Zettelkasten, Schaufenster, Schirm und Schleier
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Moses
Moses, ein Dackel, der ist jemand, der durch das Meer und andere wüste Ort sorgfältig und sorgsam geht. Er geht in diese Orte, durch die Orten und wieder raus. Er ist exakt auf der Grenze zwischen Bayern (München) und Schwaben (Augsburg) geboren, in den beiden Städten sehen dass die Einwohner sofort, ich werde dort wegen ihm und seiner Herkunft angesprochen. Sein Geburt war im Stall, der gehört in Dritter Generation, seit 1933, dem Oberbürgermeister des Dorfes. Moses ist der Gefährte, so wie Donna Haraway ihn treffend, aufrichtig und liebenswürdig schildert. Er ist von Geburt aus dem Dorf, vom Herzen liebt er norditalienische Städte. Hat er einmal Schwierigkeiten beim Einschlafen, nehmen wir an bei Gewitter, dann lese ich ihm aus der zwölfbändigen Edition von Casanovas Lebenserinnerungen vor, die ich von meiner Mutter geerbt habe. Diese Lektüre gefällt ihm besonders, er gleitet dann in den Schlaf wie ein Mauersegler.
Heute feiert Moses seinen 11. Geburtstag! Dem größten kleinen Mann der Polysophienstraße ein dreifaches Hoch mit Wurst hinterher!
Ende Juni 2026
Liefern lassen auf dem Land
Seit Jahren rede ich meiner Mutter (82) zu, dass sie sich wenigstens die Getränke liefern lassen soll. "Die liefert doch keiner", wendet sie dann immer ein. "Doch! Alle machen das!", sage ich.
Weil die Mutter gerade zwei Schlaganfälle hinter sich hat, kann sie jetzt noch weniger gut schwere Kästen herumtragen. Ich nutze die Gelegenheit und suche auf der Edeka-Seite nach der Lieferoption des Getränkemarkts, den wir am häufigsten aufsuchen. Das wäre am praktischsten, denke ich, dann kann man die Lebensmittel auch gleich dort bestellen und braucht keine zwei Lieferdienste.
Der Edeka-Getränkemarkt liefert nicht. Der Rest von Edeka auch nicht.
Ich rufe bei dem Getränkemarkt an, den die Mutter am zweitliebsten hat. Der zweitliebste Getränkemarkt liefert nicht.
Ich schreibe dem Lieferdienst mit der sympathischen Domain kracherlschubser.de eine Nachricht. Man muss sich dort ein Kundenkonto hand-einrichten lassen, um dann (hoffe ich jedenfalls) bestellen zu dĂĽrfen. Der Lieferdienst antwortet nicht.
Ich rufe den drittliebsten Getränkemarkt der Mutter an. Er liefert nicht, ich werde aber an ein Unternehmen in 20 Kilometer Entfernung verwiesen, bei dem ich anrufen soll. Ein Anrufbeantworter geht dran. Ich finde die Website des Lieferdiensts, die verheißungsvoll aussieht: Man kann Produkte in einen Warenkorb legen! Aber wenn ich meine Postleitzahl eingebe, steht da nur "nach Absprache". Ich schreibe dem Lieferdienst eine Nachricht. Der Lieferdienst antwortet nicht.
Bei überregionalen Lieferunternehmen sehe ich gar nicht erst nach, weil ich das für noch viel weniger mutterkompatibel halte als regionale Lieferdienste, bei denen auf dem rostigen Auto vertrauenerweckend so was wie "Irlbacher Kracherl – direkt aus der Irlbacher Kracherlquelle" steht. (Beim Aufschreiben dieses Beitrags hole ich es aber nach: flaschenpost.de, getraenkedienst.com, durst.de, kistenbote.de liefern alle nicht an unsere Postleitzahl.)
