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Martin Warnke
Alle diejenigen, die es doppelt gibt, wie zum Beispiel der König, Helmut Rahn oder aber Markus Krajewski, haben nicht nur besonders viel zu sagen, sondern auch besonders wenig, und sie tun das auf ausschlagende Weise. Martin Warnke kommt auch doppelt vor. Martin Warnke II. ist der Autor von Large Language Kabbala, also ein Kulturtechnikforscher mit Sitz (sic! dazu jetzt mehr, weniger aber auch, Anm FS) in LĂŒneburg.
Martin Warnke I. ist in SĂŒdamerika, nĂ€mlich Brasilien geboren, war versierter FuĂballer, wurde spĂ€ter mehrfach Vater, u.a. von Vinzenz Warnke, der im schönsten Sommer meiner PubertĂ€t ein Beispiel dafĂŒr gab, was KĂŒnstlersöhne eigentlich so machen. Das ist auch der Patensohn von Onkel Bazon. Martin Warnke I. ist aber auch Vater, Doktorvater von Roberto Ohrt (mit Horst Bredekamp). Warnke I. ist im Warburgkosmos aufgewachsen, der ist Bild- und Rechtswissenschaftler und hat ein wichtiges Buch zum Ausschwitz-ProzeĂ veröffentlicht, eine ProzeĂbeobachtung, die sogar ein Beitrag zur zeitgenössischen Verfassungstheorie ist, soweit auch Zeitgenossen etwas verfassen sollen. Das Geld, dass er mit dem Leibnizpreis bekam, steckte er ins Warburghaus, meine Forschung zu Warburg wird auch durch den Leibnizpreis finanziert.
Klein ist die Welt, aber nur im Detail, auf das man achten soll. Habermas bittet ihn einmal, in einem gewichtigen Buch mitzuschreiben, so entsteht sein berĂŒhmter Essay zur geistigen Situation der Couch-Ecke, PflichtlektĂŒre fĂŒr aufsitzende Wesen.
Aus gegebenem AnlaĂ, nĂ€mlich dem aktuell und am MPI fĂŒr Rechtsgeschichte und Rechtstheorie gefĂŒhrten Couchecke-Streit, sei daran erinnert. Warnkes Essay hat bisher nur einer auĂerordentlich produktiv aufgegriffen, der kommt aus der Werner-Nekes-Schule und war der einzige Interviewpartner von Alexander Kluge, der es fertig gebracht hat, den Kluge fassungslos zu machen, das ist Helge Schneider.
L.O.T.C, Lots of Love, oder: Law on the Couch, das heiĂt: Abstandnahme (Distanzschaffen+/-Verleibung) ist die normative Noise oder aber Noiseuse (Querela) aller Erdflips. Selbst sitzen ist allerdings sitzen ohne Coach, ohne Couch und ohne 'ouch' , aber wem sage ich das, das wissen schon die Todler, auch jene, die Toddler sind
Eventuell sind die Buribunkologen, die bei Carl Schmitt leicht lÀcherlich erscheinen, nicht wirklich lÀcherlich zu machen.
Kriege, psychische Erkrankungen oder emsige Helden der Zivilgesellschaft: Warum sehen Kinofilme heute aus wie Gruppenarbeiten aus dem Leistu
Daniel Moersener
Ich habe einen neuen Namen gespeichert. Sobald so etwas der Fall ist, sieht man im RĂŒckblick, dass die neue Adresse im Kopf einem seit Jahren schon geschrieben hat. Wie konnte ich den Namen nur ĂŒbersehen haben? Jetzt muss er nur noch in Sachen StellenlektĂŒre nicht nur bekehrt worden sein, soll er auch dran bleiben. Soll ihm doch jemand Harun Mayes groĂe Monographie zur StellenlektĂŒre so in die Hand drĂŒcken, wie er mir seinen Namen mit dem Text in der FAZ in den Kopf gedrĂŒckt hat. Wenn das nicht schon geschah.
