Girokonto: Versteckte Kosten und worauf man achten sollte
SpĂ€testens seitdem die EuropĂ€ische Zentralbank (EZB) in den vergangenen Jahren die Strafzinsen fĂŒr die Banken eingefĂŒhrt hat, haben viele Banken und Sparkassen wieder GebĂŒhren fĂŒr Girokonten eingefĂŒhrt. Dies beginnt bei KontofĂŒhrungsgebĂŒhren, geht weiter fĂŒr GebĂŒhren fĂŒr Bargeldabhebungen oder auch fĂŒr beleghafte Ăberweisungen. Dennoch sind viele Kosten oft nicht auf den ersten Blick zu erkennen. Im folgenden Beitrag gibt es wichtige Hinweise, wie Sie Kostenfallen erkennen können.
Woran sind die Kostenfallen zu erkennen
Dabei greifen viele Banken teilweise tief in die Trickkiste: Sie locken Kunden beispielsweise mit gĂŒnstigen Konditionen und erheben dann GebĂŒhren fĂŒr Leistungen, die eigentlich selbstverstĂ€ndlich sind und bisher kostenlos angeboten wurden. FĂŒr Lastschriften, DauerauftrĂ€ge, Abhebungen, Kreditkarten oder EC-Karten â all das soll auf einmal Geld kosten. Versteckte GebĂŒhren verbergen sich oft im Kleingedruckten.
Hier ein kleiner Ăberblick ĂŒber mögliche GebĂŒhrenfallen:
KontofĂŒhrungsgebĂŒhren: Immer mehr Geldinstitute erheben GebĂŒhren fĂŒr ihr Girokonto. Statt wie bisher null Euro, werden nun monatliche GrundgebĂŒhren fĂ€llig.
BearbeitungsgebĂŒhren: Viele Banken werben zwar mit kostenlosen Girokonten, erheben aber sogenannte BearbeitungsgebĂŒhren. So kann der Gang zum Kontoauszugsdrucker oder zum Bankschalter bis zu 1,50 Euro kosten oder jede Ăberweisung per Beleg bis zu zehn Euro. Und selbst fĂŒr die Nutzung des Online-Bankings können pro Klick GebĂŒhren anfallen.
Ăberhöhte Dispozinsen: Auch hier empfiehlt sich ein Blick in Kleingedruckte der Bank. Sobald man sein Konto ĂŒberzieht, kann es sehr teuer werden.
Kosten fĂŒr Karten: Gern werden GebĂŒhren fĂŒr die Bereitstellung von EC- oder Kreditkarten berechnet, auch wenn das Girokonto zunĂ€chst als kostenlos angeboten wird. Hier hilft hĂ€ufig auch nur ein Blick ins Kleingedruckte. AuĂerdem sollten Sie sich im Vorfeld erkundigen, ob die Kostenbefreiung befristet ist.
Als eines der wichtigsten Kriterien sollte die kostenlose Bargeldabhebung an möglichst vielen Geldautomaten sein. Bei einer eingeschrĂ€nkten Auswahl kann sonst der regelmĂ€Ăige Gang zum Geldautomaten unverhĂ€ltnismĂ€Ăig teuer werden.
So finden Sie das perfekte Girokonto
Ein kostenloses Girokonto ohne versteckte Kostenfallen findet man am besten, indem man die verschiedenen Anbieter miteinander genau vergleicht. Dabei gilt es zwischen den Leistungen der Bank und den eigenen WĂŒnschen und BedĂŒrfnissen abzuwĂ€gen. Lesen Sie unbedingt das Preis- und Leistungsverzeichnis und informieren sich, bei welchen VorgĂ€ngen Kosten entstehen können. Am einfachsten geht dies mit einem Online-Vergleichsrechner.
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So einfach funktioniert der Kontowechsel
FrĂŒher war ein Kontowechsel mit relativ groĂem Aufwand verbunden. Heute ist viel einfacher, denn seit einer gesetzlichen Ănderung seit September 2016, wird die Umstellung der Konten fĂŒr den Kunden von den Banken ĂŒbernommen. Das Ganze muss innerhalb von zwölf Arbeitstagen erledigt sein. So wird es nicht nur schneller und unbĂŒrokratischer fĂŒr den Kunden, es ist auch wesentlich einfacher, denn das aufwendige Durchsuchen aller Unterlagen oder KontoauszĂŒge ist nicht mehr notwendig. Die Banken ĂŒbernehmen die frĂŒher so lĂ€stige Umstellung der Konten und informieren alle GeschĂ€ftspartner (Energie- und Gasversorger, Telefongesellschaften, Versicherungen, Krankenkassen etc.) ĂŒber die neue Bankverbindung und richten die jeweiligen DauerauftrĂ€ge oder Lastschriftverfahren ein.
Dazu fordert die neue Bank bei der alten eine Auflistung aller Transaktionen der letzten 13 Monate an. Die bisherige Bank ist verpflichtet, die notwendigen Informationen so schnell wie möglich bereit zu stellen. Zudem haften die Banken fĂŒr eventuelle Pannen bei der Umstellung. Das wurde im sogenannten Zahlungskontengesetz festgelegt, das im September 2016 in Kraft getreten ist. Die Bankkunden sollten mit diesem Gesetz die Möglichkeit erhalten, schneller ihre Bank zu wechseln und finanziell mobiler zu sein. Bisher war zwar eine Wechselbereitschaft vorhanden, vor der jedoch viele Kunden wegen den bĂŒrokratischen HĂŒrden in der Praxis einen Wechsel scheuten.
Das sollten Wechselwillige bei der Wahl der Bank beachten
Bei der bankseitigen UnterstĂŒtzung zum Kontowechsel gibt es jedoch Unterschiede. Einige Banken bieten lediglich den gesetzlich vorgeschriebenen Prozess zum Kontowechsel an. Dieser kann fĂŒr den wechselwilligen Kunden auch Nachteile mit sich bringen. So entsteht fĂŒr den Kontoinhaber eine groĂe Papierflut, da er laut Gesetz eine Durchschrift der Informationsschreiben an alle Zahlungspartner erhalten muss. ZusĂ€tzlich werden hierbei auch Zahlungspartner ĂŒber die neue Bankverbindung informiert, die diese Nachricht gar nicht erhalten sollen, wie beispielsweise Discounter oder bereits gekĂŒndigte Telefonanbieter. Dieser Kontowechselprozess muss in maximal zwölf GeschĂ€ftstagen abgewickelt sein.
Einfacher geht es mit digitalen Kontowechselservices
Neben dem gesetzlichen Standard gibt es auch eine bequemere und ebenfalls kostenlose UnterstĂŒtzung beim Kontowechsel: Den digitalen Kontowechselservices. Der Kontowechsel erfolgt hierbei online in wenigen Minuten, inklusive automatischer Ermittlung der Zahlungspartner und der sicheren und verschlĂŒsselten Ăbertragung der Kontodaten. Sie haben die Möglichkeit einfach per Mausklick auswĂ€hlen, wem Sie Ihre neue Bankverbindung mitteilen wollen und wem nicht.
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