Krankenhaus
Es war wieder soweit. Nach einer 3 Sekunden Untersuchung bei meinem Hausarzt schickte er mich in die Notaufnahme. Nach einem Vormittag warten und gefühlt 100 Leuten die an mir rum fummeln, mich untersuchen und nichts finden, lande ich seit langem mal wieder auf einer Station. Im Krankenhaus. Zu corona Zeiten. Da darf natürlich der test nicht fehlen. Alleine dass sie mir etwas viel zu tief in die Nase stecken weckt Erinnerungen. Letztes mal war es eine Kamera und die hat den tumor gefunden.
Neben dem, dass ich von niemanden (ausser von einer netten Frauen Ärztin die sich echt Zeit genommen hat) Informationen bekommen habe, fragt auch niemand. Und niemand hört zu. Klar habe ich auf dem Zettel meine vorerkrankung angegeben. Dass aber null darauf eingegangen wurde und niemand daran gedacht hat, dass das evtl. psychisch so alles nicht so leicht auszuhalten ist... da fragt keiner nach. Auch nicht als ich weinend auf den op Tisch klettere und Panik bekomme als mir eine Maske mit "Sauerstoff" aufs Gesicht gedrückt wird. Da hilft dann eben auch nicht ,dass der Arzt seine Maske einmal runter zieht um mir sein Gesicht zu zeigen. Wer mit Panik einschläft in eine Narkose, der wacht auch so auf.. ich zu mindestens. Da hilft dann die Frau auch nicht die meinen vernarbten Arm fest hält und fragt ob ich in Therapie bin, drei Sekunden nachdem ich aufgewacht bin. Da hilft auch nicht der pfleger der mich anmacht und sagt ich soll mich wie eine Erwachsene Frau benehmen.
Insgesamt war der Aufenthalt geprägt von so viel Angst. Angst weil mir niemand sagt was los ist. Angst weil ich mich nicht bewegen kann, weil die Schmerzen meinen Körper einnehmen. Angst weil ich auf Menschen angewiesen bin die ich nicht kenne. Die nicht kommen wenn ich weinend vor Schmerzen nach Hilfe rufe. Die mich ausziehen. In dem wissen dass sie gleich unter Narkose mit mir machen können was sie wollen und ich werde nie erfahren was.
Ich bin dankbar für Krankenhäuser. Die haben mir nicht nur einmal das Leben gerettet. Aber Krankenhäuser scheinen inzwischen ein Ort ohne jegliche Menschlichkeit zu sein. Weder gegenüber den Patienten noch gegenüber den Pflegern und Pflegerinnen.
Einmal ist eine Schwester in der Ausbildung rein gekommen und sagt sie müsse sich bei uns kurz verstecken um einmal atmen zu können. Dabei sieht sie den tropf der eigentlich seit 5 Stunden an meinem Arm hängen sollte. Dass es ihr Leid tut, hilft weder gegen meine Schmerzen oder meine Angst, noch ihr weil sie einfach nicht helfen darf.
Die Zustände in den Krankenhäusern sind katastrophal. Keiner hat Zeit sich Zeit zu nehmen. Selbst wenn sie es wollten.
Und so passiert es, dass mir neben dem eigentlichen Problem, dem Blinddarm, auch noch schnell nebenbei eine unterfunktion der Schilddrüse diagnostiziert wird. Nur auf dem entlassungsbrief natürlich. Hätten sie es mir gesagt, hätte ich sie darauf aufmerksam machen können, dass ich nicht nur eine unterfunktion der Schilddrüse habe, sondern gar keine Funktion. Weil ich keine Schilddrüse habe. Wie sie wüssten, wenn sie Zeit gehabt hätten mein direkt zu Beginn ausgefülltes Blatt zu lesen.
Ich bin dankbar für Krankenhäuser. Und trotzdem hoffe ich niemals wieder dort hin zu müssen.
P.s. langsam gehen die Schmerzen weg. Die Unsicherheit bleibt aber. Was darf ich. Sind 1.5 Stunden laufen zu wenig oder zu viel. Die Angst es könne noch etwas nicht richtig verheilt sein und wieder kaputt gehen. Aber ich mache das schon..