Nebenher versuche ich herauszufinden, welche Supermarktkette vor Ort eigentlich Lebensmittel liefern würde. Das ist zwar noch nicht dringend nötig, aber vielleicht könnte man ja mal einen Anfang machen, wenigstens für die langweiligen und schweren Lebensmittel. Tomatendosen und Mehltüten muss man doch wirklich nicht im Laden persönlich begutachten.
Ich weiß noch, dass das im ersten Pandemiejahr in Schottland schwierig war, weil die Lieferslots so begehrt waren, und auch im zweiten noch nicht einfach. Aber ich sehe dort inzwischen ständig Lieferfahrzeuge verschiedener Supermarktketten und gehe deshalb davon aus, dass es auch in Deutschland jetzt normal sein muss. Ich habe das in Berlin zum ersten Mal 1997 ausprobiert (seitdem allerdings nicht wieder), knapp dreißig Jahre sollten doch reichen für den Weg in die ländlichen Regionen.
Die Mutter meint, mal von einer Person gehört zu haben, die sich von Rewe beliefern lässt. Aber der örtliche Rewe bietet nur einen Abhol- und keinen Bringservice. Auch sonst liefert niemand an unsere Postleitzahl.
Ich rege mich auf, beschwere mich im Techniktagebuch-Redaktionschat über die Zustände auf dem Land und schreibe diesen Beitrag. Erst als ich dafür noch mal meine ganze Suche rekonstruiere, merke ich, dass ich im allerersten Schritt aus Gewohnheit die leicht auffindbaren regionalen Getränkelieferanten ausgeschlossen habe, auf deren Website es nur eine Telefonnummer gibt, kein Sortiment, keine Preise, keinen Onlineshop. Das war vor drei Tagen, ich war noch jung und naiv und dachte, irgendwo gebe es sicher ein richtiges Unternehmen mit Onlineshop und Lieferterminen. Ich rufe beim ersten Suchtreffer an und gebe telefonisch eine Bestellung auf. Am Montag wird geliefert.
(Kathrin Passig)
Kathrin Passig
Wenn es nicht Leute wie Kathrin Passig gäbe, dann wäre ich in Deutschland morgens um halb elf mit dem Geräusch einen brechenden Knoppers implodiert, oder ich hätte mich schon längst, wer weiß, in eine wunderschöne Toffifee verwandelt.
Martin Parr
Martin Parr
Du hast den Blick, wenn du siehst, was dich anblickt. Martin Paar ist mit seinem Blick so derartig ein Verwalter, sogar Statthalter des Hogarth-Akts, wie es sein soll. Spontane Fotografie als Gesellschaftsanalyse oder schlicht als das, zu dem Aby Warburg auf Tafel 78 und 79 anleitet, also als Bild- und Rechtswissenschaft: da ist Parr ein Meister.
Die Welt ist alles, was der Ball ist (Wit Bräukel, Kommentar zum Traktat der Schlange von Zoran Terzic).
Meta bolisch
Meta sagt, sie finde im Netz kein Foto von Heinrich Krieger, also bitte ich sie, mir eins zu machen, im Stil eines Passfotos der dreiĂźiger Jahre. Krieger muss sechs (diabolische?) Finger gehabt haben oder so. Mit meiner Forschung zu den basalbolischen Akten und Passionen im Algorithmus (also zum vaguen und polaren des Algorithmus) ist Meta inzwischen so vertraut, dass sie mir aus Krieger eine basalbolische Person gemacht hat, einen Baseballspieler.
Krieger ist eine Figur des freudschen SchweiĂźbrenners, der Ezra und Roscoe Pound verschweiĂźt. Sein Name spricht, aber dafĂĽr sind Namen schlieĂźlich da.

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Und nicht nur das!
Systemtheorie ist auch eine besondere Eindruckstheorie, die voll super ist.
Atlas Farnese
Ich kann beim besten Willen keinen Atlas von Farnese entdecken!
P.S.
