Eine Woche Cannes in einer Minute!Â
Das warŽs soweit von uns hier, wir freuen uns schon auf nÀchstes Jahr! ;)
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Eine Woche Cannes Lions â was bleibt im Kopf?
Eine Woche nach den Cannes Lions hat uns der Arbeitsalltag wieder voll erwischt. Immer noch ĂŒberwĂ€ltigt von der FĂŒlle an Informationen und Impressionen, die wir mitgebracht haben, bleibt nur kurz Zeit, diesen Raum zu geben und sich zu fragen: Was bleibt wirklich langfristig im Kopf, was können wir nachhaltig einbringen und was bringt das Festival fĂŒr junge Kreative aus der Digitalbranche?
 Ăber 250 Speaker teilten an sechs Tagen ihr Wissen in PrĂ€sentationen, Seminaren, Workshops und Foren mit 13.000 Besuchern aus aller Welt. Es fanden immer ca. fĂŒnf Veranstaltungen parallel statt â man konnte weder alles besuchen, noch alles behalten. Wenn man sich keine Notizen macht, hat man am Abend oft schon vergessen, welche VortrĂ€ge man besucht hat. Insgesamt kann man sagen, dass das Festival sehr gut organisiert und strukturiert war. Es gab kaum VerspĂ€tungen, AusfĂ€lle oder technisches Versagen. Die Bild- und TonqualitĂ€t war durchweg gut und es gab immer einen Platz, von dem aus man gut sehen konnte â bei den hohen Ticketpreisen allerdings irgendwie auch selbstverstĂ€ndlich.
 In jedem Fall kehren wir mit einem Koffer voll Inspiration zurĂŒck und wĂŒrden am liebsten sofort selbst loslegen und eigene âGoldideenâ spinnen. So viele herausragende Arbeiten zu sehen spornt in jedem Fall an, sich fĂŒr die eigenen Kunden etwas auszudenken und richtig loszulegen â leider bleibt dafĂŒr im Arbeitsalltag oft wenig Zeit oder es wird von den Kunden nicht gewĂŒnscht oder honoriert. Aber nach dieser einen Woche haben wir in jedem Fall einen sehr guten Eindruck von der gesamten internationalen Werbebranche erhalten. Wir haben gesehen, wie groĂe Agenturnetzwerke und Unternehmen sich und ihre Ideen prĂ€sentieren und erkannt, dass im Prinzip doch alle Ă€hnlich ticken und das gleiche Ziel verfolgen â egal ob aus Fernost oder Wild West, ob klassisch oder digital, Kunde oder Agentur.
 Am meisten im Kopf geblieben sind gute VortrĂ€ge mit relevanten Themen, echten Insights und Anwendungsbeispielen, die kurzweilig, charmant oder humorvoll vorgetragen wurden. Beispielsweise der Storytelling-Workshop mit Tyler Crowley, von dem wir lernten, wie man Investoren von einer Startup-Idee begeistert. Oder Intel, die uns zeigten, wie 3D-Drucker Kriegsopfern im Sudan helfen, ihre Prothesen selbst herzustellen. Von Hakuhodo aus Japan lernen wir, wie die Agentur der Zukunft aussehen wird. Ebenso beeindruckend: der farbenblinde Neil Harbisson als echter âCyborgâ, der Farben ĂŒber eine Antenne in seinem Kopf in Töne umwandelt. Auch das Thema âBig Dataâ wird dank guter VortrĂ€ge von Richard Frankel (Rocket Fuel) oder Andy Lippman (MIT Media Lab) endlich greifbar. GroĂe Marken wie Coca Cola, Beats by Dre und Procter & Gamble beeindrucken uns durch relevanten Content, mutige Kampagnen und groĂartige, emotionale Werbespots. McDonalds hingegen nur durch die kostenlosen GetrĂ€nke in der âYoung Lions Zoneâ... ;)
 Die groĂ angekĂŒndigten und meist-gehypten VortrĂ€ge von und mit Stars wie Schauspielerin Sarah Jessica Parker, Jonathan Ive (Apple), Marissa Mayer (Yahoo) oder Regisseur Spike Jonze lohnen dagegen eher nicht. Aus unserer Sicht waren sie eher langweilig, schlecht vorbereitet und oft nur eine Werbeveranstaltung fĂŒr Ego oder Charity-Projekte.
