FUEL LEGENDS trauert um John Surtees...
FUEL LEGENDS trauert um John Surtees -  den Mann, der als bisher  einziger Motorsportler Weltmeister auf zwei und auf vier RÀdern wurde. Die Rennlegende John Surtees  ist gestern im Alter von 83 Jahren gestorben.
Im Jahre 2015 inspirierte uns der groĂe John Surtees, unsere damalige - streng limitierte - FUEL LEGENDSÂź Fahrerjacke âJOHNâ nach ihm zu benennen.
John Surtees - ausgezeichnet mit dem britischen Verdienstorden als Sportler des Jahres - war ein  britischer Rennfahrer. Er ist bis heute der einzige Fahrer der Geschichte, dem es gelang, sowohl in der Motorrad-Weltmeisterschaft als auch in der Formel 1 Weltmeister zu werden.
John Surteesâ Vater war MotorradhĂ€ndler im SĂŒden Londons. Sein erstes Rennen bestritt er im Alter von 14 Jahren im Beiwagen eines Vincent-Gespanns zusammen mit seinem Vater. Die beiden gewannen zwar, als die Renndirektoren aber John Surteesâ Alter herausfanden, wurden sie disqualifiziert, da der Brite nach dem Reglement noch zu jung war. Mit 15 Jahren bestritt Surtees sein erstes Grasbahnrennen. 1950, im Alter von 16 Jahren, begann der Brite eine Ausbildung bei Vincent. In dieser Zeit kaufte er auch sein erstes Auto, einen Jowett Jupiter.
 Sein DebĂŒt in der Motorrad-Weltmeisterschaft gab Surtees 1955 bei der Tourist Trophy mit Rang vier im Rennen der 350-cmÂł-Klasse auf einer Norton. Beim folgenden Deutschland-Grand-Prix auf der Nordschleife gelang dem Briten mit Rang drei hinter Bill Lomas und August Hobl sein erster Podestplatz. Wenige Wochen spĂ€ter feierte Surtees auf einer 250er-NSU beim Ulster Grand Prix in Nordirland seinen ersten Sieg in der WM. Im 350er-Rennen belegte er erneut Platz drei.
 Zur Saison 1956 wechselte John Surtees von Norton, die in finanziellen Schwierigkeiten steckten, zum italienischen Hersteller MV Agusta, wo er an der Seite von Umberto Masetti Werksfahrer in den Klassen bis 350 und bis 500 cmÂł wurde. Bereits bei seinem ersten 500er-Einsatz fĂŒr MV, der Tourist Trophy auf der Isle of Man, konnte der Brite seinen ersten Sieg fĂŒr die Italiener feiern. Diesem folgten zwei weitere in den Niederlanden und Belgien. An den drei verbleibenden HalbliterlĂ€ufen der Saison nahm Surtees nicht teil, dennoch sicherte er sich mit 24 ZĂ€hlern souverĂ€n vor dem deutschen BMW-Piloten Walter Zeller den WM-Titel in der Königsklasse. Der Titelgewinn wurde allerdings von der Tatsache begĂŒnstigt, dass der 500-cmÂł-Weltmeister der drei vorangegangen Jahre, Geoff Duke, von der FIM bis zum 30. Juni 1956 gesperrt worden war, nachdem er einen Fahrerstreik fĂŒr eine Erhöhung der Startgelder unterstĂŒtzt hatte. Bei den 350ern wurde Surtees mit Rang zwei in Holland und dem Sieg in Belgien WM-Vierter.
 1957 konnte John Surtees seinen 500-cmÂł-Titel nicht verteidigen â die MV Agusta waren der italienischen Konkurrenz von Gilera unterlegen. So belegte er mit Rang zwei bei der TT und dem Sieg in Assen hinter den Gilera-Werkspiloten Libero Liberati und Bob McIntyre den dritten WM-Rang.