Liebe Meta, ich hatte dich weder um unvollendete Hakenkreuze, noch um ein Bild von Martin Kippenberger, ich hatte Dich um das Bild eines Baseballspielers von Atlas Farnese gebeten. Ich bitte Dich, dem Rechnung zu tragen!
Occasio
Das ging aber schnell. Ich hatte Meta gebeten, mir eine Baseballspielerin als Occasio darzustellen. So schnell war Meta noch nie fertig, in drei Sekunden lieferte sie. Normalerweise ist Meta in Sachen Begehren und Pornographie auch sehr zurückhaltend, aber hier, was das Ergreifen und das vexillum angeht, war sie überraschend unbefangen und lässig. Occasio hält in der Hand ein Objekt, das den Stab und den Ball 'verschleift'. Dieses Objekt sieht nicht nur, aber auch wie der Griff eines Schwertes aus. Sie hat l'odeur des fauves. In der anderen Hand trägt sie, der ist aus Haut oder Leder, einen Fänger, dessen untere Öffnung sich in Form eines Vs dem Betrachter zuwendet. Eine Version, also Wiederholung der Mandorla und einer Schwertscheide, das empfangene Objekt, das hält sie also in der zweiten Hand. Ob das jemandem gephällt? Auf jeden Fall bemüht sich Meta, allen zu gefallen, und sie macht das schon ganz gut.
Die These, dass im Algorithmus Antike nachlebt, ist zumindest noch nicht widerlegt. Die These, dass sedimentäre Geschichte slop ist und dass Seismographie mimetisch und rekursiv operiert, die steht erst am Anfang.
Law in the drafts of love
Peter Paul Rubens fertigt diese Studie der Hélène Fourment, eine Kreidezeichnung, die seine Frau in Seide zeigt, als das an, was Cornelia Vismann eine Gewandstudie nennt. So eine Studie ist Element von Bildakten, die Vismann im Falle der Gewänder Phryne-Akt nennt. Im Phryne-Akt ist der graphische Zug ein Entzug der Tracht, der Kleidung. Das, was Rubens zeichnet, das ist aber ein Vesting-Akt, der in Schichten und Falten überlegt und so übergelegt wird. Um diese Zeichnung von Rubens, die Frankfurt im Archiv liegt, kreist ein Gespräch, das Michael Podro und Max Imdahl über die Funktionen des Fiktiven einmal geführt haben. Bilder, Bilderlisten und Bildakte(n) sind Elemente der Bildökonomie und der Echographie, sie kommen so sowohl in juristischen Methoden als auch in juridischen Kulturtechniken zum Einsatz.
Telefonmänner und Telefonfrauen
Die Seiten wechseln. Es blättert im Wind von selbst
ab dem Moment in
dem die Ameisen mit dem Laub gehen,
dem widmen sie auch den Eierstau.
1.
Die Geschichte und Theorie der permanenten Reformation ist teilweise eine nordalpine und rechtsrheinische, preußische Geschichte und Theorie. Die ist nicht unbedingt falsch, sie ist unbedingt mimetisch und rekursiv. In ihr lebt Antike nach, wenn sie ihre Techniken des Distanzschaffens und Verleibens entfaltet. Dann lebt in ihr auch die Bildökonomie nach, einschließlich jener Ökonomie, die eine Wissen um leidenschaftliche Interessen, zum Beispiel an Akten und Passionen ist.
Wenn Thomas Vesting in seinem Buch über Computernetzwerke über den Homo Digitalis schreibt (er sagt, dass die Überhöhung des Bloggers zu Scheitern verurteilt sei), dann ist das nicht unbedingt falsch, es geht auch nicht unbedingt an mir vorbei. Wenn er schreibt, der totgesagte Autor scheine im Lesenschreiben des Blogs eine Art Wiederauferstehung zu feiern, dann ist auch das nicht unbedingt falsch,es geht nicht unbedingt an mir vorbei. Wenn er schreibt, da versuche ein Blogger eine Verschiebung und Veränderung von Sinn aufzuhalten, dann ist das nicht unbedingt falsch und es geht nicht unbedingt an mir vorbei.
