Wir lernen leichter, wenn wir uns die Dinge vorm inneren Auge verbildlichen, wir vergessen, wenn wir nicht wiederholen und wir erinnern uns an das, was uns berĂŒhrt hat. Ein Jahr lang war ich fĂŒr die ARD auf den Spuren des GedĂ€chtnisses und hab auch viel gelernt, zum Beispiel, dass das Gehirn immer zwischen Relevantem und Unrelevantem unterscheidet!
Unser GedĂ€chtnis ist eine Maschine der Superlative: Es verarbeitet in jeder Sekunde unvorstellbar groĂe Mengen an Informationen, entscheidet
Veröffentlicht in ARD Mediathek, November 2025, Erstausstrahlung IM ERSTEN 1.12.2025; 22:50 Uhr
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Es ist die tödlichste psychische Krankheit. In Form von Magersucht, Bulimie und unkontrollierten EssanfÀllen sind vor allem junge Menschen b
Es ist die tödlichste psychische Krankheit. In Form von Magersucht, Bulimie und unkontrollierten EssanfĂ€llen sind vor allem junge Menschen betroffen. Durch rigide Ăberwachung der Nahrungsaufnahme wollen sie Kontrolle ĂŒber ihr Leben bekommen. Der Leidensdruck ist enorm und die Betroffenen meist vollkommen hilflos: Was tun gegen solch lebensfeindliches Verhalten? Menschen, die es durchlebt haben, und solche, die dabei helfen, es zu ĂŒberwinden, erzĂ€hlen von ihren Erfahrungen.
Jacob aus Gera betreibt einen eigenen Blog betreibt, um lokaljournalistische Themen zu behandeln. Denn das Problem in vielen kleinstĂ€dtischen und lĂ€ndlichen Regionen ist: Die Lokalzeitungen verlieren extrem an Auflage. Das hat zur Folge, dass viele Themen nicht mehr öffentlich behandelt werden, der NĂ€hrboden fĂŒr Verschwörungsmythen und Falschinformationen wĂ€chst. Ăber dieses Thema habe ich deshalb kurz vor den Landtagswahlen in ThĂŒringen und Sachsen mit dem WDR gesprochen!
WĂ€hrend sich alle im Freundeskreis trennen, haben wir geheiratet. Ăber einen aus der Mode gekommenen Anlass: die Hochzeit.
Veröffentlicht in DAS MAGAZIN, MÀrz 2024
Der offizielle Teil unserer Liebe beginnt in einem langen, dunklen Gang. Es riecht nach Linoleum, groĂe, schwere HolzbĂ€nke auf der einen Seite, geflieste WĂ€nde auf der anderen. Weil sich hier in den altehrwĂŒrdigen GemĂ€uern des Standesamtes so viele Menschen drĂ€ngen, finden wir nur einen Stehplatz direkt neben der KlotĂŒr. Die regelmĂ€Ăig aufwallende Geruchswolke hĂ€lt uns davon ab, einzunicken, was schnell passieren kann, wenn man auf die Anzeigentafel schaut. Lang ziffrige Nummern sind da in Reihen aufgelistet, alle die hier sind, brauchen einen offiziellen Stempel. Die einen haben ein Kind bekommen, die anderen wollen sich scheiden lassen, wir wollen das Gegenteil: Heiraten. Weil wir dachten, das die Anmeldung zur Ehe ein kurzes Unterfangen ist, sind wir schnell vor der Arbeit her geeilt, ohne Essen und Trinken. Erst nach rund 30 Minuten sehen wir unsere Nummer ĂŒberhaupt auf der Tafel. Das kann also dauern. Nachdem wir in eins der 300 BĂŒros gerufen werden, damit eine Dame mit Lockenwicklerlocken unsere Unterlagen einmal begutachtet, glauben wir, das doch alles ein schnelles Ende nehmen kann. Doch Pustekuchen. Sie bittet uns erneut Platz zu nehmen. Nach einer weiteren Stunde werden wir wieder in ein anderes BĂŒro gerufen. Ich muss an Kafkas Schloss denken. TĂŒren gehen auf, Menschen laufen durch GĂ€nge, keiner weiĂ was der andere macht und warum. Hinter dem Schreibtisch sitzt eine junge Frau mit sehr langen FingernĂ€geln und befragt und ohne Aufzublicken nach persönlichen Dingen. Nur bei der Frage, ob wir Geschwister seien und mein Noch-Nicht-Mann mit âdas weiĂ man nie so genauâ, antwortete, hĂ€lt sie kurz inne. Danach mĂŒssen wir zum Kassenautomaten, die Liebe auf dem Papier kostet uns 78,40 Euro. Wieder warten. Es ist lĂ€ngst Mittag geworden, wir sind hungrig und schlecht gelaunt, als wir endlich den Wisch in der Hand halten. Eigentlich ein Grund alles wieder abzublasen, ich war ja eh skeptisch.
