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Martin Parr
Martin Parr
Du hast den Blick, wenn du siehst, was dich anblickt. Martin Paar ist mit seinem Blick so derartig ein Hogartherbe, wie es sein soll. Spontane Fotografie als Gesellschaftsanalyse oder schlicht als das, zu dem Aby Warburg auf Tafel 78 und 79 anleitet, also als Bild- und Rechtswissenschaft: da ist Parr ein Meister.
Die Welt ist alles, was der Ball ist (Wit Bräukel, Kommentar zum Traktat der Schlange von Zoran Terzic).
Meta bolisch
Meta sagt, sie finde im Netz kein Foto von Heinrich Krieger, also bitte ich sie, mir eins zu machen, im Stil eines Passfotos der dreißiger Jahre. Krieger muss sechs (diabolische?) Finger gehabt haben oder so. Mit meinem Forschung zu den basalbolischen Akten und Passionen im Algorithmus (also zum vaguen und polaren des Algorithmus) ist Meta inzwischen so vertraut, dass sie mir aus Krieger eine basalbolische Person gemacht hat, einen Baseballspieler.
Krieger ist eine Figur des freudschen Schweißbrenners, der Ezra und Roscoe Pound verschweißt. Sein Name spricht, aber dafür sind Namen schließlich da.
Atlas Farnese
Ich kann beim besten Willen keinen Atlas von Farnese entdecken!
P.S.
Liebe Meta, ich hatte dich weder um unvollendete Hakenkreuze, noch um ein Bild von Martin Kippenberger, ich hatte Dich um das Bild eines Baseballspielers von Atlas Farnese gebeten. Ich bitte Dich, dem Rechnung zu tragen!

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Occasio
Das ging aber schnell. Ich hatte Meta gebeten, mir eine Baseballspielerin als Occasio darzustellen. So schnell war Meta noch nie fertig, in drei Sekunden lieferte sie. Normalerweise ist Meta in Sachen Begehren und Pornographie auch sehr zurückhaltend, aber hier, was das Ergreifen und das vexillum angeht, war sie überraschend unbefangen und lässig. Occasio hält in der Hand ein Objekt, das den Stab und den Ball 'verschleift', sie hat l'odeur des fauves. Ob das jemandem gephällt?
Die These, dass im Algorithmus Antike nachlebt, ist zumindest noch nicht widerlegt. Die These, dass sedimentäre Geschichte slop ist und dass Seismographie mimetisch und rekursiv operiert, die steht erst am Anfang.
Law in the drafts of love
Peter Paul Rubens fertigt diese Studie der Hélène Fourment, eine Kreidezeichnung, die seine Frau in Seide zeigt, als das an, was Cornelia Vismann eine Gewandstudie nennt. So eine Studie ist Element von Bildakten, die Vismann im Falle der Gewänder Phryne-Akt nennt. Das ist aber ein Vesting-Akt. Um diese Zeichnung kreist ein Gespräch, das Michael Podro und Max Imdahl über die Funktionen des Fiktiven einmal geführt haben. Bilder, Bilderlisten und Bildakte(n) sind Elemente der Bildökonomie und der Echographie, sie kommen so sowohl in juristischen Methoden als auch in juridischen Kulturtechniken zum Einsatz.
Telefonmänner und Telefonfrauen
Die Seiten wechseln. Es blättert im Wind von selbst
ab dem Moment in
dem die Ameisen mit dem Laub gehen,
dem widmen sie auch den Eierstau.
1.
Die Geschichte und Theorie der permanenten Reformation ist teilweise eine nordalpine und rechtsrheinische, preußische Geschichte und Theorie. Die ist nicht unbedingt falsch, sie ist unbedingt mimetisch und rekursiv. In ihr lebt Antike nach, wenn sie ihre Techniken des Distanzschaffens und Verleibens entfaltet. Dann lebt in ihr auch die Bildökonomie nach, einschließlich jener Ökonomie, die eine Wissen um leidenschaftliche Interessen, zum Beispiel an Akten und Passionen ist.
Wenn Thomas Vesting in seinem Buch über Computernetzwerke über den Homo Digitalis schreibt (er sagt, dass die Überhöhung des Bloggers zu Scheitern verurteilt sei), dann ist das nicht unbedingt falsch, es geht auch nicht unbedingt an mir vorbei. Wenn er schreibt, der totgesagte Autor scheine im Lesenschreiben des Blogs eine Art Wiederauferstehung zu feiern, dann ist auch das nicht unbedingt falsch,es geht nicht unbedingt an mir vorbei. Wenn er schreibt, da versuche ein Blogger eine Verschiebung und Veränderung von Sinn aufzuhalten, dann ist das nicht unbedingt falsch und es geht nicht unbedingt an mir vorbei.
