Ich komme nach einem langen Tag nach Hause und öffne gerade die Haustür - da springt mir meine kleine Schwester mit strahlendem Lächeln entgegen.
āWir haben Blumen geschenkt bekommen!!ā , sagt sie.
āAch, wir schƶnā ist meine zugegebenermaĆen schwache Antwort.
Noch breiteres LƤcheln ihrerseits.
Ich stelle meine Versuche, meine Schuhsenkel zu entwirren, kurzzeitig ein.Ā
āWas meinst du, ākeine Ahnungā?ā
Stellt sich heraus, dass zur Rückkehr der ersten Personen des Haushaltes ein BlumenstrauĆ mit einer GruĆkarte auf dem FuĆabtreter aufgefunden wurde.
Den EmpfƤngern wird von einer Einzelperson mitgeteilt, dass sie hofft, dass wir einen Guten Rutsch hatten, und es wird aus dem Nachbardorf gegrüĆt. Eine liebliche Füllerzeichnung von Mutter, Vater, zwei Tƶchtern und einem Sohn ziert den unteren Teil.Ā
Keine Unterschrift jeglicher Art. Die Blumen sind echt hübsch.
Meine Mutter meint, dass sie die richtige Nachbarin weiĆ, und bedankt sich mit einer schnellen Nachricht.Ā
Besagte Nachbarin reagiert überrascht. Sie warās nicht.Ā
Wir gehen alle Freunde durch, welche passen kƶnnten. Füller, Schrift eher weiblich, ist der deutschen Grammatik fƤhig (setzte das Komma bei āIch hoffe, ihrā¦ā richtig) und spricht nicht im Namen der Familie.Ā
Die Nachbarin von besagtem Ort mit einer AffinitƤt für Blumen und Vergesslichkeit ist eine Mƶglichkeit. Sie würde aber im Namen der Familie schreiben.Ā
Die relativ frisch geschiedene Freundin meiner Mutter, welche Blumen mag und Deutschlehrerin ist, kommt in den Sinn. Sie wohnt aber im falschen Ort.Ā
Mein Vater denkt, einer der Familien aus den frischen Neubauten hat die Kinder geschickt, welche die Karte an der falschen Haustür abgegeben haben (kƶnnte sein). Mein Bruder denkt, es ist eine Form psychologischer Krieg der ersten VerdƤchtigten, weil sie weiĆ, dass meine Mutter sich in Grund und Boden arbeiten wird, um der richtigen Person zu danken (eher unwahrscheinlich).
Meine Schwester will die Blumen in ihr Zimmer stellen, anstatt sie in der Küche zu lassen, wo sie momentan stehen (auf gar keinen Fall).
Ich frage mich nur, wer in drei Gottes Namen seine GruĆkarten nicht unterschreibt.Ā
More to this story as it unfolds - if it ever will