Illustration: Geralt Absmeier
     Nur jedes dritte Unternehmen hat eine Vollzeitstelle fĂŒr Datenschutz eingeplant.
     Am 28. Januar 2019 ist EuropÀischer Datenschutztag.
     2019 wird wichtiges Jahr fĂŒr den Datenschutz.
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Seit Inkrafttreten der Datenschutzgrundverordnung mĂŒssen sich Unternehmen verstĂ€rkt mit neuen Regeln im Datenschutz auseinandersetzen. HĂ€ufig fehlt dafĂŒr das passende Personal. So hat derzeit fast jedes dritte Unternehmen in Deutschland (31 Prozent) nur eine Vollzeitstelle fĂŒr Mitarbeiter eingeplant, die sich hauptsĂ€chlich mit Datenschutz befasst. Das ist das Ergebnis einer reprĂ€sentativen Unternehmensbefragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Sechs von zehn Unternehmen (59 Prozent) haben dafĂŒr weniger als eine Vollzeitstelle zur VerfĂŒgung. »Mit der Datenschutzgrundverordnung ist der Aufwand fĂŒr viele Unternehmen enorm gestiegen«, sagt Susanne Dehmel, Mitglied der Bitkom-GeschĂ€ftsfĂŒhrung fĂŒr Recht und Sicherheit. »Wer qualifiziertes Personal finden konnte, hat dies auch eingestellt. Beim Datenschutz herrscht jedoch deutschlandweit FachkrĂ€ftemangel.«
Nur wenige Unternehmen setzen auf mehr als eine Vollzeitstelle fĂŒr Datenschutzthemen. 4 Prozent haben bis zwei VollzeitĂ€quivalente dafĂŒr eingeplant, nur 1 Prozent bis drei VollzeitĂ€quivalente. Vor allem groĂe Betriebe beschĂ€ftigen mehrere Datenschutzexperten. Jedes dritte Unternehmen ab 500 Mitarbeitern (35 Prozent) hat dafĂŒr bis zu vier Stellen vorgesehen, jedes Vierte (28Prozent) vier oder mehr VollzeitarbeitsplĂ€tze. »Wer die Expertise nicht im eigenen Haus hat, muss auf externe Beratung zurĂŒckgreifen«, so Dehmel. FĂŒr viele Kanzleien und Rechtsberater mit Datenschutz-Know-how sei das vergangene Jahr deshalb sehr arbeitsintensiv gewesen. Bis heute seien viele noch damit beschĂ€ftigt, ihre GeschĂ€ftsprozesse an die DSGVO-Vorgaben anzupassen.
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EU entscheidet ĂŒber die Verordnungen zu E-Privacy und E-Evidence
FĂŒr das laufende Jahr sind weitere wichtige Entscheidungen fĂŒr neue Datenschutzregeln geplant. So soll die E-Privacy-Verordnung in den kommenden Monaten beschlossen werden. Im Bereich der elektronischen Kommunikation soll sie die DSGVO ergĂ€nzen und wird derzeit auf EU-Ebene verhandelt. Bitkom kritisiert die geplante Verordnung. »Mit dem derzeitigen Entwurf gefĂ€hrdet die E-Privacy-Verordnung Softwareupdates und schrĂ€nkt werbebasierte GeschĂ€ftsmodelle im Internet ein.«
AuĂerdem verhandelt die EU momentan die sogenannte E-Evidence-Verordnung. Damit soll der Zugriff von Strafverfolgungsbehörden auf elektronische Beweismittel erleichtert werden. Strafverfolgungsbehörden eines Mitgliedsstaates könnten demnach von Providern verlangen kurzfristig elektronische Beweise herauszugeben, auch wenn diese in einem anderen Mitgliedsstaat ansĂ€ssig sind. Auch hier sieht Bitkom Nachbesserungsbedarf. »Private Provider sollten keine GrundrechtsprĂŒfungen vornehmen, ohne dass nationale Behörden miteinbezogen werden«, so Dehmel.
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Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Bitkom durchgefĂŒhrt hat. Dabei wurden 502 fĂŒr den Datenschutz verantwortliche Personen (Betriebliche Datenschutzbeauftragte, GeschĂ€ftsfĂŒhrer, IT-Leiter) von Unternehmen aller Branchen ab 20 Mitarbeitern in Deutschland telefonisch befragt. Die Umfrage ist reprĂ€sentativ.
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Geringere Verzögerungen bei Kaufentscheidungen und Prozessen.
Einhaltung der DSGVO vermeidet VorfÀlle.
Konkrete GeschÀftsvorteile durch Datenschutzinvestitionen.
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Wer in die Verbesserung seiner Datenschutzprozesse investiert, profitiert von konkreten GeschĂ€ftsvorteilen. Das zeigt die Data Privacy Benchmark Study 2019 von Cisco. Die Teilnehmer berichten von geringeren Verzögerungen bei Kaufentscheidungen und Prozessen sowie weniger VorfĂ€llen. Der mobile Video-Traffic steigt von 2017 bis 2022 um das FĂŒnffache. Dann werden Videos 81 Prozent des gesamten mobilen Datenverkehrs in Deutschland ausmachen. Zum Vergleich: 2017 waren es noch 59 Prozent. Auch die Zahl der Internetnutzer steigt weiter an. In vier Jahren werden 98 Prozent der BundesbĂŒrger das Internet nutzen, 2017 waren es 91 Prozent. Die durchschnittliche Geschwindigkeit von Internet-AnschlĂŒssen erhöht sich in diesem Zeitraum von 40,7 auf 75,2 Mb/s, der Netzwerk-Traffic pro Kopf von 39,2 auf 101,7 GB.
