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Bildungs-Institutionen
Alle halten "Kulturtechnik und Souveränität" für Vismanns Manifest und Testament. Alle? Ein schwarzgallig melancholischer Staatsrechtslehrer (Born under Saturn) aus einer Gegend, die manche als Nachbarschaft, dieser Typ selbst aber als contubernium versteht, nicht. Die Rede von der Macht produziert Halbwahrheit, wie die Rede von der Souveränität.
Man soll einmal Bildungs-Institutionen, einen Text für Werner Hamacher aus dem Buch Babel neben den Bewerbungsvortrag halten, den Vismann für Weimar geschrieben hat. Der hat ihr immerhin zwei Jahre Festanstellung eingebracht, ich war dann anschließend vier Jahre dort und kann mit gutem Gewissen sagen, dass der Text zwar erfolgreich, der Gewinn aber alles andere als ein Jackpot war. War schon toll, heißt nur nix. Das Leben geht nämlich nach Katastrophen und Apokalypsen weiter, nach Erfolgen auch. Nach der Differenzierung ist vor der Differenzierung.
Vismanns Wissenschaft handelt vom Begehren, erst dann folgen Überlegungen zu Kulturtechniken und Souveränität. Kittlers Medientheorie ist Mädchentheorie. Vismann ist keine Repräsentantin Kittlers. Sie ist das Subjekt und das Objekt seiner Theorie. Sie hat ihn in Sachen Begehren gebildet und instituiert, sie macht in ihren Texten deutlich, dass das nicht zu haben ist, ohne Substitution zu sein.
Merke: wenn man mit etwas arbeitet, dann richtig. Also nicht erst damit arbeiten und dann, sobald es Kritik gibt, sagen, das Thema wĂĽrde einen ohnehin nicht interessieren und man wĂĽrde sich da nicht auskennen. Nicht erst das Leben definieren und dann behaupten, man betrachte aber nur die juristische Seite des Leben und wisse eigentlich gar was das Leben sei, interessiere sich auch gar nicht dafĂĽr. Nichts tun, um teflonisiert wie ministrable Staatsrechtslehrer zu werden. Merke: Mache nicht, was alle tun.
Richter aus- und abbilden
1.
Die Forschung und Lehre zur Geschichte und Theorie juridischer Kulturtechniken versteht Bildung auch als Bildgebung. Die setzt wieder Bildnahme voraus. Um Bilder geben zu können, muss man sie auch nehmen können.
Richter sollen ausgebildet werden und sie sollen dazu wissen, wie man Richter abbildet, denn sie sollen selbst einmal einen Richter abbilden. Manche Staatsrechtslehrer wollen nichts und niemanden abrichten. Man sollte ihnen entgegenkommen und während des Unterrichts ihnen den Rücken zuwenden. Dann richten sie nichts und niemanden ab, dann richten sie was aus und allen behagt's.
Das Recht hat heute nicht nur deswegen mit der Kunst zu tun, weil Anwälte Verträge für den Kauf- und Verkauf von solchen Richterbildern entwerfen, die von Gerhard Richter stammen und als Flachware der Oligarchen gehandelt werden. Man kann an Richterbildern und ihrer Wiederholung auch betrachen, wie Antike in Algorithmen nachlebt. Beides ist interessant, sowohl der Flachwarenhandel für die Oligarchen als auch die Übertragung von Richterbildern, in denen Antike algorithmisch nachlebt. Alles ist interessant. Wir bilden nur Interessierte aus, das sind Leute, denen alles interessant ist und die nicht die biedere Angst pflegen, sie würden in irgendwas untergehen.
Man spricht vermehrt von der Vermehrung. Die Bilder sollen sich vermehrt haben, die Rechte, das Politische, die Inder, die Kinder. Man sagt, sie WĂĽste wachse. Die Richterbilder sollen sich irre vermehren. Ihre Preise sollen sich vermehren. Die Angst vor Finanzblasen soll sich vermehren.
Das Vermehren vermehrt sich also selbst. Gunther Teubner beschreibt das als ein Suchtphänomen. Man kann das auch als Symptom eines melancholischen Diskurses werten. Unterstellt sei, dass der Vermehrungsdiskurs ungebildet oder unausgebildet ist. Sein Gedächtnis ist stolz oder kurz.
