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Carlo Ginzburg
Bald, ach so bald, ist Midsommernacht. Bald, ach so bald, ist SĂŁo JoĂŁo. Bald, ach so bald, ist die Zeit, an der die Transformationen so wild ausschlagen wie sonst nie im Kalender. Bald, ach so bald, wird die Grenze zwischen dem Himmel und der Erde, den Tieren und den Menschen, den Frauen und den MĂ€nnern, dem Leben und dem Tod, dem Organischen und dem Anorganische, dem KĂ€se und den WĂŒrmern nicht poröser, als sie sowieso schon ist. Aber bald, ach so bald, schlagen die Kanzeln, die Schleier, die Raster, die StĂ€be und die BĂ€lle, die Lanzen und die Furchen, das Sonnenlicht und die Schatten, bald schlagen die KanĂ€le wieder so deutlich aus, dass es sich nicht ignorieren lĂ€sst. Dann werde ich mit Carlo Ginzburg tanzen.
Man sagt, er sei heute, also gerade, innerhaln der letzten 24 Stunden gestorben. Das sagen die Leute so, man soll es ihnen nicht zu ĂŒbel nehmen. Um 15.50 nennt Patrick Bahners den Ginzburg einen Hexemeister und Erzrationalist. Ich lese das und werde von jetzt an wissen, wo ich saĂ, als ich das las. Ginzburg war Magier und Archrationalist, Kardinal- und Fleischrationalist, der war Scharnier- und Klapptechniker. Jede seiner Fallstudien sei eine Gegenprobe auf gesellschaftliche NormalitĂ€t gewesen. So soll es sein, gut, das Bahners das so noch einmal deutlich gemacht hat.
Solange ich lebe und den Ginzburg liebe, tanze ich mit dem, wild ausschlagend an solistice, den Rest des Jahres sowieso. Dichtungsschmatzer auf die Stirn, Carlo! Deine Augenbrauen, Carlo! Dein(e) Locken, Carlo! Deine Wahrnehmung, Carlo! Danke.
Carlo, du fĂŒhrst schon wieder!
Wie bestreitet man Bilder? (Liste)
Kreisend
Ăkonomisch
Ăkologisch
Wiederhallend (echoing)
Wiederholend
HĂ€ndelnd
Orientierend
Aktiv
Passioniert
G+7 = 14
Bilder rechnen, denn sie sind berechnet und sollen darum auch berechnet werden. Die Betrachtung ist eine Kultur- und Körpertechnik, die nicht im Sehen oder Schauen aufgeht, auch nicht in der Beschreibung, also etwa den Techniken, die man Ekphrasis oder Prompten nennt und die die Verwandlung von Wort in Bild und Bild in Wort hÀndeln sollen.
Die Betrachtung geht damit einher, zĂ€hlen, rechnen, messen, skalieren, mustern, stratifzieren und mit Formen kalkulieren zu können. Zum FormenkalkĂŒl, einer Technik und Kunst der Wiederholung, zĂ€hlt nach Spencer-Brown und Dirk Baecker das ZĂ€hlen und das Kreuzen. Abstrakt gesprochen ist die Betrachtung die Technik graphischer ZĂŒge. Zwei Standardwerke zu diesem Thema stammen von Michael Baxandall, der am Beispiel der Florenz ein Buch zum rhetorischen Ensemble, also zur Bildrhetorik als artifizieller Bildung und ein Buch zur Berechnung der Bilder geschrieben hat. Dieses zweite Buch heiĂt auf deutsch 'Die Wirklichkeit der Bilder', das Buch, das ich wĂ€hrend des Studiums in Passau nahezu vollstĂ€ndig markiert und zerfleddert habe. Der deutsche Titel ist fantastisch, denn die Wirklichkeit ist, wie die Natur, technisch durchsetzt. So wird Baxandall auch einer der wichtigen Autoren fĂŒr Niklas Luhmann. Man kann das VerhĂ€ltnis von Recht, Technik, Wissenschaft und Kunst als Ausdifferenzierung beschreiben. Die Leute tun es ja, sie können es, also geht es auch. Man kann das VerhĂ€ltnis auch als Entdifferenzierung beschreiben, die Leute tun es, sie können es, dann geht es auch. Aber eine Frage ist, was man begehrt und welchen Bedarf man hat. Mir ist wohl klar, warum man die technischen Möglichkeiten als Geschichte deutet und sagt, erst habe die Geschichte sich so, dann anders entwickelt, erst aus- dann entdifferenzierend. Die Leute wollen halt Weber sein, entweder Max Weber oder die Weber des 21. Jahrhunderts oder, noch besser, gleich beides auf einmal. Auf jeden Fall haben sie wohl einen Bedarf nach Verlust. Das ist melancholischer Diskurs. Der Bedarf kommt aus dem Mangel, das Begehren aus der FĂŒlle.
