Essener Tafel
Ein Skandal um die unanständige Diskriminierung einer anständig diskriminierten Masse Armer
 "Das reine Bedürfnis gilt als Argument für Zuwendung, wenn und solange es durch die staatliche Definition von absoluter Armut beglaubigt ist. Das ist schon etwas Besonderes, denn bloß fürs Bedürfnis ist der ganze produzierte Überfluss dieses Landes nämlich nicht da. Umgekehrt besteht die Not dieser Armen in ihrer beständigen Unfähigkeit, mit ihren Bedürfnissen dem Zweck des produzierten Reichtums gerecht zu werden: Ohne die nötige Zahlungsfähigkeit zum Kauf der Ware sind sie nicht in der Lage, den Anspruch kapitalistischer Produzenten auf profitbringenden Verkauf ihrer Waren zu realisieren. Diese Unfähigkeit hat ihren Grund darin, dass die sich bei der Tafel treffenden Armen – Kinder, Rentner, Obdachlose, Hartz-IVler, Behinderte, Ausländer etc. – für die Produktion dieses Reichtums selbst überflüssig sind. Ob weil sie zu jung, zu alt, zu fremd oder einfach zu viele sind für die Rentabilität des Geschäfts – was auch immer der Grund: Für wen es keine marktwirtschaftliche Verwendung gibt, der hat auch nichts zu erwarten von dem erwirtschafteten Reichtum, für den man ihn nicht braucht. Ohne Geld und Geldquelle stellen sie daher den unbrauchbaren Bodensatz einer Gesellschaft dar, die sich der Geldwirtschaft verschrieben hat."