2.
Bilder kopieren: Maria Muhle zählt das zu den Formen minderer Mimesis - ohne das damit abzuqualifizieren. Das Kopieren kann zu Kopf steigen. Keine Ausbildung und Abbildung ohne eine Bildökonomie, die dann erstens als Wissenschaft leidenschaftlicher Interessen und dann zweitens als als Analyse und Kritik des Kapitals, der Kapitalen und kreisender (nach Tarde und Simondon sogar zyklischer) Ressourcen verstanden wird. Bildökonomie ist insofern Wissenschaft eines Begehrens, das gefüttert und satt werden soll. Sie ist nicht Wissenschaft der Fülle, sondern auch des Knappen und Klammen.
3.
FAQ: Was also ist Bildökonomie, abgesehen davon, dass es mit doppelten Genitiven und dem Austausch von Subjekten und Objekten zu tun hat? Bildökonomie ist responsive Bildung, inklusive Analye und Kritik leidenschaftler Interessen und jener Stellen, an denen die Wiederholung zum Kopfe steigt.
4.
Buy it, use it, zip, unzip it!
Das Betrachten
Das Betrachten ist eine juridische Kulturtechnik, also auch Körpertechnik. Kein Distanzschaffen ohne Verleibung. Keine Exkarnation ohne Inkarnation. Keine Institutionen ohne rhetorische Institutionen. Keine Akte ohne Passionen. Keine Repräsentation ohne Symptom.
Das ist nicht unbedingt die Wahrheit, die vollständige Wahrheit und nichts als die Wahrheit, das ist aber unbedingt die Perspektive der Forschung und Lehre zur Geschichte und Theorie juridischer Kulturtechniken. Sie ordnet das Allgemeine nicht. Sie wiederholt Wiederholungen.

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Reissen, Richten, Risse
1.
Wie Bilder, so sollen auch das Recht und die Rechte bestritten werden. Das Recht und die Rechte fallen nicht vom Himmel und sie wachsen nicht von selbst aus den Dehnungsfugen städtischer Architekturen.
Das Recht und die Rechte müssen bestritten, auch unterhalten werden, das ist auch eine ökonomische, ökologische Frage - und eine Frage nach der Responsivität, also eine echonomische, echologische oder echographische Frage. Es reicht nämlich nicht, Recht und Rechte zu haben, man muss sie auch (über-)tragen können, man muss den Umstand, dass man sie hat, (mit-)teilen können
Der Begriff des Rechts und der Begriff des Risses sind zwei affine bis verwandte Begriffe. Der Riss ist in dem Sinne nicht nur eine Brechung, wie der Streit eine sein soll. Der Riss ist auch ein Plan. Der Riss zeigt Verwerfung und Entwurf. In der Affinität und Verwandtschaft von Recht und Riss bilden Norm und Form vollständige Synonyme. Der Mensch tracht, Gott lacht. Recht und Risse tragen und trachten, das Recht den Riss und der Riss das Recht.
Rechte sollen wahrgenommen und ausgeĂĽbt werden. Wir forschen dazu (forsch) und lehren dazu (gelehrt), wenn es denn um die Geschichte und Theorie juridischer Kulturtechniken und um Desasterrecht (Zumbansen) geht.
2.
Die oben angezeigte Ausschreibung für viele, viele, viele tausende 'Studierende und Promovierende' (Studentinnen und Studenten, Männer, Frauen, Queers, Divers, Bären, Butches, Bitches, Hunde, Personen und Maskenträger, Taucher*innen und Raucher*innen).