Darf man eigentlich Leuten ĂŒber den Weg trauen, die keine Nachruf schreiben? Das ist fraglich. Die Frage stellt sich in Bezug auf Daniel Moersener glĂŒcklicherweise nicht. Sein Nachruf auf Donald Sutherland: Volltreffer!
"Mit Vorbildern, AnsprĂŒchen und Erwartungen ist zu verfahren wie Schmuggler und FalschmĂŒnzer mit dem Gesetz." (DM)

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Blond Poem
Oh, waiter: your black shoes suit and tie, I am applying to the voice a little blondness, whips he out his wallet, gleams the shiny leather, the waiter serves the table, one eye wobbles, sideways swerves a blond eye, beard's patch on the upper lip shimmering gray in the smoke of the german cigarette: I'd had liked a little of the black cake, I'm speaking loud and clearly BÊáŽÉŽáŽ ÉȘᎠat my feet is lying: and a small black coffee, please, at once Sir and on the heel he swerves, I have in mind the language, of which the mikrophone equipment clearly produces punctured accents, at the neighboring table Joseph nods: this is the tongue of Goth and Hoelderberrylin, and hand inside black leather cigarette, the most dangerous of goods, meanwhile from sponge cake batter punctured by the fork the cake's scant red and viscuous flow is being pressed.
Moses
Moses, ein Dackel. Der ist jemand, der durch das Meer und andere wĂŒste Ort sorgfĂ€ltig und sorgsam geht. Er geht in diese Orte, durch die Orte und wieder raus. Haufenbildung ist auch sein Strukturprinzip. Er ist exakt auf der Grenze zwischen Bayern (MĂŒnchen) und Schwaben (Augsburg) geboren. In den beiden, wunderschönen StĂ€dten sehen das die Einwohner sofort, auf den ersten Blick. Ich werde dort wegen ihm und seiner Herkunft auf seine Herkunft angesprochen, die das tun, es sind nicht wenige, die liegen immer richtig.
Sein Geburt war im Stall, der gehört laut Werbeschild in dritter Generation, angemessen verdĂ€chtig seit 1933, dem OberbĂŒrgermeister des Dorfes. Der ist eine groĂe Nummer in den Bildungs-Institutionen, die im SĂŒden Deutschlands die Dackel vermehren. Moses ist der GefĂ€hrte, so wie Donna Haraway ihn treffend, aufrichtig und liebenswĂŒrdig schildert.
Er ist von Geburt aus dem Dorf, vom Herzen liebt er allerdings norditalienische StĂ€dte. Hat er einmal Schwierigkeiten beim Einschlafen, nehmen wir an bei Gewitter, dann lese ich ihm aus der zwölfbĂ€ndigen Edition von Casanovas Lebenserinnerungen vor, die ich von meiner Mutter geerbt habe. Diese LektĂŒre gefĂ€llt ihm besonders, er gleitet dann in den Schlaf wie ein Mauersegler.
Heute feiert Moses seinen 11. Geburtstag! Dem gröĂten kleinen Mann der PolysophienstraĂe ein dreifaches Hoch mit Wurst hinterher!
Ende Juni 2026
Liefern lassen auf dem Land
Seit Jahren rede ich meiner Mutter (82) zu, dass sie sich wenigstens die GetrÀnke liefern lassen soll. "Die liefert doch keiner", wendet sie dann immer ein. "Doch! Alle machen das!", sage ich.
Weil die Mutter gerade zwei SchlaganfÀlle hinter sich hat, kann sie jetzt noch weniger gut schwere KÀsten herumtragen. Ich nutze die Gelegenheit und suche auf der Edeka-Seite nach der Lieferoption des GetrÀnkemarkts, den wir am hÀufigsten aufsuchen. Das wÀre am praktischsten, denke ich, dann kann man die Lebensmittel auch gleich dort bestellen und braucht keine zwei Lieferdienste.
