Elefantös: Kadulla National Park
Sie stehen da wie graue Monolithen und wirken mit ihrer dicken, faltigen grauen Haut wie Wesen aus einer anderen Zeit: Elefanten. Sie in freier Wildbahn zu sehen, das steht schon lange auf der Liste der Dinge, die wir im Leben machen wollen. Im Kaudulla Nationalpark geht dieser Traum in ErfĂĽllung. Dieser Park ist eigentlich nur eine Passage zwischen zwei größeren Naturschutzgebieten und wurde quasi nachnomminiert, da die Dickhäuter hier ihre natĂĽrlichen Laufwege haben.Â
Mit der Rostlaube durch den Elefantenpark
Um zu den über 300 dort lebenden Elefanten zu gelangen, wagen wir das Abenteuer Jeepsafari - wie viele andere Gäste auch, denn dort sind mindestens genauso viele Menschen wie Elefanten unterwegs. Unser Gastgeber in Habarana - wir übernachen dort in einer SEHR naturnahen Baumhausunterkunft, - bietet an, uns mit seinem Jeep, Modell “Klapperkiste” durch den Park zu fahren. Drei weitere Baumhaustouristen aus Galle schließen sich noch an.
Zu fünft klettern wir auf die Rückbank, allerdings erst nachdem die Männer den Jeep angeschoben haben, um den Motor zum laufen zu bringen. Ausgemacht wird er während der Safari nicht, das Risiko ist scheinbar zu hoch, dass er nicht wieder anspringt. Wäre eher unangenehm angesichts eines aufgebrachten Elefantenbullens.
Die Spannung steigt: Pfauen, Adler, Elefanten
Ein Pfauenmännchen mit aufgestelltem Rad ist das erste Tier, welches wir nach passieren des Parkeingangs zu Gesicht bekommen.
Adler hocken über unseren Köpfen neben ihrem Horst und blicken aus scharfen Augen auf uns fünf “Eindringlinge” herab. Die Straße ist eher eine Sandpiste, gepflastert mit tiefen Schlaglöchern, um die wir mehr oder weniger vorsichtig herum kurven. Wir stehen auf der Ladefläche des Jeeps, das Zeltdach haben wir heruntergewickelt, nichts hält uns auf den Sitzbänken. Von Weitem können wir bereits die erste Gruppe wilder Elefanten sehen, es sind an die hundert Tiere.
Sie grasen friedlich in der Nähe eines Weihers, nutzen den Rüssel wie eine Sense. Wobei friedlich... Anrempeln, am Schwanz ziehen, mit dem Po anschieben gehört vor allem bei den Jungbullen zum Programm, da wollen wir nicht dazwischen geraten.
Wir fahren weiter zu nächsten Gruppe. Dort wimmelt es nur so von Babyelefanten, die noch ganz tapsig daher kommen, den Schalk aber schon im Nacken. Wir spüren, wie die Muttertiere ihre kleinen im Auge haben, sie beschützen. Wir entdecken sogar ein pinkes Baby, es ist erst wenige Tage alt.
Ein Erlebnis, dass für immer bleiben wird. Sich klein fühlen neben dem rüsselschwingenden Riesen. Beim Anblick dieser Giganten öffnet sich unwillkürlich unser Herz.
Der Heimweg gestaltet sich weniger malerisch. Unser Fahrer, ein junger Typ, noch nicht lange hinter dem Steuer, hält die Nationalparkpiste fĂĽr seine persönliche Ralleystrecke. Wir ĂĽberholen jeden einzelnen der anderen Jeeps. Wir grinsen schief auf der Ladefläche, halten uns am Dachgestell fest, aber ein bisschen unwohl ist uns auch - denn Anschnallgurte gibt es keine. Kaum sind wir auf der normalen StraĂźe angekommen, knallt es urplötzlich lautstark. Wir purzeln auf der Ladefläche durcheinander, die Kamera fliegt im hohen Bogen aus dem Fahrzeug. Reifen geplatzt bei einem riskanten Ausweichmanöver. Der Beifahrer ist mit dem Kopf gegen die Scheibe gedonnert, sie zieht Bruchstellen wie ein Spinnennetz. Fahrer und Beifahrer verfĂĽgen zwar ĂĽber Gurte, legen sie jedoch wie landesweit ĂĽblich jeweils nur zur Deko auf den SchoĂź ohne zu verriegeln. Der Fahrer humpelt, der Jeep ist hin. Uns ist bis auf einen gewaltigen Schreck und einer blutigen Lippe einer Mitfahrerin nichts passiert, auch die Kamera hat keinen Kratzer. Unser Fahrer und der des anderen Fahrzeuges, ein LKW, diskutieren, sie blockieren die AusfahrtstraĂźe des Nationalparks, schnell staut sich Jeep an Jeep und ebenso schnell sammelt sich ein aufgebrachter Mob. Wir verstehen zwar nicht den Inhalt, wohl aber den Tonfall der Auseinandersetzung und sind froh, als unser Guide uns ein anderes Auto fĂĽr den Nachhauseweg organisiert. Dieser tolle Ausflug hätte schöner enden können. Aber eben auch viel schlimmer.Â