Im ersten Satz wird deutlich gemacht, dass die Ausschreibung an einem Vermehrungsdiskurs teilnimmt. In letzter Zeit vermehre sich etwas, heisst es da. Ein Grundsatz im Desasterrecht lautet: Mir nicht. Dieser Grundsatz geht davon aus, dass der Vermehrungsdiskurs ungebildet ist (unausgebĂldet), weil sein Gedächtnis stolz oder kurz ist. Erinnert sich noch jemand an die strategie de la rupture? Kennt jemand noch den Streit um das Cover mit Helmut Newtons Foto von Grace Jones auf dem Stern? Wie lange ist das alles her? WeiĂź die Anwaltschaft noch etwas von der Antike? Hat sie vergessen, was im Familienrecht im Alltag immer wieder passiert: Die Leute nehmen ihre Rechte auch wahr, um die zu vernichten, von denen sie enttäuscht wurden. Das kommt, wie man so schön sagt, in den besten Familien vor. Kennt die Anwaltschaft den Satz dies in lite? Oder Ciceros SprĂĽche (sein säuselnd schlängelndes Summen zur Summenbildung)? Erinnert sie sich jemand daran, dass polis, polos und polus so affin bis verwandt sind, wie Recht und Riss? Hat jemand zuviel mittleren Habermas gesoffen und im Filmriss rauschender Kommunikation und liquider, geistvoller Totalinklusion vergessen, dass das Recht mit der Technik einhergeht, Differenzen zu operationalisieren? Sind die total reformiert und haben die vergessen, dass jede Innerlichkeit mit Ă„uĂźerlichkeit einhergeht? Oder ist es schlicht so, dass die Einschläge näher kommen? Das kann sein, dass bestimmen Mandanten und bestimmten Anwälten die Welt frĂĽher noch unbestrittten, friedlich und ordentlich erschien. Den einen ist der Kampf um's Recht eine postbiedermeierliche Metapher, den anderen nĂĽchterner Alltag.
3.
Die Ausschreibung teilt mit, dass ein einziger Juror über das Preisgeld entscheiden wird. Sogar der Name wird geliefert, das ist ja mal eine Idee! Das ist Jörg Risse (der Name klingt wie ausgedacht, ist er auch), der auf besondere Mandanten spezialisiert ist - und alle dürfen nicht nur raten, sondern auch recherchieren, welche Mandanten der Risse vertritt und was er im Leben für gut und was er für schlecht,vor allem aber für erstrebenswert hält.
Wenn man das Geld will (10.000 oder aber mehr werden im Ton des Versprechens versprochen), sollte man sich bemĂĽhen, zu schreiben was der Risse gut findet. es gibt Verfahren, den Schreibern und Bewerbern nicht mitzuteilen, wer ihre Texte begutachten, das macht man in der Wissenschaft so. In der Kunst, die heute relevant ist (und nicht einfach Flachware fĂĽr Oligarchen produziert), da ist das auch so. In dem Kunstbetrieb, in dem Falchware fĂĽr Oligarchen prodiziert wird, da sagt man den Leuten, welche Stars aus dem Milieu ihresgleichen entscheiden werden, wer diesmal den Preis bekommt. Diese Ausschreibung der Anwaltschaft, mir ist sie etwas peinlich, das ist neuer Oligarchenstil. Lesen Sie dazu unbedingt das Buch Oligarchen von Wolfgang Kemp, dieser Text ist so wichtig wie Martin Warnkes Text ĂĽber die geistige Situation der Couchecke im berĂĽhmten Buch von Habermas ĂĽber ziemlich geistige Situationen.
4.
Wenn 5000 Studierende sich an diesem Wettbewerb mit Texten von jeweils 30 Seiten beteiligen , das wäre doch toll! Dann hätte der Risse endlich mal was Anständiges zu lesen und bis auf weiteres damit zu tun. Anwaltskanzleien nutzen heute künstliche Intelligenz und wollen Studierende, die damit eigenverantwortlich umgehen können. Der liebe Ton, mit dem freien und erwachsen Menschen mitgeteilt wird, sie dürften sich bei diesem Text mal ruhig etwas zutrauen, der klingt ein bisschen wie der Ton auf gescheiterten Kellerpartys: Hey Leute, ihr dürft total locker sein und tanzen! Geht es nur mir so, dass ich ab dem Tag der Einschulung auf so einen Ton allergisch, bockig und rebellisch reagiert habe? Autorisierte und lizensierte Bravheit, very, very brave!
Mir mufft diese Ausschreibung, aber ich darf ja auch nicht und soll ganz bestimmt nicht teilnehmen, was für alle Beteiligten das beste ist. Ich ermutige aber wirklich alle Studierenden in Deutschland, ihr mehr oder weniger natürlichen und mehr oder weniger kunstvollen Schreibmaschinen anzuwerfen und 30 Seiten an die Hessische Anwaltschaft zu senden, immerhin gibt's einen Betrag, den manche Gutachter schon für 3-5 Seiten Gutachten bekommen könnten, aber Lehrjahre sind ja keine Herrenjahre.
