Vom Hotel aus wandern wir zu den etwas deplatziert wirkenden “Pilzen von Sevilla”, Las Setas, einer riesigen Holzkonstruktion, die man besteigen und Blicke in alle Richtungen über die Stadt werfen kann. Atemberaubend, wenn auch ein wenig wackelig auf den Metallplatten in luftiger Höhe.
Auf unserem Weg stoßen wir immer wieder auf eine Inschrift. Auf Kanaldeckeln, an Balkonen, auf Tafeln im öffentlichen Nahverkehr, auf städtischen Fahrzeugen: NO8DO, das offizielle Emblem von Sevilla. Die 8 steht für ein Wollknäuel, auf spanisch: madeja. Zu lesen ist der Schriftzug als NO-MADEJA-DO (No m' ha dejado), etwa zu übersetzen mit “Sie hat mich nicht verlassen“. Dieses Wortspiel geht auf Alfons X. zurück, der sich damit für die Treue der Stadt Sevilla bedankte, in der er nach seiner Entthronung bis zu seinem Tod im Exil lebte.
Im Preis unserer Bustickets inbegriffen sind mengenweise Eintrittskarten für die verschiedensten Attraktionen. Unter anderem besuchen wir das Flamenco-Museum, sehr interessant; man könnte dort Stunden verbringen. Auch dem städtische Aquarium statten wir einen Besuch ab und machen Bekanntschaft mit verschiedenstem Gefisch’.
Gegen Abend laufen wir noch ein letzes Mal in die Falle: An einer der Samstagsprozessionen biegen wir in die falsche Richtung ab und versacken in einem Viertel, in dem wir kein einziges Restaurant finden, das etwas Essbares offerieren würde und nicht völlig überbelegt wäre.
Also marschieren wir letztlich im großen Kreis um den Aufmarsch herum, wobei Alia um ein Haar verhungert wäre. - Immer wachsam!