Yawm jayid kulu alhaqi?
Die Mitteilungen über mein Schlafverhalten werden diese Woche sehr monoton ausfallen. Wie gestern prophezeit, ähneln sich die letzten beiden Nächte wie eineiige Zwillinge. Bin heute gegen 10 wach geworden. Im Wachkoma bis irgendwann zwischen 12 und 13 Uhr liegengeblieben und danach in den Tag gestartet. Die Regenpause am Nachmittag musste ich nutzen und laufen gehen um meinen Kopf frei zu bekommen.
Was zuletzt des nächtens geschah, lässt mich nicht los.
Nachdem das Augenpaar seinen durchdringenden Blick von mir löste, erwartete ich sehnsüchtig das Morgengrauen. Zusammengekauert auf einem Stuhl, eine Brechstange, die ich in einem der Schränke fand, fest umklammernd.
Heute bin ich besser vorbereitet! Ich werde standhaft bleiben und dem Blick nicht ausweichen. Ich werde der Fratze ins Gesicht lachen und ihr entgegen rufen: ”Verschwinde! Du kannst mir nichts anhaben!“
Aber sie lässt sich Zeit, als ob sie mich verhöhnen würde oder habe ich mir das alles doch nur eingebildet? Bin ich verrückt?
NEIN, pünktlich Mitternacht tauchen ganz langsam diese beiden glühenden Punkte am Fenster auf und ich spüre wie die Kälte der letzten Nächte von mir Besitz ergreifen will...warte, was habe ich mir vorgenommen...ich wende mich nicht ab und erwidere den Blick. Was ist das für eine Stimme in meinem Kopf?
"Komm näher. Hab keine Angst. Öffne das Fenster. Komm mit mir."
Langsam gehe ich Richtung Fenster. Wie von selbst, als würde mich jemand steuern. Halt! Ich will das nicht! Raus aus meinem Kopf! Mit letzter Kraft wende ich mich ab. Mein Gott, wie töricht ich war...wo ist die Brechstange? Das wird eine lange Nacht. Ich werde mich außer Sicht des Fensters verstecken.















