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Meaningful Forgeries: Some Remarks on ‘Executioner’s Masks’ – BILDERFAHRZEUGE
Two ‘executioner’s masks’ housed in the collection of the pharmaceutical entrepreneur and philanthropist Henry Solomon Wellcome (1853–1936)
PRINCEPS IUSTITIAE ADVIGILANS: Zur Bildgeschichte des Auges und der Poetik des Staates on JSTOR
https://www.jstor.org/stable/43643519
TRUMPED
Who's afraid of black, red and gold?
Kleines Bild 'zur Geburt der Ikonophobie aus dem Geist des Kriegsrechts'.
Ilove ironische Treppenwitze, den welche Farben hat Belgiens Fähnchen im Wind? Der größte Idiot ist immer man selbst, wenn man etwas mitmacht.
Trumpism, soleil couchant
Giovanas These, meine auch: am Fußballspiel erkennt man die Rechtsordnung. Der Trumpismus ist in die nun aktuelle Episode seine rauschhaften Abendrotes eingetreten, das ist seit Venezuela nicht mehr zu übersehen. Der Triumph des Sieges steht den Akteuren noch ins Gesicht gestempelt. Ein bisschen schauen sie wie der strampelnd auftretende Führer vor dem Eiffelturm, in den Wannen und Wonnen ihrer Macht. Das Foto oben, mit der magaroten Karte, das ist schon von 2018, jetzt steigt es aus den Archiven wieder mach oben. Das Pressefoto wurde verlegt, jetzt spülen es die Alghorithmen wieder nach oben, auch das ist, wie jede Gelegenheit, ohne Verlegenheit nicht zu haben. Allein schon , dass ein altes Foto wieder hochkommt, ist Indiz für einen Rückschlag. It's the echography, stupid! Das ist die Bildökonomie, Analphabeten!
Die Engländer sind nicht nur die Entwickler und Katalysatoren des modernen Fußballs gewesen. Das sind auch diejenigen, die ihre Söhne und ihre Töchter nicht ins House of Finance schicken, wenn die einmal Karriere in der Rechts- und Finanzwelt machen sollen. Sie schicken ihre Söhne und Töchter auf den Fußballplatz und dahin, wo man den antiken Mythos studieren kann. Richtig so. Allmählich freue ich mich schon fast auf den Herbst.

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Recht als Parapraxis
Parapraxis ist jene Praxis, die etwas verlegt. Die These der Redaktion des Staates lautet seit 2014, dass man die Zeitschrift dicht machen könnte und das jedermann kommen könnte, wenn man Kulturtechnikforschung dort veröffentlichen würde. An sich ist es toll, wenn Zeitschriften dicht sind und jeder kommen kann, aber vorsorglich hat man meine Forschung damals rausgeschmissen, das war der Anfang der sieben mageren Jahre. Die Redaktionsmitglieder haben Mitarbeiter, die sich mutig und doch höflich zurückhaltend gegenüber meine Forschung äußern. Kulturtechnikforschung sei eine Verkürzung und ihre Kritik an der Vestingistischen Vismannkritik nicht einmal erwähnenswert. Das ist mutig, man kann auch sagen: pretty, pretty, sehr, sehr 'brave Kritiks' (Larry David)!
Das ist Recht als Praxis. Das ist nicht nur praktisch, das ist sogar parapraktisch. Als Parapraxis bezeichnet man im rhetorischen Vokabular das Verlegen und das Versprechen, auch ein Verschreiben kann parapraktisch sein. Diese Parapraxis gehört laut aktueller Kulturtechnikforschung sogar zur zeitgenössischen 'Medienverfassung' (Habil. Frankfurt 2013, dort am Beispiel eines Autopens).
Das Verlegen verlegt das Wissen, so kann es wieder aufgedeckt werden. Die Parapraxis ist ein Technik dessen, was Witz, wit, vis, wüst und weit geisternd ist. Die Parapraxis unterhält eine deutliche Beziehung zu dem, was unterhalb der Schwelle des Recht liegt und dennoch dabei kooperiert, Recht und Rechte wahrzunehmen.
Verlegen ist eine juridische Kulturtechnik, die das Begehren dezent erscheinen lässt. Aber wem sage ich das? Das wissen selbst die Frankfurter Kollegen.
maniac
maniac, michael carreras 1963
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Melancholie und Manie
Der melancholische Charakter sei der entfremdete Charakter schlechthin, schreibt Thomas Melle in seiner Geschichte und Theorie des Atlas, in dem Buch mit dem Titel: Die Welt im Rücken. Wenn das stimmt, dann ist der melancholische Charakter auch der verfremdende, der übersetzende und sogar der händelnde Character schlechthin. Die Manie sagt das sogar so, wenn auch nur im manischen Sprechen.