 Auch wenn wir in diesem Jahr das erste Mal dabei sind, stellen wir fest, dass Cannes schon lange kein Werbefilm-Festival mehr ist, sondern dass sich das Programm und die Sponsoren stark am Nachwuchs und der digitalen Generation orientieren. Es geht um Wissenstransfer, Networking und Inspiration weit ĂŒber die klassische Werbung hinaus. In kaum einem Vortrag ging es um Design oder klassische Werbung, oft waren es ĂŒbergreifende Themen wie vor allem der Blick in die Zukunft der Kommunikation, Zusammenarbeit, Technologie oder relevanter Inhalte. Es waren enorm viele junge Kollegen dort, man kommt sehr schnell mit Menschen aus aller Welt in Kontakt und wenn man gut im Networking ist, kann man sicherlich auch viel fĂŒr das eigene GeschĂ€ft rausholen.
 Mittlerweile prĂ€sentieren sich in Cannes auch groĂe Internetunternehmen wie Google, Microsoft, Spotify, Adobe, WeTransfer, Yahoo oder Samsung â und sie wissen sehr gut, womit sie die Besucher beeindrucken können. Besonders imposant: Google kommt nicht einfach nur mit einem Messestand daher, sondern mit einem eigens angemieteten Strandabschnitt samt Pier, der âGoogle Creative Sandboxâ. Hier gibt es natĂŒrlich auch Talks und VortrĂ€ge, vor allem aber Entertainment und BespaĂung fĂŒr all die groĂen Kinder. Bei Fotoaktionen, Lego-Bastelecke, T-Shirt-Druck, Tretboote, Massage, HĂ€ngematten, Buffett und Livemusik lĂ€sst sich ein Nachmittag bei 30° am Strand sehr gut aushalten â sofern man Zeit dazu findet. An der âBar Codeâ kann man sich sogar seine eigenen (kostenlosen) Drinks programmieren. Auch wir waren angetan und haben unsere Pause zwischen den VortrĂ€gen gern im Google-Sandkasten verbracht.
 Mein Fazit: Wir haben den Trubel genossen und es war aufregend, eine Woche lang Teil dieses bunten ZirkusÂŽ zu sein, auf die Awardshows und Galas zu gehen, tolle Arbeiten zu sehen und einfach mitreden zu können. Auch wenn sich das Festival in den letzten Jahren sicherlich verĂ€ndert und einer jungen, digitalen Generation immer mehr angepasst hat â viele Klischees der alten Werber-Welt stimmen noch immer. Auf der einen Seite die Welt mit genialen Ideen retten wollen, auf der anderen Seite spielt Geld hier keine Rolle, es wird ausgelassen gefeiert und die RealitĂ€t fĂŒr eine Weile vergessen. Obdachlose neben einer Reihe von Ferraris und Lamborghinis â in Cannes prallen Welten aufeinander. So wichtig Cannes fĂŒr die internationale Werbebranche auch sein mag, als ich vor dem Palais in einer riesigen Schlange anstehe und von (französischen) Touristen gefragt werde, was denn hier los sei, antworte ich: âUm die Preisverleihung fĂŒr die besten Werbespots der Welt zu sehenâ â und komme mir dabei plötzlich doch wieder sehr unwichtig und banal vor.
 Unsere Tipps, um das Beste aus einer Woche Cannes Lions mitzunehmen:
  Vorbereitung Programm (zumindest fĂŒr die ersten zwei Tage) im Vorfeld Zuhause studieren und Favoriten in der Cannes Lions App markieren. Favoriten fĂŒr die Awards auf YouTube anschauen.
Anreise & Unterkunft Hotel in der NĂ€he des Festivals (frĂŒh!) buchen, damit man Pausen ĂŒberbrĂŒcken kann und die Abendgarderobe nicht mitnehmen muss. Mit dem Bus 210 kommt man in 50min. fĂŒr 30⏠vom Flughafen Nizza nach Cannes und zurĂŒck.
Programm Nicht zuviel vornehmen: maximal 3-5 Termine pro Tag â gerade dann, wenn man noch Blog- oder Presseartikel verfassen möchte.
Dokumentieren WÀhrend der VortrÀge Notizen verfassen. Am besten danach gezielt Pausen zum Bloggen, Twittern und Facebooken einlegen, statt stÀndig auf alle möglichen GerÀte zu achten.
