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Informationstheorie
âDie Informationstheorie ist eine mathematische Theorie aus dem Bereich der Wahrscheinlichkeitstheorie und Statistik, die auf Claude Shannon zurĂŒckgeht.
Sie beschĂ€ftigt sich mit Begriffen wie Information, Entropie, InformationsĂŒbertragung, Datenkompression, Kodierung und verwandten Themen.
Neben der Mathematik, Informatik und Nachrichtentechnik wird die theoretische Betrachtung von Kommunikation durch die Informationstheorie auch zur Beschreibung von Kommunikationssystemen in anderen Bereichen (Medien in der Publizistik, Nervensystem in der Neurologie, DNA und Proteinsequenzen in der Molekularbiologie, Wissen in derInformationswissenschaft und Dokumentation etc.) eingesetzt.
Die Shannonsche Theorie verwendet den Begriff der Entropie, um den Informationsgehalt (auch Informationsdichte genannt) von Nachrichten zu charakterisieren. Je ungleichförmiger eine Nachricht aufgebaut ist, desto höher ist ihre Entropie. Grundlegend fĂŒr die Informationstheorie ist neben dem Entropiebegriff das Shannon-Hartley-Gesetz, nach Claude Elwood Shannon undRalph Hartley. Es beschreibt die theoretische Obergrenze der KanalkapazitĂ€t, also die maximale DatenĂŒbertragungsrate, die ein Ăbertragungskanal in AbhĂ€ngigkeit von Bandbreite undSignal-zu-Rausch-VerhĂ€ltnis ohne Ăbertragungsfehler erreicht (...)â â https://de.wikipedia.org/wiki/Informationstheorie
Die informatische Revolution, dieses Herstellen von Zeichen und ihr Hineinstellen in elektromagnetische Felder, bricht offensichtlich mit der Buchdruckdenkart. Die neuen Zeichen, die da auf Computermonitoren oder auf Fernsehschirmen erscheinen, sind nicht mehr Spuren, die in ein Objekt eingegraben wurden, sie sind nicht mehr âtypografischâ. Und die Denkart, welche die neuen Informationen herstellt, ist nicht mehr eine typografische, typisierende Denkart.
VilĂ©m Flusser, (1920 - 1991), war ein Medienphilosoph und Kommunikationswissenschaftler, dessen zentrales Thema der Untergang der Schriftkultur war. Obwohl seine Ăberlegungen unentwegt um das Thema âKriseâ kreisten, weigerte er sich, ein Pessimist zu sein. Mittelpunkt seiner Welt-, Menschen- und Gesellschaftssicht war stets das Thema Kommunikation. Zitat aus: Schrift â Hat Schreiben Zukunft? // S. 55

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Redundanz als QualitÀtsgarant von Hermeneutik: Oh du, mein Tensorprodukt!
ich selbst als das rauschen im hintergrund: was zu hölle wollt ich mir nochmal sagen? âichâ als theoretische obergrenze meiner eigenen kanalkapazitĂ€t. die neurose verrauscht die signale. ĂŒbertragungsfehler.
die spukhafte fernwirkung dieses verdammten verschrÀnkten systems. der verlauf eines lebens nach eintritt in die symbolische ordnung als nichts anderes als dieser spuk. dem einzelsystem kein eigenstÀndiger zustand mehr zu zuschreiben. trotzdem strategie der immanenten informationstheorie beim versuch sich selber zu verstehen: redundante daten als verifikationsagenten ins eigenkommunikationssystem mitschicken: sag dir einfach immer wieder dasselbe, auch wenn du eh nur teil eines nichtlokalen gemeinsamen bist.
Die Quantenmechanik ist auch nur Informationstheorie. Meint Philip Ball in Nature.