Ludwig Binswanger, der sich ein paar Jahre um den Aby Warburg gekümmert hat, schreibt eine Buch mit dem Titel Melancholie und Manie, dieser Titel ist historisch doppelt-gemoppelt, damit er besser im Kopf hält. In der Geschichte der Melancholie ist die Manie inbegriffen. Emil Kraeplin, das ist derjenige, dem wir verdanken, dass Aby Warburg die Klinik in Kreuzlingen auch wieder verlassen durfte, nennt eines Tages die Melancholie um, er ist der Autor des Namens Manisch-Depressiv. Dieser Name hält sich teilweise bis heute, Thomas Melle zum Beispiel bevorzugt diesen Namen. Ein weiter Name ist derjenige des Bipolaren, der ist auch so doppelt-gemoppelt, damit er besser hält. Das sind alles aber auch Doppelungen,weil das, was sie bezeichnen, sie normal wie pathologisch ist. Schöne Bezeichnung derjenigen, die sich auf dieser Diagnose nicht ausruhen dürfen, das auch gar nicht können, das ist die Bezeichnung Polarforscher.
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Martin Warnke
Alle diejenigen, die es doppelt gibt, wie zum Beispiel der König, Helmut Rahn oder aber Markus Krajewski, haben nicht nur besonders viel zu sagen, sondern auch besonders wenig, und sie tun das auf ausschlagende Weise. Martin Warnke kommt auch doppelt vor. Martin Warnke II. ist der Autor von Large Language Kabbala, also ein Kulturtechnikforscher mit Sitz (sic! dazu jetzt mehr, weniger aber auch, Anm FS) in Lüneburg.
Martin Warnke I. ist in Südamerika, nämlich Brasilien geboren, war versierter Fußballer, wurde später mehrfach Vater, u.a. von Vinzenz Warnke, der im schönsten Sommer meiner Pubertät ein Beispiel dafür gab, was Künstlersöhne eigentlich so machen. Das ist auch der Patensohn von Onkel Bazon. Martin Warnke I. ist aber auch Vater, Doktorvater von Roberto Ohrt (mit Horst Bredekamp). Warnke I. ist im Warburgkosmos aufgewachsen, der ist Bild- und Rechtswissenschaftler und hat ein wichtiges Buch zum Ausschwitz-Prozeß veröffentlicht, eine Prozeßbeobachtung, die sogar ein Beitrag zur zeitgenössischen Verfassungstheorie ist, soweit auch Zeitgenossen etwas verfassen sollen. Das Geld, dass er mit dem Leibnizpreis bekam, steckte er ins Warburghaus, meine Forschung zu Warburg wird auch durch den Leibnizpreis finanziert.
Klein ist die Welt, aber nur im Detail, auf das man achten soll. Habermas bittet ihn einmal, in einem gewichtigen Buch mitzuschreiben, so entsteht sein berühmter Essay zur geistigen Situation der Couch-Ecke, Pflichtlektüre für aufsitzende Wesen.
Aus gegebenem Anlaß, nämlich dem aktuell und am MPI für Rechtsgeschichte und Rechtstheorie geführten Couchecke-Streit, sei daran erinnert. Warnkes Essay hat bisher nur einer außerordentlich produktiv aufgegriffen, der kommt aus der Werner-Nekes-Schule und war der einzige Interviewpartner von Alexander Kluge, der es fertig gebracht hat, den Kluge fassungslos zu machen, das ist Helge Schneider.
L.O.T.C, Lots of Love, oder: Law on the Couch, das heißt: Abstandnahme (Distanzschaffen+/-Verleibung) ist die normative Noise oder aber Noiseuse (Querela) aller Erdflips. Selbst sitzen ist allerdings sitzen ohne Coach, ohne Couch und ohne 'ouch' , aber wem sage ich das, das wissen schon die Todler, auch jene, die Toddler sind
Eventuell sind die Buribunkologen, die bei Carl Schmitt leicht lächerlich erscheinen, nicht wirklich lächerlich zu machen.
Kriege, psychische Erkrankungen oder emsige Helden der Zivilgesellschaft: Warum sehen Kinofilme heute aus wie Gruppenarbeiten aus dem Leistu
Daniel Moersener
Ich habe einen neuen Namen gespeichert. Sobald so etwas der Fall ist, sieht man im Rückblick, dass die neue Adresse im Kopf einem seit Jahren schon geschrieben hat. Wie konnte ich den Namen nur übersehen haben? Jetzt muss er nur noch in Sachen Stellenlektüre nicht nur bekehrt worden sein, soll er auch dran bleiben. Soll ihm doch jemand Harun Mayes große Monographie zur Stellenlektüre so in die Hand drücken, wie er mir seinen Namen mit dem Text in der FAZ in den Kopf gedrückt hat. Wenn das nicht schon geschah.