Networking Visitenkarten einpacken! Leute treffen, Kontakte knĂŒpfen, Parties feiern â sofern Energie bleibt.
Pause Ab und zu eine Pause in der âGoogle Creative Sandboxâ oder im McCafĂ© gönnen: Gratis Drinks!
Red Carpet Awardshows besuchen, Opening und Closing Gala mitnehmen.
Equipment Nicht zuviel Equipment mitnehmen. Ein gutes Smartphone und Notizblock reicht eigentlich aus. An Ladekabel denken! Spiegelreflexkamera nur, wenn man Interviews oder Videos machen möchte. Ladestationen fĂŒr Smartphones sind an einigen MessestĂ€nden vorhanden.
Essen & Trinken GenĂŒgend Wasser und Verpflegung einpacken! Zwar gibt es kostenlose GetrĂ€nke im McCafĂ©, aber leider kein Wasser. Ein halber Liter Wasser kostet im Palais 3,10 Euro. Essen gibt es dort keins, dafĂŒr sehr teure und weniger gute Restaurants in der Stadt direkt gegenĂŒber.
Wir hatten am Donnerstag die Chance, mit Senior Art Director RenĂ© Gebhardt von Scholz & Friends Berlin (selbst mit zehn Löwen ausgezeichnet) ĂŒber das Festival sowie die zukĂŒnftigen Aufgaben von Kreativen zu sprechen.
Weitere News, Fotos und Artikel rund um das Festival und drum herum gibt es auf http://cannes.hmmh.de oder http://facebook.com/hmmh.de.
Mehr von René auf http://anschlag.net
Singing in groups releases dopamine. Just like having sex. So feel free to sing along. ... Please don't have sex.
Philip Sheppard, Music Composer
Christoph: Courtney Love? Da kommt doch nix bei rum - die is genauso verstrahlt wie Hasselhoff. Laura: Ey, die hatte Sex mit Kurt Cobain - Wenn ich die anfasse hatte ich quasi auch Sex mit Kurt Cobain!

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Und hier noch das Video von Beats by Dre - definitiv unser Soundtrack zum diesjĂ€hrigen Lions Festival (natĂŒrlich direkt hinter âEnyaââŠ)!
Wir wĂŒnschen Deutschland heute viel Erfolg im Spiel gegen Ghana! Wir werden das Spiel âleiderâ nicht verfolgen können, sondern ziehen uns stattdessen die Verleihung der âFilm Craft Lionsâ rein⊠Ob dieser Clip wohl auch einen Löwen abrĂ€umt?! Â
Lernen von Dr. Dre: Wie Agenturen das Vertrauen ihrer Kunden gewinnen
Wir sind hier im Mekka der KreativitĂ€t. Die besten Arbeiten der Welt begegnen uns in den AusstellungsrĂ€umen, den Awardshows und auch den Seminaren und Workshops. Dabei wird eins deutlich - die beste Arbeiten entstehen dann, wenn Agentur und Kunde eng zusammenarbeiten. Oder die Agentur macht, was sie will. Das sind dann allerdings reine Award-Ideen. Werbung fĂŒr Werber, hĂ€ufig an der RealitĂ€t vorbei und ohne nachhaltigen Effekt.
Dann also lieber die enge Zusammenarbeit zwischen Agentur und Kunde. Als Problem entpuppt sich hierbei hĂ€ufig das VerhĂ€ltnis zwischen diesen beiden Parteien. Der eine traut dem anderen nicht. Kunden gehen hĂ€ufig davon aus, dass Agenturen nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind, die Strategie einer Marke nicht verstanden haben und blind fĂŒr die eigenen Ideen kĂ€mpfen. Agenturen wiederum kritisieren den mangelnden Mut zum Risiko und die fehlende Offenheit gegenĂŒber der Agentur.