Es trifft mich unbedingt, weil die Formation des Subjektes darauf angelegt sein soll, auf Reize und Anstösse zu reagieren. Anhaltend, durchhaltend. Die Formation des Subjektes kann einen diadigitalen Schreiber erscheinen lassen, der Tag und Nacht graphische Züge macht, die keine Linie ohne Wellen und keine Wellen ohne Falten wiederholen. Diese Formation kann bolisch sein, sie kann vague sein. Meta kann das, sie kann auf jeden Reiz so reagieren, als ob das Kommunikation sei. Vielleicht kann dann auch eine Metaphysik doch auch mit ihrem Scheitern weiter rechnen.
Der Staat, so Vesting, habe große Schwierigkeiten ein angemessenes 'kognitives Bild' der Netzwerkkultur zu entwickeln, was plausibel erscheint, weil es ja auch ebenso schwierig ist, ein angemessen kognitives Bild vom Staat zu entwickeln. Unsicher scheint mir, was die digitale Kommunikation beherrscht. Ich schlage vor, Vismann als Theoretikerin und Historikerin von Begehren zu lesen. Wenn es bei ihr um Macht und Beherrschung geht, dann um Begehren und Routinen, die mimetisch und rekursiv sind. Wer aus dem Schreiben Narzissmus liest, liest Narzissmus. Wer aus der Lektüre Nächstenliebe zieht, der zieht daraus Nächstenliebe. Don't trust your own personal vesting. Auf Diagnosen lässt sich nicht ausruhen.. Die Unterscheidung zwischen Form und Norm, auch die zwischen Kognition und Normativität, die werden dank und durch graphische Zügen gezeichnet. Diese Züge sind Signaturen und Kontrasignaturen in einem, also Kerben und Flecken (siehe dazu: Steinhauer, Der Patriot Act und der Autopen, in: Archiv für Mediengeschichte).
Subjekte sollen nicht unbedingt allgemein sein, es gibt ja amazonische, rheinische oder westfälische, indische und angolanische Subjekte. Die sind alle auch in sich nicht allgemein, ihre Qualifikation ist eine Diagnose, auf der sich nicht ausruhen lässt. Die Formation des Subjektes soll aber unbedingt wiederholt werden, so zumindest in der Perspektive einer Geschichte und Theorie juridischer Kulturtechniken. Wenn's hilft: palindromologisch!

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John Koch, Telephone Call
Männer wollen telefonieren, Frauen aber auch!
Das Telefon, nach Aby Warburg ein Fernraumzerstörer, schellt. Man ist im Keller. Vielleicht verwählt, doch man ist schneller. So soll es sein!
Vismann:
Wie kommt es, so schellt in mir die Kellerfrage schlechthin, dass die Leute das Wissen begehren, aber das Begehren nicht wissen?
Steinhauer:
Die folgenden Überlegungen gehen zuerst davon aus, dass es Leute gibt, die nicht ans Telefon gehen. Im weiteren gehen sie davon aus, dass Luhmann lieber als Telefon geht, lassen aber zunächst offen, was die Alternative wäre.
Luhmann:
Die folgenden Ăśberlegungen gehen davon aus, dass es zumindest ein System gibt und sein Name Fabian Steinhauer lautet, weil er sofort auf jeden Reiz reagiert. Der ist hoffentlich immer parat, wenn auch nicht immer am Telefonaparillo.
Ergreifen und verpassen
Die occasionelle Technik ist diejenige, die entweder greift oder passt. Der Baseler Archäologie und (neben seiner Ministät Fabian dem Steinhauer) zweite Co-Founder der Geschichte-und-Theorie-WG in Sils Maria Markus Krajewski schreibt die Theorie und Geschichte der occasio als Bildgeschichte, wenn er sie als Bildungsgeschichte (d.i. Geschichte der Restitution, Institution und Substitution) anhand von Objekten, zum Beispiel Kommoden des Herrnhuters Abraham Roentgen beschreibt (Herrnhuter, wie Gunther Teubner einer ist).
