đïž The draft of the resolution was titled: Never Again is NowÂ
đ Those who were opposed to the resolution claimed it was designed to silence critics or IsraelÂ
Boycotting Israel aims at destroying the Jewish State, not criticizing it.Â
Well done Germany!
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Die PDL hat nun ihren drölfzigsten Antisemitismus-Skandal und wieder mal kommt man ĂŒber die Behauptung "das ist Judenhass, weil isso" nicht hinaus. Da sĂ€mtliche BlĂ€tter letztendlich nur bei der Hasbara-Allgemeinen abschreiben (fast alle Artikel, die ich gelesen habe, nehmen direkt oder indirekt Bezug zum Artikel in der JĂŒdischen Allgemeinen), wĂ€re es vielleicht sinnvoll, den Antrag selbst zu lesen (hier als pdf und unten unter dem Cut)
Der Antrag ist, so wie ich verstanden habe, Ergebnis verschiedener Kompromisse und genau so liest er sich auch, angefangen bei dem mehr als verunglĂŒckten Begriff "real existierender Zionismus". Wenn mehrere Menschen sich ĂŒber Formulierungen streiten, kommt am Ende leider oft nur WortgrĂŒtze aus dem Mixer.
Was damit gemeint sein soll, wird allerdings bereits im ersten Absatz umrissen:
Historisch ist der Zionismus keine einheitliche Ideologie gewesen. Neben rechten nationalistischen Strömungen gab es auch emanzipatorische AnsÀtze. Gleichzeitig sehen wir heute einen politischen Zionismus, der sich durch Rassismus, Besatzungspolitik und militÀrische Gewalt auszeichnet.
Es geht also weder um die Idee des Zionismus selbst noch um irgendwelche Existenz- oder Selbstbestimmungsrechte. Man kann sich ohne weiteres inhaltlich mit dem kompletten Antrag auseinandersetzen. Doch wie immer kommt niemand ĂŒber die Buzzwörter "Zionismus" und "ablehnen" hinaus.
Angefangen bei Andreas BĂŒttner selbst, der sich in der JĂŒdischen Allgemeinen zitieren lĂ€sst:
BĂŒttner weiter: »Zionismus abzulehnen bedeutet nichts anderes, als das Existenzrecht Israels infrage zu stellen. Zionismus ist die Idee, dass das jĂŒdische Volk ein Recht auf Selbstbestimmung in einem eigenen Staat hat. Wer diesen Gedanken grundsĂ€tzlich ablehnt, stellt die Existenz dieses Staates infrage. Ich kann und werde das nicht akzeptieren.« Wer Israel pauschal als »genozidalen Staat« diffamiere, ĂŒbernehme Narrative, die Bestandteil moderner antisemitischer Ideologie seien.
Der Gedanke wird nicht grundsÀtzlich abgelehnt. Es wird kritisiert, dass im Namen dieses Gedankens Verbrechen begangen werden. Eine Differenzierung, die bei allen Ideen gemacht werden sollte und eigentlich auf der Hand liegt.
Die Formulierung "genozidaler Staat" taucht im Beschluss denn auch gar nicht auf. Das ist eine böswillige Ăberspitzung, die entweder BĂŒttner oder die JA fabuliert hat. Der Beschluss nennt das Vorgehen in Gaza einen Genozid. Kann man sich inhaltlich mit auseinandersetzen, kann man falsch und unerhört finden. Will man aber nicht. Stattdessen wird die nĂŒchterne Feststellung "Dieser Staat begeht einen Genozid" zu einem unterstellten Wesensmerkmal des Staates verkehrt.
Auch der niedersÀchsische Antisemitismusbeauftragte ist nun laut diesem Dreizeiler beim NDR auf den Plan gerufen. Auch er wird zitiert mit "Der Landesverband spreche Israel das Existenzrecht ab." An welcher Stelle? Der Beschluss formuliert klare Forderungen insbesondere (aber nicht nur, liebe JA) an die Regierung des Staates Israel. Keine davon beinhaltet die Auflösung des Staates.