Wer vor mittlerweile eher langer Zeit bibliothekswissenschaftliche Seminare bei Professor Walther UmstĂ€tter besuchte, fĂŒhlt den informationstheoretischen Kernsatz âIn particular, information must not be confused with meaning.â von Warren Weaver (zu Claude Shannons Mathematical Theory of Communication, 1949) bisweilen auch ganz unerwartet ins Bewusstsein schieĂen. Dass er nach wie vor hohe Relevanz besitzt, zeigt sich beispielsweise wieder einmal in der Nature-Ausgabe von dieser Woche. Philip Ball bespricht dort CĂ©sar Hildagos Buch Why Information Grows: The Evolution of Order, from Atoms to Economies und schreibt zu unserer Freude und BestĂ€tigung:
âThe seminal text The Mathematical Theory of Communication (Univ. Illinois Press, 1949) by Claude Shannon and Warren Weaver explicitly expunged the idea that information in itself has meaning, as Hidalgo reminds us. But we often persist in thinking otherwise, not least in the delusions that we can do science by mining big data without a guiding theory, or that genomes contain 'instructions' for making an organism.â
Hier könnte die Informationswissenschaft auch einmal zum Wissenstransfer in die Digital Humanities ansetzen. Weiterhin weist Ball (mit Hidalgo) auch noch auf den Unterschied zwischen Wissen als Kenntnis und Wissen als Können (Im Sinne einer Handlungskompetenz) hin:
âThe distinction between knowledge and know-how, which seems evident enough in economics, can be profitably made in the natural sciences too. A gene sequence is information; know-how refers to the ability to make something from it, and this cannot reside in the information itself.âÂ
Und er informiert uns, dass es durchaus dem Geist der Stunde entspricht, Quantenmechanik vor allem informationstheoretisch zu verstehen. Insofern ist die Informationswissenschaft möglicherweise ja eine Art Physik von morgen.
Quelle:
Philip Ball: Information theory: Knowledge and know-how. In: Nature, 521, 420â421 (28 May 2015) doi:10.1038/521420aÂ
(bk / 28.05.2015)
Desinformation ist eine Fehlinformation, deren Funktion es ist, irrezufĂŒhren, meint Don Fallis
Don Fallis (2014) A Functional Analysis of Disinformation. In: iConference 2014 Proceedings (p. 621 - 627). doi:Â 10.9776/14278
Kernaussage:
Desinformation ist eine Fehlinformation, deren Funktion es ist, jemanden irrezufĂŒhren. Â ("Disinformation is misleading information that has the function of misleading someone.", S. 625)
Weiteres:
Die analysierten informationswissenschaftlichen und informationsphilosophischen Konzepte sind:
Luciano Floridi (1996): Brave.net.world: The Internet as a disinformation superhighway? In: The Electronic Library. Vol. 14 Iss: 6, S. 509 - 514. DOI: 10.1108/eb045517Â Kernaussage (nach Fallis): Fehlinformation tritt immer dann auf, wenn der Informationsprozess fehlerhaft ist.
Luciano Floridi (2005): Semantic conceptions of information. In: Stanford Encyclopedia of Philosophy. http://plato.stanford.edu/entries/information-semantic/ Kernaussage (nach Fallis): Wenn der semantische Inhalt falsch ist, handelt es sich um Fehlinformation (misinformation). Wenn sich die Quelle der Fehlinformation der Fehlerhaftigkeit der Information bewusst ist, handelt es sich um Desinformation (disinformation).
James H. Fetzer (2004): Disinformation: The use of false information. In: Mind and Machinens. Vol. 14, Issue 2 (May 2004) S. 231-240 DOI: 10.1023/B:MIND.0000021683.28604.5b Kernaussage (nach Fallis): Desinformation entspricht mehr oder minder dem Handlungsrahmen der LĂŒge. Sie ist intentional irrefĂŒhrend.Â
Luiciano Floridi (2001): The Philosophy of Information. Oxford, New York: Oxford University Press. Kernaussage (nach Fallis): Fehlinformation (misinformation) entspricht in korrekter Form dargestellten und sinnvollen Daten, die falsch sind. Desinformation ist Fehlinformation, die mit dem Ziel der IrrefĂŒhrung des EmpfĂ€ngers kommuniziert wird.Â
Don Fallis (2009): A conceptual analysis of disinformation. In: iConference 2009 Papers. http://hdl.handle.net/2142/15205 Kernaussage (nach Fallis): Desinformation ist irrefĂŒhrende Information, deren Ziel es ist, diese IrrefĂŒhrung auszulösen bzw. die vorhersehbar irrefĂŒhrend wirkt.Â
Brian Skyrms (2010) Signals. Evolution and Learning. Oxford, New York: Oxford University Press. Kernaussage: Wenn Fehlinformation systematisch gesendet wird und dem Sender einen Nutzen auf Kosten des EmpfÀngers einbringt, ist sie als TÀuschung (deception) zu bewerten.
(bk, 04.03.2014)