Wenn G+7 = 14 ist, was ist dann G?

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Desasterrecht
Desasterrecht verlangt eine grĂŒndliche Ausbildung in professioneller MeldungslektĂŒre incl. Presse- und Bewegtbildikonographie. Die FAZ hat heute aus gegebenem AnlaĂ, nĂ€mlich aufgrund diverser Desaster, an Seite 81 aus Niklas Luhmanns Buch 'Die Kunst der Gesellschaft' erinnert.
Das ist eine zentrale Passage fĂŒr Bild- und Rechtswissenschaftler, denen das ius nicht aufgehört hat, ars zu sein und denen das Recht darum immer noch so antik wie kĂŒnstlich und dazu noch so technisch wie moderne Kunst erscheint.
Dort, auf Seite 81,0stellt Luhmann eine These auf, die auch erklĂ€rt, warum ich zu (Pol-)Objekten, zu Warburgs Staatstafeln, zu ,vaguen Assoziationen' und zur UnbestĂ€ndigkeit forsche. Luhmanns These lautet dort, daĂ die Stabilisierung von Objekten möglicherweise viel mehr zur Festigung sozialer Beziehungen beitragen könnte als der berĂŒhmte Gesellschaftsvertrag. Er nennt an der legendĂ€ren Stelle Könige und FuĂbĂ€lle als Beispiel, auch dafĂŒr, warum es in Deutschland auch bis heute in der Staatsrechtslehre heiĂt:
Aus, aus, aus! Die Differenzierung ist aus! Deutschland ist Weltmeister!
Bildungs-Institutionen
Alle halten "Kulturtechnik und SouverĂ€nitĂ€t" fĂŒr Vismanns Manifest und Testament. Alle? Ein schwarzgallig melancholischer Staatsrechtslehrer ('Born under Saturn') aus einer Gegend, die manche als Nachbarschaft, dieser Typ selbst aber als contubernium und Maulwurfshaufen versteht, nicht. Die Rede von der Macht produziert Halbwahrheit, wie die Rede von der SouverĂ€nitĂ€t.
Man soll einmal Bildungs-Institutionen, einen Text fĂŒr Werner Hamacher aus dem Buch Babel neben den Bewerbungsvortrag halten, den Vismann fĂŒr Weimar geschrieben hat. Der hat ihr immerhin zwei Jahre Festanstellung eingebracht, ich war dann anschlieĂend vier Jahre dort und kann mit gutem Gewissen sagen, dass der Text zwar erfolgreich, der Gewinn aber alles andere als ein Jackpot war. War schon toll, heiĂt nur nix. Das Leben geht nĂ€mlich nach Katastrophen und Apokalypsen weiter, nach Erfolgen auch. Nach der Differenzierung ist vor der Differenzierung.
Vismanns Wissenschaft handelt vom Begehren, erst dann folgen Ăberlegungen zu Kulturtechniken und SouverĂ€nitĂ€t. Kittlers Medientheorie ist MĂ€dchentheorie. Vismann ist keine ReprĂ€sentantin Kittlers. Sie ist das Subjekt und das Objekt seiner Theorie. Sie hat ihn in Sachen Begehren gebildet und instituiert, sie macht in ihren Texten deutlich, dass das nicht zu haben ist, ohne Substitution zu sein.
Merke: wenn man mit etwas arbeitet, dann richtig. Also nicht erst damit arbeiten und dann, sobald es Kritik gibt, sagen, das Thema wĂŒrde einen ohnehin nicht interessieren und man wĂŒrde sich da nicht auskennen. Nicht erst das Leben definieren und dann behaupten, man betrachte aber nur die juristische Seite des Leben und wisse eigentlich gar was das Leben sei, interessiere sich auch gar nicht dafĂŒr. Nichts tun, um teflonisiert wie ministrable Staatsrechtslehrer zu werden. Merke: Mache nicht, was alle tun.
