GroĂe Sorge um das Grimme-Institut und seine Preise
Mitglieder der Nominierungskommissionen und Jurys der Grimme-Preise appellieren in einem Schreiben an die Gesellschafter des Grimme-Instituts, das Institut und seine Preise zu schĂŒtzen und zu stĂ€rken. Zu den Gesellschaftern gehören unter anderem das Land NRW, der WDR und das ZDF. Das Schreiben der Mitglieder ist im Folgenden dokumentiert.
Angesichts der jĂŒngsten Nachrichten zur wirtschaftlichen Situation des Grimme-Instituts sehen wir uns als Mitglieder der Nominierungskommissionen und Jurys des Grimme-Preises und des Grimme Online Awards in der Verantwortung, einen dringenden Appell an die Gesellschafter:innen und AufsichtsrĂ€t:innen zu richten.
Die aktuellen Nachrichten aus Marl sind ein Schock: Ein Drittel der ArbeitsplĂ€tze im Institut soll wegfallen. Das ist nicht nur fĂŒr die Betroffenen katastrophal, die betriebsbedingten KĂŒndigungen werden auch den Kernauftrag des Grimme-Instituts schwĂ€chen: die Preise. Ohne starkes Grimme-Institut gibt es keine starken Preise, keinen Grimme-Preis und keinen Grimme Online Award. Und ohne starke Preise ist das Grimme-Institut in Gefahr.
Das darf nicht passieren.
Die Preise des Grimme-Instituts zeichnen QualitÀtsfernsehen und andere hochwertige Medieninhalte aus. BeitrÀge, deren Bedeutung in Zeiten, in denen Fehlinformationen bewusst gestreut und benutzt werden, um Menschen zu manipulieren, gar nicht hoch genug eingeschÀtzt werden kann. Wer die Preise schwÀcht, handelt gesellschaftlich fatal.
Das Besondere an den Auszeichnungen des Grimme-Instituts ist die unabhĂ€ngige transparente Preisfindung. Wir sind stolz und dankbar, Teil davon sein zu dĂŒrfen, und wir wissen: Dieser komplexe Prozess kann nur dann weiterhin stattfinden, geschweige denn diesen höchsten MaĂstĂ€ben genĂŒgen, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Die sehen wir schon seit einigen Wochen und nun ganz akut in gröĂter Gefahr.
Die Nominierungskommissionen Fiktion und Information & Kultur des Grimme-Preises haben die Auswirkungen der SparmaĂnahmen bereits zu spĂŒren bekommen. Konkret: die Entlassungen der beiden Assistent:innen und damit das Wegfallen von zwei SchlĂŒsselpositionen im ohnehin notorisch unterbesetzten Grimme-Preisreferat. In der Vorbereitung auf die zweite Sichtungswoche im November waren die AblĂ€ufe bereits gestört. In den kommenden Wochen und Monaten, wenn noch mehr Gremien gleichzeitig Nominierungen und PreistrĂ€ger:innen bestimmen, wird sich das zuspitzen.
Beim Festakt zum 50. JubilĂ€um des Grimme-Instituts wurde von vielen Seiten die Bedeutung des Instituts und speziell des Grimme-Preises als bekanntesten Preis des Instituts betont, gar von einem âGralshĂŒter der QualitĂ€tâ war die Rede. Dem mĂŒssen auch Taten folgen. Die Preise des Grimme-Instituts sind die renommiertesten in der Branche.
Wir appellieren dringend an die TrĂ€ger:innen des Grimme-Instituts, eine adĂ€quate finanzielle Ausstattung inklusive Assistenzstellen zu gewĂ€hrleisten, um das Institut und seine Preise zu schĂŒtzen. Die QualitĂ€tsdiskussion am Grimme-Institut ist einzigartig und ein wertvoller Baustein der Kulturförderung und politischen Bildung in Deutschland. Das Institut und seine Preise mĂŒssen geschĂŒtzt und gestĂ€rkt werden. Ihre Arbeit ist wichtiger denn je.
Die Mitglieder der Nominierungskommissionen und Jurys des Grimme-Preises und des Grimme Online Awards:
Prof. Anna Barbara KurekÂ