Wenn ich ein Segelboot kaufe...
gibt es einiges dass ich beachten sollte, denn es könnte eventuell mein Leben davon abhängen. Gerade auf dem Wasser ist die Gewalt der Natur oftmals deutlicher zu spüren als auf dem heimischen Sofa. Umso wichtiger ist es sich nicht nur auf sein Können, sondern sich auf das Material verlassen zu können. Gerade deshalb gibt es einiges zu beachten, wenn man sich ein gebrauchtes Boot kaufen möchte.
Ehe es zu einem Besichtigungstermin kommt, kann man schon so einiges in Erfahrung bringen. Gerade, da auch immer mehr Boote gestohlen werden ist es hilfreich den Namen des Verkäufers vorab einfach mal zu googlen. Schnell erkennt man hier, ob es sich um eine reale Person handelt oder nicht. Es hat sich auch als nützlich erwiesen, bevor man mit dem Verkäufer telefonisch Kontakt aufnimmt, die wichtigsten Fragen auf einem Blatt Papier zu nortieren:
Alter des Bootes?
Letzte Motorwartung?
Gab es Unfälle?
EU versteuert?
Kommt es dann zur Besichtigung, sollte manunbedingt eine Taschenlampe mitnehmen, um auch wirklich alles zu sehen. Am besten arbeitet man sich dann systematisch von außen nach innen und von achtern zum Bug. Hier sollte man nicht zu vorsichtig sein und wirklich jede Luke, jeden Deckel öffnen. Auch die Bilge, den Motor und generell die Bodenbretter sollte man ausgiebig inspizieren. Ist in der Bilge Wasser oder Öl ist das ein Hinweis auf eventuelle undichtigkeiten des Decks oder des Motor. Überprüfen Sie auch den Ölstand des motors und sofern das Öl sehr zähflüssig undextrem schwarz sein sollte wird wohl ein Ölwechsel anstehen. Auch die Seeventiele sollte man sich alle einmal zeigen lassen und kontrollieren ob hier Spuren von Korrussion sind und ob diese auch wirklich leichtgängig schließen.
Auf jeden Fall sollten Sie auch die Segel in Augenschein nehmen. Wie alt sind die Segel und welche besegelung ist generell vorhanden. Haben die Segel Stockflecken, sind die Segel sehr bauchig und haben Sie Risse? Gerade Segel können sher teuer werden.
Vergessen Sie nicht sich den Mast mit dem stehenden und laufenden Gut zeigen zu lassen. Überprüfen Sie hier die Wanten auf knicke und eventuelle Brüche. Auch die Wantenspanner sollten leichtgängig sein.
Wichtig ist auch die Elektrik. Überprüfen Sie ob genug Spannung ankommt, ob Verbraucher und Starterbatterie vorhanden ist und beide Stromkreise getrennt wurden. Es lohnt sich auch immer sich einmal die Sicherungen zeigen zu lassen und auch den Landstromanschluss mit dem Batterieladegerät zu sehen. Hier zeigt sich meistens schnell in welchem zustand das Bordnetz tatsächlich ist und wann das letzte mal etwas gemacht wurde. Gerade wenn die Sicherungen sehr alt und marrode sind sollte man einmal etwas genauer nachfragen und sich eventuell auch mal die Rechnungen zeigen lassen. Bittte achten Sie gerade beo sehr alten Booten darauf, ob bereits ein FI in der Landstromeinheit vorhanden ist, denn diesen sollten Sie sonst unbedingt nachrüsten!
Hat man sich dann geeinigt und für das Boot entschieden, gibt es immer noch einiges an Papierkram zu erledigen. Im Internet gibt es zahlreiche Kaufverträge, die einem zumindest hierbei sehr hilfreich sein können. Lassen Sie sich bei der Übergabe alle wichtigen Dokumente des bisherigen Eigners übergeben. Hierzu gehören auch die Rechnungen der letzten Reparaturen und Instandsetzungen.
Sie sollten darauf bestehen, dass das Boot im Wasser mit laufendem Motor seefest übergeben wird und Sie vorab eine kleine Probefahrt machen. Das sollte auch unbedingt mit in den Kaufvertrag. Sollte dies nicht möglich sein - Finger weg!
Der wichtigste Indikator jedoch ist und bleibt Ihr Bauchgefühl. Wurden alle Fragen seriös und ohne Ausflüchte beantwortet? Haben Sie sich bei der Besichtigung wohl gefühlt oder wurden Sie gedrängt?
Ich hoffe ich konnte einige Tipps geben und werde dieses Thema, sofernich etwas vergessen habe auch immer weiter ausbauen.