Zum Glauben braucht man keine Mauern
Glaube ist still.
Er lebt im Inneren.
Zwischen Schuld… und Sehnsucht.
Zwischen Angst… und Hoffnung.
Er braucht keine Glocken.
Keine Throne.
Keine goldenen Bücher.
Keine Männer in Gewändern,
die sich Mittler nennen
und doch nur herrschen wollen.
Die Kirche nennt sich heilig.
Doch sie ist ein Bau aus Menschenhand.
Nicht Gottes Haus –
sondern ein Denkmal der Macht.
Errichtet aus Stein,
genährt von Blut,
gestützt durch Furcht.
Sie predigt Demut –
doch verlangt Unterwerfung.
Sie spricht von Liebe –
doch meint Gehorsam.
Sie verspricht das Himmelreich,
doch nur für die,
die sich beugen.
Sie brennt,
sie schweigt,
sie zwingt.
Sie verurteilt,
sie verdrängt,
sie vertuscht.
Ein Kind, das fragt.
Ein Mensch, der liebt.
Ein Geist, der zweifelt –
sie alle stört sie.
Sie nennt es „Sünde“.
Sie nennt es „Ketzerei“.
Sie nennt es „Glauben“.
Doch sie meint Kontrolle.
Sie segnet Macht,
sammelt Reichtum,
und lässt die Schwachen knien.
Sie spricht von Schuld,
doch trägt sie selbst –
und weigert sich,
sie zu bekennen.
Und doch:
Der Glaube lebt weiter.
Er lebt dort,
wo niemand herrscht.
Dort, wo Menschen einander halten,
nicht verurteilen.
Wo Hilfe nicht an Bedingungen geknüpft ist.
Wo Vergebung gegeben wird –
nicht verkauft.
Zum Glauben braucht man keine Mauern.
Keine Altäre.
Keine Dogmen.
Nur ein Herz,
das fühlt.
Ein Geist,
der fragt.
Ein Mensch,
der liebt.
Gott –
wenn er irgendwo ist –
ist nicht in den Kirchen.
Er ist dort,
wo niemand seinen Namen benutzt,
um über andere zu herrschen.












