Elektroroller oder E-Scooter mit StraĂenzulassung: auch E-Tretroller oder E-Kickscooter genannt erobern die StraĂen, alle mit Akku-Betrieb
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Elektroroller oder E-Scooter mit StraĂenzulassung: auch E-Tretroller oder E-Kickscooter genannt erobern die StraĂen, alle mit Akku-Betrieb

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August 2019
Der Name des Rollers
Die Verschlagwortung des Beitrags von Elinor Richter wirft nicht zum ersten Mal die Frage auf, wie man zwischen E-Roller (Tret-) und E-Roller (Motor-) unterscheiden soll. âTretrollerâ stimmt nicht mehr, weil man nicht treten muss, und Motorroller auch nicht, weil in beiden ein Motor drin ist. âE-Scooterâ lese ich hĂ€ufiger, aber auch ein Scooter kann sehr vieles sein, darunter ein Motorroller, also der zum Draufsetzen.
In meiner Kindheit und Jugend sagte man auch nur Roller und Roller, den Rest ĂŒberlieĂ man dem Kontext. Das ging damals, weil bei Kindern nur die eine Sorte gemeint sein konnte und bei Erwachsenen nur die andere. Aber auch das ist ja nicht mehr so, seit in den 1990er Jahren die Klapproller fĂŒr Erwachsene auf den Markt gekommen sind. In Deutschland starben sie bei den Erwachsenen bald wieder aus. In der Schweiz, wo die Erwachsenentretroller erfunden wurden, nutzen AnzugtrĂ€ger sie bis heute fĂŒr den Weg zur Arbeit.
Verenka wirft das französische Wort trottinette ins RedaktionsgesprÀch. In der Schweiz sagt man ebenfalls Trottinett, E-Trottinett, Trotti und E-Trotti. Wir könnten alle anfangen, Trottinett zu sagen, dann wÀre das Rollerunterscheidungsproblem gelöst.
(Kathrin Passig)
12. April 2019
Der FrĂŒhling kommt, die grĂŒnen Roller gehen
Noch bei meinem letzten oder vorletzten Aufenthalt war in ZĂŒrich alles voll mit den grĂŒnen Elektro-Tretrollern von LimeBike, die in der Schweiz âTrottinettâ heiĂen. Diesmal sind alle verschwunden bis auf zwei, die ich in der Kartenansicht der App einsam â aber immerhin mit vollen Akkus â in der NĂ€he des Bahnhofs Altstetten herumlungern sehe.
DafĂŒr sind zwei neue Anbieter aufgetaucht: Flash und Bird.
Sie sind nicht so schön grĂŒn, aber dafĂŒr vorhanden. Was mit den Lime-Rollern passiert ist, weiĂ ich nicht, habe aber auch keine Lust, mich schon wieder bei neuen Anbietern anzumelden. Vielleicht warte ich erst mal ab, bis sich der ElektromobilitĂ€ts-Sharingmarkt fertig kannibalisiert hat, und gehe bis dahin zu FuĂ.
(Kathrin Passig)
20. Juni 2018
Im Biotop der Sharingfahrzeuge
Ich bin dank eines Gratistickets zum ersten Mal auf dem âTech Open Airâ. Vor dem Eingang zum GelĂ€nde haben sich Leihfahrzeuge gesammelt wie Aale im Paarungsgebiet:
Rechts gehören so gut wie alle FahrrĂ€der zu den Leihfahrradanbietern mobike und ofo und alle Roller zum Elektroroller-Verleihanbieter coup â bis auf einen, der vom Elektroroller-Verleihanbieter Emmy stammt.
Auf der linken StraĂenseite: Alle Autos entweder von car2go oder von DriveNow.
Denkbar, dass die GĂ€ste nicht alle damit erschienen sind, sondern geschĂ€ftstĂŒchtige Anbieter das alles in der Hoffnung auf Kundschaft frĂŒhmorgens hier aufgestellt haben. Aber genutzt werden die Leihfahrzeuge jedenfalls. Als ich abends das GelĂ€nde (auf meinem eigenen Fahrrad) wieder verlasse, sind die meisten verschwunden.