Ich könnte jetzt genauso polemisch werden und sagen: Wenn die Forderung, Expansionspolitik und Ethnonationalismus zu beenden, bedeuten soll, Israel das Existenzrecht abzusprechen, dann erklÀren die Kritiker der Kritik selbst Israel zum Unrechtsstaat, der nur durch Genozid und Apartheid existieren kann. Mach ich aber nicht.
Stattdessen verweise ich auf einen Absatz im Beschluss selbst:
Wir kritisieren, wo der Antisemitismusvorwurf instrumentalisiert wird, um Kritik am real existierenden politischen Zionismus zu delegitimieren. Gleichzeitig stellen wir klar: Antisemitismus hat keinen Platz in der Linken.
Es ist bezeichnend, dass ĂŒber den Beschluss gesprochen wird, ohne sich mit dem Beschluss zu befassen. Stattdessen wird das groĂe Label "Judenhass" draufgeklebt und fertig. Dass Israel mit Genozid und Apartheid nichts zu tun hat, ist ein Axiom und wer etwas anderes behauptet, muss Antisemit sein.
Man könnte meinen, dass der Missbrauch des Antisemitismusvorwurfs nicht so angeblich ist, wie die JA glauben machen will.
Die Linke Niedersachsen lehnt den heute real existierenden Zionismus ab.
Historisch ist der Zionismus keine einheitliche Ideologie gewesen. Neben rechten nationalistischen Strömungen gab es auch emanzipatorische AnsÀtze. Gleichzeitig sehen wir heute einen politischen Zionismus, der sich durch Rassismus, Besatzungspolitik und militÀrische Gewalt auszeichnet.
Unsere SolidaritĂ€t gilt den Menschen, die unter dem Genozid in PalĂ€stina leiden. Unsere UnterstĂŒtzung gilt Initiativen, die sich fĂŒr eine Aussöhnung und eine gemeinsame Zukunft in Frieden fĂŒr alle Menschen in der Region einsetzen. Unser MaĂstab ist dabei: Gleiche Rechte fĂŒr alle â ĂŒberall!
Die Linke Niedersachsen tritt ein fĂŒr das Recht eines jeden Menschen auf ein selbstbestimmtes Leben in Frieden, Freiheit, Sicherheit und WĂŒrde.
Sowohl die israelische Regierung als auch die Hamas hegen offen
Vernichtungsfantasien gegen die jeweils vom anderen vertretenen Volksgruppen. Klar ist: Besatzung, Entrechtung und Perspektivlosigkeit fĂŒhren zu Terror.
Der Gaza-Streifen liegt nach ĂŒber zwei Jahren Genozid in TrĂŒmmern. Die humanitĂ€re Lage ist aufgrund israelischer Blockadepolitik katastrophal. KrankenhĂ€user wurden zerstört, die Versorgungslage ist nach wie vor unzureichend. Hunger wird als Kriegswaffe durch die israelische Regierung eingesetzt. Die aus dem sogenannten âFriedensratâ vorgelegten PlĂ€ne fĂŒr den Wiederaufbau von Gaza stellen die imperialistischen Interessen der USA in den Mittelpunkt statt gute
Lebensbedingungen fĂŒr PalĂ€stinenserinnen.
Im Westjordanland werden weiterhin völkerrechtswidrig Siedlungen durch israelische Siedler unter UnterstĂŒtzung der israelischen Regierung gebaut. Die IntensitĂ€t von Angriffen durch Siedler auf die palĂ€stinensische Zivilbevölkerung, die seit Beginn des Genozids in Gaza bereits gestiegen ist, hat seit Beginn des Angriffs auf den Iran nochmals zugenommen.
WillkĂŒrliche Festnahmen und Schikanen gegen PalĂ€stinenserinnen durch israelische SicherheitskrĂ€fte sind Teil der Apartheid in PalĂ€stina und Israel. Die angesetzte WiedereinfĂŒhrung der Todesstrafe fĂŒr PalĂ€stinenserinnen ist ebenfalls Ausdruck derselben.