Dabei ist ja Heiraten heute â wenn man nicht den romantischen Hollywoodschnulzen auf den Leim geht â nix, was man sich aussucht. âAch, Sie sind nicht verheiratet?â, fragte die kurz vor der Rente stehende Notarin kopfschĂŒttelnd und ĂŒbergriffig, die wir vor ein paar Jahren mal aufgesucht hatten, um unsere finanziellen und rechtlichen Dinge zu regeln. Zwei mittelalte Menschen und zwei Kinder, die fĂŒr einander da sein wollen, auch wenn einer mal krank wird oder mir nichts, dir nichts wegstirbt. Sie knallte uns einen Stapel Unterlagen auf den Tisch, irgendwelche VertrĂ€ge und VerfĂŒgungen, die wir hĂ€tten ausfĂŒllen sollen, aber nie die Zeit und Lust aufbrachten, uns da durchzuackern. Also blieb alles so, wie es war. Wir vergaĂen die Sache. Freunden von uns viel das nicht so leicht wie uns. Sie brauchten medizinische Hilfe zum Kinderkriegen und hatten die 10.000 Euro, die das ohne Hochzeit gekostet hĂ€tte, einfach nicht. Andere wollten als Paar im Ausland arbeiten, galten aber ohne Trauschein nicht als Familie. Es ist absurd. Der Staat bevorteilt die, die sich das Ja-Wort geben, finanziell und moralisch, obwohl jeder weiĂ, dass die Werte und Regeln der Ehe aus einer Zeit stammen, deren Geist sich lĂ€ngst in Luft auflöst und irgendwann hoffentlich ganz verpufft.
Heiraten kam fĂŒr uns also nicht in Frage. Wir arbeiteten HĂ€lfte HĂ€lfte, pfiffen auf die nicht gesparten Steuern und vor allem auf die Urkunde, die uns unsere Liebe versichern sollte. Also wandelten wir in schönen Kleidern auf den Hochzeiten unserer Freunde, nippten am Pikkolöchen, löffelten die Sahnetorte, herzten hier, herzten da und spielten das âfĂŒr immer und ewig-Spielâ innerlich kopfschĂŒttelnd mit. Hatten sie vergessen, wie wankelmĂŒtig die Liebe sein kann? Trotzdem beneidete ich manchmal meine Freundinnen, die so schön verkleidet im Mittelpunkt standen, einzig und allein dafĂŒr, dass ein Mann oder eine Frau sie liebte.
