8. August 2019
Rehasporttechnik
Auf die drei Wochen stationäre Reha über die Deutsche Rentenversicherung in einer orthopädischen Reha-Klinik folgt die sogenannte Nach-Reha oder Nachsorge ambulant in einem Reha-Zentrum. Ich habe mich in einer Einrichtung angemeldet, die nur zehn Minuten zu Fuß von meinem Arbeitsplatz entfernt liegt.
Es gab bereits einen Aufnahmetermin, bei dem ich ärztlich untersucht wurde, die 24 Termine der Nachsorge festlegte und in mein Kraftmaschinenprogramm eingewiesen wurde. Heute nehme ich den ersten Termin wahr. Nach einer halben Stunde Gruppengymnastik bin ich zum Krafttraining mit Maschinen eingetragen.
Mein Trainingsprogramm ist auf einer kreditkartengroßen Patientenkarte gespeichert (die auch per Sensor einen Spind in der Umkleide verschließt und wieder öffnet). Am Beginn meiner Trainingseinheit stecke ich die Karte in ein mit Kabel befestigtes kleines Lesegerät am Wandterminal des Geräteraums. Auf einem Bildschirm erscheinen die Geräte, die ich betätigen soll. Ich tippe auf dem Bildschirm auf START und merke mir die ersten drei Geräte. An ihnen gibt es wiederum Lesegeräte für meine Karte. Wenn ich sie einstecke, zeigt das Gerät auf einem kleinen Display an, wie ich die Maschine für meine Größe einstelle. Nachdem ich das Einstellen per Knopf bestätige, zeigt das Display an, wie viel Gewicht ich heben, schieben oder drücken soll und wie viele Male. Auf dem Display gibt es zudem zwei Säulen: Die linke füllt sich im empfohlenen Tempo und Maß, die rechte folgt dem, was ich tatsächlich tue. Ziel ist es, diese beiden Säulen in Einklang zu bringen. Die Anzeige zählt meine Wiederholungen und Sätze, registriert auch, wann ich die Übung beendet habe.
Ich absolviere mein Programm, sehe immer wieder am Terminal durch Einstecken meiner Karte nach, welche Geräte ich noch vor mir habe und wie sie heißen – zwar sind die Maschinen zusätzlich zur Beschriftung mit großen Ziffernschildern versehen, mein Programm nennt aber nur ihre Funktion, z.B. Beinpresse. Da ich den Raum zum erstem Mal nutze, irre ich oft suchend durch die Gerätereihen. Eine Maschine, nämlich die Beinpresse, hat ein anderes Display: Dieses zeigt an, mit wie viel Druck rechtes und linkes Bein den Wagen, auf dem ich liege, wegschieben. Hier ist das Ziel, den Druck mit beiden Beinen gleich stark auszuüben.
Manche Übungen benötigen keine Maschine, sondern nur eine Matte (Bauchübungen) oder Handschlingen, die oben an einer Sprossenwand befestigt sind. Deren Durchführung muss ich am Terminal manuell durch Antippen der Übung auf dem Bildschirm bestätigen.
Nach anderthalb Stunden habe ich mein Programm durchgespielt. Ich stecke die Karte ein letztes Mal in das Lesegerät am Wandterminal und drücke auf dem Display auf STOPP.
(die Kaltmamsell)














