Nach so vielen Jahren, kommt dann wieder ne’ Nachricht
und man fragt sich, was das nun soll.
So viel Zeit ist vergangen und man war so unzertrennlich, hat gelacht und getanzt und manchmal war auch Stille..
Aber doch war man ein Team und nach Jahren der Stille kommt dann ein kurzer Moment in dem man die leise Hoffnung hegt, dass doch alles so werden könnte wie es einst war.
Eine Nachricht trifft ein.
Ich höre gerade diesen Song und es ist so ein besonderer Moment, ich wollte ihn mit jemanden teilen, ich wollte ihn mit dir teilen.
Ich antworte, oh was ein schöner Song und danke dass du ihn mit mir geteilt hast.
Schluss Aus Ende
Die nächsten Jahre wieder Stille
Eine Nachricht trifft ein
in der Nacht zu Samstag, halb eins.
“Schau mal *Setze ein was passt: gemeinsames Foto, Klassenbild, Screenshot, Lied, eine gemeinsame Erinnerung..*”
Ich antworte, “oh wie schön ein Straßenschild mit einem Sticker unserer Lieblingsband von vor 5 Jahren. Krass wie sich die Zeiten ändern.”
Schluss Aus Ende.
Die nächsten Jahre wieder Stille.
Vor gut einem Jahr, eine Nachricht trifft ein,
unerwartet ich liege krank auf dem Sofa. Mittags halb 3.
“Ich weiß es kommt ziemlich spät, (ca. 5 Jahre nach dem letzten Zusammenstoß) aber es tut mir leid, damals war ich ein Junge, hatte keine Ahnung was eine beste Freundin bedeutet. Ich habe vieles falsch gemacht...
Schwafel die Schwafel.
Ich schreibe, “puh, dass hätte ich nicht gedacht in diesem Leben noch einmal von dir zu hören. Freut mich dennoch, wie wäre es wenn wir uns Treffen und es uns persönlich sagen.”
Ich komme an er lehnt cool an seinem Auto. Automechaniker nach der Schule. Aufgemotztes Auto “Fluppe” im Mundwinkel. Zwischen den Fingern die Autoschlüssel kreisend.
Zur Begrüßung eine etwas zu lange unangenehme Umarmung, die nach so vielen Jahren Trost spendet, dennoch ist dies ein fremder Mensch und bis vor einer Minute wusste man nicht mal ob man überhaupt “Du” sagen kann.
10 min und ein Eis später sagt er, “ich könnte dich nach Hause fahren”. Ich, “wo musst du denn hin”, er, “muss zum Autowaschen” zwei Straßen von meinem Zuhause entfernt. Ich sage ich kann mit kommen, in der Hoffnung eine echte Erklärung für das Verhalten von vor 5 Jahren zu hören. Danach folgt eine Stunde Gerede über Autos.
Schluss Aus Ende.
Wieder die nächsten Jahre Stille.
Vor etwas mehr als einem Jahr, eine Nachricht, Buddelkastenfreundin. Wege trennten sich nach 10 gemeinsamen Jahren, wegen eines Jungen.
Sie hatte 4, ich hatte keinen.
Treffen an einem neutralen Ort. 10 min Reden, dann merken was sie in den letzten Jahren für Drogen nahm und versuchen mit sein paar Gras Geschichten von vor 4 Jahren mitzuhalten.
Man tut so als wäre man innig, wie früher. Aber dabei merkt man wie sehr es anders ist.
Hoffnung hatte ich trotzdem, auf dem nach Nachhauseweg dachte ich nur “bitte nie wieder”. Dennoch vermissen tue ich, die alte Freundin.
Schluss Aus Ende.
Die nächsten Jahre wieder Stille.
All diese Freunde waren Wegbegleiter für eine lange Zeit in meinem Leben. Haben mir gezeigt, was gute und böse Freundschaften sind. Zeigten mir wieviel Bauchgefühl und erster Eindruck doch an Wahrheit besitzen.
Dennoch jedes Mal wieder erneut ein klein bisschen Hoffnung, dass die Vergangenheit zur Zukunft werden könnte. Danach die bittere Enttäuschung, mittlerweile Wut. Wut darüber, dass danach sporadische Geburtstagsgrüße kommen, die nur bedeuten, dass man auf Facebook noch befreundet ist und man einmal im Jahr an diese Wegbegleiter erinnert wird.
Doch ein einziges Mal, kam keine Nachricht.
Es kam Schnee und Eis, der Feind der ÖFFIS.
S-Bahnen zwei Stunden lahmgelegt.
Ich steige in den Regio mit der Wegbegleiterin vom Anfang, die zu diesem Zeitpunkt noch keine war.
Da steht sie, meine frühere Wegbegleiterin, eher eine Wegbereiterin.
Ich verstecke mich, kein Internet hinter welchem ich mich verstecken könnte, nur ein lausiger Fahrplan.
Ich steige um. Nicht gemerkt, dass sie es mir gleich tut.
Steige in den Bus, sie direkt neben mir. Ich höre ihren Atem,´sie meinen. Der Bus voll, eng, stickig. Ich traue mich nicht aufzuschauen, Handy rettet mich.
Plötzlich kommt ganz zaghaft, mein Name.
Ich schaue auf, tue so als hätte ich sie jetzt erst erblickt, wir wussten beide, dass dem nicht so war.
Wir beide hatten Herzklopfen, niemand wusste was zu tun.
Und da war sie, die Vergangenheit.
Nach 5 min Smaltalk, alte Innigkeit, nichts Unangenehmes, einfach wie früher.
Wir laufen 5 Stunden durch die Gegend, wissen nicht wohin.
Füße tot, Hände rot.
Was würden unsere Eltern sagen, wenn wir so nach Hause kommen, zusammen?
Wir wissen es nicht.
Seit diesem Tag, waren wir wie früher. Es ist egal wie lange wir uns nicht sehen, es ist egal was. Es ist immer so, als hätten wir uns erst gestern verabschiedet.
Für diese Wegbereiterin, hat sich die Hoffnung, die Melancholie und auch die Wut gelohnt.