Der Edeka-GetrÀnkemarkt liefert nicht. Der Rest von Edeka auch nicht.
Ich rufe bei dem GetrÀnkemarkt an, den die Mutter am zweitliebsten hat. Der zweitliebste GetrÀnkemarkt liefert nicht.
Ich schreibe dem Lieferdienst mit der sympathischen Domain kracherlschubser.de eine Nachricht. Man muss sich dort ein Kundenkonto hand-einrichten lassen, um dann (hoffe ich jedenfalls) bestellen zu dĂŒrfen. Der Lieferdienst antwortet nicht.
Ich rufe den drittliebsten GetrĂ€nkemarkt der Mutter an. Er liefert nicht, ich werde aber an ein Unternehmen in 20 Kilometer Entfernung verwiesen, bei dem ich anrufen soll. Ein Anrufbeantworter geht dran. Ich finde die Website des Lieferdiensts, die verheiĂungsvoll aussieht: Man kann Produkte in einen Warenkorb legen! Aber wenn ich meine Postleitzahl eingebe, steht da nur "nach Absprache". Ich schreibe dem Lieferdienst eine Nachricht. Der Lieferdienst antwortet nicht.
Bei ĂŒberregionalen Lieferunternehmen sehe ich gar nicht erst nach, weil ich das fĂŒr noch viel weniger mutterkompatibel halte als regionale Lieferdienste, bei denen auf dem rostigen Auto vertrauenerweckend so was wie "Irlbacher Kracherl â direkt aus der Irlbacher Kracherlquelle" steht. (Beim Aufschreiben dieses Beitrags hole ich es aber nach: flaschenpost.de, getraenkedienst.com, durst.de, kistenbote.de liefern alle nicht an unsere Postleitzahl.)
Nebenher versuche ich herauszufinden, welche Supermarktkette vor Ort eigentlich Lebensmittel liefern wĂŒrde. Das ist zwar noch nicht dringend nötig, aber vielleicht könnte man ja mal einen Anfang machen, wenigstens fĂŒr die langweiligen und schweren Lebensmittel. Tomatendosen und MehltĂŒten muss man doch wirklich nicht im Laden persönlich begutachten.
Ich weiĂ noch, dass das im ersten Pandemiejahr in Schottland schwierig war, weil die Lieferslots so begehrt waren, und auch im zweiten noch nicht einfach. Aber ich sehe dort inzwischen stĂ€ndig Lieferfahrzeuge verschiedener Supermarktketten und gehe deshalb davon aus, dass es auch in Deutschland jetzt normal sein muss. Ich habe das in Berlin zum ersten Mal 1997 ausprobiert (seitdem allerdings nicht wieder), knapp dreiĂig Jahre sollten doch reichen fĂŒr den Weg in die lĂ€ndlichen Regionen.
Die Mutter meint, mal von einer Person gehört zu haben, die sich von Rewe beliefern lÀsst. Aber der örtliche Rewe bietet nur einen Abhol- und keinen Bringservice. Auch sonst liefert niemand an unsere Postleitzahl.
Ich rege mich auf, beschwere mich im Techniktagebuch-Redaktionschat ĂŒber die ZustĂ€nde auf dem Land und schreibe diesen Beitrag. Erst als ich dafĂŒr noch mal meine ganze Suche rekonstruiere, merke ich, dass ich im allerersten Schritt aus Gewohnheit die leicht auffindbaren regionalen GetrĂ€nkelieferanten ausgeschlossen habe, auf deren Website es nur eine Telefonnummer gibt, kein Sortiment, keine Preise, keinen Onlineshop. Das war vor drei Tagen, ich war noch jung und naiv und dachte, irgendwo gebe es sicher ein richtiges Unternehmen mit Onlineshop und Lieferterminen. Ich rufe beim ersten Suchtreffer an und gebe telefonisch eine Bestellung auf. Am Montag wird geliefert.