Wie fruchtbar ein VerhĂ€ltnis zwischen diesen beiden Lagern sein kann, beweisen âBeats by Dr. Dreâund RG/A. Hier trifft man sich nicht zu Telefonkonferenzen oder sporadischen Meetings, in denen die Agentur prĂ€sentiert, der Kunde sich zurĂŒcklehnt und am Ende alles zerreisst. Hier fliegt man gemeinsam zu Drehs und Shootings, der AD schlĂ€ft mit dem Kopf auf der Schulter des Brand Managers. Omar Johnson, Executive Vice President of Marketing sagt âFamilyâsei eine von vier wesentlichen SĂ€ulen, die ganz entscheidend zum Erfolg der Marke Beats beitrĂ€gt. Bei Beats behandelt man Kollegen wie Familienmitglieder. Man isst zusammen, feiert zusammen und unterstĂŒtzt sich. Das gilt auch fĂŒr die Agentur. Wo in anderen Agenturen private Beziehungen an der Arbeit fĂŒr den Kunden zerbrechen, entstehen hier neue.
Ein weiterer Punkt, der zum Erfolg von Beats beitrĂ€gt ist âSpeedâ. Wenn dein Chef Dr. Dre ist, verhĂ€lt sich dein Unternehmen auch eher wie eine Musikproduktion und nicht wie ein Kopfhörerfabrikant, sagt Johnson. Das heiĂt, alles kann sehr schnell entschieden werden. So schnell, dass Werbespots erst wenige Stunden vor der Ausstrahlung produziert werden. Als Miley Cyrus 2013 Robin Thicke bei den VMAs lasziv angetwerkt hat, wusste das Team schon im Vorfeld Bescheid, dass wĂ€hrend der Show etwas passieren wĂŒrde und war mit einem vorproduzierten Clip vor Ort. Als Mileys Gogo-Nummer dann ĂŒber die BĂŒhne gebracht war, passten sie die Animation und das VoiceOver auf genau dieses Ereignis an und konnten Minuten spĂ€ter einen situativ relevanten Spot prĂ€sentieren.
Was aber, wenn ein so enges VerhĂ€ltnis nicht besteht? Wenn kein Vertrauen zwischen Agentur und Kunde besteht? LĂ€sst es sich zurĂŒckbringen? Auf jeden Fall, glaubt Tim Leake, Senior Vice President of Growth & Innovation bei RPA. DafĂŒr mĂŒssen Agenturen vier Dinge berĂŒcksichtigen.
Agenturen sollten deutlich genauso viel Zeit, Energie und KreativitÀt in ihre Kommunikation mit dem Kunden investieren wie in ihre eigentlichen Ideen. In die Art zu PrÀsentieren, zu Inspirieren und sogar in E-Mails und Telefonate.
Es muss ein gemeinsames VerstĂ€ndnis von KreativitĂ€t bestehen. Agenturen sollten herausfinden, welche Arbeiten den Kunden begeistern bevor man ein intensives ArbeitsverhĂ€ltnis eingeht. Möglicherweise gehen die Vorstellungen weit auseinander und man muss den Kunden vom eigenen StandpunktĂŒberzeugen oder auf die Zusammenarbeit verzichten.
Agenturen werfen ihren Kunden vor, risikoscheu zu sein. Es liegt aber an ihnen, aufzuzeigen, dass kein Risiko besteht, sondern nur die Chance etwas Neues und Anderes zu schaffen. Risiko existiert nur, wenn man nicht weiĂwas man tut.
Agenturen mĂŒssen die wirtschaftlichen Ziele ihrer Kunden genauso verstehen wie ihr kreatives Handwerk und das in ihren PrĂ€sentationen auch zeigen.âLest das Harvard Business Review und das Wall Street Journal. Macht aus BWL Kunstâ, sagt Leake.
Wir wĂŒrden uns freuen, wenn es in Zukunft mehr auf Vertrauen basierende Zusammenarbeit zwischen Agentur und Kunden gibt. Es ist fĂŒr alle Beteiligten angenehmer und die Ergebnisse besser. Das braucht zwar Mut und Ehrlichkeit, aber kein Wunder.
We Are good when PR thinks we are great. But we are great when the whole World thinks we are good.
David Droga
Design Lions ĂŒberraschen - Cyber enttĂ€uscht
 Vorgestern Abend wurden in Cannes die goldenen Löwen fĂŒr Design, Product Design, Press und Radio sowie die Cyber Lions vergeben. Auch wir waren dabei und vor allem von den Arbeiten in der Kategorie âDesignâ begeistert. Anders als an den beiden Abenden zuvor, wurden viele neue Arbeiten ausgezeichnet und nicht solche, die man nun schon zum vielleicht vierten, fĂŒnften Mal auf der BĂŒhne gesehen hat. AuĂerdem waren die meisten Ideen nicht einfach nur stumpfe Werbung oder fĂŒr Awards gemacht, sondern von echter gesellschaftlicher oder ökologischer Relevanz, was uns besonders beeindruckt hat.