Wir:
verurteilen die Expansion der israelischen Siedlungspolitik sowie die Gewalt durch Siedlerinnen im Westjordanland
Fordern ein sofortiges Ende des israelischen Siedlungsbaus im Westjordanland einschlieĂlich Ost-Jerusalems
Fordern ein Ende der Apartheid in Israel und den besetzten Gebieten
Fordern, dass die internationalen Haftbefehle gegen Benjamin Netanjahu und Joaw Galant wegen Kriegsverbrechen in Gaza und Völkermord vollstreckt werden
Verurteilen die Sanktionen der US-Regierung gegen den Internationalen Strafgerichtshof und dessen Richter, die die Prozesse gegen Netanjahu und Galant behindern sollen
Erkennen Ethnonationalismus und den politischen Zionismus als einen wesentlichen Hinderungsgrund fĂŒr eine friedliche Zukunft fĂŒr alle Menschen in der Region an
ErklÀren uns solidarisch mit Zivilistinnen und Menschenrechtsaktivistinnen auf beiden Seiten sowie Journalist*innen, die aufgrund ihrer Berichterstattung Repressionen erfahren
Gehen sensibel mit dem Antisemitismusbegriff um. Wir kritisieren, wo der Antisemitismusvorwurf instrumentalisiert wird, um Kritik am real existierenden politischen Zionismus zu delegitimieren. Gleichzeitig stellen wir klar: Antisemitismus hat keinen Platz in der Linken. MaĂgeblich ist dabei fĂŒr uns die Definition des Begriffs nach der Jerusalemer ErklĂ€rung.
Die Landespartei wird sich im Rahmen von Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen mit der Geschichte und Gegenwart von Israel und PalĂ€stina, dem Zionismus, dem Genozid in PalĂ€stina, Flucht- und Migrationsbewegungen in der Region sowie Perspektiven fĂŒr eine friedliche Zukunft fĂŒr die Region befassen.
After Goebbels learned that the photographer Eisenstaedt, who photographed him at the League of Nations meeting in Geneva in 1933, was Jewish, his outlook suddenly changed. When he turned to Eisenstaedt full of contempt, he pressed the shutter and called the picture 'The Eyes of Hateâ
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Das Schlimme, denke ich, ist, dass ich als Pflegeprolet und erklĂ€rter Proletarierfreund, sozialistischer Skeptiker der akademischen Klasse, wieder einmal mit Menschen zu tun habe, die gar nicht wissen wollen, dass sie einer Klasse angehören; da es ihnen die Schwierigkeit auferlegte, sich zu identifizieren und damit einen politischen Standpunkt einnehmen zu mĂŒssen, der ihnen unbequem sein könnte, da sie dadurch eine Meinung zu vertreten hĂ€tten, die ihnen eventuell Nachteile, zum Beispiel gegenĂŒber dem FĂŒrsten oder dem Gutsbesitzer oder eben der VerpĂ€chterin einbringen könnte. Ihre unbewusste und dadurch um so mehr allgemeingĂŒltige Blut&Bodenkultur, die ihnen bedeutet, dass sie Gehorsam, Familie und Grundbesitz ĂŒber allem stellen, erleichtert ihnen die Ansicht, dass man nur das erste habe und so weniger eigenstĂ€ndigen Verpflichtungen nachkommen mĂŒsse. Körperliche Bequemlichkeit ist dem KleinbĂŒrger auĂerhalb seiner ErwerbstĂ€tigkeit gern ein Luxus. Es sind vor allem die kleinbĂŒrgerlichen Erzkonservativen, die einen Feind darstellen, der innerhalb der eigenen Klasse wĂŒtet, wenn er kann; zunĂ€chst in feinen Dosen, aber dann eskalierend, wenn mal wieder eine Sau durchÂŽs Dorf (zum Schlachter) getrieben werden soll, denn gemeinsam ist diese Unbequemlichkeit eine Lust.
Eine/r kann schnell zu dieser Sau auserkoren werden, wenn es gilt, aufgestaute Unzufriedenheiten in drangsalierende bis mörderische QualitÀten umzuwandeln. Vorsicht vor Massenkristallen dieser Art(s.Masse und Macht, Canetti).
Habe ruhig MitgefĂŒhl mit diesen Zombies. Eine/r hat nur wenig Chancen, diesen jahrhundertealten Mustern beizukommen, geschweige denn, diese zu lösen. Es empfiehlt sich ein WeglĂ€cheln, wenn man allein und nicht organisiert ist.
