Der Spiegel
Von der Wand nehm ich den reichverzierten
Den Ort der dunkelsten Begierden
Hinzu nehm ich ein Messer nur
Und schleif ihn für die Seelenkur
Ich schleife meinen Spiegel weiter
Meinen Spiegel aus Blut und Eiter
Verzerrt starrt mich die Fratze an
Und ich mich nicht erkennen kann
Eine neue Schicht scheint aus dem Rot hervor
Ich halt den Spiegel an mein Ohr
Und lausche zarten Kinderlauten
Die auf eine Zukunft warten:
Sie wollten Leiden in Mutters Armen
Sie wollten Nahrung und Erbarmen
Doch die Fesseln hat das Messer aufgeschnitten
In der Wanne hat sie nicht lang gelitten
Ich kratz das Blut der Schreie nun schnell weg
Die nächste Schicht wird mein Versteck
Durch die Waben der ersten Eiterschicht
Seh ich ein ekstatisches Gesicht
Es ist das erste Mal einer Jungen Freude
Wer spürt in diesem Moment schon Reue?
Auch wenn das Ziel der eiternden Gedanken
Mit den Jahren dann die Schranken, bricht
Und Blut fließt über das Gesicht
Die Nachbarin war siebzehn Jahr
Und meine Klinge kratzt ihr Blondes Haar
Aus dem rot-weißen Amalgam davon
Ihre Augen funkeln schon
Als würden sie mich dafür hassen
Das ich kein Auge hab von ihr gelassen
Finster wirds im Spiegel nun
Das hat mit der Gegenwart zu tun
Ich trau mich nicht mehr sie zu schauen
Ich lass den Spiegel einfach liegen
Doch in meinem Kopf die Fragen fliegen:
Welch schwere Augen konnten Herzen klauen?
Welch schwere Arme haben Erinnerung verdient?
Welches Chemische Gemisch war nie verliebt?
Und können sie einen neuen Spiegel bauen?
Wenn es den denn gibt ?













