Ab nach Hause
Ich sitze gerade am Flughafen in Jakarta und warte auf meinen zweiten Flug des heutigen Tages. Bereits heute Vormittag ging es von Jogja nach Jakarta.  Wie ihr bereits wisst habe ich ein Gewichtsproblem. Also ich selber bin nicht das Problem, sondern mein Koffer. Beim Check-In heute Vormittag zeigte die Waage 30,3 kg an. Ein kleines bisschen zu schwer, aber mit einem zugedrĂŒckten Auge noch zulĂ€ssig. Ich bin gegen 14 Uhr gelandet und muss nun insgesamt ca. 5 Stunden warten bis es spĂ€ter weiter nach Bangkok geht. Beim Buchen meiner FlĂŒge hatte ich eine lĂ€ngere Wartezeit einer möglichen VerspĂ€tung und damit verbundenem kurzen Transit vorgezogen. Leider kann ich meinen Koffer nicht direkt wieder einchecken, da der Check-In noch geschlossen ist. Ich hoffe sehr, dass Thai Airways ebenso kulant ist was mein GepĂ€ck angeht.
Um 19 Uhr ist der planmĂ€Ăige Abflug und um ca. 22:30 Uhr erreiche ich Bangkok. Um 1 Uhr thailĂ€ndischer Ortszeit (die gleiche Zeitzone wie Indonesien) verlasse ich dann endgĂŒltig den asiatischen Kontinent mit dem Ziel ZĂŒrich, das ich kurz vor 8 Uhr morgens Ortszeit erreiche.
 Nach fast 11 Monate in Indonesien (wenn man den kurzen Heimaturlaub auĂenvorlĂ€sst) muss ich ehrlich zugeben, dass ich froh bin wieder auf der Heimreise zu sein. Abgesehen von meiner Familie und Freunden, sind es Kleinigkeiten, auf die ich mich freue, wie zum Beispiel Reis gegen Brot einzutauschen oder ohne Klimaanlage zu schlafen. Und selbstverstĂ€ndlich, dass ich mich wieder frei bewegen kann ohne, dass mir aufgrund meiner Hauptfarbe Aufmerksamkeit geschenkt oder gar nach einem Foto gefragt wird.
Um ein passendes Fazit ziehen zu können, hatte ich mir lange Gedanken gemacht, was ich denn alles gelernt hatte.
SelbstverstĂ€ndlich habe ich meine Sprachkenntnisse verbessert, was schlieĂlich auch eines der Ziele eines Auslandsjahres ist. Wobei ich immer noch nicht behaupten wĂŒrde, dass ich Indonesisch flieĂend spreche.
DarĂŒber hinaus habe ich nicht nur viel ĂŒber die indonesische Kultur gelernt, sondern auch durch eigene Erlebnisse dazu gelernt, wie ich am besten mit Menschen eines anderen kulturellen Hintergrunds umgebe. In meinen Augen ist vor allem die direkte Kommunikation wichtig. Durch regelmĂ€Ăigen Austausch mit Freunden und Arbeitskollegen wurde zum einen das ein oder andere Vorurteil aus der Welt geschafft und zum anderen VerstĂ€ndnis fĂŒr kulturelle als auch religiöse Unterschiede geschaffen.
AuĂerdem habe ich mir selbstbewiesen fĂŒr einen lĂ€ngeren Zeitraum im Ausland âĂŒberlebensfĂ€higâ zu sein, in dem ich beispielsweise meine eigentlichen Essgewohnheiten beiseiteschiebe und mich auf die lokale KĂŒche einlasse. Doch selbst in meinen kĂŒhnsten TrĂ€umen hĂ€tte ich mir nie vorstellen können eine so groĂe Anzahl indonesischer Gerichte zu probieren als auch zu mögen. Vor allem die Menge an gegessenen MeeresfrĂŒchten ĂŒbersteigt bei weitem die in meinen vorherigen 24,5 Lebensjahren zu mir genommene Menge.
Wie manche von euch sicher wissen, sind die Indonesier sehr religiös, was vermutlich auch mit der Tatsache zusammenhĂ€ngt, dass jeder Indonesier zumindest auf dem Papier einer Religion angehören muss. Vorhin hatte ich vom Austausch hinsichtlich religiöser Unterschiede geschrieben, aber in erster Linie habe ich mehr ĂŒber meine eigene Religion gelernt und die Art und Weise, wie ich diese ausĂŒben möchte.
Ich bin extrem dankbar fĂŒr all die Möglichkeiten, die sich mir dank meiner Eltern bieten. Sie haben mich immer ermutigt das zu tun, was ich möchte und habe all meine Entscheidungen stets unterstĂŒtzt. Umso mehr freue ich mich, dass sie mich morgen frĂŒh am Flughafen abholen werden und dann erstmal eine sehr lange Umarmung folgen wird.
 AbschlieĂend möchte ich mich bei allen bedanken, die ĂŒber die letzten Monate meine BeitrĂ€ge so fleiĂig verfolgt haben. Ich hoffe mir ist es gelungen euch an meinen Erlebnissen teilhaben zu lassen und womöglich das Interesse an einer Reise nach Indonesien geweckt zu haben.
Terima kasih!