Richter aus- und abbilden
1.
Die Forschung und Lehre zur Geschichte und Theorie juridischer Kulturtechniken versteht Bildung auch als Bildgebung. Die setzt wieder Bildnahme voraus. Um Bilder geben zu können, muss man sie auch nehmen können.
Richter sollen ausgebildet werden und sie sollen dazu wissen, wie man Richter abbildet, denn sie sollen selbst einmal einen Richter abbilden. Manche Staatsrechtslehrer wollen nichts und niemanden abrichten. Man sollte ihnen entgegenkommen und darum wĂ€hrend des Unterrichts den RĂŒcken zuwenden. Dann richten sie nichts und niemanden ab, dann richten sie was aus und allen behagt's, den sensiblen Professoren auch.
Das Recht hat heute nicht nur deswegen mit der Kunst zu tun, weil AnwĂ€lte VertrĂ€ge fĂŒr den Kauf- und Verkauf von solchen Richterbildern entwerfen, die von Gerhard Richter stammen und als Flachware der Oligarchen gehandelt werden. Man kann an Richterbildern und ihrer Wiederholung auch betrachen, wie Antike in Algorithmen nachlebt. Beides ist interessant, sowohl der Flachwarenhandel fĂŒr die Oligarchen als auch die Ăbertragung von Richterbildern, in denen Antike algorithmisch nachlebt. Alles ist interessant. Wir bilden nur Interessierte aus, das sind Leute, denen alles interessant ist und die nicht die biedere Angst pflegen, sie wĂŒrden in irgendwas untergehen.
Man spricht vermehrt von der Vermehrung. Die Bilder sollen sich vermehrt haben, die Rechte, das Politische, die Inder, die Kinder. Der Regen und die DĂŒrre haben sich vermehrt, sagt man. Man sagt, die WĂŒste wachse. Man sagt auch, sie wehe dem, der WĂŒste birgt. Die Richterbilder sollen sich sogar irre vermehren, kann sein, letztens war die Nationalgalerie schon wieder voll von neuen Richterbildern, noch bevor ich sie betrat. Ihre Preise sollen sich auch vermehren. Die Angst vor Finanzblasen soll sich vermehren.
Das Vermehren vermehrt sich also selbst. Gunther Teubner beschreibt das als ein SuchtphÀnomen. Man kann das auch als Symptom eines melancholischen Diskurses werten. Unterstellt sei, dass der Vermehrungsdiskurs ungebildet oder unausgebildet ist. Sein GedÀchtnis ist stolz oder kurz.
2.
Bilder kopieren: Maria Muhle zĂ€hlt das zu den Formen minderer Mimesis - ohne das damit abzuqualifizieren. Das Kopieren kann zu Kopf steigen. Keine Ausbildung und Abbildung ohne eine Bildökonomie, die dann erstens als Wissenschaft leidenschaftlicher Interessen und dann zweitens als als Analyse und Kritik des Kapitals, der Kapitalen und kreisender (nach Tarde und Simondon sogar zyklischer) Ressourcen verstanden wird. Bildökonomie ist insofern Wissenschaft eines Begehrens, das gefĂŒttert und satt werden soll. Sie ist nicht Wissenschaft der FĂŒlle, sondern auch des Knappen und Klammen.
3.
FAQ: Was also ist Bildökonomie, abgesehen davon, dass es mit doppelten Genitiven und dem Austausch von Subjekten und Objekten zu tun hat? Bildökonomie ist responsive Bildung, inklusive Analye und Kritik leidenschaftler Interessen und jener Stellen, an denen die Wiederholung zum Kopfe steigt.
4.
Buy it, use it, zip, unzip it!
Das Betrachten
Das Betrachten ist eine juridische Kulturtechnik, also auch Körpertechnik. Kein Distanzschaffen ohne Verleibung. Keine Exkarnation ohne Inkarnation. Keine Institutionen ohne rhetorische Institutionen. Keine Akte ohne Passionen. Keine ReprÀsentation ohne Symptom.