(Kathrin Passig)
Kathrin Passig
Wenn es nicht Leute wie Kathrin Passig gĂ€be, dann wĂ€re ich in Deutschland morgens um halb elf mit dem GerĂ€usch einen brechenden Knoppers implodiert, oder ich hĂ€tte mich schon lĂ€ngst, wer weiĂ, in eine wunderschöne Toffifee verwandelt.
Martin Parr
Martin Parr
Du hast den Blick, wenn du siehst, was dich anblickt. Martin Paar ist mit seinem Blick so derartig ein Verwalter, sogar Statthalter des Hogarth-Akts, wie es sein soll. Spontane Fotografie als Gesellschaftsanalyse oder schlicht als das, zu dem Aby Warburg auf Tafel 78 und 79 anleitet, also als Bild- und Rechtswissenschaft: da ist Parr ein Meister.
Die Welt ist alles, was der Ball ist (Wit BrÀukel, Kommentar zum Traktat der Schlange von Zoran Terzic).
Meta bolisch
Meta sagt, sie finde im Netz kein Foto von Heinrich Krieger, also bitte ich sie, mir eins zu machen, im Stil eines Passfotos der dreiĂiger Jahre. Krieger muss sechs (diabolische?) Finger gehabt haben oder so. Mit meiner Forschung zu den basalbolischen Akten und Passionen im Algorithmus (also zum vaguen und polaren des Algorithmus) ist Meta inzwischen so vertraut, dass sie mir aus Krieger eine basalbolische Person gemacht hat, einen Baseballspieler.
Krieger ist eine Figur des freudschen SchweiĂbrenners, der Ezra und Roscoe Pound verschweiĂt. Sein Name spricht, aber dafĂŒr sind Namen schlieĂlich da.

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Und nicht nur das!
Systemtheorie ist auch eine besondere Eindruckstheorie, die voll super ist.
Atlas Farnese
Ich kann beim besten Willen keinen Atlas von Farnese entdecken!
P.S.
Liebe Meta, ich hatte dich weder um unvollendete Hakenkreuze, noch um ein Bild von Martin Kippenberger, ich hatte Dich um das Bild eines Baseballspielers von Atlas Farnese gebeten. Ich bitte Dich, dem Rechnung zu tragen!
Occasio
Das ging aber schnell. Ich hatte Meta allerdings auch nur, ohne weitere Angaben, gebeten, mir eine Baseballspielerin als Occasio darzustellen. So schnell war Meta noch nie fertig, in drei Sekunden lieferte sie. Normalerweise ist Meta in Sachen Begehren und Pornographie auch sehr zurĂŒckhaltend, aber hier, was das Ergreifen und das vexillum angeht, war sie ĂŒberraschend unbefangen und lĂ€ssig. Occasio hĂ€lt in der Hand ein Objekt, das den Stab und den Ball 'verschleift'. Dieses Objekt sieht nicht nur, aber auch wie der Griff eines Schwertes aus. Sie hat l'odeur des fauves. In der anderen Hand trĂ€gt sie, der ist aus Haut oder Leder, einen FĂ€nger, dessen untere Ăffnung sich in Form eines Vs dem Betrachter zuwendet. Eine Version, also (eventuell halbgare) Wiederholung der Mandorla und einer Schwertscheide, das ist das empfangene Objekt, das hĂ€lt sie also in der zweiten Hand. Ob diese Occasio mit ihren zwei HĂ€nden, zwei Griffen und zwei Objekten jemandem gephĂ€llt? Die Welt in ihrem RĂŒcken ist zumindest alles, was entweder der Ball oder der Pfahl ist. Auf jeden Fall bemĂŒht sich Meta, allen zu gefallen, und sie macht das schon ganz gut.
Die These, dass im Algorithmus Antike nachlebt, ist zumindest noch nicht widerlegt. Die These, dass sedimentÀre Geschichte slop ist und dass Seismographie und Echographie mimetisch und rekursiv operieren, die steht erst am Anfang.