(Kathrin Passig)
Oktober 2017
Die Höflichkeit der Elektrofahrzeuge
Im MĂ€rz sind die ersten Leih-Elektroroller auf den StraĂen von Berlin aufgetaucht. Ich habe mich damals darĂŒber lustig gemacht, aber nur ĂŒber die Werbung, nicht ĂŒber das Konzept an sich! Selbst dieses kleine bisschen Spott finde ich im Nachhinein unangemessen. Die Elektroroller sind offenbar sofort auf breite Akzeptanz gestoĂen, ich sehe sie stĂ€ndig im Einsatz, genau wie die roten Roller einer zweiten Anbieterfirma. Und ich freue mich jedesmal, denn genau wie Michael Seemann denke ich dabei: âToll! Zukunft!â Ihr GerĂ€usch ist so angenehm und höflich. Es sagt nicht: âAus dem Weg! Jetzt komm ich und ich habe extra den Auspuff aufgebohrt, damit das auch jeder merkt!â Es sagt: âIch muss mal kurz von A nach B, aber ich möchte Sie mit diesem Vorgang nicht mehr behelligen als unbedingt nötig, bitte lassen Sie sich nicht stören, zzzip, ich bin schon wieder weg.â Eines Tages wird sich der gesamte StraĂenverkehr so anhören, und ich hoffe, dieser Tag kommt bald.
(Kathrin Passig)

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23. Juni 2017
GeisterfahrrÀder und Zombieroller
Ich habe ein bisschen Zeit fĂŒr den Weg zu Arbeit und beschlieĂe, heute mal einen der Coup-Elektroroller auszuprobieren, die neuerdings ĂŒberall in Berlin rumstehen. Angemeldet bin ich bereits â man muss dazu Kreditkartendaten hinterlegen und in einem Videotelefonat Gesicht, Personalausweis und FĂŒhrerschein vorzeigen. Das alles konnte ich in der Coup-App auf meinem Smartphone recht reibungslos erledigen.
Aus dem Haus tretend stelle ich beim Blick auf die Kartenanzeige fest, dass der nĂ€chste Roller doch gerade ein ganzes StĂŒck entfernt steht. Vermutlich lohnt es sich, ein Lidl-Fahrrad zu mieten, um bis dorthin zu fahren. Immerhin wurde offenbar das Ausleih- und RĂŒckgabegebiet von Coup, das zunĂ€chst vor allem die Bezirke Kreuzberg, Friedrichshain, Prenzlauer Berg und Mitte umfasste, inzwischen auf die westliche Innenstadt erweitert.
Screenshot aus der Coup-App: Der Hinweis ist berechtigt. Ich hatte aber eine Kartenanzeige von Regengebieten erwartet und bin etwas enttÀuscht.
Das nĂ€chste Lidl-Bike steht laut deren App auch einige hundert Meter entfernt. Ich mache mich also zunĂ€chst zu FuĂ auf den Weg. Am angezeigten Abstellort des Rades angekommen finde ich aber â nichts. Kein Bike weit und breit. Dasselbe Spiel beim nĂ€chsten Rad. Ich bin kurz davor, den Versuch abzubrechen, kann aber in 200 m Entfernung das ĂŒbernĂ€chste Rad erspĂ€hen.
Auf dem Weg dorthin passiere ich einen Coup-Roller. Auch gut denke ich und versuche, den in der Coup-App auszuleihen. Es ergibt sich der umgekehrte Fall: Die App zeigt mir den Roller, neben dem ich stehe, nicht an. Nun ja, er parkt immerhin vor einem Haus, also ist er vielleicht noch ausgeliehen. Oder er ist kaputt oder der Akku ist leer.
Also erstmal das Lidl-Bike gesichert und damit auf zum nĂ€chsten Roller. Ăhnlicher Effekt, ich stehe neben dem Roller, der wird mir aber in der App nun nicht mehr angezeigt. Bei dieser Gelegenheit finde ich aber heraus, dass man abgestellte Roller auch fĂŒr 15 Minuten kostenlos reservieren kann. Schade nur, dass sie aus der Kartenanzeige dann einfach verschwinden.
Ich reserviere also den jetzt nĂ€chstgelegenen freien Roller, leihe das Mietfahrrad erneut und finde den reservierten Roller innerhalb von 7 Minuten. Die Coup-App erweist sich dabei als relativ hakelig. Unter anderem hat sie das verwirrende Problem, dass sie einen nicht darauf hinweist, dass die Kartenanzeige nicht gut funktioniert, solange die App nicht auf die Ortungsfunktionen meines Telefons zugreifen kann. Ich erkenne dieses Problem zwar, schaffe es aber irgendwie nicht, der App dieses Recht einzurĂ€umen. Beim Ausleihen des Rollers wird dann doch ein entsprechender Dialog angezeigt. Zudem muss man dafĂŒr Bluetooth einschalten.