Das ist nicht unbedingt die Wahrheit, die vollstÀndige Wahrheit und nichts als die Wahrheit, das ist aber unbedingt die Perspektive der Forschung und Lehre zur Geschichte und Theorie juridischer Kulturtechniken. Sie ordnet das Allgemeine nicht. Sie wiederholt Wiederholungen.

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Reissen, Richten, Risse
1.
Wie Bilder, so sollen auch das Recht und die Rechte bestritten werden. Das Recht und die Rechte fallen nicht vom Himmel und sie wachsen nicht von selbst aus den Todes- und Dehnungsfugen stÀdtischer Architekturen.
Das Recht und die Rechte mĂŒssen bestritten, auch unterhalten werden, das ist auch eine ökonomische, ökologische Frage - und eine Frage nach der ResponsivitĂ€t, also eine echonomische, echologische oder echographische Frage. Es reicht nĂ€mlich nicht, Recht und Rechte zu haben, man muss sie auch (ĂŒber-)tragen können, man muss den Umstand, dass man sie hat, (mit-)teilen können
Der Begriff des Rechts und der Begriff des Risses sind zwei affine bis verwandte Begriffe. Der Riss ist in dem Sinne nicht nur eine Brechung, wie der Streit eine sein soll. Der Riss ist auch ein Plan. Der Riss zeigt Verwerfung und Entwurf. In der AffinitÀt und Verwandtschaft von Recht und Riss bilden Norm und Form vollstÀndige Synonyme. Der Mensch tracht, Gott lacht. Recht und Risse tragen und trachten, das Recht den Riss und der Riss das Recht.
Rechte sollen wahrgenommen und ausgeĂŒbt werden. Wir forschen dazu (forsch) und lehren dazu (gelehrt), wenn es denn um die Geschichte und Theorie juridischer Kulturtechniken und um Desasterrecht (Zumbansen) geht.
2.
Die oben angezeigte Ausschreibung fĂŒr viele, viele, viele tausende 'Studierende und Promovierende' (Studentinnen und Studenten, MĂ€nner, Frauen, Queers, Divers, BĂ€ren, Butches, Bitches, Hunde, Personen und MaskentrĂ€ger, Taucher*innen und Raucher*innen).
Im ersten Satz wird deutlich gemacht, dass die Ausschreibung an einem Vermehrungsdiskurs teilnimmt. In letzter Zeit vermehre sich etwas, heisst es da. Ein Grundsatz im Desasterrecht lautet: Mir nicht. Dieser Grundsatz geht davon aus, dass der Vermehrungsdiskurs ungebildet ist (unausgebĂldet), weil sein GedĂ€chtnis stolz oder kurz ist. Erinnert sich noch jemand an die strategie de la rupture? Kennt jemand noch den Streit um das Cover mit Helmut Newtons Foto von Grace Jones auf dem Stern? Wie lange ist das alles her? WeiĂ die Anwaltschaft noch etwas von der Antike? Hat sie vergessen, was im Familienrecht im Alltag immer wieder passiert: Die Leute nehmen ihre Rechte auch wahr, um die zu vernichten, von denen sie enttĂ€uscht wurden. Das kommt, wie man so schön sagt, in den besten Familien vor. Kennt die Anwaltschaft den Satz dies in lite? Oder Ciceros SprĂŒche (sein sĂ€uselnd schlĂ€ngelndes Summen zur Summenbildung)? Erinnert sie sich jemand daran, dass polis, polos und polus so affin bis verwandt sind, wie Recht und Riss? Hat jemand zuviel mittleren Habermas gesoffen und im Filmriss rauschender Kommunikation und liquider, geistvoller Totalinklusion vergessen, dass das Recht mit der Technik einhergeht, Differenzen zu operationalisieren? Sind die total reformiert und haben die vergessen, dass jede Innerlichkeit mit ĂuĂerlichkeit einhergeht? Oder ist es schlicht so, dass die EinschlĂ€ge nĂ€her kommen? Das kann sein, dass bestimmen Mandanten und bestimmten AnwĂ€lten die Welt frĂŒher noch unbestrittten, friedlich und ordentlich erschien. Den einen ist der Kampf um's Recht eine postbiedermeierliche Metapher, den anderen nĂŒchterner Alltag.
3.