âPaper Prisonâ(INTERBRAND New York, USA)
Ein gefaltetes A2-Plakat zu Ehren des 95. Geburtstages von Nelson Mandela, das ausgebreitet die GröĂe seiner GefĂ€ngniszelle ergibt.
âMother Bookâ(DENTSU Nagoya, Japan) (PS: Gewann auch den Grand Prix bei der Premiere der Lions Health)
Ein Tagebuch fĂŒr werdende MĂŒtter, das Seite fĂŒr Seite mit dem Bauch mitwĂ€chst.
âStreet Storeâ(M&C SAATCHI ABEL Cape Town, SĂŒdafrika)
Einfache KleiderbĂŒgel, die aus einem StĂŒck Pappe gefaltet werden, um an ZĂ€unen und StraĂen Secondhand-Kleidung fĂŒr Obdachlose in Kapstadt zu sammeln.
âCavities attack at Nightâ(RED FUSE COMMUNICATIONS Hong Kong)
Nachdem in Myanmar die Grenzen fĂŒr den internationalen Handel geöffnet wurden, ist Colgate eine der ersten Marken, die die Bevölkerung erreicht. Die Innenseiten von groĂen Pappkartons sind mit Plakaten und Lehrmaterial bedruckt, um Schulkindern in Myanmar die Notwendigkeit der Mundhygiene zu vermitteln.
:{to:) âCleft to Smileâ(OGILVY & MATHER Mumbai, Indien)
Durch die Kombination der Zeichen :{to:) entsteht âThe worldÂŽs most tweeted Logoâ: Ein einfach zu tippendes Logo, das sich in den sozialen Netzwerken verbreitet, um auf die Gaumenspalte bei indischen Kindern und deren mögliche Rettung durch einen kleinen Eingriff aufmerksam zu machen.
WĂ€hrend die Arbeiten deutscher Agenturen in dieser Kategorie nur Bronze und Silber ergatterten, gab es dennoch einen goldenen Löwen fĂŒr ein deutsches Team: Dominique Winkel und Stefanie Golla von Kolle Rebbe gewannen als âYoung Lionsâ Gold fĂŒr ihren Logo-Entwurf zum 5. World ChildrenÂŽs Festival, das sie innerhalb von 24 Stunden zu einem vorgegebenen Briefing erarbeitet haben.
Etwas enttĂ€uscht waren wir von den Cyber Lions, auf die wir als Mitarbeiter einer Digitalagentur natĂŒrlich besonders gespannt waren. Ein weiteres Mal gewann die integrierte Kampagne âThe Scarecrowâ fĂŒr Chipotle Mexican Grill (Creative Artists Agency Los Angeles), die wir auch schon in anderen Kategorien gesehen haben. Insgesamt fanden wir alle Arbeiten nicht besonders innovativ oder ĂŒberraschend. Deutschland gewinnt auch dieses Mal keinen goldenen Löwen, allerdings können sich Heimat aus Berlin (Hornbach / Swisscom) ĂŒber zwei, sowie DDB Tribal ĂŒber drei silberne Löwen freuen. Immerhin: Endlich sehen wir den âEpic Splitâ in voller LĂ€nge auf der groĂen Leinwand, denn Forsman & Bodenfors holen einen von drei Grand Prixs fĂŒr die Volvo Trucks "Live Test Series".
Die Product Design Lions wurden in diesem Jahr erstmalig verliehen und waren eine positive Ăberraschung. Alle hier mit Gold ausgezeichneten Arbeiten haben uns wirklich ĂŒberzeugt. G-Star âRAWâ von FHV BBDO und Part of a Bigger Plan (beide Amsterdam) fĂŒr Pharrell WilliamsÂŽ nachhaltige Jeanskollektion har verdient den Grandprix abgerĂ€umt: Das Projekt bietet eine Lösung fĂŒr die zunehmende Verschmutzung der Ozeane und stellt Garn aus PlastikabfĂ€llen her, aus denen somit wiederum neue Jeans entstehen.

