How to Gedankenmanipulation mit Optogenetik
Die Geschichte der Optogenetik beginnt mit einem auf den ersten Blick unwichtige erscheinendem Protein (Channelrhodopsin, kurz: ChR2) der Grünalge. Wissenschaftler fanden heraus, dass dieses, anders als normale Proteine, durch Licht, also elektromagnetische Wellen einer bestimmten Frequenz, aktiviert werden. Dabei verstärkt blaues Licht ihre Aktivität und wird von orange/rotem Licht gehemmt.
So dauerte nicht lange, bis man auf die Frage kam was passieren würde, wenn in dem Gehirn eines Lebewesens ChR2 Proteine vorliegen würden.
Kurz darauf startete man erste Versuche mit Mäusen.
Bei diesem Versuch wird das für die Bildung von ChR2 zuständige Gen aus der Alge extrahiert und durch die ausgeklügelte Technik des Gentransfers in eine Maus injiziert. So ist die Maus in der Lage das Protein selber herzustellen und es in die Zellmembran der Neuronen aufzunehmen. Fehlt nur noch das Licht. Dieses wird mithilfe eines Glasfaserkabels (Bild) an gezielte Stellen des Gehirns leitet und löst je nach Lichtfarbe dort die gewünschte Reaktion aus.
Befand sich die Maus beispielsweise in einer für sie harmlosen Umgebung und aktivierte man das blaue Licht fing die Maus plötzlich an panisch umher zu irren, als müsse sie ihrem Todfeind entkommen. Anders herum wurde der Stresspegel des Versuchstiers wieder gesenkt, indem man orangenes Licht durch das Glasfeserkabel leitete.
Somit wurde der Maus ein falsches Ereignis vorgegaukelt und man kann, ohne, dass ich mich jetzt weit aus dem Fenster lehne, von Gedankenmanipulation sprechen.
Schon in naher Zukunft wird es dank der Optogenetik möglich sein, diverse Krankheiten, wie Alzheimer und Parkinson zu heilen und auch Depressionen zu verhindern. Anders als Medikamente wirkt die Methode der Optogenetik direkt am Ursprung des Problems, im Gehirn, und verhindert somit vor allem unerwünschte Nebenwirkungen, wie sie bei Medikamenten oft der Fall sind.
Die Rückseite der Medaille ist jedoch weniger erfreulich. Genauso, wie man einer Maus falsche Erinnerungen einpflanzen und echte Erinnerungen löschen kann, wird man versuchen das selbe Ergebnis bei Menschen zu erzielen. Zweifelsfrei wird das beim Menschen um einiges schwieriger, jedoch sehen ich hierbei kein weiteres Hindernis.
Wirklich ein unangenehmer Gedanke, dass jemand Anderes einfach so zugriff auf unsere persönlichen Erinnerungen haben könnte, egal ob schöne oder erschreckende. Oder, dass mit dieser Methode Soldaten oder andere Einsatzkräfte gezielt emotional abgestumpft werden können...