Man könnte das gewonnene Geld gleich für strategische Prozessführung einsetzen! Ich kenne da ein paar Anwältinnen und Anwälte.
Wer was zum lawfare haben will, bekommt lawfare.
Niemand hat die Absicht, die Republik zu vermauern.
Was sind Leute?
1.
Leute sind nicht das Volk, denn Laos ist nicht Demos. Leute sind diejenigen, von denen immer etwas absteht, zum Beispiel ihre Gaben, und nach denen man darum schauen soll.
Was viele gar nicht wissen: Leute sind durchaus die, von denen etwas absteht und nach denen man darum schauen soll. Aber die schauen ab und zu auch nach allem möglichen Abstehenden und Abständigen. Da ist bestimmt noch was drin, da steckt bestimmt was dahinter, das sagen auch sie. Und manchmal: Huch, hoam's koa Trojaner nett? Oder: Sind die Griechen weg? Oder, das angeblich vermehrt: Ist die Luft rein?
2.
Meta ist mythologisch gut informiert. Im Prompt hatte ich weder den Laokoon noch die Trojaner erwähnt, auch nicht darum gebeten, den Jungen das Pferd öffnen zu lassen .Ich hatte gebeten, mir das Bild eines Jungen zu machen, der zwischen Geschenken vor einem Weihnachtsbaum sitzt und gerade ein hölzernes Pferd mit Rollen an den Hufen auspackt. Aber wie heißt es so schön? Im Algorithmus lebt Antike nach.
Wenn die Wahrheit das ist, was begehrt wird
Si verum quaerimus: Dann schlägt das Wesen aus. Dann schlägt es ins Hohe und ins Tiefe aus, ins Sublime und ins Subtile. Das decorum ist ein generatives Modell künstlicher, artifizieller oder technischer Operationen. Rhetorische Institutionen konzipieren es als skalierbare und stratifizierbare Musterung mit hohen und niedrigen Werten.
Textualität und Bildlichkeit
Im rhetorischen Ensemble hat man's nicht nur mit Textualität und Bildlichkeit zu tun. Man hat auch mit Lettern zu tun. Das sind kleine und kleinste Formen, Token, Tabletten oder Tabellen und Teller auf Tafeln, die vom Schriftlichen ins Bildliche, vom Bildlichen ins Wörtliche, vom Sinn ins Sinnliche, von der Akustik in Optik, von der Hand in den Mund und vom Auge in den Magen kippen (et vice versa,die Laster machen es versiert und verkehrt), weil da die Rekursionen mit Schlingen einhergehen. Letter sind Mahle und klamme Sendungen. Sie kippen von einem Medium ins andere, von einer Form in die andere.
Polemik ist eine juridische Kulturtechnik, die man da gut gebrauchen kann, wo das Recht mit dem koextensiv ist, was polis, polos oder polus sein soll. Wo die Köpfe schon rund sind, damit das Denken die Richtung wechseln kann und wo die Wahrnehmung schon geballt ist, da kann Polemik nicht schaden.

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Vestingism soleil levant
Und jetzt raten wir einmal, auf welchen Text der Autor seine Deutung von Cornelia Vismann stützt. Und jetzt raten wir einmal, welche Lesarten Vismanns (alle Genitive!) nicht wert sind, erwähnt zu werden. Und jetzt raten wir einmal, was wir von Verkürzungen halten.
That's a bingo! That's intense Egalität.
This does not stand: Sheep, sleeping in their own secrets.
Kulturtechnikforschung strikes back!
My personal Jesus Laios, King of Thesen
Luhmann, King of Thesen! His name is Laios, he belongs to Laos: von ihm steht immer was ab, nach ihm soll man schauen.
