Der Furz im Fahrstuhl, heute: 14 Engel fĂŒr Sture Â
 Auch Sture kann sich dem Zauber von Weihnachten nicht entziehen. Obwohl die Schweden von Haus aus protestantisch sind, findet er die Geschichten von Heiligen sehr faszinierend. Deshalb hat er sich heute die sogenannten 14 Nothelfer eingeladen. Das hĂ€tte er sich besser vorher ĂŒberlegen sollen, denn jetzt wird es ein wenig eng im Fahrstuhl. Achatius, Erasmus, Georg, Barbara, Katharina, Blasius, Margareta, Vitus, Pantaleon, Ăgidius, Dionysius, Cyriacus, Eustachius und Christopherus halten unseren Redaktionselch ordentlich auf Trab. Und bei so viel geballter Heiligkeit verpufft auch sein teuflischer Furz einfach so.
 Nothelfer: reden wild durcheinander
Sture: Ăhh⊠Hallo, schön, dass Sie alle gekommen sind.
Nothelfer: reden immer noch durcheinander
Sture: lauter Hallo! Hört mir jemand zu?
Langsam kehrt gespannte Stille ein
Sture: rÀuspert sich Nun, schön, dass Sie Zeit gefunden haben.
Erasmus: besorgt Sie klingen aber gar nicht gut, ist Ihnen nicht wohl?
Georg: fĂ€llt ihm ins Wort Nur weil du bei kranken Tieren angerufen wirst, heiĂt das noch lange nicht, dass er krank ist!
Erasmus: wĂŒtend Ach, und das weiĂt du? Du kannst ja Haustiere offensichtlich nicht beschĂŒtzen, wenn es ihm so schlecht geht! Â
Sture: pikiert Ich bin kein Haustier!
Erasmus: neugierig Und was sind Sie dann?
Sture: schreit Ich arbeite hier! Und ich wĂŒrde jetzt gerne weitermachen!
Blasius: Schreien Sie nicht so herum, das ist nicht gut fĂŒr Ihren Hals.
Katharina: höhnt Oh, der Herr gegen Halsschmerzen mal wieder.
Blasius: wĂŒtend Was soll das denn jetzt wieder heiĂen?! Unter Sprachstörungen leidet er bestimmt nicht!
Katharina: eingeschnappt Und woher willst du das wissen? Du kennst dich doch nicht in meinem Bereich aus. Ich bin viel wichtiger als du, ich beschĂŒtze die Menschen vor Stottern! AuĂerdem sehen Frauen und Handwerker zu mir auf, weil ich ihnen helfe. Und was kannst du?
Blasius: schreit Handwerker sehen auch zu mir auf! AuĂerdem helfe ich gegen die Pest, du dĂ€mliches WeibsstĂŒck! Und bei der Beichte helfe ich auĂerdem! Â
Ăgidius: schaltet sich ein Das hast du aber nicht fĂŒr dich gepachtet. Ich werde auch bei der Beichte angerufen.
Blasius: beleidigt Pah! Ich sag jetzt gar nichts mehr!
Sture: seufzt Das ist ja schlimmer als pubertierende Kinder.
Margareta: Kinder? Habe ich da Kinder gehört?
Pantaleon: Margareta, ich glaube, nach uns wird verlangt! Irgendwo kommt gerade ein Kind auf die Welt. Da braucht es die Nothelferin fĂŒr Geburten und mich als Schutzheiligen der Ărzte und Hebammen!
Pantaleon und Margareta verlassen den Fahrstuhl. Die anderen zanken weiter.
Sture: zu sich selbst Was war das denn?
Vitus: winkt ab Ach, die beiden hauen stÀndig ab. Wenn es um Kinder geht, sind sie immer Feuer und Flamme.
Sture: Oh, ach so. Und wofĂŒr sind Sie zustĂ€ndig?
Vitus: FĂŒr die VerrĂŒckten.
Vitus: zuckt mit den Schultern FĂŒr Geisteskrankheiten halt. Finde ich aber nicht schlimm. Ich auch nicht. Immerhin sind wir noch ganz normal, oder nicht?
Vitus beginnt ein angeregtes GesprÀch mit sich selbst
Eustachius: schreit JETZT REICHT ES LANGSAM, IHR STREITHAMMEL!!! WIR SIND EINGELADEN WORDEN, ALSO BENEHMT EUCH AUCH DEMENTSPRECHEND!!!
Sture: erleichtert Danke! Und wer sind Sie?
Eustachius: Ich bin unter anderem der Nothelfer fĂŒr schwierige Lebenslagen. Und dieser Haufen hier ist der Inbegriff einer schwierigen Lebenslage. Aber mit der Zeit lernt man, wie man sie bĂ€ndigt.
Barbara: fÀhrt ihn an BÀndigt?! Wir sind doch keine dressierbaren Tiere, das kannst du Georg, Blasius und Erasmus erzÀhlen!
Georg, Blasius, Erasmus: gleichzeitig He!
Barbara: wĂŒtend Stimmt doch! Eustachius fĂŒhrt sich immer als der Boss auf, dabei sind wir alle gleichberechtigt.
Eustachius: zuckt mit den Schultern Irgendwer muss ja hier das Sagen haben.
Dionysius: leise Ich habe Kopfschmerzen, könnt ihr nicht ein bisschen leiser sein?
Alle: Halt die Klappe Dionysius!
Sture: Also⊠Das ist mir jetzt hier zu chaotisch! Ich hÀtte Sie wohl doch besser alle einzeln eingeladen.
Christopherus: gutmĂŒtig Dann komme ich jetzt meiner Pflicht nach und rette Sie aus einer Notsituation. Ich bin nĂ€mlich unter anderem der Nothelfer fĂŒr die Rettung aus der Gefahr. Zu den anderen Kommt Leute, wir gehen!
Die anderen sammeln sich am Ausgang und verlassen den Fahrstuhl erstaunlich gesittet.
Cyriacus: entschuldigend Tut uns mir, wir sind manchmal ein wenig chaotisch. Aber wenn Sie Hilfe brauchen, rufen Sie uns einfach an.
Er reicht Sture eine Visitenkarte.
Sture: verwirrt Und wogegen�
Doch seine Worte verhallen ungehört. Sture bleibt mit dem letzten Nothelfer, der bisher nichts gesagt hat, allein zurĂŒck. Dieser stöĂt gerĂ€uschvoll die Luft aus. Es ist Achatius, der Nothelfer gegen Todesangst. Ihm sieht man seine Erleichterung deutlich an, als er den engen, potenziell tödlichen Fahrstuhl verlĂ€sst. Sture hingegen bleibt verwirrt und auch ein wenig ĂŒberfordert zurĂŒck. SchlieĂlich hat man nicht jeden Tag mit so viel geballter Heiligkeit zu tun. Â