Es trifft mich unbedingt, weil die Formation des Subjektes darauf angelegt sein soll, auf Reize und Anstösse zu reagieren. Anhaltend, durchhaltend. Die Formation des Subjektes kann einen diadigitalen Schreiber erscheinen lassen, der Tag und Nacht graphische Züge macht, die keine Linie ohne Wellen und keine Wellen ohne Falten wiederholen. Diese Formation kann bolisch sein, sie kann vague sein. Meta kann das, sie kann auf jeden Reiz so reagieren, als ob das Kommunikation sei. Vielleicht kann dann auch eine Metaphysik doch auch mit ihrem Scheitern weiter rechnen.
Der Staat, so Vesting, habe große Schwierigkeiten ein angemessenes 'kognitives Bild' der Netzwerkkultur zu entwickeln, was plausibel erscheint, weil es ja auch ebenso schwierig ist, ein angemessen kognitives Bild vom Staat zu entwickeln. Unsicher scheint mir, was die digitale Kommunikation beherrscht. Ich schlage vor, Vismann als Theoretikerin und Historikerin von Begehren zu lesen. Wenn es bei ihr um Macht und Beherrschung geht, dann um Begehren und Routinen, die mimetisch und rekursiv sind. Wer aus dem Schreiben Narzissmus liest, liest Narzissmus. Wer aus der Lektüre Nächstenliebe zieht, der zieht daraus Nächstenliebe. Don't trust your own personal vesting. Auf Diagnosen lässt sich nicht ausruhen.. Die Unterscheidung zwischen Form und Norm, auch die zwischen Kognition und Normativität, die werden dank und durch graphische Zügen gezeichnet. Diese Züge sind Signaturen und Kontrasignaturen in einem, also Kerben und Flecken (siehe dazu: Steinhauer, Der Patriot Act und der Autopen, in: Archiv für Mediengeschichte).
Subjekte sollen nicht unbedingt allgemein sein, es gibt ja amazonische, rheinische oder westfälische, indische und angolanische Subjekte. Die sind alle auch in sich nicht allgemein, ihre Qualifikation ist eine Diagnose, auf der sich nicht ausruhen lässt. Die Formation des Subjektes soll aber unbedingt wiederholt werden, so zumindest in der Perspektive einer Geschichte und Theorie juridischer Kulturtechniken. Wenn's hilft: palindromologisch!
John Koch, Telephone Call
Männer wollen telefonieren, Frauen aber auch!
Das Telefon, nach Aby Warburg ein Fernraumzerstörer, schellt. Man ist im Keller. Vielleicht verwählt, doch man ist schneller. So soll es sein!
Vismann:
Wie kommt es, so schellt in mir die Kellerfrage schlechthin, dass die Leute das Wissen begehren, aber das Begehren nicht wissen?
Steinhauer:
Die folgenden Überlegungen gehen zuerst davon aus, dass es Leute gibt, die nicht ans Telefon gehen. Im weiteren gehen sie davon aus, dass Luhmann lieber als Telefon geht, lassen aber zunächst offen, was die Alternative wäre.
Luhmann:
Die folgenden Überlegungen gehen davon aus, dass es zumindest ein System gibt und sein Name Fabian Steinhauer lautet, weil er sofort auf jeden Reiz reagiert. Der ist hoffentlich immer parat, wenn auch nicht immer am Telefonaparillo.
Ergreifen und verpassen
Die occasionelle Technik ist diejenige, die entweder greift oder passt. Der Baseler Archäologie und (neben seiner Ministät Fabian dem Steinhauer) zweite Co-Founder der Geschichte-und-Theorie-WG in Sils Maria Markus Krajewski schreibt die Theorie und Geschichte der occasio als Bildgeschichte, wenn er sie als Bildungsgeschichte (d.i. Geschichte der Restitution, Institution und Substitution) anhand von Objekten, zum Beispiel Kommoden des Herrnhuters Abraham Roentgen beschreibt (Herrnhuter, wie Gunther Teubner einer ist).
Die Gelegenheit, die Geschichte und Theorie der juridischen Kulturtechniken als Beitrag zur Diskussion um künstliche Intelligenz zu verstehen, kann man ergreifen oder verpassen. Beides kann 'Recht als Praxis' (Schimchen) sein.