Law in the drafts of love
Peter Paul Rubens fertigt diese Studie der HĂ©lĂšne Fourment, eine Kreidezeichnung, die seine Frau in Seide zeigt, als das an, was Cornelia Vismann eine Gewandstudie nennt. So eine Studie ist Element von Bildakten, die Vismann im Falle der GewĂ€nder Phryne-Akt nennt. Im Phryne-Akt ist der graphische Zug ein Entzug der Tracht, der Kleidung. Das, was Rubens zeichnet, das ist aber ein Vesting-Akt, der in Schichten und Falten ĂŒberlegt und so ĂŒbergelegt wird. Um diese Zeichnung von Rubens, die Frankfurt im Archiv liegt, kreist ein GesprĂ€ch, das Michael Podro und Max Imdahl ĂŒber die Funktionen des Fiktiven einmal gefĂŒhrt haben. Bilder, Bilderlisten und Bildakte(n) sind Elemente der Bildökonomie und der Echographie, sie kommen so sowohl in juristischen Methoden als auch in juridischen Kulturtechniken zum Einsatz.
TelefonmÀnner und Telefonfrauen
Die Seiten wechseln. Es blÀttert im Wind von selbst
ab dem Moment in
dem die Ameisen mit dem Laub gehen,
dem widmen sie auch den Eierstau.
1.
Die Geschichte und Theorie der permanenten Reformation ist teilweise eine nordalpine und rechtsrheinische, preuĂische Geschichte und Theorie. Die ist nicht unbedingt falsch, sie ist unbedingt mimetisch und rekursiv. In ihr lebt Antike nach, wenn sie ihre Techniken des Distanzschaffens und Verleibens entfaltet. Dann lebt in ihr auch die Bildökonomie nach, einschlieĂlich jener Ăkonomie, die eine Wissen um leidenschaftliche Interessen, zum Beispiel an Akten und Passionen ist.
Wenn Thomas Vesting in seinem Buch ĂŒber Computernetzwerke ĂŒber den Homo Digitalis schreibt (er sagt, dass die Ăberhöhung des Bloggers zum Scheitern verurteilt sei), dann ist das nicht unbedingt falsch, es geht auch nicht unbedingt an mir vorbei. Wenn er schreibt, der totgesagte Autor scheine im Lesenschreiben des Blogs eine Art Wiederauferstehung zu feiern, dann ist auch das nicht unbedingt falsch,es geht nicht unbedingt an mir vorbei. Wenn er schreibt, da versuche ein Blogger eine Verschiebung und VerĂ€nderung von Sinn aufzuhalten, dann ist das nicht unbedingt falsch und es geht nicht unbedingt an mir vorbei.
Es trifft mich unbedingt, weil die Formation des Subjektes darauf angelegt sein soll, auf Reize und Anstösse zu reagieren. Anhaltend, durchhaltend. Die Formation des Subjektes kann einen diadigitalen Schreiber erscheinen lassen, der Tag und Nacht graphische ZĂŒge macht, die keine Linie ohne Wellen und keine Wellen ohne Falten wiederholen. Diese Formation kann bolisch sein, sie kann vague sein. Meta kann das, sie kann auf jeden Reiz so reagieren, als ob das Kommunikation sei. Vielleicht kann dann auch eine Metaphysik doch auch mit ihrem Scheitern weiter rechnen.
