Zettelkasten, Schaufenster, Schirm und Schleier
Mehr Worte, weniger Bilder? Weniger Zettel, mehr Texte? Dann dort!
TVSTRANGERTHINGS
Three Goblin Art

#extradirty
tumblr dot com
art blog(derogatory)

if i look back, i am lost
"I'm Dorothy Gale from Kansas"
Cosimo Galluzzi

Kaledo Art
wallacepolsom
Alisa U Zemlji Chuda
will byers stan first human second

❣ Chile in a Photography ❣

祝日 / Permanent Vacation
dirt enthusiast
One Nice Bug Per Day
d e v o n
YOU ARE THE REASON
Sweet Seals For You, Always
Stranger Things
seen from Malaysia
seen from United States

seen from Malaysia

seen from Germany

seen from United States
seen from United States
seen from Sri Lanka

seen from Malaysia

seen from Malaysia

seen from United States

seen from Türkiye

seen from Germany
seen from Malaysia

seen from United States
seen from Malaysia

seen from United States
seen from United States
seen from United States
seen from United States

seen from Germany
@fabiansteinhauer
Zettelkasten, Schaufenster, Schirm und Schleier
Mehr Worte, weniger Bilder? Weniger Zettel, mehr Texte? Dann dort!

Anya is live and ready to show you everything. Watch her strip, dance, and perform exclusive shows just for you. Interact in real-time and make your fantasies come true.
Free to watch • No registration required • HD streaming
Meta bolisch
Der Prompt lautete nicht: Meta, mache mir eine Fettecke. Er lautete: Mache mir das Bild einer Schweinebetäubungsanlage.
Also geht der Algorithmus, nämlich weiter:
Kulturtechnikforschung strikes back!

Anya is live and ready to show you everything. Watch her strip, dance, and perform exclusive shows just for you. Interact in real-time and make your fantasies come true.
Free to watch • No registration required • HD streaming