Man kann das verkürzen: Wir kooperieren sowieso, mit oder ohne Rest der Welt. Wir laden sowieso, egal ob man das annimmt oder aber nicht. Seit der Feier von Gunther Teubners 65. Geburtstag (2009) und einem Vortrag zu dem Lüneburger Prunkspiegel, einem Spiegel-, Pol- und Klappobjekt bin ich restlos überzeugter Kulturtechnikforscher. Dieser Vortrag war der letzte Anstoss, dafür, dass ich auf Einladung von Bernhardt Siegert und Cornelia Vismann nach Weimar kam. Demnächst mehr dazu auch in ihrem Archiv!

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Stock Character Exchange
Bilder bestreiten etwas, also sollen sie bestritten werden. Bilder werden bestritten, also sollen sie etwas bestreiten. Die Bildakte(n) sind Elemente bildökonomischer und echographischer Verfahren. Das zählt zur normativen Kraft des Kontrafaktischen, einer Kraft, die sich dumm und klug entfalten kann. Bilder sind Elemente von Regeln und Fiktionen. Sie kommen in juristischer Methode und in juridischen Kulturtechniken zum Einsatz. Das ist die Kurzfassung meiner Forschung und Lehre am MPI und an den Stellen, wo ich sonst noch arbeite.
1.
Eine 'Funktion des Fiktiven' beschreiben Michael Podro und Max Imdahl durch den Dialog, den sie vor einige Jahren innerhalb der Gruppe Poetik und Hermeneutik um das geführt haben, was im römischen Recht tabula picta genannt wird. Tabula picta ist im römischen Recht ein zweischichtiges und damit zwielichtes Objekt. Man kann dieses Objekt als ein gespaltenes Objekt, aber auch als ein doppeltes Objekte begreifen. Die Literatur des römischen Rechts braucht zwei Wörter, um den Begriff zu bilden - noch schärfer gesagt: Zwei Begriffe bilden den Begriff, aber wenn man jetzt über das Verhältnis zwischen Wort und Begriff sich streiten will, dann ist man schon mitten im Problem, das dieser Begriff aus Begriffen oder Worten gar nicht lösen soll, er soll ihn bestreiten, händeln oder aber: operationalisieren. Juristen arbeiten in dem Amt, das der Kunst- und Rechtsprecher Bazon Brock das Amt zur Arbeit an unlösbaren Problemen nennt.
Aus widersprüchlichen Passagen, die man im römischen Recht zu diesem Objekt 'tabula picta' findet, entfalten die Kommentatoren und Glossatoren (oder aber der sogenannte 'Renaissance-Effekt') jene Kunst der Fiktion, die der 'Verkehrsfähigkeit eines Objektes' dient.
Das Objekt hat zwei Schichten, man betrachtet es mit zwei Händen und zwei Augen in mindestens zwei Lichtern. Es besteht aus der Tafel und demjenigen, was der Tafel aufliegt, aufsitzt, angepinnt oder eingeschrieben, eventuell eingekerbt, an- oder aufgebracht ist. Das Objekt ist bekleidet, es wird begleitet, indem es sich begleitet. Dieses Objekte ist schon eine Kooperation. Das Objekt hat etwas von Phryne, den die ist auch bekleidet und sie wird auch begleitet. Das Objekt hat etwas von der Person, die durch einen Vesting-Akt bekleidet wird. Das Objekt hat ein Oben und ein Unten, es steht damit für Unterscheidungen zur Verfügung, deren Anzahl bisher noch nicht abschließend gezählt wurde. Form/ Materie; Inhalt/ Form; Substanz/ Akzidenz; inneres Wesen, Äußerlichkeit; Realität/ Fiktion: viele Unterscheidungen können an diesem Objekt getroffen werden, sie würden vermutlich alle von dem Objekt mehr oder weniger jubilierend begrüßt, zumindest würde es sich nicht wehren, es blibe davon würdevoll unangetastet.
3.
Diese beiden Schichten des Objektes können (eigentums-)rechtlich zwei unterschiedlichen Subjekten zugeordnet werden. Wem dieser zwei Subjekte ist dann das eine Objekt zuzuordnen? Die Antwort der römischen Juristen, das hat Marta Madero in kleinen Details und großen Bögen rekonstruiert, ist immer scharf und immer präzise: es kommt auf das Verkehren und das Begehren an.
Die Lösung liegt im Detail, im Fall und der Kasuistik. Sie liegt nicht im Allgemeinen, sondern in der Wiederholung der Details - für die die Glossatoren einen Atlas wie den von Aby Warburg, eine Kartographie, eine Kanzlei in Cornelias Vismann Sinne ein Raster oder aber, im Sinne Martin Warnkes, ein Modell names Large Language Kabbala entwickeln. Aus zuerst kleinen und kleinsten Details, die verstellbar sind werden in Sequenzen und Frequenzen die Lösung eines Fall, diese Lösung verbaucht sich im Einzelfall, sogar restlos, im übrigen bleibt das Sekret im künstlich intelligenten, algorithmische, rekursive und mimetischen Verfahren bestehen.