Die Ausschreibung teilt mit, dass ein einziger Juror ĂŒber das Preisgeld entscheiden wird. Sogar der Name wird geliefert, das ist ja mal eine Idee! Das ist Jörg Risse (der Name klingt wie ausgedacht, ist er auch), der auf besondere Mandanten spezialisiert ist - und alle dĂŒrfen nicht nur raten, sondern auch recherchieren, welche Mandanten der Risse vertritt und was er im Leben fĂŒr gut und was er fĂŒr schlecht,vor allem aber fĂŒr erstrebenswert hĂ€lt.
Wenn man das Geld will (10.000 oder aber mehr werden im Ton des Versprechens versprochen), sollte man sich bemĂŒhen, zu schreiben was der Risse gut findet, auch in kritischer Hinsicht und in Sachen Autonomie. Es gibt Verfahren, den Schreibern und Bewerbern nicht mitzuteilen, wer ihre Texte begutachten, das macht man in der Wissenschaft so. In der Kunst, die heute relevant ist (und nicht einfach Flachware fĂŒr Oligarchen produziert), da ist das auch so. In dem Kunstbetrieb, in dem Falchware fĂŒr Oligarchen prodiziert wird, da sagt man den Leuten, welche Stars aus dem Milieu ihresgleichen entscheiden werden, wer diesmal den Preis bekommt. Diese Ausschreibung der Anwaltschaft, mir ist sie etwas peinlich, das ist neuer Oligarchenstil. Lesen Sie dazu unbedingt das Buch Oligarchen von Wolfgang Kemp, dieser Text ist so wichtig wie Martin Warnkes Text ĂŒber die geistige Situation der Couchecke im berĂŒhmten Buch von Habermas ĂŒber ziemlich geistige Situationen.
4.
Wenn 5000 Studierende sich an diesem Wettbewerb mit Texten von jeweils 30 Seiten beteiligen , das wĂ€re doch toll! Dann hĂ€tte der Risse endlich mal was AnstĂ€ndiges zu lesen und bis auf weiteres damit zu tun. Anwaltskanzleien nutzen heute kĂŒnstliche Intelligenz und wollen Studierende, die damit eigenverantwortlich umgehen können. Der liebe Ton, mit dem freien und erwachsen Menschen mitgeteilt wird, sie dĂŒrften sich bei diesem Text mal ruhig etwas zutrauen, der klingt ein bisschen wie der Ton auf gescheiterten Kellerpartys: Hey Leute, ihr dĂŒrft total locker sein und tanzen! Geht es nur mir so, dass ich ab dem Tag der Einschulung auf so einen Ton allergisch, bockig und rebellisch reagiert habe? I got a licence to be brav(e) and you know I'm going straight for your heart. My name is blond.
Mir mufft diese Ausschreibung, aber ich darf ja auch nicht und soll ganz bestimmt nicht teilnehmen, was fĂŒr alle Beteiligten das beste ist. Ich ermutige aber wirklich alle Studierenden in Deutschland, ihr mehr oder weniger natĂŒrlichen und mehr oder weniger kunstvollen Schreibmaschinen anzuwerfen und 30 Seiten an die Hessische Anwaltschaft zu senden, immerhin gibt's einen Betrag, den manche Gutachter schon fĂŒr 3-5 Seiten Gutachten bekommen könnten, aber Lehrjahre sind ja keine Herrenjahre.
Man könnte das gewonnene Geld gleich fĂŒr strategische ProzessfĂŒhrung einsetzen! Ich kenne da ein paar AnwĂ€ltinnen und AnwĂ€lte.
Wer was zum lawfare haben will, bekommt lawfare.
Niemand hat die Absicht, die Republik zu vermauern.
Was sind Leute?
1.
Leute sind nicht das Volk, denn Laos ist nicht Demos. Leute sind diejenigen, von denen immer etwas absteht, zum Beispiel ihre Gaben, und nach denen man darum schauen soll.
Was viele gar nicht wissen: Leute sind durchaus die, von denen etwas absteht und nach denen man darum schauen soll. Aber die schauen ab und zu auch nach allem möglichen Abstehenden und AbstÀndigen. Da ist bestimmt noch was drin, da steckt bestimmt was dahinter, das sagen auch sie. Und manchmal: Huch, hoam's koa Trojaner nett? Oder: Sind die Griechen weg? Oder, das angeblich vermehrt: Ist die Luft rein?
