Die Tür
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Beschäftigt man sich lange nicht mit seinem Innersten, so kann man die entstehende Situation mit einer “Tür-Metapher” vergleichen:
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Schaut man lange nicht hinter die Tür in sein Innerstes, so wächst mit verstreichender Zeit immer mehr Angst davor. - Ist es am Anfang vielleicht nur das unangenehme Gefühl, wird es mit jedem Moment mehr und mehr die bestechende Angst, die einen daran hindert hinter die Tür zu schauen. Denn je länger die Tür verschlossen bleibt, desto mehr verliert ein jeder den Überblick über das, was sich dahinter verbirgt oder um wie ‚viel‘ es sich dabei handelt. So entsteht dann Angst vor dem Ungewissen.
Was verbirgt sich hinter der Tür? Mit welchen Themen werde ich konfrontiert, wenn ich sie öffne? Wie gefährlich ist es sie zu öffnen? Und wie wirkt sich das Öffnen der Tür auf mich aus?
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Um einen ersten ungefährlichen Überblick zu ergattern, öffnen viele die Tür oft nur einen Spalt. Doch durch das kurze Öffnen und schnelle wieder Verschließen, erhascht der Betroffene nur einen ganz kleinen Teil der Gesamtheit. Oft erscheinen so die Probleme, die sich auf der anderen Seite der Tür verbergen, nur noch viel größer und bedrohlicher. Unsere Vorstellungskraft lässt sie gedanklich auf ein Vielfaches ihrer tatsächlichen Größe anwachsen. Somit verstärkt sich die Angst vor dem Blick ins eigene Innerste immer mehr, der Kreislauf schließt sich und beginnt von vorne. Es gilt zu Beginn der Konfrontation mit den eigenen Problemen diesen Kreislauf zu unterbrechen. Auf die Tür-Metapher übertragen hieße das, die Tür vollständig zu öffnen und einen vollständigen Blick auf die Problematiken dahinter zu riskieren. Primär kann dieser genaue Blick viel schmerzhafter sein, als nur der übliche kurze. Letztendlich ist diese Art des Umgangs jedoch sehr viel nachhaltiger. So kann dieses Vorgehen etwa auch angstbändigend wirken. – Durch den genauen Überblick, kann der Betroffene seine Situation vollständig einschätzen. Vielleicht ist die Problematik geringer, als zuvor vermutet. Die irrationale Angst wird gelindert.
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Ein kompletter Überblick über das Innerste ist natürlich utopisch. Jeder Mensch hat wohl nur ein paar Prozent seines Innersten ‚im Blick‘. Dennoch kann ein erster Eindruck dessen bei der Einschätzung der eigenen Situation helfen. Dieser Eindruck kann dann bei der Orientierung in der Therapie helfen. Letztendlich unterscheidet sich dieses Vorgehen wohl auch kaum von dem eines Therapeuten. Auch ‚Professionelle‘ versuchen sich zunächst einen ersten Überblick zu verschaffen. Anschließend wird dieses dann verfolgt, präzisiert und weiterentwickelt. So ergeben sich oft viele verschiedene Stränge und Nebenschauplätze, die sich aus dem ersten Blick hinter die Tür entwickeln.
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Es lohnt sich also hinzuschauen und dabei etwas genauer zu sein.
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