Erfolgsfaktoren auf dem Weg zur Digitalisierung â Wie Unternehmen digitale Innovationen auf den Weg bringen
Das Thema Digitalisierung ist in der Umsetzungsphase angekommen. Nicht nur die technologischen Aspekte stellen Unternehmen hierbei vor groĂe Herausforderungen. Wie sich diese ĂŒberwinden lassen und welche fĂŒnf Erfolgsfaktoren es zu beachten gilt, schildert dieser Beitrag. FĂŒr den modernen Menschen werden digitale Technologien immer wichtiger und rĂŒcken verstĂ€rkt in den Mittelpunkt einer jeden Organisation. Sie schaffen Wettbewerbsvorteile, indem sie helfen, Kosten zu reduzieren, die ProduktivitĂ€t zu steigern, Mehrwerte fĂŒr Kunden zu generieren und völlig neuartige GeschĂ€ftsmodelle aufzudecken. Meist entstehen neue datenbasierte GeschĂ€ftsmodelle durch die Kombination von Daten aus unterschiedlichen Quellen und deren Aufbereitung und ErgĂ€nzung mit zusĂ€tzlichen Mehrwerten. Traditionelle IT-Infrastrukturen sind hierbei aufgrund ihrer trĂ€gen Prozesse und vorhandenen Daten-Silos ĂŒberfordert. DafĂŒr braucht es eine neue Art des agilen Zusammenspiels von unterschiedlichen IT-Systemen und deren Datenquellen. Die Kenntnis ĂŒber die digitalen Technologien, deren Trends, Prozesse und Gesetze wird zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Open Source als TĂŒröffner. Open-Source-Anwendungen bieten hierbei eine groĂe Chance. Ihre Akzeptanz steigt auch im Enterprise-Umfeld permanent. Open Source ist ein offenes Ăkosystem, bei dem Programmcode und Dokumentation öffentlich zugĂ€nglich sind. Die Software ist sofort verfĂŒgbar und auf die eigenen BedĂŒrfnisse anpassbar. Das notwendige Wissen lĂ€sst sich durch Communities und meist gute Dokumentationen aus dem Internet ermitteln. Neue Erkenntnisse und Verbesserungen am Code selbst flieĂen dadurch schnell wieder zurĂŒck und schaffen zusĂ€tzliche Mehrwerte. Das eröffnet Spielraum fĂŒr innovative Anwendungen, erhöht die Investitionssicherheit und reduziert den gefĂŒrchteten Vendor-Lock-in. DarĂŒber hinaus zeichnet sich Open-Source-Software dadurch aus, offene Schnittstellen und Integrationen in andere Systeme ohne Limitierungen bereitzustellen, wodurch die notwendige Vernetzung schnell voranschreiten kann. Zu den Nachteilen gehören die teilweise komplexen Lizenzbedingungen, die oftmals zahlreichen AbhĂ€ngigkeiten und die aufwĂ€ndige Bewertung der lĂ€ngerfristigen StabilitĂ€t und Existenz eines solchen Open-Source-Projekts. Bei der Auswahl geeigneter Open-Source-Anwendungen ist daher viel Know-how gefragt. Organisatorische Herausforderungen. Die technologischen Herausforderungen sind fĂŒr viele Unternehmen ein nicht zu unterschĂ€tzender Hemmschuh der Digitalisierung. DarĂŒber hinaus fĂŒhlen sich viele Unternehmen auch durch ihre Unternehmenskultur ausgebremst. Eine global durchgefĂŒhrte Studie der Unternehmensberatung Deloitte zeigte, dass 62 Prozent der Teilnehmer die etablierte Unternehmenskultur als eines der gröĂten Hindernisse auf dem Weg zur digitalen Organisation sehen. In Deutschland betrug der Wert sogar 72 Prozent. Lediglich 7 Prozent der Befragten sehen ihre Organisation in der Lage, neue Ideen zu testen und schnell umzusetzen. Nur 37 Prozent der Mitarbeiter sagen, ihre Organisation habe eine Innovationskultur und sei sowohl experimentier- als auch risikofreudig. Das Top-Management hingegen sah sich mit 75 Prozent in einem ganz anderen Licht. »Kultur ist entweder das gröĂte Hindernis oder aber der stĂ€rkste Beschleuniger digitaler Transformation wie auch Innovation«, so Brian Solis, der Co-Autor der Studie: »Viele Manager glauben, dass ihre Unternehmenskultur bereits digital sei. Aber wenn man ihre Mitarbeiter fragt, dann sehen die das völlig anders. Diese LĂŒcke zeigt ein Fehlen von digitaler Vision, Strategie und taktischer Umsetzung von oben.« Digitalisierung lĂ€sst sich nicht auf die EinfĂŒhrung neuer Technologien reduzieren, sondern es hat weitgreifende VerĂ€nderungen im gesamten Unternehmen zufolge. Diese VerĂ€nderungen managen zu können, ist eine entscheidende Kompetenz auf dem Weg zur Digitalisierung.Â