Darf man eigentlich Leuten über den Weg trauen, die keine Nachruf schreiben? Das ist fraglich. Die Frage stellt sich in Bezug auf Daniel Moersener glücklicherweise nicht. Sein Nachruf auf Donald Sutherland: Volltreffer!
"Mit Vorbildern, Ansprüchen und Erwartungen ist zu verfahren wie Schmuggler und Falschmünzer mit dem Gesetz." (DM)
Blond Poem
Oh, waiter: your black shoes suit and tie, I am applying to the voice a little blondness, whips he out his wallet, gleams the shiny leather, the waiter serves the table, one eye wobbles, sideways swerves a blond eye, beard's patch on the upper lip shimmering gray in the smoke of the german cigarette: I'd had liked a little of the black cake, I'm speaking loud and clearly Bʟᴏɴᴅɪᴇ at my feet is lying: and a small black coffee, please, at once Sir and on the heel he swerves, I have in mind the language, of which the mikrophone equipment clearly produces punctured accents, at the neighboring table Joseph nods: this is the tongue of Goth and Hoelderberrylin, and hand inside black leather cigarette, the most dangerous of goods, meanwhile from sponge cake batter punctured by the fork the cake's scant red and viscuous flow is being pressed.
Moses
Moses, ein Dackel. Der ist jemand, der durch das Meer und andere wüste Ort sorgfältig und sorgsam geht. Er geht in diese Orte, durch die Orte und wieder raus. Haufenbildung ist auch sein Strukturprinzip. Er ist exakt auf der Grenze zwischen Bayern (München) und Schwaben (Augsburg) geboren. In den beiden, wunderschönen Städten sehen das die Einwohner sofort, auf den ersten Blick. Ich werde dort wegen ihm und seiner Herkunft auf seine Herkunft angesprochen, die das tun, es sind nicht wenige, die liegen immer richtig.
Sein Geburt war im Stall, der gehört laut Werbeschild in dritter Generation, angemessen verdächtig seit 1933, dem Oberbürgermeister des Dorfes. Der ist eine große Nummer in den Bildungs-Institutionen, die im Süden Deutschlands die Dackel vermehren. Moses ist der Gefährte, so wie Donna Haraway ihn treffend, aufrichtig und liebenswürdig schildert.
Er ist von Geburt aus dem Dorf, vom Herzen liebt er allerdings norditalienische Städte. Hat er einmal Schwierigkeiten beim Einschlafen, nehmen wir an bei Gewitter, dann lese ich ihm aus der zwölfbändigen Edition von Casanovas Lebenserinnerungen vor, die ich von meiner Mutter geerbt habe. Diese Lektüre gefällt ihm besonders, er gleitet dann in den Schlaf wie ein Mauersegler.
Heute feiert Moses seinen 11. Geburtstag! Dem größten kleinen Mann der Polysophienstraße ein dreifaches Hoch mit Wurst hinterher!
Ende Juni 2026
Liefern lassen auf dem Land
Seit Jahren rede ich meiner Mutter (82) zu, dass sie sich wenigstens die Getränke liefern lassen soll. "Die liefert doch keiner", wendet sie dann immer ein. "Doch! Alle machen das!", sage ich.
Weil die Mutter gerade zwei Schlaganfälle hinter sich hat, kann sie jetzt noch weniger gut schwere Kästen herumtragen. Ich nutze die Gelegenheit und suche auf der Edeka-Seite nach der Lieferoption des Getränkemarkts, den wir am häufigsten aufsuchen. Das wäre am praktischsten, denke ich, dann kann man die Lebensmittel auch gleich dort bestellen und braucht keine zwei Lieferdienste.
Der Edeka-Getränkemarkt liefert nicht. Der Rest von Edeka auch nicht.
Ich rufe bei dem Getränkemarkt an, den die Mutter am zweitliebsten hat. Der zweitliebste Getränkemarkt liefert nicht.
Ich schreibe dem Lieferdienst mit der sympathischen Domain kracherlschubser.de eine Nachricht. Man muss sich dort ein Kundenkonto hand-einrichten lassen, um dann (hoffe ich jedenfalls) bestellen zu dürfen. Der Lieferdienst antwortet nicht.
