Eine Enthaltung gegen den Rechtsruck
EU Kommission mit Europafeind als Vize
Daniel Freund, MdEP fĂŒr die GrĂŒnen, hat uns in seinem Newsletter erklĂ€rt, warum er nicht fĂŒr die neue EU Kommission unter Ursula von der Leyen stimmen konnte. Trotzdem bekamen die 27 Kommissar*innen gestern im Europaparlament eine knappe Mehrheit von 370 Stimmen. 282 stimmten gegen die Kommission, 36 enthielten sich. Wir zitieren ihn:
Ein Europafeind als Vize
In einer Demokratie geht es um Mehrheiten. Und es war unser Ziel als GrĂŒne zur Von-der-Leyen-Mehrheit zu gehören, um Europa in unsicheren Zeiten mitzugestalten. Die KommissionsprĂ€sidentin hat zuletzt bekrĂ€ftigt, dass sie uns GrĂŒne zu ihrer Mehrheit zĂ€hlt. Ihr Partei- und Fraktionschef im Europaparlament Manfred Weber (CSU) jedoch sah dies anders. Er schnĂŒrte einen Deal mit Sozialdemokraten und Liberalen, der unter anderem vorsah, den Italiener Raffaele Fitto von der postfaschistischen Partei Fratelli dâItalia zum Kommissions-Vize zu machen. Ich möchte mit meiner Stimme keine RechtsauĂen-Politiker zu Von der Leyens Stellvertreter machen. Und ich enthalte mich auch, da wir GrĂŒne sehr ausdrĂŒcklich aus der Koalitionsvereinbarung im Parlament ausgeschlossen wurden.
Hoffnungsschimmer bei Rechtsstaat und Klimaschutz
Trotz allem gibt es einige Erfolge, die wir GrĂŒne in den Verhandlungen durchsetzen konnten. So will Ursula von der Leyen am Green Deal festhalten und ihn nicht auf Druck der RechtsauĂen-Fraktionen entkernen. Und auch beim Schutz des Rechtsstaats gab es ZugestĂ€ndnisse aus der EU-Kommission, die erwarten lassen, dass die EU weiter ernsthaft ihre Werte verteidigt. Auch deswegen werde ich nicht gegen die EU-Kommission stimmen, sondern mich enthalten. Ich weiĂ, dass andere Abgeordnete in unserer Fraktion auf Grundlage der gleichen Argumente zu einem anderen Schluss gekommen sind. Ich kann ihre Entscheidung nachvollziehen und kann verstehen, dass man sowohl fĂŒr als auch gegen diese Kommission hĂ€tte stimmen können. Es gab fĂŒr beides gute GrĂŒnde.
Wir danken ihm fĂŒr seine Enthaltung, können aber seinen Optimismus nicht nachvollziehen, dass mit dieser Kommission irgend etwas substantielles am Green Deal erhalten bleiben wird. Mit dem Argument fehlenden Geldes wird ein Projekt nach dem anderen eingestampft oder so entkernt, dass nichts davon ĂŒbrig bleiben wird. Und der postfaschistische Vize, der ĂŒbrigens von Amts wegen fĂŒr diverse Finanztöpfe zustĂ€ndig ist, wird seine Agenda entgegen allen Versprechen durchzusetzen versuchen. Eine solche EU Kommission, die bereits mit den Rechten abgestimmt hat und auch weiter von denen vorgefĂŒhrt werden wird, hĂ€tte es nicht geben dĂŒrfen.
Mehr dazu bei https://danielfreund.eu/keine-stimme-fuer-von-der-leyen-kommission/ und auf X https://x.com/daniel_freund
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