14. Mai 2017
Mein Luftkissenfahrzeug ist voller Flughäfen
Eines meiner üblichen Alltagsprobleme ist, auf meinem Laptop schnell eine bestimmte Applikation zu starten, eine bestimmte Webseite zu öffnen oder eines unter Dutzenden bereits offener Browser-Tabs wiederzufinden.
Die übliche Lösung, die Betriebssysteme und Browser für dieses Problem bieten, sind Icons, Shortcuts und Lesezeichen. Man legt sich also an leicht erreichbarer Stelle, z.B. auf dem Desktophintergrund oder in einer Menüleiste Einträge für die gewünschten Elemente an, auf die man mithilfe der Maus rasch zugreifen kann.
Aber für solche Einträge steht immer nur begrenzt Platz zur Verfügung. Zudem würfelt Windows die Ikonen gern durcheinander, wenn sich die Monitorauflösung ändert, z.B. weil man das Gerät an einen Beamer angeschlossen hat. Und ab einer gewissen Menge an Lesezeichen muss man auch die irgendwie in Ordnung halten, um noch irgendetwas wiederzufinden.
Es mag sein, dass es daran liegt, dass mein Umgang mit der Tastatur auch nach Jahren immer noch flüssiger wird, oder daran, dass das Desktop und sämtliche verfügbaren Menüleisten meines Rechners bereits gut gefüllt sind – jedenfalls habe ich mich in letzter Zeit wieder aufs Tippen verlegt, wenn ich etwas auf meinem Rechner suche.
Applikationen – ein Klick auf den Start-Button von Windows oder das Drücken der Windows-Taste auf der Tastatur öffnet das Startmenü. Dabei wird der Cursor gleich in einem Eingabefeld zum Suchen von Applikationen, Kontakten, E-Mails usw. platziert. Nach Eintippen erster Zeichen werden im Startmenü die dazu passenden Elemente angezeigt und das jeweils erste wird selektiert, sodass man es durch Drücken der Return-Taste auch direkt aufrufen bzw. starten kann.
Webseiten – hierfür muss ich den Cursor mit der Maus oder der Tab-Taste im der Adresszeile des Browsers platzieren. Eingabe einiger Zeichen dort zeigt mir in einem Dropdown-Menü eine Auswahl meiner Browser-History an und üblicherweise findet sich darin die gesuchte Web-Adresse.
Offene Tabs – auch Browser-Tabs, deren Seitentitel zu meiner Eingabe passen, werden mir beim Tippen in der Adresszeile des Browsers als Suchergebnisse angezeigt. Jedenfalls in Firefox, für Chrome braucht man leider eine Browser-Extension, und von den angebotenen gefällt mir momentan keine so richtig.
Fast immer genügen bei diesen Suchen drei Buchstaben, damit die gesuchte App oder Webseite oder das richtige Tab an der Spitze der Vorschlagsliste auftaucht. Mnemonisch organisieren sich die Dinge damit wieder weniger grafisch nach Symbol und Anordnung, und mehr textuell. Ich fange an WIK zu denken, wenn ich die Wikipedia öffnen möchte, FAC für Facebook und SPI für Spiegel Online. Dabei komme ich mir ein Bisschen vor wie ein blasierter Vielflieger, der Flughäfen nur noch mit ihren IATA-Codes – JFK, LAX, CDG etc. – benennt.
(Virtualista)