Alles weitere funktioniert ziemlich reibungslos. Der Helm befindet sich unter der Sitzbank, er ist sauber und passt mir. Die Bedienelemente und das Display am Lenker sind relativ selbsterklĂ€rend und ich fahre los. Der Roller lĂ€uft gut und ziemlich leise und ich bin sehr angetan von der Beschleunigung aus dem Stand. Es ist kein Ludicrous Mode, der einen aus dem Sattel reiĂt, aber mit dem normalen stĂ€dtischen Autoverkehr schwimmt man problemlos mit. Und dadurch, dass einem der Fahrtwind um die Nase weht, fĂŒhlt man sich schon schneller, als die 53 km/h die mir der Tacho bei "Vollgas" anzeigt.
Bei der Abmeldung am Zielort wird mir in der App eine Checkliste angezeigt: StÀnder ausklappen, Lenkerschloà einrasten lassen, Helm wieder unter der Sitzbank verstauen. Ich kÀmpfe etwas mit dem Helmverschluss. Den hÀtte ich mir vor dem Aufsetzen wohl genauer ansehen sollen.
(Virtualista)
29. MĂ€rz 2017
Man könnte beim Mittag was Neues probieren, theoretisch
In Kreuzberg stehen jetzt ausleihbare Elektroroller, die da bisher nicht waren:
Vor zwei Jahren habe ich zum ersten Mal ein Elektromofa gesehen, und Elektroroller sind zwar inzwischen hĂ€ufiger geworden, aber immer noch selten genug, dass mir jede Begegnung auffĂ€llt. Jetzt könnte ich also selbst mit einem herumfahren.Â
Laut Facebook stehen die Roller hier noch nicht lange: âLetzte Woche sind unsere neuen eScooter angekommen und werden seit ein paar Tagen auf den StraĂen Berlins verteiltâ heiĂt es in einem Beitrag vom 21. MĂ€rz.
Die Website der Betreiberfirma funktioniert allerdings momentan nicht. Eigentlich habe ich auch gar kein Fortbewegungsproblem, fĂŒr das ein Roller die Lösung wĂ€re. Via Googlecache kann ich der Anbieterseite folgende EinsatzvorschlĂ€ge entnehmen:
âum nach dem BĂŒro schneller beim Sport zu seinâ: Ich weiĂ nicht, wieso man, wenn man sowieso schon Sport treiben will, nicht das Fahrrad nehmen kann. Aber ich verstehe auch nichts von Sport.
âum mal was Neues beim Mittag zu probierenâ: HĂ€?
âvon Friedrichsberg nach Prenzlhain via Kreuzmitteâ: Das soll sicher so etwas ausdrĂŒcken wie "es handelt sich hier um ein Fortbewegungsmittel fĂŒr fesche Gestalten aus angesagten Berliner Stadtteilen, die fĂŒr uns Stuttgarter nicht so leicht zu unterscheiden sindâ. Ich fĂŒhle mich als Neuköllndorferin diskriminiert und raufe mir den Hipstervollbart.
âum doch noch pĂŒnktlich anzukommenâ: Einleuchtend (vorausgesetzt, es ist nicht wie frĂŒher bei Callabike, und gerade wenn man es eilig hat, funktioniert entweder Ausleihvorgang oder RĂŒckgabe oder das ganze Fahrzeug nicht).
âfĂŒr einen gelungenen Auftritt beim Tinder-Dateâ: Wahrscheinlich funktioniert so ein Elektroroller als soziales Objekt, Ă€hnlich wie ein junger Hund, und man kann dann erst mal ĂŒber den Roller reden. Leuchtet ein, wĂŒrde ich machen, leider kann ich Tinder aus mindestens drei GrĂŒnden nicht nutzen.
âvon Termin, zu Termin, zu Termin, zu Termin, zu Terminâ: Auch einleuchtend, aber zwischen meinen Terminen liegen meistens Tage bis Wochen, da könnte ich sogar zu FuĂ gehen.
Im Dienste des Techniktagebuchs werde ich trotzdem bei Gelegenheit herausfinden, wie das Leben als Elektrorollermietnomade im 21. Jahrhundert so ist. Vielleicht wachsen mir dann auch Sportinteressen, Tinder-Dates und ganz viele Termine.
(Kathrin Passig)
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