Je Ă€lter wir wurden, umso seltener wurden wir auf Hochzeiten eingeladen, irgendwie schien der Glanz des traditionellen Liebesfestes zu verblassen. Eine Kollegin kam einmal eines morgens ins BĂŒro und meinte, dass sie gerade geheiratet habe. Ich blickte sie verwundert an. Sie waren zu zweit auf dem Standesamt gewesen, danach ein Kaffee beim BĂ€cker und zack zur Arbeit. Als sei die Hochzeit ein Arztbesuch, den man schnell hinter sich bringen muss. Sie hatte Angst vor so viel Aufhebens und den Erwartungen an den Akt, sagte sie und freute sich dennoch riesig ĂŒber die Streuselschnecke, die ich Mittags gekauft und die ich zur Feier des Tages als Hochzeitstortenersatz mit ihr geteilt hatte. Vielleicht liegt das daran, dass Heiraten generell aus der Mode kommt, die Zahl der EheschlieĂungen ist in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich zurĂŒck gegangen. Aber auch die einst VermĂ€hlten, die dann wieder getrennte Wege gehen, versauen einem die Freude am Heiraten. Anwalt, Wechselmodell, Patchwork: die gute deutsche Ehe hĂ€lt im Schnitt 15 Jahre. Mit Mitte 40 sind die FrĂŒhvermĂ€hlten also schon wieder durch. âIch hab's dir doch gleich gesagt.â
Das war aber komischerweise der Zeitpunkt, als das Thema bei uns wieder aus Tableau kam. Warum, kann ich gar nicht so genau sagen. Vielleicht weil ein paar Freunde schon das Zeitliche gesegnet hatten oder weil wir einfach nach so langer Zeit nicht mehr so aneinander zweifelten. Auch erinnerte ich mich an Claire, die ich vor 20 Jahren am Flughafen in Hanoi kennengelernt hatte. Ich war beruflich fĂŒr lĂ€ngere Zeit in Vietnam und wollte meinen damaligen Freund, der mich nach mehreren Monaten Fernbeziehung das erste Mal besuchen kam, vom Flughafen abholen. Weil der Flieger VerspĂ€tung hatte, beobachtete ich mit einem ZuckerrĂŒbencocktail in der Hand die ankommenden Flieger durch die hallenhohen Fenster. Irgendwann gesellte sich eine Ă€ltere â vielleicht 50-jĂ€hrige â Frau zu mir. Auch sie war in freudiger Erwartung. Claire hielt einen groĂen StrauĂ Kunstblumen in der Hand, den sie extra fĂŒr ihren Hans gekauft hatte. Hans, so hieĂ ihr Freund, saĂ auch in dem verspĂ€teten Flieger. Wir kamen ins plaudern und sie erzĂ€hlte mir, dass die beiden - er hatte eine kleine Baufirma im Schwarzwald und sie reiste schon seit ĂŒber zwei Dekaden durch die Welt, nun endlich heiraten wollten. Claire meinte, dass sie nie eine Freundin der Ehe gewesen war, aber nun, da die beiden schon ĂŒber 20 Jahre in Paar waren, es ja wohl klar war, dass sie zusammen gehörten. Er hatte sie betrogen, sie hatte Schluss gemacht. Jeder hatte sein Ding gemacht und spĂ€ter hatten sie sich zusammengerauft. Ihr Plan war, gemeinsam mit dem Moped in den SĂŒden zu reisen und sich dann am Strand das Ja-Wort zu geben, ganz unaufgeregt. Ich sah sie nach Ankunft des Fliegers nur von Weitem nochmal. Sie winkte mit aufgeregt zu, als sie Arm in Arm mit ihrem Hans durch die groĂe DrehtĂŒr des Flughafens spazierte, er hielt ihre Kunstblumen fest in der Hand. Vielleicht ist es ehrlicher sich gen Ende einer Liebe das Ja-Wort zu geben als gleich am Anfang wenn alles noch frisch und rosarot manipuliert ist?
