Man schreibt, weil einem zum Thema etwas einfĂ€llt, und nicht, weil man die Absicht oder den Drang verspĂŒrt, dem Publikum eine wichtige weltanschauliche Lehre zu erteilen. Aber natĂŒrlich hĂ€ngt das, wozu einem etwas einfĂ€llt, mit dem Welt- und Anschaubild zusammen, das man sich gebildet hat. Nur ist es mir nie gelungen alles, was in meinem Kopf vorgeht, auch unter einen Hut zu kriegen. Ich habe kein philosophisches System, das mir auf jede Frage eine Antwort bereithĂ€lt, keine Weltanschauung, die fertig ist â ich bin immer unterwegs. Es gibt zwar einige Konstanten, die sozusagen im Zentrum stehen, aber nach den RĂ€ndern hin ist alles offen und vage. Eigentlich habe ich niemals fĂŒr irgendein Publikum geschrieben, sondern alles ist ein GesprĂ€ch mit Gott, in dem ich ihn nicht um irgendetwas bitte (da ich annehme, er weiĂ sowieso, was wir brauchen, und wenn erâs uns nicht gibt, dann aus gutem Grund), sondern um ihm zu erzĂ€hlen, wie es ist, ein unzulĂ€nglicher Mensch unter unzulĂ€nglichen Menschen zu sein. Ich denke, das könnte ihn interessieren, da es eine Erfahrung ist, die er nicht gemacht haben kann.