Aus, aus, aus - die Differenzierung ist aus, Deutschland ist Weltmeister. In seinem Buch zur Kunst der Gesellschaft, also auch zu derjenigen Kunst der Vergütung, Gutmachung, Veredelung, des Passenden, Passierenden und der Liquidation, die römisch ius und deutsch Recht genannt wird, geht Niklas Luhmann auf die Objekte ein, die zur Stabilisierung mehr beitragen könnten als anderes. Eines dieser Objekte ist nach Luhmann der Fußball. Wir reden hier von kontrafaktischer Stabilisierung, d.i. faktisch inkonstant.
Manche glauben, es gäbe eine europäische Anomalie, die sich erst ausdifferenziert hätte und nun wieder entdifferenzieren würde. Ich denke, dass nach der Differenzierung vor der Differenzierung ist und dass alles das, was hier vorkommt, auch da vorkommt, nur in anderen Reihenfolge, in anderen Sequenzen und Frequenzen
Apokalypse ist der Name der Frage danach, wie zu leben man begehrt. Katastrophe ist der Name einer wendigen, kippenden und kehrenden Strophe.
Wer durchgehend tut, was er zu tun hat, der hat Mitte 50 schon mindestens drei bis vier Abschaffung seiner selbst und ca. ebensoviel Untergänge seiner Welt hinter sich.
Desasterrecht
Die Ausbildung im Desasterrecht umfasst die Ausbildung in juridischen Kulturtechniken, also unter anderem in professioneller MeldungslektĂĽre incl. Presse- und Bewegtbildikonographie. Im Bild: Parlamentarier in hoher Pathosform mit dementsprechend deutlich ausschlagenden Pathosformeln.
Wer fehlt? (Liste)
Ophelia Lindemann
Franziska Kleemann
Dante Polantini, gen. Hosenmacher
Kakao, oder: Cacau der StĂĽrmer
Alle vier Namen fehlen auf dieser Liste. Dann wäre sie zumindest mir hinreichend vollendet.
This paper turns to the thought of Yan Thomas to address the way of constructing categories and operating through them that is typical of la
Yan Thomas und Cornelia Vismann
1.
Alain Pottage und Xenia Chiaramonte diskutieren Yan Thomas und (Chiaramonte am Rande) Cornelia Vismann. Vismann, das könnte man noch stärker betonen, verfolgt in ihrem Schreiben eine 'Doppelbewegung' (Siegert), mit der sie einerseits so primordial wie möglich denkt, um anderseits dieses Denken zu 'irrisieren' (Viveiros de Castro), also in kleinen Formen und kleinen Literaturen mäandernd und akzentuiert (sic!) laufen zu lassen.
Man kann diese Doppelbewegung auch als Effekt der Wiederholung, also zum Beispiel der Rekursion, der Paarbildung, der Reproduktion oder der Mimesis verstehen. Vismann wiederholt mit ihrer Doppelbewegung im Schreiben eine Doppelbewegung, die auch schon läuft, wenn das Recht etwas instituiert oder instituiert ist und, darauf hat Vismann insistiert, zur selben Zeit etwas substituiert oder substituiert ist.
Man kann diese Doppelbewegung zwischen großer Referenz und kleiner Form/ Literatur zum Beispiel als Echo/ Eco, sogar als Bildökonomie und Bildökologie rhetorischer Institutionen, noch als Resonanz oder aber als kritische Responsivität der Musterung verstehen, die u.a. von Cicero und Quintilian auf das Begehren und dann auf eine Skala bezogen wird, deren hohe Werte (als) sublim und deren niedrige Werte (als) subtil verstanden werden. Mit dieser Doppelbewegung misst Vismann das Recht. Dieses Missen ist ein Messen und Begehren selbst. Vismanns Doppelbewegung geht auf und ab, sie taucht auf und ab. Das ist die aBewegung einer Woge, die sie selbst ist. Jacob Burkhardt, einer der von Vismann bewunderten Baseler Archäologen, sagt von Wogen, dass wir sie zum Teil selbst seien. Vismann ist zum Teil selbst diese Woge, weil sie instituiert ist und instituiert, weil etwas daran substituiert und substituiert ist. Das nimmt Vismann als Recht und römisch wahr. Ich betrachte es in dem, was daran juristische Methode und noch viel mehr juridische Kulturtechnik ist. Für mich führt es in falsche Richtungen, Vismann als eine Theoretikerin und Historikerin dessen zu lesen, was dem Recht oder dem Abendland eigen und zur selben Zeit seine Macht sei. You may read her as you like it, aber die Theorie und Geschichte der machtfixierten Kittlerrepräsentation blockiert mir meine Fragestellungen nach der Wiederholung, der Übertragung und Übersetzung. Sie blockiert mir meine Fragestellung an eine Bild- und Rechtswissenschaft sowie an eine Geschichte und Theorie unbeständigen, polaren und vaguen Rechts. Thomas Vesting hat die Sackgassen einer Lektüre, die Vismann als Vertreterin Kittlers und Denkerin der Macht liest, grell, deutlich, unmissverständlich und mit entsetzlicher Schriftsätzlichkeit vorgeführt, um den Anwalt liberaler Kreativität zu geben. Einerseits irre, anderseits kein Wunder, dass Vismann ihn auf diese Weise nicht anregt. Wenn man sie so liest, wie er es tut, dann wäre sie mir auch öde. Ich halte sie aber für wüst.
