Quelle: Mediathek des Deutschen Bundestages
Man kann von der Bundetagsmediathek die Videos einzelner Reden, oder ganzer Plenarsitzungen herunterladen. Hatte genau das vor mit KĂŒhnerts letzten Rede im Bundestag. Hat aber aus irgendwelchen GrĂŒnden nicht geklappt, daher nur die Audiospur, und Transkript, unter Auslassung von Zwischenrufen, dass ich aus dem Plenarprotokoll der 212. Sitzung des Bundestages in dieser Legislaturperiode ĂŒbernommen habe (Protokoll (noch) auffindbar im Abgeordneten Profil)
Kevin KĂŒhnert:
Frau PrĂ€sidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich danke meiner Fraktion, dass sie mir die Möglichkeit gibt, heute noch einmal zu sprechen. Die Zeit ist knapp bemessen; deswegen muss ich mich beeilen. Ich bitte um VerstĂ€ndnis; denn mir liegt jedes einzelne Wort sehr am Herzen. Ich stehe nicht im aktuellen Wahlkampf, und deswegen rede ich hier zu etwas, was mir seit 20 Jahren als deut-scher Sozialdemokrat das GrundsĂ€tzlichste ist: die Ver-antwortung vor unserer Geschichte. Das ist insbesondere seit zwei Wochen, seit dem, was in der letzten Sitzungswoche hier passiert ist, ein groĂes Thema in unserer Republik, besprochen von unterschiedlichen Seiten. Ich will zuerst sagen, an welcher Stelle ich unglĂŒcklich mit dieser Diskussion bin. Nein, Union und FDP sind keine Faschisten, auch nicht klammheimlich. Man stĂŒrmt keine Ge-schĂ€ftsstellen, man zerstört keine Plakate, man droht an-deren Menschen nicht. Der richtige Konflikt darf nicht mit den falschen Argu-menten ausgetragen werden. Aber ausgetragen werden muss er sehr wohl. Deswegen lohnt es sich, auf eine andere Stelle der Debatte und die Stilverschiebung zu schauen, die mir aufstöĂt und die mir groĂe Sorgen macht. Ăber die möchte ich heute sprechen. Ich möchte ĂŒber das sprechen, was Michel Friedman Ihnen und uns allen ins Stammbuch geschrieben hat. Das wohl prominenteste Gesicht der jĂŒdischen Community in Deutschland attestiert Ihrer Partei, der CDU, eine â Zitat â âkatastrophale ZĂ€surâ, ein âunentschuldbares Macht-spielâ und schlussfolgert, dass er hier, wenn der AfD zu immer mehr Macht verholfen wird, nicht mehr leben könne. Ein deutscher StaatsbĂŒrger jĂŒdischen Glaubens sagt das und tritt aus der CDU aus. Es gab Zeiten, da wĂ€re anschlieĂend in der CDU kein Stein auf dem anderen geblieben. Heute wird der Störenfried angestrengt ignoriert. Herr Merz wurde am Sonntag im TV-Duell von Frau Illner auf all das angesprochen, und es passierte etwas, was viel ĂŒber die CDU unter Ihnen, ĂŒber Ihren Werteka-non und vielleicht auch ĂŒber den politischen Anstand verrĂ€t. Der Vorsitznachfolger von Adenauer und Kohl ignorierte die Frage, ob Friedmans Austritt ihn nicht schmerze. Er wendete sie stattdessen zum Vorwurf: Ihn schmerze â Zitat â, âdass wir ⊠Demonstrationen haben, die ĂŒber dieses Thema âKampf gegen rechtsâ gefĂŒhrt werden, aber kaum jemand in unserem Land noch an die Opfer denkt, an die Familien denkt und dafĂŒr ⊠mal auf die StraĂe gehtâ. Zitat Ende. Als ginge nicht beides gleichzeitig, als wĂ€re nicht beides richtig, als wĂŒrde Michel Friedman nicht fĂŒr beides einstehen. [ Weiter nach "Read more"]