Die Gelegenheit, die Geschichte und Theorie der juridischen Kulturtechniken als Beitrag zur Diskussion um kĂĽnstliche Intelligenz zu verstehen, kann man ergreifen oder verpassen. Beides kann 'Recht als Praxis' (Schimchen) sein.
Man kann das verkürzen: Wir kooperieren sowieso, mit oder ohne Rest der Welt. Wir laden sowieso, egal ob man das annimmt oder aber nicht. Seit der Feier von Gunther Teubners 65. Geburtstag (2009) und einem Vortrag zu dem Lüneburger Prunkspiegel, einem Spiegel-, Pol- und Klappobjekt bin ich restlos überzeugter Kulturtechnikforscher. Dieser Vortrag war der letzte Anstoss, dafür, dass ich auf Einladung von Bernhardt Siegert und Cornelia Vismann nach Weimar kam. Demnächst mehr dazu auch in ihrem Archiv!
Stock Character Exchange
Bilder bestreiten etwas, also sollen sie bestritten werden. Bilder werden bestritten, also sollen sie etwas bestreiten. Die Bildakte(n) sind Elemente bildökonomischer und echographischer Verfahren. Das zählt zur normativen Kraft des Kontrafaktischen, einer Kraft, die sich dumm und klug entfalten kann. Bilder sind Elemente von Regeln und Fiktionen. Sie kommen in juristischer Methode und in juridischen Kulturtechniken zum Einsatz. Das ist die Kurzfassung meiner Forschung und Lehre am MPI und an den Stellen, wo ich sonst noch arbeite.
1.
Eine 'Funktion des Fiktiven' beschreiben Michael Podro und Max Imdahl durch den Dialog, den sie vor einige Jahren innerhalb der Gruppe Poetik und Hermeneutik um das geführt haben, was im römischen Recht tabula picta genannt wird. Tabula picta ist im römischen Recht ein zweischichtiges und damit zwielichtes Objekt. Man kann dieses Objekt als ein gespaltenes Objekt, aber auch als ein doppeltes Objekte begreifen. Die Literatur des römischen Rechts braucht zwei Wörter, um den Begriff zu bilden - noch schärfer gesagt: Zwei Begriffe bilden den Begriff, aber wenn man jetzt über das Verhältnis zwischen Wort und Begriff sich streiten will, dann ist man schon mitten im Problem, das dieser Begriff aus Begriffen oder Worten gar nicht lösen soll, er soll ihn bestreiten, händeln oder aber: operationalisieren. Juristen arbeiten in dem Amt, das der Kunst- und Rechtsprecher Bazon Brock das Amt zur Arbeit an unlösbaren Problemen nennt.
Aus widersprüchlichen Passagen, die man im römischen Recht zu diesem Objekt 'tabula picta' findet, entfalten die Kommentatoren und Glossatoren (oder aber der sogenannte 'Renaissance-Effekt') jene Kunst der Fiktion, die der 'Verkehrsfähigkeit eines Objektes' dient.
