Ricardo Spindola übersetzt den Titel von Cornelia Vismanns Aktenbuch mit Autos. Akten sind Autos. Auf Tafel 79 setzt Aby Warburg das Bild eines Streitwagens oder Chariots in eine Linie von Fotos mit Menschenzügen. Chariot wie Caritas und Sharia, wie Kurie und Kurven.
Wozu Bilder bestreiten und unterhalten, wozu Streit wagen? Akten, daran erinnert Vismann, sind handelnde und händelnde Objekte. Man muss nicht übersetzen, man kann es aber. Man muss nichts händeln, nicht mit (dank oder durch) Objekte handeln. Man kann es aber.
Warburg tut das unter anderem deswegen, weil ihm Recht und Regen Fragen stellen. Er muss es nicht tun, er kann es aber, weil ihm Formen Fragen stellen, durch die Regen/ Regung geht. Vismann musste sich nicht mit Objekten und Kulturtechniken befassen, sie konnte es. Sie musste sich auch nicht mit Disziplin und Macht befassen, sie konnte es. Sie begehrte etwas. Wir kommt's, diese Frage hat sie im Buch vom Griechenland mit dem Phryne-Akt assoziiert, dass die Leute das Wissen Begehren, aber das Begehren nicht wissen? Sie musste ihre Antrittsvorlesung nicht dem Schönen, dem Musischen und dem Venerischen widmen. Sie konnte es.
Man muss Vismann nicht als Historikerin und Theoretikerin des Begehrens lesen. Man kann es. Man muss ihre Kritik nicht als Begehren, ihren Apparat und ihre graphischen Züge nicht als Wehen, Wogen und Missen lesen. Man kann es.
Man muss nichts wagen, nicht streiten, man kann es.