Wenn man Vismanns Doppelbewegung als kritische Responsivität versteht, dann operiert Vismann in ihrer Kritik am Recht nicht mit der Trennung, die das Subjekt der Wissenschaft vom Objekt der Wissenschaft isolieren soll. Vismann nimmt an einem melancholischen Diskurs melancholisch teil. So eine Kritik ist eventuell der Ironie affin bis verwandt, sie ist aber 'ebenso eventuell' auch der kannibalischen Metaphysik (de Castro) affin bis verwandt.
Man soll nicht vergessen, dass Vismann nur angefangen hat mit ihrer Wissenschaft und das alles, was sie produziert war, Anfang und diagonal, also durchgehend blĂĽhend und doch schon welkend, durchgehend spriessend und auf Sprossen war. Sagen wir anverwandelt und angesteckt so: Bianca Lanz hat lanciert, immer lanciert.
2.
Man kann Vismann erstens als Bild- und Rechtswissenschaftlerin und zweitens als Historikerin und Theoretikern des Begehrens und seiner Wiederholung lesen. Das wäre mein Vorschag, der zum Gegenvorschlag wird, wenn man Vismann als Historikerin und Theoretikerin der Macht liest - oder meint, der Text zu 'Kulturtechnik und Souveränität' sei das grundlegende und zusammenfassende Manifest ihrer Forschung gewesen. Es gibt mehr eine Vismann. Es gibt mehr als eine Lektüre Vismanns. Ich fokussiere in ihrem Schreiben also erstens diejenige Schreiberin, die auch Bildwissenschaftlerin ist und dabei eine Geschichte und Theorie graphischer Züge entwickelt. Zweitens betrachte ich sie als eine, die zum Begehren forscht, und zwar begehrend.
Mein Vorschlag: Vismann nicht als Repräsentantin eines Kreises lesen, der im Namen Kittlers existieren würde. Mehr noch: diese Lesart halte ich für absurd bis grotesk. Es mag plausibel klingen zu behaupten, was Rüdiger Campe oder Thomas Vesting behaupten, nämlich, dass sie das, was Kittler gedacht hätte, auf das Recht anwenden oder 'beziehen' wollte (O-Ton Campe!). Geht aber meines Erachtens gegen alles, was Vismanns Denken mir auszeichnet und mir attraktiv macht, zum Beispiel gegen die Unbeständigkeit und Unruhe, das Klamme und Fröhliche eines Denkens, dem Meinungsrepräsentanten eventuell nicht egal sind, aber zu denen dieses Denken eine eher staunende Distanz hat. Wie schaffen die Personen es nur, ihre Meinung zu stellvertreten - und das auch noch so anhaltend und durchhaltend, dass man noch nach Jahren sagt, dieser stehe für dies, der andere für das? Wie kommts, dass Juristen schreiben und mit einem Zitat aus dem Pieroth/Schlink belegen, dass Luhmann ein Vertreter, zwar nicht von Staubsaugern, aber immerhin der Leistungststheorie der Würde sei? Dieses Staunen nehme ich wahr, wenn ich Vismann lese. Von daher ist es vielleicht eine Ironie, vielleicht ein schlechter Witz, wenn jetzt bei Leuten steht, Vismann sei eine Vertreterin, vielleicht nicht von Avon (Ding-Dong), aber immerhin von Kittlers Ideen. Kittlers Denken muss doch far nicht auf das Recht bezogen werden, denn es durchzieht doch schon das Recht und ist schon von Recht durchzogen. Die Lektüre, die Vismann als Repräsentantin Kittlers liest, geht doch auch gegen das an Kittler, was ihn mir so interessant macht. Der hatte sicher auch Vaterphantasien und Machtträume, aber das macht seine Analyse und Kritik von Medien und Mädchen ja noch witzreicher. Ceterum Censeo: Tubinga delenda est. Hoffentlich, hoffentlich macht Helsinki bei der Vismannlektüre keinen Quatsch, sonst muss auch Helsinki noch ausgelöscht werden.