Das Objekt hat zwei Schichten, man betrachtet es mit zwei Händen und zwei Augen in mindestens zwei Lichtern. Es besteht aus der Tafel und demjenigen, was der Tafel aufliegt, aufsitzt, angepinnt oder eingeschrieben, eventuell eingekerbt, an- oder aufgebracht ist. Das Objekt ist bekleidet, es wird begleitet, indem es sich begleitet. Dieses Objekte ist schon eine Kooperation. Das Objekt hat etwas von Phryne, den die ist auch bekleidet und sie wird auch begleitet. Das Objekt hat etwas von der Person, die durch einen Vesting-Akt bekleidet wird. Das Objekt hat ein Oben und ein Unten, es steht damit für Unterscheidungen zur Verfügung, deren Anzahl bisher noch nicht abschließend gezählt wurde. Form/ Materie; Inhalt/ Form; Substanz/ Akzidenz; inneres Wesen, Äußerlichkeit; Realität/ Fiktion: viele Unterscheidungen können an diesem Objekt getroffen werden, sie würden vermutlich alle von dem Objekt mehr oder weniger jubilierend begrüßt, zumindest würde es sich nicht wehren, es blibe davon würdevoll unangetastet.
3.
Diese beiden Schichten des Objektes können (eigentums-)rechtlich zwei unterschiedlichen Subjekten zugeordnet werden. Wem dieser zwei Subjekte ist dann das eine Objekt zuzuordnen? Die Antwort der römischen Juristen, das hat Marta Madero in kleinen Details und großen Bögen rekonstruiert, ist immer scharf und immer präzise: es kommt auf das Verkehren und das Begehren an.
Die Lösung liegt im Detail, im Fall und der Kasuistik. Sie liegt nicht im Allgemeinen, sondern in der Wiederholung der Details - für die die Glossatoren einen Atlas wie den von Aby Warburg, eine Kartographie, eine Kanzlei in Cornelias Vismann Sinne ein Raster oder aber, im Sinne Martin Warnkes, ein Modell names Large Language Kabbala entwickeln. Aus zuerst kleinen und kleinsten Details, die verstellbar sind werden in Sequenzen und Frequenzen die Lösung eines Fall, diese Lösung verbaucht sich im Einzelfall, sogar restlos, im übrigen bleibt das Sekret im künstlich intelligenten, algorithmische, rekursive und mimetischen Verfahren bestehen.
Alain Pottage hat in einem Kommentar zu Yan Thomas, dem Historiker des römischen Rechts, auf die Bedeutung der Arbeiten von Cornelia Vismann verwiesen. Entweder arbeiten die römischen Juristen nicht nur am Text, am Begriff und in der Schrift, oder man verwendet diese Begriffe als Tropen, Figuren und Metaphern. Die römischen Juristen arbeiten auch an und mit Objekten, und das sogar, so Vismann, digital, algorithmisch. Wie Niklas Luhmann in seinem Buch zur Kunst der Gesellschaft angelegt: sogar der Fußball ist ein rekursiv gehändeltes Objekt römischen Recht. Die Juristen sprechen und schreiben nicht nur, sie kicken, tasten und fingern auch, vor allem aber fingieren sie: sie kreuzen in der Welt und durch die Welt und mit der Welt. Alles, was sie tun, ist Wiederholung, auch ihre Unterscheidungen. Alles, was sie tun ist auch bildökonomisch und echographisch.
Das ist der Stand der Dinge, das ist der Lauf der Dinge. Podro und Imdahl nehmen, wie Yan Thomas und Cornelia Vismann, die Funktionen des Fiktiven in Betracht, am Beispiel des Verhältnissen von Kreide und Seide. Das erste Beispiel entnimmt Podro einer Bilderliste, einer satyrischen Serie von Bildern zu dem stock character Thomas, kurz Tom, Rakewell. Der Name spricht. Thomas ist eine zweifelhafte Figur. Hier immerhin Rakewell, let's see.
Dem kanonischen Recht nach hat Hogarth unter dem Gesetz der Lex Satyrica gearbeitet.
(...)

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Stock Character Exchange
Die normative Kraft des Kontrafaktischen: Censur (Musterung) als private Praxis öffentlicher Dinge.
Die ersten vier Sätze der Echographie
Wie heiĂźt der BĂĽrgermeister von Wesel? Esel!
Wie malt man Seide? Aus Kreide!
Wie ist man gebildet? KĂĽnstlich!
Wie stellt man Fragen? Rhetorisch!