mit Zitat beginnen ist so edel; also:
und seine Worte treffen ziemlich genau, worum es mir derzeit geht, was mich bewegt:
Viele sind hartnäckig in Bezug auf den einmal eingeschlagenen Weg, wenige in Bezug auf das Ziel. / Friedrich Nietzsche
hinsichtlich des Kreativseins lerne ich das gerade neu: ausprobieren, machen, der Nase nach. Wonach ist mir? Was bereitet mir Freude? Wie kann ich das, was ich jetzt gerade denke und fühle, am Besten zum Ausdruck bringen? Am Besten für wen? Für mich, in erster Linie. Weil in mir so viel los ist – wie in allen anderen kreativen Seelen – , daß ich sonst vielleicht einfach implodiere. Oder, ganz klassisch, einen weiteren epileptischen Anfall in meinen Kalender eintragen kann. Für beides hab ich allerdings keinen Nerv. Also. Ausdrücken. Irgendwie. Alltäglich.
Mein Ziel (Ziele)? Spaß, Freude, Erleichterung, befreien, erholen, heilen, Wissbegierde stillen & Neugier befriedigen (wenigstens für den Moment), mein Leben formen, genießen – kurzum: leben.
Und dabei ist es so unglaublich wichtig, munter und flexibel zu bleiben (werden). Nur weil ich heute mit Interesse A Zeit verbringe, heißt das nicht, daß ich es erst ausschöpfen und/oder was draus machen muss bevor ich zu Interesse B übergebe. Oder ersetzt Interesse mit Projekt. Herangehensweisen ändern sich so, wie wir uns ändern. Der Prozeß vermutlich auch, wenigstens ein bißchen. Auf jeden Fall den inneren Kompass auf eben jene Ziele einstellen (die am Besten innere Zustände sind und mit unseren Werten Hand in Hand gehen) und unterwegs immer wieder nachfühlen, ob der eingeschlagene Weg der richtige ist, oder ob uns etwas an Ausrüstung fehlt um sicherer auf ihm unterwegs zu sein, oder was auch immer es ist. Immer wieder hinterfragen.
Mein jüngstes und neues Ziel (im Sinne von sowas hab bisher weder gemacht noch gedacht): Leipzig, mein Geburts- und Wohnort, erkunden. Es ist natürlich nicht nur das Stadterkunden an sich. Vermutlich haben sich diverse meiner Interessen letzten Herbst/Winter zusammengetan und flüsternd beschlossen: so. Indem sie die Stadt erkundet, kann die Reiselust sich ausleben und das Unterwegssein genießen – Cafes abklappern und herausfinden, welche sich zum Verweilen & Schreiben am Besten eignen – kulinarisch ein bißchen was testen – mal wieder ein Museum oder eine ganz andere Ausstellung besuchen – mit Decke & Buch im Park gemütlich machen – bekannte Orte der Stadt aus einem ganz anderen Winkel photographieren – Menschen beobachten und Geschichten ausdenken – Wind um die Nase wehen lassen und ganz einfach Heimatstadtatmosphäre einatmen. Durch all das forme ich mich einerseits neu, lasse mich aber auch formen durch das, was ich unterwegs so sehe, höre, mitnehme (Eindrücke, nichts Gegenständliches).
Denn. Folgendes. Als introvertierter Mensch mit ADHS & kPTBS ist meine Toleranzgrenze was Menschen und städtisches Geschehen betrifft niedriger angebracht als eine Limbostange. Was mich nicht stört. Doch in einer Welt, einem System, das so antisoziale „Werte“ hat und alltägliches Geschehen ums neurotypische Hirn und all die gebaut hat, die sich leichter ducken und schneller in Reih und Glied tippeln, ist es eine Herausforderung, meinen Alltag so zu verleben, daß es mir gutgeht. Daß ich mich wohlfühle. Daß ich noch Energie habe für das, was ich eigentlich machen will. 5 Tage zu arbeiten um dann an zwei Tagen alles an Erholung zu machen – nicht meine Vorstellung von Alltag. Und schon gar nicht vom Leben. Und wer mal hinter den Vorhang geschaut und mitgedacht hat, weiß, daß es so auch nicht wirklich funktioniert. Es wird nur nach wie vor relativ gut so getan. Ein Thema für einen anderen Tag.
Ich gehöre zu den vermutlich wenigen Menschen, die durch die Veränderungen der Pandemie auf ganzer Länge an Lebensqualität dazugewonnen haben. Stichwort Arbeiten von Zuhause. Darauf geh ich später näher ein. Was nun u.a. zur Folge hat, daß ich mehr als genug Energie zur Verfügung habe um so ein Projekt wie mein Leipzig leb´ ich mir zu starten, auszuprobieren. Statt die Wochenendtage weit weg von vielen Menschen und Eindrücken und Reizen verbringen zu müssen um mich erholen zu können.
Auch bin ich gespannt, wie sich dieses Projekt auf mein Schreiben, meine Stimme, auswirken wird. Ganz abgesehen von meinen Ideen für Poesie unterwegs. Ach, ja, die Poetin in mir auch wieder kitzeln. Ich bin einfach so gern unterwegs! Eindrücke. Momentaufnahmen. Ein Punkt, den ich völlig vergessen hab zu erwähnen, wohl weil er so offensichtlich war: ich photographier auch einfach gern. Schnappschüsse. Momentaufnahmen eben. Diese nicht mehr „nur“ in Textform auf tumblr und in Notizbüchern, sondern durch Bilder ergänzt. Ob im Zusammenhang oder unabhängig – völlig egal. Da mag ich mich ganz einfach ausprobieren und, richtig, Freude bei haben.
Dieser Tage sammle ich gerade noch, wer wie was wo wann genau. Schrittweise mehr dazu. Und auch zum Reiseplan an sich. Wie ich´s mir vorstelle. Und dann schauen wir mal – da ich nur wenig Planung in meinem Alltag haben kann, ich lebe lieber & besser nach Impuls und vor allem so, wie ich die Energie für habe – , wie es dann genau wird.
Abenteuer Alltag beginnt. Liebst, Annie