Der Staat, so Vesting, habe groĂe Schwierigkeiten ein angemessenes 'kognitives Bild' der Netzwerkkultur zu entwickeln, was plausibel erscheint, weil es ja auch ebenso schwierig ist, ein angemessen kognitives Bild vom Staat zu entwickeln. Unsicher scheint mir, was die digitale Kommunikation beherrscht. Ich schlage vor, Vismann als Theoretikerin und Historikerin von Begehren zu lesen. Wenn es bei ihr um Macht und Beherrschung geht, dann um Begehren und Routinen, die mimetisch und rekursiv sind. Wer aus dem Schreiben Narzissmus liest, liest Narzissmus. Wer aus der LektĂŒre NĂ€chstenliebe zieht, der zieht daraus NĂ€chstenliebe. Don't trust your own personal vesting. Auf Diagnosen lĂ€sst sich nicht ausruhen.. Die Unterscheidung zwischen Form und Norm, auch die zwischen Kognition und NormativitĂ€t, die werden dank und durch graphische ZĂŒgen gezeichnet. Diese ZĂŒge sind Signaturen und Kontrasignaturen in einem, also Kerben und Flecken (siehe dazu: Steinhauer, Der Patriot Act und der Autopen, in: Archiv fĂŒr Mediengeschichte).
Subjekte sollen nicht unbedingt allgemein sein, es gibt ja amazonische, rheinische oder westfÀlische, indische und angolanische Subjekte. Die sind alle auch in sich nicht allgemein, ihre Qualifikation ist eine Diagnose, auf der sich nicht ausruhen lÀsst. Die Formation des Subjektes soll aber unbedingt wiederholt werden, so zumindest in der Perspektive einer Geschichte und Theorie juridischer Kulturtechniken. Wenn's hilft: palindromologisch!

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John Koch, Telephone Call
MĂ€nner wollen telefonieren, Frauen aber auch!
Das Telefon, nach Aby Warburg ein Fernraumzerstörer, schellt. Man ist im Keller. Vielleicht verwÀhlt, doch man ist schneller. So soll es sein!
Vismann:
Wie kommt es, so schellt in mir die Kellerfrage schlechthin, dass die Leute das Wissen begehren, aber das Begehren nicht wissen?
Steinhauer:
Die folgenden Ăberlegungen gehen zuerst davon aus, dass es Leute gibt, die nicht ans Telefon gehen. Im weiteren gehen sie davon aus, dass Luhmann lieber als Telefon geht, lassen aber zunĂ€chst offen, was die Alternative wĂ€re.
Luhmann:
Die folgenden Ăberlegungen gehen davon aus, dass es zumindest ein System gibt und sein Name Fabian Steinhauer lautet, weil er sofort auf jeden Reiz reagiert. Der ist hoffentlich immer parat, wenn auch nicht immer am Telefonaparillo.
Ergreifen und verpassen
Die occasionelle Technik ist diejenige, die entweder greift oder passt. Der Baseler ArchÀologe und (neben seiner MinistÀt Fabian dem Steinhauer) zweite Co-Founder der Geschichte-und-Theorie-WG in Sils Maria Markus Krajewski schreibt die Theorie und Geschichte der occasio als Bildgeschichte, wenn er sie als Bildungsgeschichte (d.i. Geschichte der Restitution, Institution und Substitution) anhand von Objekten, zum Beispiel Kommoden des Herrnhuters Abraham Roentgen beschreibt (Herrnhuter, wie Gunther Teubner einer ist).
Die Gelegenheit, die Geschichte und Theorie der juridischen Kulturtechniken als Beitrag zur Diskussion um kĂŒnstliche Intelligenz zu verstehen, kann man ergreifen oder verpassen. Beides kann 'Recht als Praxis' (Schimchen) sein.
Man kann das verkĂŒrzen: Wir kooperieren sowieso, mit oder ohne Rest der Welt. Wir laden sowieso, egal ob man das annimmt oder aber nicht. Seit der Feier von Gunther Teubners 65. Geburtstag (2009) und einem Vortrag zu dem LĂŒneburger Prunkspiegel, einem Spiegel-, Pol- und Klappobjekt bin ich restlos ĂŒberzeugter Kulturtechnikforscher. Dieser Vortrag war der letzte Anstoss, dafĂŒr, dass ich auf Einladung von Bernhardt Siegert und Cornelia Vismann nach Weimar kam. DemnĂ€chst mehr dazu auch in ihrem Archiv!