Figurenmeditation Nr. VI · Opus VI — Hymnus auf das Fragment : Sapphos Erwachen
Eine Stimme, die den Raum entzündet. Kein Bild, nur die Achse des Gesangs. Ein Ursprung, der sich nicht erklärt.
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Es ist die Stunde der reinen Geometrie des Geistes, in der die sichtbare Welt vor der Strenge des ungesprochenen Wortes zurückweicht. Wo kein Bild den Blick ablenkt, ordnet sich das Dasein um eine einzige, senkrechte Linie – eine Achse aus reinem Klang, die den Abgrund der Jahrhunderte lautlos überspannt. Der Ursprung verlangt nach keiner Rechtfertigung; er steht in sich selbst vollendet — ein unerschütterliches Logos im Buch der Nacht.
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Steige empor, du herbe, nächtliche Flamme von Lesvos.
Deine Stimme, in Splitter gefallen und doch rauchlos,
durchdringt die Zeit wie ein unerbittliches Gesetz.
Keiner Inschrift bedarfst du: dein Atem ordnet die Einsamkeit
und setzt den Suchern der Nacht den Takt des Blutes.
Im Schweigen der Klippen hält dein Licht stand —
unbeirrbar, unverwundbar, rein.