Damals sagte ich mir, dass â wenn ich einmal heiraten wĂŒrde â dann so wie Claire. Weil wir aber zu viert nicht auf ein Moped passten und der Strand im SĂŒden zu weit war, sollte es einfach irgendein Standesamt nebenan werden. Eigentlich könnte hier die Geschichte zu Ende sein, wĂ€ren da nicht die Anderen gewesen. Die Welt teilte sich nĂ€mlich mittlerweile in Verheiratete und Unverheiratete bzw. Getrennte und das war der GroĂteil in unserem Freundeskreis. Fielen mir Wildfremde oder auch entfernte Bekannte gleich um den Hals, wenn ich von der bevorstehenden Trauung erzĂ€hlte, weil sie entweder selbst verheiratet waren oder es noch vorhatten, kippte vielen engen Vertrauten die Gesichtslade bei VerkĂŒndigung der Nachricht runter. âWieso?â fragte eine alte Freundin, die schon eine ziemlich Ă€tzende und schmerzvolle Scheidung hinter sich hatte und sie hatte mich ertappt. Ich hatte keine allumfassende Antwort parat. âWeil wir uns mögen?â, antwortete ich zögerlich, wohlwissend, dass dieser Umstand nicht ausreichte, um eine Hochzeit zu rechtfertigen. Ein anderer Freund monierte, dass er nie von mir gedacht hĂ€tte, so ich so konservativ werden wĂŒrde. Ich war getroffen. War ich plötzlich konservativ, bloĂ weil wir uns nach so vielen Jahren vermĂ€hlen wollten, was an unserem Status Quo ja gar nichts verĂ€ndern sollte? Ist man nach der Hochzeit ein anderer Mensch? Ich wusste es nicht und ich bekam Angst. War ich wirklich dabei, meine Freiheit als Frau aufzugeben, so wie es die Schriftstellerin Ingeborg Bachmann zu Max Frisch sagte, als sie seinen Hochzeitantrag ablehnte? Dabei leben wir doch nicht mehr in den 60ern und ich bin nicht vom Geld meines Mannes abhĂ€ngig. Die grundsĂ€tzliche Idee der Ehe ist ja, sich umeinander zu kĂŒmmern, komme was wolle.
Die vielen Kommentare verunsicherten mich. Hinzu kamen die hohen Erwartungen, wie eine Hochzeit auszusehen hat: groĂe Feste, weiĂe Kleider und ausladende Buffets. Eine Bekannte hatte â weil sie rund 200 GĂ€ste einladen wollte â und keinen Ort fand, einfach einen alten Pferdestall gemietet und schön dekoriert. Auf den Fotos sieht alles wirklich toll aus, wie wir da alle schickimicki auf HolzstĂŒhlen im Stall saĂen. (Die Pferde mussten in der Zeit drauĂen bleiben.) BloĂ sah man den Geruch nicht, der uns den ganzen Abend in die Nase wehte, auch als die indische BauchtĂ€nzerin ihre Show darbot. Der Feuerschlucker aber spie dann unter freiem Himmel, aus Angst, dass sich das herumliegende Streu doch noch entflammte. Eine andere Freundin mietete ein ganzes Schloss, engagierte eine Band und einen ZauberkĂŒnstler â die Ehe hielt drei Jahre.
Alles GrĂŒnde, nicht zu heiraten. Dann ging ich auf die Las Vegas Party einer Freundin. Es gab einen Hochzeitsautomaten, einen aus Pappe gebauten Karton, in den man sich zu zweit quetschen und sich das ja Wort geben konnte. Alles aus SpaĂ natĂŒrlich. Ich rief meinen Freund an, aber weil er gerade auf einer anderen Party tanzte, hatte er keine Zeit. Zum GlĂŒck traf ich einen alten Bekannten, der sich bereit erklĂ€rte, mich symbolisch zu heiraten. Wir standen dicht beengt in dem Mannhohen Pappkarton, ein Hipstertyp im Glitzeranzug legte mir als Schleier eine Art Tischdecke auf den Kopf, Love me Tender von Elvis Presley dudelte aus einem Kassettenrecorder und wir steckten uns Drahtringe an, die wir zuvor fĂŒr einen Euro erstanden hatten. Kurz vor Ende der Zeremonie kam dann seine echte Freundin vorbei, die sich spontan als Trauzeugin zur VerfĂŒgung stellte und sich fĂŒr uns freute, auch als wir uns auf den Mund kĂŒssten. Auch wenn die Partyhochzeit ein Riesenerfolg war und schnell die vor gebastelten Ringe aus waren (die Scheidung kostete ĂŒbrigens fĂŒnf Euro) war es nicht fĂŒr alle so spaĂig wie fĂŒr uns. Eine Freundin merkte, dass sie gar keine Lust hatte ihren Freund zu heiraten, nicht mal aus Quatsch. Andere reagierten eifersĂŒchtig, als plötzlich ein anderer AnwĂ€rter im Pappkarton auftauchte. Die Symbolhochzeit wurde zum Spiegel des echten Lebens und ich merkte, wie schön ich das fand, zu jemandem Ja zu sagen, sich zu bekennen, selbst wenn es nur fĂŒr diesen einen Moment gilt.