Ziel der Digitalisierung sollte nicht die technologische Perfektion, sondern der maximale Business Value sein. Erfolgsfaktoren fĂŒr Unternehmen. Auf dem Weg zur erfolgreichen Digitalisierung sollten Unternehmen fĂŒnf entscheidende Aspekte beachten. 1. Der IT eine neue Bedeutung geben Anstelle nur Dienstleister fĂŒr funktionierende IT-Systeme zu sein, sollte die IT eine strategische Bedeutung erhalten und in den Mittelpunkt strategischer, langfristig ausgerichteter Initiativen rĂŒcken â als Dreh- und Angelpunkt der Digitalisierung. Die Mitarbeiter sind in der neuen Rolle als Business-Enabler gefordert, Prozesse zu verstehen und proaktiv zu werden. 2. UnterstĂŒtzung von oben Digitalisierung sollte aber nicht nur durch die IT-Abteilung vorangetrieben werden. Sie ist per se ein Managementthema, denn viele der grundlegenden Kompetenzen liegen im Managementbereich. Beispielsweise VerĂ€nderungsbereitschaft, die Bereitschaft, Dinge auszuprobieren und auch zu scheitern, und die Bereitschaft, bisherige GeschĂ€ftsmodelle zu verĂ€ndern und zu skalieren. Es reicht nicht aus, das IT-Budget zu erhöhen. Stattdessen muss ein kultureller Wandel angeschoben werden, der von der obersten Stelle in den Unternehmen vorgelebt und unterstĂŒtzt wird. Entscheidend ist, dass das Management FĂ€higkeiten und Kompetenzen besitzt, um das Thema Digitalisierung vorantreiben zu können. FĂŒhrungskrĂ€fte mĂŒssen verstehen, wieviel Digitalisierung an welcher Stelle im eigenen Unternehmen notwendig ist. 3. Aufbrechen von Silos Die IT spielt eine wichtige Rolle fĂŒr Digitalisierungsprojekte. Sie sollte jedoch nicht als Silo-Funktion in den Mittelpunkt gerĂŒckt werden. Stattdessen ist eine Vernetzung mit den Fach- und Funktionsbereichen erfolgskritisch. Ziel sollte nicht die technologische Perfektion, sondern der maximale Business Value sein. 4. Expertisen zusammenbringen In den seltensten FĂ€llen lĂ€sst sich ein Mehrwert aus vorhandenen Daten identifizieren und generieren, wenn einzelne Fachabteilungen und monodisziplinĂ€re Experten versuchen, diese zu deuten und mit ihnen kreativ zu werden. Stattdessen mĂŒssen gezielt unterschiedliche Disziplinen und Fachabteilungen zusammengebracht werden. 5. AgilitĂ€t und Schnelligkeit fördern All diese Schritte sind nicht erfolgversprechend, wenn daraus langwierige Projekte entstehen. Digitalisierung heiĂt auch Geschwindigkeit steigern. FreirĂ€ume und eine Kultur des »schnellen Scheiterns« sollten geschaffen werden. DafĂŒr braucht es neue Methoden und Herangehensweisen, wie beispielsweise das »Design Thinking« und die agile Softwareentwicklung. Viele dieser Methoden greifen nahezu perfekt ineinander und lassen sich durch digitale Technologien oftmals in hohem MaĂe automatisieren oder zumindest erheblich beschleunigen. Letztendlich gibt es kein Patentrezept, das auf jedes Unternehmen ĂŒbertragbar wĂ€re. An erster Stelle sollte immer zunĂ€chst die ĂberprĂŒfung des Ist-Zustands stehen hinsichtlich der IT-Landschaft, dem Nutzungsgrad der wichtigsten Anwendungen und Daten, dem Know-how und der Kultur im Unternehmen. GeklĂ€rt werden sollte auch, wie die digitale Landschaft optimiert werden kann, auf welchem Stand die digitalen Skills im Unternehmen sind, welche Anwendungen fit fĂŒr die Digitalisierung machen und welche Investitionen notwendig sind. FlieĂband fĂŒr Ideen schaffen. Perspektivisch sollte das Ziel sein, die entsprechenden Prozesse, Methoden und Technologien der Digitalisierung so zu verknĂŒpfen, dass eine Art »FlieĂband fĂŒr Ideen« entstehen kann, auf dem Produktideen und Verbesserungen extrem schnell umgesetzt und deren Business Value schrittweise ĂŒberprĂŒft und konkretisiert wird. Die Konzentration sollte auf der Verbesserung der Produkte und deren Business Value liegen und nicht auf der Standardisierung von Prozessen und Technologien. Denn was heute Standard ist, ist morgen womöglich schon wieder ĂŒberholt. Solche Umgebungen mĂŒssen geschaffen und implementiert werden. Das erfordert vor allem zu Beginn ein tiefes VerstĂ€ndnis der Methoden und Technologien der Digitalisierung. Empfehlenswert ist es, sich von Anfang an Experten ins Boot zu holen, die mit den Technologien vertraut sind, bei der Auswahl geeigneter Open-Source-Anwendungen unterstĂŒtzen und auch bei der Pilotierung der AnwendungsfĂ€lle Hilfestellung leisten können.Â
Stephan Niedermeier, CTO Co-Innovation Labs, Datavard www.datavard.com/de    Illustration: © zffotoâ/shutterstock.com  http://ap-verlag.de/digitalisierung-in-theorie-und-praxis-stillstand-smart-und-effizient/44362/ http://ap-verlag.de/roboter-uebernehmen-aufgaben-keine-arbeitsplaetze-digitalisierung-kostet-in-deutschland-keine-jobs/44237/ http://ap-verlag.de/status-quo-der-digitalisierung-im-controlling/44226/ http://ap-verlag.de/it4it-und-digitalisierung-jetzt-gehts-los/44063/ http://ap-verlag.de/sieben-digitalisierungsstrategien-fuer-den-mittelstand-so-koennen-unternehmen-die-vernetzung-fuer-sich-nutzen/43907/ http://ap-verlag.de/mythos-mainframes-grossrechner-bleiben-langfristig-rueckgrat-der-digitalisierung/43722/ http://ap-verlag.de/digitalisierungsneugier-statt-angst-mitarbeiter-begruessen-digitalen-wandel-im-buero/43711/ http://ap-verlag.de/digitalisierung-ausgebremst-quo-vadis-fachkraeftemangel/43692/ Read the full article











