Herrentoilette, Buddha Bar,Ā Vesterbrogade 47, KĆøbenhavn (im Mai 2017)
Kenner deutscher HipHop-Klassiker kƶnnten erwarten, dass auf das kulinarische Angebot der Kopenhagener Buddha Bar dasselbe zutrifft, was Fünf Sterne Deluxe einst über jenes des Nirvanas rappten: āEs gab Buddha-Brote, Buddha-Milch und Buddha-Kuchen.ā
Tatsächlich gibt es in der Buddha Bar nicht mal das. Auf der Karte (Moment, Karte? Es gibt keine Karte!) stehen eigentlich nur Schnapps und Bier, letzteres in der Happy Hour immerhin für komode 28 Kronen (etwa 3,80 Euro). Das ist für dänische Verhältnisse so günstig, da bestellt man gerne auch mal zwei. Oder zehn. Immerhin währt die Happy Hour trotz ihres trügerischen Singulars von 12 Uhr mittags bis 21 Uhr abends.
Die Buddha Bar richtet sich also an ergebnisorientierte Trinker ohne allzu hohe Ansprüche. Ein freier Stuhl an der Bar, ein Aschenbecher, was zu trinken und ein Wasserklosett, mehr braucht es nicht, um hier einen von allen übrigen irdischen Gelüsten befreiten Zustand des Zen zu erreichen. Und das mitten im ringsum hipsterisierten Ex-Arbeiterviertel Vesterbro.
Apropos Wasserklosett: Dass auch die Arbeiterbar irgendwann die Abbiegung zur Backpacker-Bar genommen hat, zeigt die englischsprachige Ausschilderung in der Herrentoilette. āKeine Produkte im Klo runterspülenā steht da. Stattdessen: Alles in den Müll eimern, bidde. Dessen Deckel hat die hƶchste Dichte an Tags im ganzen Badezimmer und ist der Ƥsthetische Hƶhepunkt des ganzen Raumes.
Ćbrigens: Die Buddha Bar keept es real und macht gerne mal ānen Witz auf Backpackers Kosten. Auf der Markise über der Tür steht in fetten Lettern der Name der Bar ā mit Tippfehler. Buddah Bar. lolz. Aber, ey: Bier für 28 Kronen!












