Ich weis, ich weis, reiĂźerische Ăśberschrift ;) Un wer hier jetzt das Standard Blabla ĂĽber Chinesische unternehmen erwartet, die deutsche und amerikanische Unternehmen kaufen oder Hacker, die Ideen von westlichen Unternehmen klauen (z.B. Thyssenkrupp) der hat... recht? Oder vielleicht auch doch nicht. NatĂĽrlich kann man die beiden vorangegangenen Punkte als Einflussnahme aus Asien werten, was ich auch mache. Viel mehr Sorgen sollte uns jedoch ein anderer Punkt machen.
Die Deutsche Rohstoffagentur hat am 06.12.2016 ihre neue Analyse in Form ihrer seit 2012 veröffentlichten “Preislisten”-Reihe vorgestellt. Der endgültige Bericht wird im März 2017 vorgestellt, aber ich durfte schonmal eine Vorabversion sichten. Wie in den vergangenen Jahre zeigt sich, dass China im Bereich der Versorgung mit Rohstoffen stark auf dem Vormarsch ist. Stelle das Reich der Mitte anfangs noch Grundstoffe und Billig-Produkte her (wir erinnern uns, dass der Slogan “Made in China” nicht gerade für Qualität stand) so wandelt sich dies in den letzten Jahren. China konnte seine Dominaz als wichtigstes bergbauland, wichtigster Raffinadeproduzent sowie auch als bedeutender Nettoexporteur von Zwischenprodukten konstant steigern. Die Weiterverarbeitung von zahlreichen mineralischen Rohstoffen findet zunehmend im Land selbst statt und dieser Trend verstärkt sich. Beispiele sind die Stoffe Gallium, Indium und Magnesium, in denen China kontinuierlich ausgebaut hat und zum Teil mehr als 70% des Weltmarktes kontrollieren.
In den letzten Jahren gab es auch verstärkt Vorwürfe des Preisdumpings im Rohstoffsektor, insbesondere gegenüber China. Es wird vermutet das die Kontrolle über Märkte durch Dumping und Überkapazitäten ausgebaut werden und damit Projekte und Investitionen außerhalb des Landes zum erliegen kommen. Eine Diversifizierung des Angebots wird damit verhindert.
Bereits heute nimmt China die fĂĽhrende Stellung bei der Produktion von allen (!) Raffinadeprodukten (auĂźer Ferroniob, Ferrochrom und Selen) ein (aller von der DERA untersuchten Produkte). Bei 50% der 114 als sehr kritisch eingestuften Rohstoffen und Handelsprodukten nimmt China eine fĂĽhrende Stellung ein und bei 15 weiteren unter den Top 3 Produzenten.
Konkret handelt es sich dabei um Graphit, Talk, Wismut sowie 25 Handelsprodukte die auf den Rohstoffen Aluminium, Antimon, Baryt, Gallium, Glimmer, Kokskohle, Magnesit, Magnesium, Mangan, Seltene Erden (hier diferenziert die DERA leider nicht... sobald ich hier mehr Infos habe, schreibe ich dazu nochmal was), Silizium, Titan und Wolfram.
Inbesondere die Metalle Titan, Aluminium und Wolfram sind neben Kokskohle sehr interesant. So baute China seinen Marktanteil seit 2012 von 44% auf 52% aus. Nach eigenen Analysen ist das hier jedoch erst der Anfang. China verfügt nach unbestätigten Angaben über ungenutzte Hüttenkapazitäten, die die gesamten momentan verfügbaren Hüttenkapazitäten verdreifachen würden. Momentan ist hier das Problem, dass nicht genug stabiler Strom hergestellt werden kann um die Schmelzen zu betreiben.
Wir stehen hier womöglich vor einem ähnliches Szenario wie mit Rohstahl. wer sich erinnert, amerikanische und europaische Unternehmen sind in den letzten Jahren massivst unter Druck geraten, wegen der enormen Menge an günstigem Stahl aus fern Ost. China hat eine so Markt beherrschende Stellung an strategisch wichtigen Versorgungsgütern, dass wir uns einen Handelskrieg (wie ihn z.B. Trump fordert) gar nicht mehr leisten können.
Falls irgendwem hier eine Lösung einfällt, schreibt mir.