 Nachdem sich Gilera und Moto Guzzi am Ende der Saison 1957 aus der WM zurĂŒckgezogen hatten, waren die MV Agusta beinahe ohne Konkurrenz und dominierten die Motorrad-WM nach Belieben. 1958 sicherte sich John Surtees die Titel in der 350er- und der 500er-Klasse jeweils mit sechs Siegen bei sieben ausgetragenen Rennen. In der folgenden Saison verteidigte der Brite seine Titel auf die souverĂ€nst denkbare Art und Weise â er gewann in beiden Klassen alle Saisonrennen. Im gleichen Jahr wurde er zu GroĂbritanniens Sportler des Jahres gewĂ€hlt.
 Auch 1960 gewann Surtees beide Weltmeisterschaften, in der 350er-Klasse war er dabei am Saisonende punktgleich mit seinem rhodesischen Teamkollegen Gary Hocking und gewann den Titel nur aufgrund der höheren Anzahl an eingefahrenen dritten PlÀtzen. Mit seinem Sieg im Halbliter-Rennen der Tourist Trophy in diesem Jahr wurde Surtees der erste Fahrer in der Geschichte des seit 1907 ausgetragenen Rennens, der die Senior-TT dreimal in Folge gewinnen konnte.
 Am Ende der Saison 1960 beendete John Surtees im Alter von 26 Jahren seine ĂŒberaus erfolgreiche Motorrad-WM-Karriere. Er trat in 48 Grands Prix an, feierte dabei 38 Siege, insgesamt 45 PodestplĂ€tze und sieben WM-Titel.
 Anfang der 1980er-Jahre erwarb er eine BMW RS 500, die er bei Oldtimer-Rennen wie dem Goodwood Festival of Speed, in Donington Park und in Montlhéry einsetzte. 2003 erwarb die BMW Group Mobile Tradition das Rennmotorrad, das durch seinen originalen Vorkriegszustand einzigartig ist.
 Nach mehreren Starts fĂŒr Cooper- Maserati 1961 und einer mit dem vierten WM-Platz abgeschlossenen erfolgreichen Saison 1962 mit dem Lola-Climax wechselte Surtees 1963 zu Ferrari und gewann 1964 die Fahrerweltmeisterschaft und den Konstrukteurs-Titel fĂŒr das italienische Team.
 Surtees verlieĂ Ferrari wĂ€hrend der Saison 1966 wegen des seiner Meinung nach zu groĂen Drucks und persönlicher Differenzen mit Ferrari-Rennleiter Dragoni. Somit war der Weg zum Gewinn der Fahrerweltmeisterschaft fĂŒr Jack Brabham frei. Surtees startete bei den folgenden Rennen fĂŒr Cooper-Maserati und wechselte anschlieĂend zunĂ€chst fĂŒr zwei Saisons zu Honda und spĂ€ter zu B.R.M., bevor er Anfang der 1970er-Jahre das Team Surtees Racing Organisation grĂŒndete, das von 1970 bis 1978 an der Formel-1-Weltmeisterschaft teilnahm.
 Insgesamt gewann Surtees in seiner Karriere sechs Grand Prix in der Formel 1: Deutschland 1963 und 1964, Italien 1964 und 1967, Belgien 1966 und Mexiko 1966.
 Zudem war er bei Sportwagenrennen sowohl in der Sportwagen-Weltmeisterschaft als Ferrari-Werksfahrer als auch in der amerikanischen CanAm-Serie erfolgreich, die er 1966 in ihrem ersten Austragungsjahr auf Lola T70 gewinnen konnte. Zudem war er als Testfahrer an der Entwicklung des Fahrzeugs beteiligt. 1963 und 1965 gewann er zusammen mit Willy Mairesse bzw. Ludovico Scarfiotti das 1000-km-Rennen auf dem NĂŒrburgring.
 1996 wurde er in die International Motorsports Hall of Fame aufgenommen. Trotz seiner Erfolge gehörte Surtees zu den eher Bescheidenen und hatte kein Talent zum âShowmanâ. Am 19. Juli 2009 verunglĂŒckte sein Sohn Henry bei einem Formel-2-Rennen in Brands Hatch tödlich. Seit dem Tod von Jack Brabham am 19. Mai 2014 war Surtees der Ă€lteste noch lebende Formel-1-Weltmeister.