Alain Pottage hat in einem Kommentar zu Yan Thomas, dem Historiker des römischen Rechts, auf die Bedeutung der Arbeiten von Cornelia Vismann verwiesen. Entweder arbeiten die römischen Juristen nicht nur am Text, am Begriff und in der Schrift, oder man verwendet diese Begriffe als Tropen, Figuren und Metaphern. Die römischen Juristen arbeiten auch an und mit Objekten, und das sogar, so Vismann, digital, algorithmisch. Wie Niklas Luhmann in seinem Buch zur Kunst der Gesellschaft angelegt: sogar der Fußball ist ein rekursiv gehändeltes Objekt römischen Recht. Die Juristen sprechen und schreiben nicht nur, sie kicken, tasten und fingern auch, vor allem aber fingieren sie: sie kreuzen in der Welt und durch die Welt und mit der Welt. Alles, was sie tun, ist Wiederholung, auch ihre Unterscheidungen. Alles, was sie tun ist auch bildökonomisch und echographisch.
Das ist der Stand der Dinge, das ist der Lauf der Dinge. Podro und Imdahl nehmen, wie Yan Thomas und Cornelia Vismann, die Funktionen des Fiktiven in Betracht, am Beispiel des Verhältnissen von Kreide und Seide. Das erste Beispiel entnimmt Podro einer Bilderliste, einer satyrischen Serie von Bildern zu dem stock character Thomas, kurz Tom, Rakewell. Der Name spricht. Thomas ist eine zweifelhafte Figur. Hier immerhin Rakewell, let's see.
Dem kanonischen Recht nach hat Hogarth unter dem Gesetz der Lex Satyrica gearbeitet.
(...)
Stock Character Exchange
Die normative Kraft des Kontrafaktischen: Censur (Musterung) als private Praxis öffentlicher Dinge.
Die ersten vier Sätze der Echographie
Wie heißt der Bürgermeister von Wesel? Esel!
Wie malt man Seide? Aus Kreide!
Wie ist man gebildet? Künstlich!
Wie stellt man Fragen? Rhetorisch!

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Ausgemachte Sachen
In manchen Passagen seines wie immer am Puls der Zeit pulsierendes Buches schreibt Wolfgang Ullrich von einigen Dingen, als ob sie schon ausgemachte Sachen seien. Das erinnert im Stil an einige Passagen des Buches, das Sylvia Sasse zu den Verkehrungen geschrieben hat. Ich bin mir sicher, dass beide damit dringliche Passagen geschrieben haben. Ob sie begabte Polarforscher und Melancholiker sind, da bin ich unsicher. Ob sie mal mit Ino Augsberg und seiner Pathosformel ("Ja, aber umgekehrt würde ich auch sagen!") trainiert haben?
Kommunikation und Operation
Kulturtechnikforschung betrachtet Operationen, keine Kommunikationen. Sie betrachtet Operation aber so, dass die Betrachtung nicht nur effektiv ist, sondern auch kommunikabel. Die Kulturtechnikforschung haut Steine zu Sand und Sand zu Staub, sie tokenisiert und macht ihre Subjekte zu kleinen und kleinsten Subjekten, ihre Objekte zu kleinen und kleinsten Objekten, ihr Akte(n), Handlungen, Passionen und Strittigkeiten zu kleinen und kleinsten Versionen. Sie verkürzt nicht nur das Verhältnis zwischen Recht und Kultur, sie haut alles kurz und klein.
Das nennt Rudolf von Ihering eine Scheidekunst. Martin Warnke beschreibt so eine Scheidekunst in Bezug auf das algorithmische, rekursive und mimetische Vorgehen als Verfahren namens Large Language Kabbala. Die Kommunikation selektiert, variiert und retendiert oder restabilisiert. Die Operationen trennen, assoziieren und manövrieren den Austausch.
Die Kulturtechnikforschung zerschlägt das Geschirr, die Vasen, die Teller, die 'Lettern', kontrafaktisch. Die Systemtheorie spricht von dynamischer Stabilität. Die Kulturtechnikforschung von Fähnchen im Wind.
Zu sagen, was man nicht tut, ist auf Pferden und Grundlagen sowie in Situationen möglich. Das geht, das kann man machen. Muss man aber nicht.
Teller sind Letter, Letter sind Teller.