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Cannes at Night
Und ja...da ist es: Das Cannes-GefĂŒhl, das man sich vorstellt, bevor man wie wir das erste Mal hierher kommt. SpĂ€testens jetzt sind wir angekommen. Vorgestern Abend waren wir auf der âOpening Galaâ am Carlton Beach mitten am Strand der Cannes Croisette. Wir wissen, wir gehören irgendwie nicht wirklich dazu und es bleibt eine andere Welt, wer weiĂ ob wir jemals nochmal herkommen. Aber trotzdem sind wir doch ein kleines bisschen Teil dieses riesigen, verrĂŒckten Zirkus hier und genieĂen es daher auch ein bisschen.
21h, die Sonne ist gerade hinter den Yachten am Horizont verschwunden und die Awardshow im Palais des Festivals sowie das Posieren auf dem roten Teppich soeben vorbei. Alles pilgert in Richtung der lauten Musik an der Promenade entlang.
Auch ich stelle mich (in Flipflops und Shorts) in die lange Schlange und beobachte, was um mich herum so geschieht. Leider allein â denn Christoph ist auf der âYoung Lions Partyâ und ich nunmal auf der Opening Gala ein paar Meter weiter eingeladen, wir sind jeweils nicht auf der anderen Party zugelassen... Das ist aber nicht weiter schlimm, denn man kommt immer sofort mit Jemand ins GesprĂ€ch. Kaum steht man eine Sekunde still, hört man das GegenĂŒber in einem Satz fragen: âHi, whatÂŽs your name, where are you from, agency or client?â Meine Erkenntnis dieser Woche dazu: es ist verdammt schwer, Japanern, Kasachen, TĂŒrken, Amerikanern oder Indern unseren Firmennamen zu nennen â geschweige denn, zu erklĂ€ren, was wir alles machen oder warum wir zwar eine relativ groĂe Agentur, aber dennoch unbekannt sind...
Jemand mit einem goldenen Löwen unterm Arm lĂ€uft an mir vorbei, allerdings nicht, um auf die Party zu gehen. Denn die coolen Parties fĂŒr diejenigen, die wirklich dazugehören, finden scheinbar woanders statt.
Kaum bin ich an den TĂŒrstehern vorbei, trete ich durch einen groĂen, beleuchteten Bogen in eine andere Welt ein. Ich weiĂ gar nicht, worauf ich mich zuerst konzentrieren soll. Kellner mit Tabletts voll Champagner stehen direkt hinter dem Eingang, Videoprojektionen, TĂ€nzer, laute RÂŽnB-Musik vom DJ und ein riesiges Buffet direkt am Strand entlang, soweit das Auge reicht. Ich bin ĂŒberfordert und zĂŒcke sofort (wie eigentlich die ganze Woche...) das Smartphone, um diesen ganzen Wahnsinn festzuhalten.
Es ist irgendwie paradox, ich schnappe mir die freien Drinks und bediene mich am Buffet und will das alles unbedingt Christoph zeigen, aber irgendwie auch ganz schnell wieder weg. Zwar beginne ich etwas Smalltalk mit ein paar Indern beim Essen, aber so richtig einlassen kann ich mich auf das Ganze nicht â auch wenn eigentlich eine sehr gelassene Stimmung herrscht und ich bei Weitem nicht die Einzige bin, die in Flipflops rumlĂ€uft. Der Blick vom Pier auf die Promenade, die Party und den Strand ist schon ziemlich beeindruckend, das muss ich zugeben.
