Darum ist Ulf Poschardt ein guter Wahlhelfer der Grünen
Der Erfolg der Grünen trifft die etablierten Parteien und Meinungsmacher. Sie reagieren mit Stigmatisierung und warnen vor der „Verbotspartei“. Damit machen sie die Grünen aber erst richtig stark.
Das Vertrauen in die etablierten Parteien ist auf dem Tiefpunkt.
Sie sind selbst schuld: Monatelanges Ringen um eine Koalition. Dieselskandal. Verpasste Klimaziele. Wohnungsnot. Peinliche Reaktionen auf YouTube Videos. Und nun die jüngste Selbstzerstörung: LKW Maut.
Wie muss sich eine Partei aufstellen, die nicht in die Ecke der etablierten Looser gestellt werden möchte?
Richtig. Sie muss anders sein.
Eine Doppelspitze haben.
Andere Themen auf die Agenda bringen.
Strubbelige Haare.
Greta umarmen, statt sie auszulachen.
Verbote statt Appelle an die Industrie und die Vernunft.
Position beziehen statt lavieren, und Verbote sind glasklare Positionen.
Anders zu sein haben die Grünen geschafft. Sie haben aus der jüngsten Vergangenheit die richtigeren Schlüsse gezogen und gelernt:
Die Grünen haben die Strategie der AFD kopiert. „Anders sein um jeden Preis“ ist das Markenversprechen einer „Alternative“ für Deutschland.
Die Grünen haben sich ihre Strategie bei Trump abgeschaut. Wenn Wähler mit dem Status quo unzufrieden sind, darf man ihnen nicht das gleiche nochmal servieren, sondern muss ihnen etwas anderes geben. Einen Rüpel. Einen Außenseiter, auf den die etablierten verächtlich blicken. Ihre Verachtung ist Beleg für seine Andersartigkeit.
Wenn man von der etablierten Mitte enttäuscht ist, werden Außenseiter attraktiv.
Die etablierten haben es den Wählern leicht gemacht zu verstehen, dass die Grünen anders und Außenseiter sind.
Jedes Mal, wenn ein Etablierter öffentlichkeitswirksam Angst vor den Grünen schürte, hat er Wahlwerbung für sie gemacht.
Jedes Mal, wenn Medien über den steilen Aufstieg der Grünen jammern, signalisieren sie: Es ist jetzt völlig OK den Außenseiter zu wählen, die anderen machen es ja auch.
Jede Klage über die Grünen ist Wahlwerbung für die Grünen bei denen, die mit der etablierten Mitte hadern.
Wenn die alten Volksparteien das nicht verstehen, haben sie es verdient zu sterben.
Die Grünen sind endlich die Alternative für Deutschland, die man Wählen kann, wenn man auf die etablierten sauer und kein Nazi ist.
Wenn Ulf Poschardt von der WELT auf Twitter gegen die Grünen in die Schlacht zieht, zerstört er die etablierten Parteien immer ein bisschen mehr. Er ist ein guter Wahlhelfer der Grünen.
