Anya is live and ready to show you everything. Watch her strip, dance, and perform exclusive shows just for you. Interact in real-time and make your fantasies come true.
Free to watch • No registration required • HD streaming
Holy Slop/ Gaza Atlas
Eine Arbeit zur Verwechslung von Demo- und Memokratie und zum Desasterrecht: Holy Slop, ein Atlas, der Warburgs Staatstafeln aufgreift. Occitane Lacurie und Barnabé Sauvage stellen diesen Atlas gerade in der Schirn aus.
Künstlichkeit
Künstlichkeit ist so etwas wie Waldeinsamkeit, nur dass sie nicht unbedingt im Wald oder einsam ist. Die Geschichte und Theorie juridischer Kulurtechniken ist Geschichte und Theorie dessen, was am Recht Kunst oder künstlich ist.
Antonio Somaini, Kollege aus Weimarer Zeiten der Kulturtechnikforschung, kuratiert eine fantastische Ausstellung in der Schirn, Abteilung Dondorf& Bockenheim.
Kulturtechnikforschung strikes back!
Was ist klamm? Was ist eine Klamm?
Die Klamm ist klamm. Klamm also ist das, was die Klamm ist. Die Klamm ist eine Wiederholung (Variante) der Enge, der Rinne, der Furche, der Fuge, der Schlucht, des Knappen, der Gurgel oder der Sorge, der Kurie, der Scharte, der Wunde, der Bresche oder der Narbe. Konvex ist's ein Kamm, konkav ist's die Klamm. Sie ist eine Wiederholung der Kurve, der Beule, der Stulpe und der Falte.
Die Klamm ist die Wiederholung solcher Passagen und Trassen, in denen sich der Verkehrsdruck erhöht. Eine Klamm macht den Verkehr leicht rauschend, schattet ihn teilweise ab und lässt ihn so am Ende stärker leuchten. Die Via Mala ist ein bekanntest Beispiel für eine Klamm. Masken und damit Personen, die ihre Öffnung nur in kleiner Form haben, die sind dadurch klamm. Sie können auch rauschen, abschatten und pointiert bis stechend aufleuchten. Die Klamm ist eine Passage, aber nicht nur eine Passage, auch Pass, Passion und Pathos kann sie sein, dann nennt man sie auch eine Phobie. Die Phobie muss nicht die Angst sein, denn sie ist Akt und Passion unterhalb des Zustandes, der in der jüngeren Passionsforschung als Grundform oder Grundemotion verstanden wird. Die Phobie ist auf der Ebene der Energie, der Infrastruktur und der Untergründe angesiedelt. So, nur vorbereitend, vor- und vorbeigehend kann sie, muss aber nicht, zur Angst, zum Ekel, zur Liebe und überhaupt zum sortierten und benennbaren Affekt werden. Klamm ist der Name des Objektes, Phobie der des Zustands.
Ausdifferenzierung
Aus, aus, aus, die Differenzierung ist aus: Deutschland ist Weltmeister. Der Sound der Staatslehre hallt an manchen Stellen noch heute so, u.a. mit den Thesen, Ausdifferenzierung habe dem decorum, der Rhetorik und der art oficiell ein Ende bereitet. In der Moderne habe es keine Zeremonialwissenschaft mehr gegeben. In Frankfurt hat sich der Ton lange gehalten, heute tönt es noch so. Stolleisschüler Vec, noch vor der Wiener Welt, hat diesen Ansichten mit seinem nüchternen Buch zur Zeremonialwissenschaft ein Denkmal gesetzt. Als technische Fassung stimmt alles an dem Buch. Er differenziert gekonnt, er kann es, also geht es auch. Und am Ende eines Buches ist die Differenzierung eh aus. Wo, wenn nicht am Ende, ist alles am Ende?
Schramm ist eine repräsentive Figur für den westdeutschen Nachkriegssound, erwartbar schreibt er und schreiben seine Anhänger, er habe etwas erforscht, zu dem es seit dem Barock und seit einem angeblich Ende der Zeremonialwissenschaft nichts mehr gegeben habe.
Die Erinnerung an Warburg und an die Summe und das Manual seiner Bild- und Rechtswissenschaft ist da schon fleissig getilgt. Schramm veröffentlich eine Reihe von Büchern, die den Warburgschen Witz übernehmen - und nicht ein Wort über den Gastgeber verlieren, der klein Schramm in seiner Bibliothek großzügig empfangen und gefördert hatte.
Warburg ist einer von denen, die mitten in der Moderne eine Bild- und Rechtswissenschaft auch als Wissenschaft des Zeremoniells angelegt haben. Schramm hatte nachvollziehbare Gründe, an Warburg nicht zu zu viel zu erinnern. Nennen wir sie die Einfachheit halber Scham. 1935 gibt es eine Kampagne im Stürmer gegen die KBW und die jüdische Wissenschaft, die alle trifft, die dort gearbeitet haben. Max, Abys kleiner Bruder, organisiert sofort eine Gegenkampagne, unter anderem einen Brief internationaler Wissenschaftlern, die gegen den Stürmer und den Artikel protestieren. Man fragt Schramm nicht, ob er unterschreiben möchte. Man will den ehemaligen Gast auch nicht in Loyalitätskonflikte bringen. Nach dem Erscheinen des Artikels im Stürmer beeilten sich einige der ehemaligen Gäste, der Executive und den neuen Herren zu versichern, dass es sich um ein großes Missverständnis handeln müsse. Niemand hat die Absicht, jüdische Wissenschaft zu betreiben. Die Phobie, Apollo phoibos muss sie gekannt haben, ist nicht unbedingt die Angst, sie eine Klamm. Was man daraus macht, das hat man nur limitiert im Griff. Genug Beamten (das sind sog. Lehrstuhlinhaber auch) ist die Phobie zur Angst geworden und in die Knochen gerutscht. Man muss kein Nationalsozialist gewesen sein, um ins Bedrängnis und in Loyalitätskonflikte geraten zu sein. Wer in Apparaten und Institutionen arbeitet und sich daran hält, weiß, wie man im Rollenspiel schon mal schwitzen kann.
Der Autor des Artikels, der 1994 in der FAZ erscheint, klaut Warburgs berühmte Formulierung vom Nachleben der Antike und bezieht sie jetzt auf Schramm. Ein schlechter Witz, da bin ich streng. Gussone oder aber die Redaktion der FAZ unterschlagen, von wem die Formel kam und was Warburg mit ihr bezweckte, nämlich den Entwurf einer Bild- und Rechtswissenschaft, die Akte(n) und Passionen gleichermaßen erforscht und ihr Zusammenspiel nach Mustern polarer Dynamik beschreibt. Hyperbolisch und polemisch gesagt: der Artikel von 1994 'arisiert' die Formel von Nacheleben der Antike, jetzt ist es Schramms Formel. Behauptet wird darüber noch, Demonstranten hätten keinen Sinn für Repräsentation, wenn sie den Repräsention subtil fassen, also den Präsidenten Heinrich Lübke jauchzend als Notstandheini begrüßen. Gussone macht sich hier zum neuen Schreiberling. Ausgewiesen ist er als Kenner von Inthronisationen. Er meint eventuel, Repräsentation solle keine Demonstration reizen. Edle Einfalt, stille Größe! Erst gründen wir Rom, dann Autohäuser.