Am Ende jedenfalls haben wir das einfach gemacht. Wir sind aufs Standesamt gegangen, eine freundliche Frau hat von Zusammenhalt geredet, wir haben uns kupferne Ringe, die ich zuvor im indischen Laden besorgt hatte, angesteckt und danach mit der Familie und Sekt angestoĂen. Wir haben eine TrĂ€ne im Knopfloch verdrĂŒckt und Abends mit Freunden am Feuer gesessen, der Mann mit der Pappkartonhochzeit war natĂŒrlich auch dabei. Ob es das Richtige war, weiĂ ich nicht. Und wenn der Staat doch noch die Ehe abschafft und Familien fördert, können wir uns ja wieder scheiden lassen. So schlimm wirdâs schon nicht werden.
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Die Kohle ist ein harter Brocken. Sie gibt den Menschen Arbeit und WĂ€rme und zwingt sie gleichzeitig ihre HĂ€user zu verlassen. Auch verpestet sie die AtmosphĂ€re mit ihrem schwarzen Rauch. Die groĂe Frage aber ist: Wie werden die Landschaften und unser Leben nach der Kohle aussehen?
Am 1. Dezember 2023 habe ich im Zeitgeschichtlichen Forum in Leipzig ein Panel der Tagung: âVerschwundene und verschwindende Orte. Folgen der Braunkohleförderung in Ostdeutschland" moderiert. Es wurde emotional diskutiert. An der Kohle hĂ€ngen ganze LebensentwĂŒrfe.
Trauer hilft dem Verlust einen Sinn zu geben. Der dĂ€nische Psychologe Peter Lund erklĂ€rt: "Trauer ist unsere Art, auf diese Erfahrung zu antworten und vielleicht auch den Prozess zu kontrollieren, einen Sinn fĂŒr Verlust und Tod zu erzeugen." Von Trauer Betroffene erzĂ€hlen.
Wir trauern, weil wir liebesfĂ€hige Wesen sind. Der dĂ€nische Psychologe Peter Lund erklĂ€rt: "Trauer ist unsere Art, auf diese Erfahrung zu antworten und einen Sinn fĂŒr Verlust und Tod zu erzeugen." Gemeinsam mit Isabel Hahn habe ich Trauernde getroffen und sie nach ihren Erlebnissen und Emotionen gefragt. Das war eine aufwĂŒhlende und intensive Reise. Trauer ist etwas, was ein Leben lang bleiben kann.Â
FĂŒr ein gutes Leben brauchen Menschen Bindungen. Ob wir NĂ€he als etwas Schönes erleben oder ihr Ă€ngstlich ausweichen, hĂ€ngt von den ersten Lebensjahren ab. Die Doku beleuchtet die Biografien von Juliet, Arnaud und Ramon. Ihnen sind Dinge wie Scheidung, Missbrauch und Mobbing begegnet. Seitdem ringen sie mit dem Thema Bindung.
FĂŒr ein gutes Leben brauchen Menschen Bindungen. Ob wir NĂ€he als etwas Schönes erleben oder ihr Ă€ngstlich ausweichen, hĂ€ngt von den ersten Lebensjahren ab. Marie Villetelle und ich haben Juliet, Arnaud und Ramon, begleitet. Ihnen sind Dinge wie Scheidung, Missbrauch und Mobbing begegnet. Seitdem ringen sie mit NĂ€he und Distanz, dem Geliebtwerdenwollen und dem Abgelehntwerden. Eine spannende Doku ĂŒber die FĂ€higkeit Liebe zu empfangen und zu geben.