Ich rufe den drittliebsten Getränkemarkt der Mutter an. Er liefert nicht, ich werde aber an ein Unternehmen in 20 Kilometer Entfernung verwiesen, bei dem ich anrufen soll. Ein Anrufbeantworter geht dran. Ich finde die Website des Lieferdiensts, die verheißungsvoll aussieht: Man kann Produkte in einen Warenkorb legen! Aber wenn ich meine Postleitzahl eingebe, steht da nur "nach Absprache". Ich schreibe dem Lieferdienst eine Nachricht. Der Lieferdienst antwortet nicht.
Bei überregionalen Lieferunternehmen sehe ich gar nicht erst nach, weil ich das für noch viel weniger mutterkompatibel halte als regionale Lieferdienste, bei denen auf dem rostigen Auto vertrauenerweckend so was wie "Irlbacher Kracherl – direkt aus der Irlbacher Kracherlquelle" steht. (Beim Aufschreiben dieses Beitrags hole ich es aber nach: flaschenpost.de, getraenkedienst.com, durst.de, kistenbote.de liefern alle nicht an unsere Postleitzahl.)
Nebenher versuche ich herauszufinden, welche Supermarktkette vor Ort eigentlich Lebensmittel liefern würde. Das ist zwar noch nicht dringend nötig, aber vielleicht könnte man ja mal einen Anfang machen, wenigstens für die langweiligen und schweren Lebensmittel. Tomatendosen und Mehltüten muss man doch wirklich nicht im Laden persönlich begutachten.
Ich weiß noch, dass das im ersten Pandemiejahr in Schottland schwierig war, weil die Lieferslots so begehrt waren, und auch im zweiten noch nicht einfach. Aber ich sehe dort inzwischen ständig Lieferfahrzeuge verschiedener Supermarktketten und gehe deshalb davon aus, dass es auch in Deutschland jetzt normal sein muss. Ich habe das in Berlin zum ersten Mal 1997 ausprobiert (seitdem allerdings nicht wieder), knapp dreißig Jahre sollten doch reichen für den Weg in die ländlichen Regionen.
Die Mutter meint, mal von einer Person gehört zu haben, die sich von Rewe beliefern lässt. Aber der örtliche Rewe bietet nur einen Abhol- und keinen Bringservice. Auch sonst liefert niemand an unsere Postleitzahl.
Ich rege mich auf, beschwere mich im Techniktagebuch-Redaktionschat über die Zustände auf dem Land und schreibe diesen Beitrag. Erst als ich dafür noch mal meine ganze Suche rekonstruiere, merke ich, dass ich im allerersten Schritt aus Gewohnheit die leicht auffindbaren regionalen Getränkelieferanten ausgeschlossen habe, auf deren Website es nur eine Telefonnummer gibt, kein Sortiment, keine Preise, keinen Onlineshop. Das war vor drei Tagen, ich war noch jung und naiv und dachte, irgendwo gebe es sicher ein richtiges Unternehmen mit Onlineshop und Lieferterminen. Ich rufe beim ersten Suchtreffer an und gebe telefonisch eine Bestellung auf. Am Montag wird geliefert.
(Kathrin Passig)
Kathrin Passig
Wenn es nicht Leute wie Kathrin Passig gäbe, dann wäre ich in Deutschland morgens um halb elf mit dem Geräusch einen brechenden Knoppers implodiert, oder ich hätte mich schon längst, wer weiß, in eine wunderschöne Toffifee verwandelt.

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Martin Parr
Martin Parr
Du hast den Blick, wenn du siehst, was dich anblickt. Martin Paar ist mit seinem Blick so derartig ein Verwalter, sogar Statthalter des Hogarth-Akts, wie es sein soll. Spontane Fotografie als Gesellschaftsanalyse oder schlicht als das, zu dem Aby Warburg auf Tafel 78 und 79 anleitet, also als Bild- und Rechtswissenschaft: da ist Parr ein Meister.
Die Welt ist alles, was der Ball ist (Wit Bräukel, Kommentar zum Traktat der Schlange von Zoran Terzic).
Meta bolisch
Meta sagt, sie finde im Netz kein Foto von Heinrich Krieger, also bitte ich sie, mir eins zu machen, im Stil eines Passfotos der dreißiger Jahre. Krieger muss sechs (diabolische?) Finger gehabt haben oder so. Mit meiner Forschung zu den basalbolischen Akten und Passionen im Algorithmus (also zum vaguen und polaren des Algorithmus) ist Meta inzwischen so vertraut, dass sie mir aus Krieger eine basalbolische Person gemacht hat, einen Baseballspieler.
Krieger ist eine Figur des freudschen Schweißbrenners, der Ezra und Roscoe Pound verschweißt. Sein Name spricht, aber dafür sind Namen schließlich da.