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Die EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) gilt seit Mai 2018. Laut der aktuellen Cisco-Studie glauben 59 Prozent der befragten Unternehmen, dass sie alle oder die meisten Anforderungen erfĂŒllen. 29 Prozent erwarten diese Compliance innerhalb eines Jahres und 9 Prozent in mehr als einem Jahr.
»Im vergangenen Jahr hat die Bedeutung von PrivatsphÀre und Datenschutz deutlich zugenommen. Daten sind die neue WÀhrung. Da sich der Markt verÀndert, ziehen Unternehmen echte GeschÀftsvorteile aus ihren Datenschutzinvestitionen«, kommentiert Michelle Dennedy, Chief Privacy Officer, Cisco. »Wir bei Cisco glauben fest an den Schutz unserer Kunden und einen höheren GeschÀftserfolg, indem wir den Wert der Daten steigern und Risiken senken.«
Kunden erwarten zunehmend, dass die von ihnen genutzten Produkte und Dienstleistungen einen angemessenen Datenschutz bieten. Unternehmen, die entsprechend investiert haben und die DSGVO einhalten, profitieren von kĂŒrzeren Verzögerungen beim Verkauf von Lösungen an bestehende Kunden aufgrund von Datenschutzbedenken: 3,4 Wochen gegenĂŒber 5,4 Wochen bei den am wenigsten DSGVO-konformen Unternehmen. Insgesamt betrug die durchschnittliche Verzögerung bei Bestandskunden 3,9 Wochen, im Vergleich zu 7,8 Wochen im Vorjahr.
DSGVO-konforme Unternehmen berichten von weniger Datenschutzverletzungen, weniger betroffenen DatensĂ€tzen bei SicherheitsvorfĂ€llen und kĂŒrzeren Systemausfallzeiten. Sie hatten auch deutlich seltener einen erheblichen finanziellen Verlust durch einen DatenverstoĂ. Zudem gaben 75 Prozent der Befragten an, dass sie viele allgemeine Vorteile aus ihren Datenschutzinvestitionen ziehen. Dazu gehören mehr AgilitĂ€t und Innovationen durch angemessene Datenkontrollen, Wettbewerbsvorteile und höhere Betriebseffizienz. Diese resultieren aus der Organisation und Katalogisierung von Daten.
Weitere Ergebnisse
Mehr als 3.200 Sicherheits- und Datenschutzexperten aus weltweit 18 LÀndern und allen wichtigen Branchen haben an der Cisco-Umfrage teilgenommen. Zu den wichtigsten Ergebnissen gehören:
87 Prozent der Unternehmen erleben Verzögerungen in ihrem Verkaufszyklus aufgrund von Datenschutzbedenken der Kunden oder Interessenten, im Vergleich zu 66 Prozent im Vorjahr. Dies ist wohl auf das gestiegene Datenschutzbewusstsein durch die DSGVO und hĂ€ufige Medien-Berichte ĂŒber VorfĂ€lle zurĂŒckzufĂŒhren.
Die Verzögerungen pro Land liegen zwischen 2,2 und 5,5 Wochen. Dabei sind sie in Italien, TĂŒrkei und Russland besonders gering, andererseits in Spanien, Brasilien und Kanada besonders hoch. In Deutschland betragen sie 3,1 Wochen und liegen damit unter dem weltweiten Durchschnitt. LĂ€ngere Verzögerungen lassen sich auf hohe oder sich verĂ€ndernde Datenschutz-Anforderungen zurĂŒckfĂŒhren. Verzögerte VerkĂ€ufe können auch zu UmsatzeinbuĂen fĂŒhren, wenn ein potenzieller Kunde beim Wettbewerb oder gar nicht kauft.
Die wichtigsten GrĂŒnde fĂŒr Verzögerungen sind Kundenanfragen bezĂŒglich Datenschutz, Ăbersetzung von Datenschutzinformationen in verschiedene Sprachen, AufklĂ€rung von Kunden ĂŒber die Datenschutzprozesse des Unternehmens sowie die Neugestaltung von Produkten anhand der Datenschutzanforderungen.
Die DSGVO-Compliance betrĂ€gt je nach Land zwischen 42 und 75 Prozent. Spanien, Italien, GroĂbritannien und Frankreich sind vorbildlich â China, Japan und Australien hinken hinterher. In Deutschland liegt sie bei 58 Prozent.
Nur 37 Prozent der DSGVO-konformen Unternehmen verzeichneten einen DatenverstoĂ, der mehr als 500.000 US-Dollar kostete, verglichen mit 64 Prozent der am wenigsten DSGVO-konformen Unternehmen.
Weitere Informationen:Â Cisco 2019 Data Privacy Benchmark Study
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