Anya is live and ready to show you everything. Watch her strip, dance, and perform exclusive shows just for you. Interact in real-time and make your fantasies come true.
Free to watch • No registration required • HD streaming
Die Wege kreuzen sich, aber auf Kreuzungen.
2.
Das Verhältnis zwischen Warburg und Schramm, soll man das als Fragmentierung beschreiben? War es erst ganz und dann kaputt? Gibt es einen Moment, an dem es zum Bruch kam? Nein. Das Verhältnis ist als Kontraktion und Distraktion zu beschreiben. Die Kreuzung ist nicht die Assoziation. Sie ist nicht die Trennung. Sie ist nicht das Austauschmanöver. Sie ist die Einheit der Differenz von Trennung, Assoziation und Austauschmanöver. Die Kreuzung, manche nennen die eine Fiktion, manche eine Kontrafaktur, ist die Stelle in Raum und Zeit, die kontrohiert und distrahiert.
2.
Schramms Sohn Schramm versucht sich später vergeblich als Kittlerverhinderer (das ist der Kittler, der dem Beamtenmilieu, zu dem beide Schramms gehörten, das Buch über die Aufschreibsysteme gewidmet hat). Derweil werden diejenigen Staatsrechtslehrer Schrammsohns begeisterte Leser, die die Theorie der permanenten Reformation verteidigen und mich fröhlich unter die Palmen treiben. Man ist in Verwerfung geworfen, später spricht man dann von Biographien, aber nur dann, wenn die Leute etwas von sich aufzeichnen oder aufschreiben.
Der Alltag ist polare Normalität. Pathologen wie Warburg und Kittler haben einen ausgeprägten Sinn dafür, also auch für die Ähnlichkeitsunruhe und Unähnlichkeitstruhen der Höflinge und Höflichen, vor allem für die, die Ruhe im Karton und Schlusstriche instinktiv, aber nur instinktiv, also nur und immerhin selbsterhaltend bevorzugen. es gibt unter den Verstopfern und Abratgebern deutscher Fakultät eine bemerkenswerte Anzahl von Leuten, die Leute wie Warburg und Kittler verhindern wollten. Geht nur nicht. Sind wir schon wieder so weit? Die Leute sind immer zu allem bereit. Wird ja jemand salonfähig? Der Salon ist immer zu allem fähig.
Was ist Kreditieren?
Kreditieren ist eine juridische Kulturtechnik, die unter anderem von den "Engeln der Effizienz" (Florian Hoof), von Beratern und Analysten wahrgenommen wird. Man stellt sich das Kreditieren leicht als Schätzen und Tippen vor
Das Kreditieren schafft Kredit, das ist ein Ansehen mit Erwartung, also eine (be-)trachtende Technik, die ihr Objekt in die Zukunft werfen soll. In ihr lebt Antike nach, nämlich das Tun und Lassen der Censoren. Die haben das Objekt des Kredits gemustert, gemessen, skaliert und stratifiziert, also censiert, d.i. statistisches Vorgehen. Man hat behauptet, die Censoren seien enteignet worden, so sei ihr Ende gekommen. Ihre Tätigkeit sei staatlich monopolisiert worden, als man in der Spätantike die Frage nach der Wahrheit zur Frage nach dem Gesetz gemacht hätte. Die Censoren seien gestorben, die Zensur sei geboren. Wenn es denn so war (ich bezweifle das), dann war das wohl eine jener Revolutionen, die elementar unvollendbar sind oder prinzipiell wiederholt werden müssen, weil's ihr Name schon sagt. Es wird eher so gewesen sein, wie Warburg beschreibt: Polarisierung fand statt. Ob monopolar oder multipolar: die Wahrheit verkehrt ohnehin, denn sie wird begehrt. Die Unterscheidung zwischen der Einen und den Vielen kontrahiert und distrahiert dabei.
Kreditieren wiederholt ein Ansehen und wirft es in Richtung Zukunft. Es ist eine wahrsagende Praxis, die Walter Benjamin in selbstzensierten, also ausgestrichen Passagen seiner geschichtsphilosophischen Thesen magisch und mantisch nennt. Wer kreditiert, der tippt und schätzt die Wahrheit, er fingert daran, er tastet, was er von ihrer erfahren, etwa schmecken oder gar mit Urteilskraft beurteilen kann. Wer kreditiert, händelt Gerüchte, also das normative Material.
A propos: Können wir uns wenigstens darauf einigen, beim Tippen und Schätzen der Zukunft einen Grenzwert einzuhalten und ihn in Dezibel anzugeben?