Gesendet: ARTE 25.2.2023, 23:29 Uhr, online bis 2026
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»Zum ersten Mal habe ich das GefĂŒhl, ĂŒber etwas, das mich betrifft, so sprechen zu können, als ginge es alle etwas an. Weil ich schon lange in der Welt lebe, in die jetzt alle geraten sind. Ich bin ruhig in diesem Ausnahmezustand. Ich bin beisammen.«Â
Das schreibt die Schriftstellerin Kerstin PreiwuĂ in ihrem neuen Buch âHeute ist mitten in der Nacht.â In der Reihe âReden ĂŒbers Jetztâ, die ich gemeinsam mit der Friedrich-Ebert-Stiftung Sachsen organisiere, habe ich mit der Literaturprofessorin PreiwuĂ im Haus des Buches ĂŒber die dunklen Seiten unserer Gegenwart gesprochen, ĂŒber das Schreiben wĂ€hrend der Pandemie und Textformen jenseits des klassischen Romans.
Der Lehrermangel im Land ist eine der groĂen Herausforderungen unserer Zeit. Gerade erst hat das Gutachten der StĂ€ndigen Wissenschaftliche Kommission der Kultusministerkonferenz empfohlen, Teilzeitregelungen zu verschĂ€rfen und Unterrichtsstunden aufzustocken, um mehr Lehrpersonal zu generieren. Dabei arbeiten viele Lehrer schon mehr als sie sollen, das belegt eine aktuelle Studie, die auf der Landesweiten Arbeitszeitkonferenz in Dresden vorgestellt wurde.Â
Allein in Sachsen, Sachsen-Anhalt und ThĂŒringen fehlen offiziell ĂŒber 2.000 Lehrer. Der Lehrermangel hat sich in diesem Schuljahr noch einmal verschĂ€rft. Doch was braucht es, um das Problem endlich langfristig zu lösen?
Allein in Sachsen, Sachsen-Anhalt und ThĂŒringen fehlen offiziell ĂŒber 2.000 Lehrer. Der Lehrermangel hat sich in diesem Schuljahr noch einmal verschĂ€rft. Doch was braucht es, um das Problem endlich langfristig zu lösen? Eine Bestandsaufnahme in Mitteldeutschland.
Die Schule ist in Not: Schulstunden fallen oft reihenweise aus, Klassen mĂŒssen zusammengelegt werden, Lehrer_innen arbeiten am Limit. Die Folge: schwĂ€chere SchĂŒlerinnen und SchĂŒler werden abgehĂ€ngt und schaffen den straffen Lehrplan nicht mehr. FĂŒr individuelle Hilfe fehlen Zeit und Personal. Was ist passiert? War der mittlerweile akute Lehrermangel nicht absehbar? Die Bezahlung ist gut, trotzdem wollen zu wenige in den Beruf einsteigen. Und was soll aus unserer Schule werden, wenn wir den Abiturstoff gar nicht mehr serviert bekommen?Â
Ich diskutiere mit: Sabine Friedel, MdL Bildungspolitische Sprecherin der sĂ€chsischen SPD-Fraktion, Uschi Kruse GEW Sachsen und Margret Rasfeld ehemalige Schulleiterin, Autorin und MitbegrĂŒnderin von Schule im Aufbruch.
Montag, den 14. November 2022, 18.00â20.00 Uhr ,
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Seit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine ist die atomare Bedrohung schlagartig wieder konkret geworden. Die paradoxe Abschreckungslogik beruht auf der Drohung und Bereitschaft, monströse Waffen einzusetzen, um einen Krieg zwischen AtommĂ€chten dauerhaft zu verhindern. Russland aber droht nun wieder damit, Kernwaffen einzusetzen. Was das fĂŒr uns und den Frieden bedeutet diskutiere ich mit Peter Rudolf, Autor des Buches âWelt im Alarmzustand. Die Wiederkehr nuklearer Abschreckung.â
Die Filmbranche leistet sich einen enormen Umweltverbrauch: Filmstars fliegen zu Drehorten, am Set knattern Dieselgeneratoren, tausende Plastikbecher landen wĂ€hrend eines Drehs im Abfall. Der ökologische FuĂabdruck ist enorm. Nicht umsonst habe ich beim diesjĂ€hrigen Filmsommer das Panel zum Thema âGrĂŒnes Drehenâ moderiert und mit Filmemacher:innen, Produzent:innen und Förderern diskutiert, wie Filme nachhaltig produziert und was es braucht, damit ökologische Mindeststandards umgesetzt werden können. Es ist im Fluss...