Der »Columbus des Neulands 2.0« wird derzeit eifrig gesucht. Freiwillige vor. Na wie wärs Frau Merkel?
Schon immer wurden Fettnäpfchen bei neuen Technologien zu Stolperfallen. Aber warum müssen neue Massen-Technologien angewidert verteufelt, höhnisch verspottet oder mit Contenance bei Seite gelächelt werden? Ob von Lobbyisten, Fachleuten oder den ewig Gestrigen?
Mit der Digitalisierung läuft es ähnlich. Zu beginn der Computerzeit wurde immer wieder in Frage gestellt wer »Das« überhaupt nutzen sollte. Mitte der 90 iger, als das Internet in Fahrt kam, wurden wir schnell als "Nerds" belächelt und behauptet, dass die Gesellschaft keinen Nutzen daran finden wird. Schon gar nicht die Wirtschaft.
Als dann die sozialen Medien kamen, wurde das Gelächter lauter und mit einem angewiderten Kopfschütteln vermischt. Noch heute höre ich folgenden Satz eines Bekannten, der zumindest in meinem Umkreis eine gewisse Macht besitzt: »Das ist was für Kinder oder postpupertäre Jugendliche, die nichts zu tun haben - Ich werde das nie in meinem Leben brauchen oder benutzen«. Er und sein Unternehmen halten bis heute Stand, in seinem eigenen kleinen Krieg gegen die »Spielzeuge der Kinder Deutschlands«.
Die gleichen Kinder wunderten sich dieses Jahr, als unsere Bundeskanzlerin das Internet als Neuland bezeichnete. Auslöser war der Skandal, dass sich überraschender weise Spione auch im Netz tummeln dürfen und unter anderem deutsche Nutzerdaten abgreifen. Welch geistige Errungenschaft.
Ich möchte heute eine Prognose Wagen.
In der laufenden Woche wurde bekannt, dass die erste Waffe aus Metall durch einen 3D Drucker hergestellt wurde. Vor bereits einem guten halben Jahr gab es bereits die Daten für eine Waffe aus Kunststoff zum freien Download im Netz. Gedruckt in ein paar Stunden. Auf jedem 3D Drucker herstellbar.
Vor bald 8 Jahren haben wir in unserer Agentur »graustich« die ersten Waffen für einen renommierten Verteidigungs-Waffenhersteller gedruckt. Und gerade diese Woche wurde ich mal wieder mit »meinem 3D Drucker« belächelt: »Stammzellen drucken? Wohl zuviel Kino geschaut?«
Ich bin mir Sicher. Im nächsten Jahr werden wir, auch aufgrund der 3D Druck Technologie, ein Neuland 2.0 erleben. Hier brodeln die Ideen innerhalb der Szene und werden in diversen Industriesektoren umfassend Änderungen hervorrufen. Ob deutschland auch diesen Trend verschläft?
Fassen wir das Digitale-Netz grob zusammen:
- Laut ARD und ZDF ca. 54 Millionen Internetnutzer in Deutschland
- Laut Bundesverband des Deutschen Versandhandels (bvh) werden ca. 10% des Konsumer Handels im Netz erwirtschaftet. Wachstumsraten von über 10% Jährlich werden erwartet.
- Laut Facebook benutzen in etwa 26 Millionen Deutsche Facebook
- Laut Comscore 53 Milliarden deutsche Suchanfragen im Jahr auf Google
- Unabhängige Informationsquellen wie Große Zeitungen sind bereits gestorben (siehe unter »Zeitungssterben« auf Wikipedia)
- Die Musikbranche ergibt sich Napster, Itunes und widmet sich den »neuen« Trends und erholt sich (Stuttgarter Zeitung)
- 3D Druck von Waffen auch aus Metall, Stammzellen, Lebensmittel, Arztneien - Daten sind im Internet frei zugänglich!
- Spionage, Nutzerdatenproblematiken, Netzsicherheit, Datensammlungen, ...
Wachstum, Änderung, Herausvorderung, Wettbewerbsvorteile, kulturelle und soziale Änderungen, große Gefahren: Wir brauchen mehr Konstruktiven Umgang und auch Unterstützung von Staatshand. Das Netz ist schon lange kein Neuland mehr und bei der Eroberung von Anteilen macht Deutschland nicht mit.