Wir schreiben das Jahr 2019. Vor 100 Jahren haben die ersten Frauen das Wahlrecht in Deutschland erkĂ€mpft, seit 66 Jahren sind Frauen und MĂ€nner auch vor dem Grundgesetz gleich, seit 22 Jahren ist Vergewaltigung in der Ehe hierzulande offiziell auch vor Gericht ein Verbrechen. Noch immer verdienen Frauen im Schnitt 22% weniger pro Stunde, als MĂ€nner; noch immer ist die Altersarmut von Frauen deswegen höher. Noch immer sind Frauen weltweit tĂ€glich psychischer und körperlicher Gewalt ausgesetzt, noch immer sind sexistische und misogyne Aussagen und Verhaltensweisen nicht nur salonfĂ€hig, sondern auch weltweit vorherrschend. Oft sind es Frauen, die die Ăbel unserer Zeit doppelt zu spĂŒren bekommen: Kapitalistische (Reproduktions)Arbeit und die daraus resultierende Ungleichheit, verstĂ€rkt durch die Not von Kriegen, denen Frauen in besonderem MaĂe ausgesetzt sind, sind nur zwei der vielen Beispiele. Die Fronten, an denen Frauen heute zu kĂ€mpfen haben, sind unzĂ€hlig.
Aktuell leben wir in einer Zeit, in der autoritĂ€r orientierte Gruppen zunehmend versuchen, Einfluss auf die Gesellschaft zu nehmen. Seien es religiöse Fundamentalist*innen oder politische Akteur*innen, die mit ihren Ansichten und Ideen lĂ€ngst ĂŒberkommen geglaubte Normen wieder aufleben lassen wollen: Frauen und LSBTI* sind von dieser aktuellen regressiven Entwicklung in hohem MaĂe gefĂ€hrdet. LĂ€nder wie Polen, Ungarn, die TĂŒrkei oder die USA illustrieren dies deutlich. Einst erkĂ€mpfte Rechte der Frauen, wie das Recht auf Abtreibung, werden zunehmend wieder infrage gestellt oder gĂ€nzlich abgeschafft. LSBTI* begegnen einer gesellschaftlichen Stimmung, die ein Leben in Freiheit unmöglich macht. Die aktuelle Konfrontation mit reaktionĂ€ren KrĂ€ften lĂ€sst alte Geschlechternormen wieder aufleben, stĂ€rkt toxische Konzepte von MĂ€nnlichkeit und erschwert den Kampf fĂŒr die Gleichheit aller Geschlechter.
Wir kĂ€mpfen weiter! Trotz alledem weigern wir uns, von diesen ZustĂ€nden erschlagen zu lassen und in eine Ohnmacht zu verfallen! âDer Frau bleibt kein anderer Ausweg, als an ihrer Befreiung zu arbeiten. Diese Befreiung kann nur eine kollektive sein.â Schon vor 70 Jahren hat Simone de Beauvoir diese Einsicht prĂ€gnant zusammengefasst, die uns bis heute als kraftvoller Hoffnungsschimmer gilt. Frauen vorangegangener Generationen haben ihren Mut, ihre ganze StĂ€rke und ihr Lebenswerk dem Ziel gewidmet, die Position der Frauen in der Gesellschaft zu verbessern (Oder: fĂŒr die Befreiung der Frau zu kĂ€mpfen). Aus der Verpflichtung heraus, ihr Erbe fortzufĂŒhren, wollen wir den internationalen Frauenkampftag 2019 zum Anlass nehmen, unserer Forderung nach einem Leben in Gleichberechtigung und Selbstbestimmung Nachdruck zu verleihen.
Der Kampf fĂŒr die Gleichstellung der Geschlechter ist ein Kampf, von dem jede*r profitiert und an dem jede*r eingeladen ist, teilzunehmen. Gemeinsam wollen wir auf gesellschaftliche MissstĂ€nde hinweisen und diese ausgleichen. Unsere Maxime heiĂt SolidaritĂ€t. Unseren Blick richten wir dabei auf lokale und internationale ZustĂ€nde, denn die Befreiung der Geschlechter muss global gedacht werden.
Kommt zur Demo am 8. MĂ€rz 2019 nach Bochum! Beteiligt euch an den feministischen Aktionswochen!

