Ich treffe mich vor dem Eingang mit Christoph und kann ihn mit ein bisschen Charme und GlĂŒck auf die Party schleusen. Er ist genauso beeindruckt wie ich und bereut keine Sekunde, sein Armband der Young Lions Party fĂŒr die Gala geopfert zu haben. Wir bleiben noch eine Weile auf ein paar Drinks und beobachten das Ganze mit etwas Abstand, bevor wir uns gegen 0 Uhr mit dem Nachtbus zurĂŒck in unser Budget-Hotel im vier Kilometer entfernten Vorort aufmachen. Ich trĂ€ume zwar nicht von wilden Parties, rotem Teppich und noch mehr Action â aber so einen Löwen, den hĂ€tte ich ja schon ganz gern...   Â
Laura
Emotion statt Daten: So ĂŒberzeugt man Investoren von einer GeschĂ€ftsidee
Storytelling â das Buzzword schlechthin, das man auch in Cannes mehrmals am Tag hört. Oft nur eine unkonkrete WorthĂŒlse und scheinbar die neue Lösung fĂŒr alle Arten von Aufgaben, wurde es gestern endlich konkret: Wir besuchten einen Startup-Workshop zum Thema âHow to bring your other ideas to lifeâ. Anders als in unserem Berufsalltag ging es nicht um das PrĂ€sentieren von Ergebnissen in einem Pitch, sondern um das Ăberzeugen von Investoren fĂŒr eine neue GeschĂ€ftsidee. Im sehr kurzweiligen Vortrag von Ted Persson und Tyler Crowley (The North Alliance) wurde Storytelling wirklich erlebbar. Bevor einzelne Freiwillige ihre eigenen Ideen in einer spontanen PrĂ€sentation vortragen konnten, hat Crowley einige knackige Regeln prĂ€sentiert, die es einzuhalten gilt, wenn man nur fĂŒnf Minuten Zeit hat, jemandem Geld aus der Tasche zu locken.
NatĂŒrlich ging es auch hier wieder um die linke und rechte GehirnhĂ€lfte, um EmotionalitĂ€t und RationalitĂ€t. Aber es scheint logisch, dass am Ende alle Menschen gleich ticken und auch ein an Fakten interessierter Investor mit einer Geschichte voller Emotionen ĂŒberzeugt werden kann. Beim Entwickeln einer Story ist es ganz Ă€hnlich wie mit dem Drehbuch fĂŒr einen Film: Charakter â Drama â Happy End. ThatÂŽs it.  âSomething is going to be happen to that character within the first ten minutes, or you walk out. ...Or itÂŽs a french film.â (Tyler Crowley about drama in movies)  Die wichtigsten Regeln sind vor allem, die Idee kurz und prĂ€gnant wiederzugeben, zu wissen, wer das Publikum ist (und die PrĂ€sentation darauf abzustimmen), sowie einen Charakter zu entwickeln, der die Geschichte â also die Lösung eines Problems anhand einer neuen Idee â erlebbar macht. Dabei sind Worte wie âIchâ, âWirâ, âDuâ oder âkannâ strengstens verboten. Das klingt irgendwie logisch: Wer sich an die Geschichten in seiner Kindheit erinnert, hat diese immer aus der Perspektive eines Charakters bzw. ErzĂ€hlers erlebt, nie wird man dort oder in einem Film mit âDuâ angesprochen und niemals werden mehrere mögliche Handlungsoptionen gegeben, sondern es heiĂt: âHĂ€nsel und Gretel gehen in den Waldâ und nicht: âSie oder ich könnten in den Wald gehen oder vielleicht auch woanders hinâ. Daher ist es als PrĂ€sentator wichtig, eine Person zu entwickeln, die beispielsweise den Weg des Produkts oder eine Website erlebt und vollkommen unabhĂ€ngig vom PrĂ€sentierenden oder dem Publikum ist.
Ebenso wichtig ist die Gestaltung der Folien, oder eben auch die âNicht-Gestaltungâ: Soviel weglassen, wie nur irgendwie möglich ist. Die emotionale HĂ€lfte unseres Gehirns wird einzig und allein ĂŒber Bilder angesprochen, wer Text oder gar Zahlen lesen muss, denkt rational und wird aus der Geschichte gerissen. Crowley bringt es auf den Punkt: âDonÂŽt show Data. Data doesnÂŽt have emotionâ. Seine Folien bestehen einzig und allein aus einem (sehr ansprechenden) Hintergrundbild sowie einer zentralen Aussage. Wir sind ĂŒberzeugt und wĂŒrden investieren.
Laura
CANNES, FranceâFaced with a deluge of diverse ideas from aspiring creatives, Rei Inamoto had an enjoyable but incredibly daunting task: select the world's best student work to be honored at Cannes.
Anywhere, anytime: Sieht so der Arbeitsplatz der Zukunft aus?
Iconic brands think in terms of society, not just marketing.
Auro Trini Castelli, gyro

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Ăberraschung des Abends: hmmh gewinnt Goldenen Kater in der Kategorie "Low-Budget Blogging"!Â