swing âŠ
Der Begriff âSwingâ auf einem deutschen Schallplattenlabel war im Jahr 1938 in der Tat nicht so ungewöhnlich. Den âSwingâ aber zum Mittelpunkt eines Schlagers zu machen, das war in der Tat aussergewöhnlich. Robert Dorsay kreierte das Lied im Film âFĂŒnf Millionen suchen einen Erbenâ, die Szene wurde aber aus dem Film herausgeschnitten. Ăbrig blieben leider nur ein paar instrumentale Sequenzen. Der âsingende Geiger aus Kölnâ, Fritz Weber, lieferte mit diesem Titel eine seiner besten Aufnahmen ab.
https://youtu.be/hB-k5Z1ggKM?is=HQ7-Sl1JOWwmZgb4
Dietrich Schulz-Köhn (1912 -1999) - auch âDr. Jazzâ genannt - war nicht nur ein Sammler. Er war auch ein international renommierter Jazzforscher und Hörfunkmoderator. Als Oberleutnant kam er wĂ€hrend des zweiten Weltkriegs hĂ€ufig nach Paris, wo er beim legendĂ€ren âHot Club de Franceâ ein und aus ging und mit vielen Jazzmusikern der Seinemetropole befreundet war. Seit den 30er Jahren hatte er enge Kontakte zu Telefunken und war wohl deshalb gelegentlich bei Telefunken Aufnahmesitzung in Paris dabei. So wohl auch bei dieser am 9. Februar 1944. In seinem Nachlass befanden sich ĂŒber 20 Testpressungen mit Aufnahmen der Bands von Guy Luypaerts und Loulou GastĂ©. Der beste Titel aus dieser Serie ist wohl dieser hier aus der Feder von Guy Luypaerts: Avalanche, zu deutsch: Lawine
https://youtu.be/oD-xzsQxJl8?is=VAagka2dheEazDA-

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Wenn Eric Harden (also eigentlich Otto Dobrindt) das âHaustanzorchesterâ der Carl Lindström A.G. leitet, ist das musikalisch eigentlich immer eine âsichere Bankâ, und unter den zahlreichen musikalischen Perlen befinden sich dann auch jede Menge höchst exquisite Nunmern, wie zum Beispiel dieser verrĂŒckte Foxtrott aus dem Jahr 1934. Zum âfesten Inventarâ dieser Aufnahmen gehört dann auch Luigi Bernauer als SĂ€nger. Hunderte von Aufnahmen hat er ab 1928 produziert. Seine Stimme verstummte im Januar 1945 auf einer Truppenbetreuungs Tournee in Skandinavien.
https://youtu.be/z4ouh9e2rjM?is=iFtaKeIi0dsMugvM
VerspĂ€tete Erinnerung an eine der schönsten Frauen des deutschen Films: Lizzi WaldmĂŒller starb tragisch am 8. April 1945 bei einem Bombenangriff auf Wien. Sie war nur 41 Jahre alt. Hier haben wir das Revuefinale aus dem 1943 gedrehten Film âEin Walzer mit Dirâ. Eine jener legendĂ€ren 30 cm Polydor Filmton Platten, die sozusagen das Vollplayback der Revuesequenz enthĂ€lt. Die Platte war nie im offiziellen Handel erhĂ€ltlich sondern wurde lediglich zu PR Zwecken an Kinos und Rundfunksender abgegeben - ein sehr schönes Beispiel, denn wo hier - nach dem Auftrittslied - das Orchester leise ein paar belanglose Akkorde spielt, sind im Film Dialoge âOffstageâ zu hören, bis dann das zweite Revuebild einsetzt.
https://youtu.be/L1dYP4Cy1rI?is=3cRLpKsR98YY3Sr6