2.
Meta ist mythologisch gut informiert. Im Prompt hatte ich weder den Laokoon noch die Trojaner erwĂ€hnt, auch nicht darum gebeten, den Jungen das Pferd öffnen zu lassen .Ich hatte gebeten, mir das Bild eines Jungen zu machen, der zwischen Geschenken vor einem Weihnachtsbaum sitzt und gerade ein hölzernes Pferd mit Rollen an den Hufen auspackt. Aber wie heiĂt es so schön? Im Algorithmus lebt Antike nach.
Wenn die Wahrheit das ist, was begehrt wird
Si verum quaerimus: Dann schlĂ€gt das Wesen aus. Dann schlĂ€gt es ins Hohe und ins Tiefe aus, ins Sublime und ins Subtile. Das decorum ist ein generatives Modell kĂŒnstlicher, artifizieller oder technischer Operationen. Rhetorische Institutionen konzipieren es als skalierbare und stratifizierbare Musterung mit hohen und niedrigen Werten.
TextualitÀt und Bildlichkeit
Im rhetorischen Ensemble hat man's nicht nur mit TextualitÀt und Bildlichkeit zu tun. Man hat auch mit Lettern zu tun. Das sind kleine und kleinste Formen, Token, Tabletten oder Tabellen und Teller auf Tafeln, die vom Schriftlichen ins Bildliche, vom Bildlichen ins Wörtliche, vom Sinn ins Sinnliche, von der Akustik in Optik, von der Hand in den Mund und vom Auge in den Magen kippen (et vice versa,die Laster machen es versiert und verkehrt), weil da die Rekursionen mit Schlingen einhergehen. Letter sind Mahle und klamme Sendungen. Sie kippen von einem Medium ins andere, von einer Form in die andere.
Polemik ist eine juridische Kulturtechnik, die man da gut gebrauchen kann, wo das Recht mit dem koextensiv ist, was polis, polos oder polus sein soll. Wo die Köpfe schon rund sind, damit das Denken die Richtung wechseln kann und wo die Wahrnehmung schon geballt ist, da kann Polemik nicht schaden.

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Vestingism soleil levant
Und jetzt raten wir einmal, auf welchen Text der Autor seine Deutung von Cornelia Vismann stĂŒtzt. Und jetzt raten wir einmal, welche Lesarten Vismanns (alle Genitive!) nicht wert sind, erwĂ€hnt zu werden. Und jetzt raten wir einmal, was wir von VerkĂŒrzungen halten.
That's a bingo! That's intense EgalitÀt.
This does not stand: Sheep, sleeping in their own secrets.
Kulturtechnikforschung strikes back!
My personal Jesus Laios, King of Thesen
Luhmann, King of Thesen! His name is Laios, he belongs to Laos: von ihm steht immer was ab, nach ihm soll man schauen.
Aus, aus, aus - die Differenzierung ist aus, Deutschland ist Weltmeister. In seinem Buch zur Kunst der Gesellschaft, also auch zu derjenigen Kunst der VergĂŒtung, Gutmachung, Veredelung, des Passenden, Passierenden und der Liquidation, die römisch ius und deutsch Recht genannt wird, geht Niklas Luhmann auf die Objekte ein, die zur Stabilisierung mehr beitragen könnten als anderes. Eines dieser Objekte ist nach Luhmann der FuĂball. Wir reden hier von kontrafaktischer Stabilisierung, d.i. faktisch inkonstant.
Manche glauben, es gĂ€be eine europĂ€ische Anomalie, die sich erst ausdifferenziert hĂ€tte und nun wieder entdifferenzieren wĂŒrde. Ich denke, dass nach der Differenzierung vor der Differenzierung ist und dass alles das, was hier vorkommt, auch da vorkommt, nur in anderen Reihenfolge, in anderen Sequenzen und Frequenzen
Apokalypse ist der Name der Frage danach, wie zu leben man begehrt. Katastrophe ist der Name einer wendigen, kippenden und kehrenden Strophe.
Wer durchgehend tut, was er zu tun hat, der hat Mitte 50 schon mindestens drei bis vier Abschaffung seiner selbst und ca. ebensoviel UntergÀnge seiner Welt hinter sich.