3.
Vismanns Texte über Akte(n) sind auch Texte über Passionen. Das sind Texte über graphische Züge, die sie modellhaft, exemplarisch, mal eher repräsentativ, mal eher symptomatisch an vaguen Linien, wogenden Linien, an 'Kafkas Saum', an Albertis Velum, am Ideogramm der Kanzleien und am Entzug von Phrynes Trachten beschreibt.
Sowohl Yan Thomas' Arbeiten als auch Vismanns Arbeiten betrqachten das Recht aus einem Denkraum heraus, in dem Recht und Stadt koextensiv sind. Chiaramonte übersetzt ab urbe condita als Texte eine Stadt, die gegründet sei. Das ist nur die eine Seite. Ab urbe condita ist auch der Text einer Stadt, die gereizt und reizend ist, in der jeder Akt und jede Akte mit Passion, Pathos, Pathologie oder Pathosformeln einhergeht. Darin ist alles, was als Aktant erscheinen kann, auch Passant. Alle Akten sind auch Passagen und Pässe.
Chiaramonte fokussiert einen akademischen Zirkel der Thomas_Lektüre, das ist feiner Text über Thomas. Wie Alain Pottage assoziiert sie sein Werk mit dem von Vismann, wenn auch nur einem Schlenker, der zudem noch auf das (Para-)Digma des Textes bezogen wird. Arche ist bei Vismann nicht unbedingt Text, Sprache oder Schrift. Arche und Archiv können Effekt eines Distanzschiffens und wogender Graphien sein, das stellt Vismann mit ihrer legendären Assoziation amazonischer Verwaltung und römischer Bilderlisten klar. Es gibt darum, darauf fokussiert, eine anregende, aufregende anhebende brasilianische Rezeption von Yan Thomas und Cornelia Vismann, das sind die Arbeiten von Benjamin Brum, Ricardo Spindola, Samuel Barbosa, Melanie Merlin de Andrade und Bruno Lima. Am MPI in Frankfurt, Cornelias ehemaliger Arbeitsstätte, existiert seit 5 Jahren eine Zentrum der Forschung auch zu dem, was Vismann Instituieren nannte. Please stay tuned! And don't trust Staatsrechtslehrervereinigung.
Ceterum Censeo: Francofurtum esse delendam. Neuen kantianischen Imperativ unbedingt befolgen: Staatsrechtslehrer sollen vergessen werden.
Dieses Löschen wird aktiv und passioniert durch Überschreibung vorangetrieben. Am MPI setzen wir Vestings Lesart der Medien des Rechts andere Lektüren entgegen. Im Wintersemester halte ich sogar wieder eine Vorlesung am Fachbereich: Bilder regeln. Forschung zur Bild- und Rechtswissenschaft', 4 SWS.

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How to become a Steinhauer?
Familienmitglied werden, adoptiert werden: Wie manzipiert der Fabianismus? Indem er zum Beispiel Leute auf eine Exkursion nach Neresheim mitschleppt oder sich mit ihnen auf exzessive Rekursion nach Terra Ronca beginnt. Spätestens dann, wenn man mit Fabian an der ersten Station so einer kleinen Reise war, ist man auch formell besiegelt family. Alternativ besteht die Möglichkeit, an einer Geschichte-und-Theorie-WG teilzunehmen.
F is for fake, aber WG ist fĂĽr Wellness-, Wogen- Wunder-, Wander-, Wohngemeinschaft. WG ist fĂĽr ein Auf-und-Nieder, das geht, auch vorĂĽber.