DarĂŒber hinaus ist jenen Untoten das Schlimmste zu wĂŒnschen, das man wĂŒnschen kann, ohne dass einen der Matsch anspritzt : vollkommene Erleuchtung.
Das protestantische âVor Gericht und auf hoher See ist man in gottes Handâ wandelt sich unheilvoll in ein atheistisches âVorÂŽm Scherbengericht und in Nachbars Hand ist einiges ungewiss, das meiste schlecht.â
Zuletzt gilt das Recht der StÀrkeren, MÀchtigeren, uneingeschrÀnkt, obwohl jene stets vom Rechtsstaat faseln, ohne zu wissen, dass sie damit die Augenhöhe des Individuums meinen sollten, die im Rechtsstaat garantierte, dass es sich vor Gericht auf eben der gleichen Augenhöhe mit dem Staat befÀnde. Je weniger man sich, und sei es nur aufgrund Personalmangels in der Infrastruktur, auf die staatlichen Instanzen verlassen kann, die einem ein Mindestmaà an ZivilitÀt garantieren sollten, aber nicht können, um so mehr ist man auf seine privaten Instinkte, oder/und, in Relation zur Klassenzugehörigkeit, auf eine soziale Infrastruktur angewiesen. Eine/r ist gut beraten, diese aktiv mit zu gestalten, wo immer es geht.
Die Privatheit ist zwar ein vorgeblicher Schutz, raubt aber der sozialen und damit menschengerechteren Infrastruktur wichtige Potentiale(privare=berauben).
Das demĂŒtigende Moment der âUnterhaltungâ mit dem Platzwart un sin Fru auf ihrem geborgten Hoheitsgebiet ist, dass diese eine Deutungshoheit ausspielen, der man kaum etwas entgegenzusetzen hat. Es sei denn, man outet sich pedantisch als Gegner, in einer versuchten, doch nicht möglichen Diskussion als Intellektueller, dem diese sofort das Bombenlegen unterstellten und eine/n in das potentielle Feindbildquartett einsortieren um einen nach inneren Reichsparteitagen unmittelbar Nachteile zukommen zu lassen.
Gerade hier auf dem Campingplatz, denke ich schmerzlich, hatte ich naiverweise gedacht, der prĂ€faschistischen BĂŒrgerlichkeit etwas zu entkommen. Das hat auch die ersten Jahre funktioniert, aber eher, da ich, eben genug bĂŒrgerlich, mit meiner Ehefrau anwesend war. Aber nach deren Tod sieht man mich hier nun allein, was kleinbĂŒrgerlichen Amnestikern gern verdĂ€chtig vorkommt, wenn sie MuĂe dazu haben. Wemseidank gibt es einige tolerante, freundliche BĂŒrgerliche und Platz, sich aus dem Weg zu gehen, wenn nötig.
Ich möchte jene rechtschaffenen âkleinen Leuteâ, unter denen ich wahrlich kein gröĂerer bin, nicht pauschal zu Feinden erklĂ€ren. Sie können es aber in prekĂ€ren Situationen schnell werden, da sie auf ihren âPostenâ skrupellos agieren werden. Im sozialen Ernstfall werden sie, pars pro toto, der Einzelne fĂŒrs Ganze, höheren Instanzen hĂŒndisch-bedingungslos gehorchen, da sie ihre Unfreiheit lieben und Liebe bedingungslos ist.
Immerhin sind sie einem politische Gegner, noch ohne sich dessen bewusst zu sein. Das ist das einzige Pfund des (autonomen) Intellektuellen, der diese (potentielle) Gegnerschaft qua Theorie&Analyse ausfindig gemacht hat, da es sein Ăberleben bedeuten könnte; dum spiri spero - solange ich atme, hoffe ich.
"Der Antizionismus ist das Ticket, dessen Gegenzeichnung, egal was man sonst so veranstaltet, die Zugehörigkeit zur Gemeinschaft der edlen Seelen garantiert. Genau deshalb gedeiht er nirgends besser als im akademischen und im Kulturbetrieb."
Quadfasel, Lars (2024): Ressentiment fĂŒr den gehobenen Geschmack, in: Jungle World 2024/10.